»King kennt alle Träume, die ewigen wie die aktuellen, die bösen wie die guten, und erzählt sie mit einer Stimme, die man nie vergisst.«
Stephen King hat über 400 Millionen Bücher in 40 Sprachen verkauft. Sehr viele, von »The Shining« bis »The Stand«, sind verfilmt worden. Kolleginnen und Kollegen loben King, den Respekt von Kritik und Literaturwissenschaft hat er sich hart erkämpft – mit Stoffen, die Grauen erregen, Lust bereiten und Erkenntnis zünden. Dietmar Dath stellt das Werk von Kings Debüt »Carrie« bis zum krönenden Zyklus um den »Dunklen Turm« vor und legt Quellen sowie (etwa pseudonyme) Versteckspiele offen. So begreift man, wie es diesem Autor gelingen konnte, unserer Zeit mit all ihren Krisen und Katastrophen tiefer ins dunkle Herz zu schauen als irgendwer sonst.
Das Buch verspricht leider viel mehr, als es letztendlich liefert. Wer eine literarische Analyse des Autors, die seinen gewaltigen Kosmos durchsteigt und einzelne Romane miteinander in Beziehung setzt (was bei King durchaus möglich wäre!), erwartet hat oder sich für Leitmotive seiner Romane, besondere Erzählstränge und das Figureninventar interessiert, wird hier enttäuscht.
Dietmar Dath legt nicht einmal biografische Bedeutsamkeiten aus, sondern schwadroniert essayistisch über die "Geister" bzw. Kämpfe, denen sich der Autor stellen musste und muss und verweist viel auf andere Werke des Horrors und der phantastischen Literatur allgemein, wie etwa Lovecraft.
Eine Lektüre, die schnell vergeht, die man sich aber auch sparen kann.