Eine atemberaubend spannende Mischung aus Medizinhistorie und Krimi
Wien, 1909: Die Gerichtsmedizin ist eine noch junge Wissenschaft, die sich ständig weiterentwickelt. Fanny Goldmann treibt diesen Fortschritt normalerweise mit voran, doch jetzt ist die sonst unerschrockene Ärztin zwiegespalten. Fanny und ihre Kollege Franz werden erstmals zu einem Tatort gerufen, um die Leichenbeschau vor Ort vorzunehmen. Und obwohl Fanny ziemlich abgehärtet ist, fährt selbst ihr ein Schauer über den Rücken, als sie sich in den dunklen Wäldern der Donauauen einem Mehrfachmord gegenübersieht. Sechs Tote, offenbar qualvoll gestorben, doch ohne erkennbare Todesursache. Ein grausiges Rätsel, das Fanny nicht ruhen lässt. Egal wie gefährlich die Ermittlung wird …
Was soll ich dazu sagen? Ich liebe die Reihe! Auch der dritte Band "Donaunebel" war wieder einmal kriminell gut! Spannend, lustig, unterhaltsam und mit jeder Menge Wiener Schmäh. Es ist immer wieder ein Fest, den liebenswerten Charakteren zu begegnen und ganz nebenbei, neue Dinge, sowohl im historischen als auch medizinisch-wissenschaftlichen Kontext zu erfahren. Bitte ganz schnell mehr davon!!!
„Fräulein Gold - Donaunebel“ von René Anour ist der dritte Teil der „Fräulein Gold“-Reihe und diesmal geht es um eine Bestie, die in einem Wald ihr Unwesen treibt. Erschienen ist der Historische Krimi im September 2022 bei Rowohlt.
Wien 1909: In den Wäldern der Donau-Auen werden Leichen gefunden. Aufgrund der Besonderheit des Tatorts werden Fanny und Franz erstmals gebeten, die erste Beschau direkt vor Ort vorzunehmen. Die Gerichtsmedizin steht noch am Beginn und so müssen manchmal eben auch Dinge zum ersten Mal ausprobiert werden. Die Opfer sind qualvoll gestorben, doch eine Todesursache lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Doch Fanny ist hartnäckig und lässt sich auch durch Gefahren nicht von ihren Ermittlungen abbringen - nicht einmal von einer Auwaldbestie.
Wie habe ich mich gefreut wieder nach Wien zurückzukehren. Ich hätte niemals erwartet, dass mir diese Reihe so viel Spaß macht und diese hat auf jeden Fall mein Herz für den historischen Krimi geöffnet. Diesmal habe ich etwas gebraucht bis ich so richtig im Buch angekommen bin. Als ich angekommen war, konnte ich das Buch allerdings kaum noch aus den Händen legen. Der Schreibstil ist gut lesbar und der unvergleichliche trockene Humor des Autors hat mich wieder einmal gut unterhalten. Es waren so viele skurrile Szenen enthalten, die mir so viel Spaß gemacht haben. Der Spannungsbogen ist gut gesetzt. Es fängt recht ruhig an und steigert sich kontinuierlich. Ab der Hälfte habe ich das Buch durchgesuchtet und war total gefangen in den Ereignissen. Eine der allerwichtigsten Fragen für mich in dieser Reihe ist, ob am Ende Franz oder Max der Mann an Fannys Seite sein wird. Der eigentliche Fall war aber natürlich auch sehr spannend. Für mich ist es bei dieser Reihe einfach die Mischung, die ich so liebe und ja vielleicht kommt für einen historischen Krimi der Fall fast schon etwas zu kurz, aber ich persönlich mag es genau so. Es gibt die Arbeit in der Gerichtsmedizin, wo die Leichen angeliefert und obduziert werden. Ich mag die Atmosphäre dort, die Obduktionen und die Frotzeleien, die dort an der Tagesordnung stehen. Fanny hat es dort als Frau nicht gerade einfach und musste sich ihren Platz hart erarbeiten. Dann gibt es Fannys persönliches Umfeld zu dem ihr Vater, Tante Agathe, Max, Tilde und Schlomo gehören. Ich liebe ihre Freundschaft zu Tilde und Schlomo. Die beiden sind für jede Schandtat zu haben und helfen ihr wo sie können. Ich mag den Zusammenhalt ihrer Familie und wie beteiligt Vater und Tochter an ihrem gegenseitigen Glück sind. Und dann gibt es natürlich auch die Fälle, die gelöst werden wollen und die Fanny in die unmöglichsten Situationen bringen und wo die verschiedenen Ebenen eben auch zusammenkommen. Manchmal war ich vor Spannung fast schon wie erstarrt und musste Zeile um Zeile weiterlesen. Manchmal bin ich aus dem Lachen kaum rausgekommen und wurde schon schief in der Bahn angeschaut. Diese Dreiecksgeschichte zwischen Fanny, Max und Franz ist auch so gut gemacht. Ich mag Max. Der hat seine Qualitäten und er meint es, glaube ich zumindest, ernst mit Fanny. Er ist der Polizist und derjenige, der mehr Abenteuer verspricht. Die beiden haben so ihre Meinungsverschiedenheiten und sie sind dennoch ein gutes Team. Franz hingegen ist derjenige, der an der Gerichtsmedizin mit ihr zusammenarbeitet. Er teilt sein Wissen mit ihr bereitwillig, er nimmt sie ernst und wenn es drauf ankommt ist er zur Stelle. Er ist der Mediziner, der eher ruhiger und weniger abenteuerlustig ist, der dafür aber umso aufmerksamer und zuvorkommender ist. Ich hasse Liebesgeschichten eigentlich. Von daher Hut ab lieber René, dass du es geschafft hast, dass ich hier so investiert drin bin. Ich muss mich so extrem zurückhalten nicht ans Ende von Teil 4 vorzublättern. Doch nun genug der Schwärmerei. Ihr bekommt das übliche Zusatzmaterialpaket bestehend aus Karte, Glossar, kurzem Nachwort mit interessanten zusätzlichen Informationen und einer Danksagung.
Fazit: Auch Teil 3 konnte mich auf ganzer Linie überzeugen. Ich liebe den Humor, ich liebe die Themenmischung und ich muss sehr bald wissen, ob es nun Max oder Franz wird. Eine Reihe, die durchgesuchtet werden möchte und die sich für mich tatsächlich unerwartet zu einem absoluten Highlight entwickelt hat.
Fanny muss mit Kollege Franz an den Fundort mehrerer Leichen in den Donauauen. Die beiden können sich nicht erklären, woran die Menschen gestorben sind, und versuchen auf eigene Faust herauszufinden, was sich in den Donauauen im Geheimen abspielt.
1909: Im Wiener Auwald werden mehrere Tote gefunden, darunter auch ein Kind. Die Gerichtsmedizinerin Fanny Goldmann und ihre Kollegen können bei den Obduktionen zwar erkennen, woran die Menschen gestorben sind, jedoch nicht, was das verursacht hat. Fanny will nicht aufgeben, und forscht weiter.
Derweil ist ihr Freund, der Polizist Max Meisel immer noch nicht soweit gesundet, dass er in den aktiven Polizeidienst zurück kann. Seine Freizeit verbringt er zunehmend mit einer Gruppe, die bessere Bedingungen für Arbeiter möchte und unter anderem Demonstrationen organisiert. Das könnte ihm als Polizist jedoch gefährlich werden.
Fannys Freundin Tilde, die nach ihrer Entführung wieder zu Hause ist und zunächst sehr in sich gekehrt war, wird langsam wieder die Alte, und beteiligt sich zusammen mit Fannys Cousin Schlomo an den Ermittlungen. Nicht alles, was Fanny und ihre Freunde tun, ist klug, letztlich führt es aber doch zu manchen Erkenntnissen.
Der dritte Band der Reihe macht es weder Fanny noch Max leicht. Fanny hat nach wie vor damit zu kämpfen, in ihrem Beruf anerkannt zu werden. Sie versucht es mit allen Mitteln, auch wenn manche eher zu Rückschlägen führen. Im Fall der Auwald-Toten hat sie im Laufe der Zeit interessante Erkenntnisse, zum Teil mit Unterstützung durch ihren Kollegen Franz Wilder, mit dem sie auch gerade an einer Publikation arbeitet, es gibt aber auch gefährliche Momente.
Der Roman hat einige herrliche Szenen, die mich zum Schmunzeln brachten, vor allem rund um einen Ausflug in einen Badebetrieb. Gut gefallen hat mir auch, dass man ein bisschen mehr Privates über Franz erfährt, wie überhaupt das Privatleben wieder seine Rolle spielen darf. Es gibt ein paar neue Charaktere, besonders Ewald Wallus, ein Rechtsmediziner, der als Pathologe arbeitet, mochte ich sofort, ich hoffe, ihn auch im nächsten Band wiederzutreffen.
Wie es in der Reihe üblich ist, steckt hinter den Todesfällen mehr als zunächst gedacht. Am Ende wird es sehr turbulent, einige Personen geraten in Todesgefahr. Und ganz am Ende trifft Fanny auf einen alten, aber nicht angenehmen Bekannten. Man darf gespannt sein, wie es im nächsten Band, der auch der letzte Band sein wird, weitergeht.
Der Autor hat wieder einige historische und medizinische Fakten in seinem Roman verarbeitet, wie man auch im Nachwort nachlesen kann, und diese gelungen mit der fiktiven Handlung verbunden, für mich ein wichtiges Merkmal eines guten historischen Romans. Zusätzlich gibt es eine Karte des Wiens jener Zeit und ein Glossar.
Der dritte Band um die Totenärztin Fanny Goldmann ist wieder gut recherchiert und lesenswert, hat einen komplexen Fall sowie einigen Humor, aber auch spannende Szenen zu bieten, und macht gespannt auf den Abschlussband der Reihe.
Review: „Die Totenärztin, Donaunebel“ by René Anour Rating: ⭐️⭐️⭐️/5 Pages: 396 Weiterempfehlung / rec: 75%
Danke schön für das Rezensionsexemplar @rowohltverlag ❤️
In Wien des 20. Jahrhunderts versucht Gerichtsmedizinerin Fanny Goldmann Todesfälle aufzuklären, bei denen keine Todesursache ersichtlich scheint. Der Prolog ist düster, der Kinderlied Klassiker „Bi Ba Butzemann“ bekommt eine ganz andere Bedeutung. Ich glaube es ist super schwer historische Kriminalromane zu schreiben und dabei genau zu wissen wie der Stand der Wissenschaft eben war zu dem Zeitpunkt. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist dieses Buch eine grandiose Leistung. Es bleibt spannend bis zum Schluss und dadurch, dass „Die Totenärztin“ eine Reihe ist, gibts auch den Hinweis, dass wir noch nicht am Ende sind…
Meine persönlichen Gefühle und Gedanken ohne Spoiler:
Ich mochte Fanny und ich mochte auch ihren Kollegen Franz und sogar ihren arroganten und unfreundlichen Chef Kuderna mochte ich, weil er ein interessanter Charakter war. Ich würde dem Krimi - Teil dieses Buches 5 Sterne geben. Alles, was mit der Gerichtsmedizin und dem zu lösenden Fall zu tun hatte, war unheimlich spannend. Leider gab es aber viele Kapitel, die damit nur am Rande zu tun hatten, viele Dialoge, Beschreibungen, Wiederholungen, Nebencharaktere wie Tilde und Schlomo, die mich genervt haben. Durch diese Kapitel musste ich mich etwas durchkämpfen. Hab es aber unterm Strich gern getan, weil die Hauptstory einfach mega war.
Eine absolute Empfehlung für diejenigen, die neben einem spannenden Krimi auch historische Romane mit vielen Nebenschauplätzen mögen ❤️
Jetzt ist es amtlich, ich bin großer Fan dieser Reihe. Fanny ist mir enorm ans Herz gewachsen, genau so wie ihr Umfeld. Auch dieser Fall hat es wieder in sich, toller Spannungsbogen und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen kommen nicht zu kurz (Franz, für dich schlägt mein Herz - tatsächlich stelle ich mir da einen jüngeren Franz Wohlfahrt von Soko Donau vor, aber keine Ahnung ob das nur am Namen liegt *g*). Ich wüsste nicht, was ich hier kritisieren soll, bis auf den furchtbaren Cliffhanger am Ende, aber selbst der schmerzt nicht mehr so, weil ich mittlerweile ja weiß, dass er kommt und ich zum anderen Band Nr. 4 auch schon auf dem E-Reader habe. Oh, und ich nehm es auch für die Popsugar Reading Challenge rein, es ist zwar genau genommen der Prolog und nicht das erste Kapitel, aber für mich zählt es :D
#Popsugar Reading Challenge 2024: A book where someone dies in the first chapter
Fanny ist wieder Mitten im Geschehen! Doch diesmal drehen sich die Mordfälle nicht um den üblichen Verdächtigen - oder doch? Spannender Fall und diesmal wieder mehr Lockerheit.
Hier funktionieren die Fälle in Kombination mit den Personen so viel besser. Tilde, Schlomo, Franz, Max und Fanny geben zusammen einen tollen Mix ab an Leichtigkeit und doch Schwere.
Zum Ende bleibt nur eins zu sagen . Und natürlich, dass ich mich auf Teil 4 freue und sehr gespannt bin, wohin die Reise führt!