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Alte Mädchen

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Es sind immer die Töchter, die fragen! Die drei ›Mädchen aus Ostpreußen‹, Anni, Else und Hannelore, sollen für eine Imagekampagne ihrer Seniorenresidenz Modell stehen. Während ›Germany’s Next Topmodel‹ läuft, verhandeln die drei Mittneunzigerinnen, was sie über ihr Leben erzählen wollen – und was nicht.
Im Auto unterwegs nach Polen schickt Gudrun eine Sprachnachricht. Ihre Nichte soll vom Tod der Großmutter erfahren. Doch Gudrun schweift ab, erzählt von der Flucht bei Kriegsende, ihrer Kindheit in den 1950ern. Plötzlich wird klar: Sie muss etwas gestehen.
Undine, Jenny und Thao verbringen ein Wochenende in Berlin, bevor Jenny ihr erstes Kind bekommt. Neben den Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in den 1980ern und 1990ern treten auch die sozialen Unterschiede wieder ans Licht. Während sie ihre Lebensentscheidungen neu bewerten, setzen die Wehen ein.
In drei Teilen, »Marjellchen«, »Neue Heimat, altes Haus« und »MILF«, porträtiert Julia Wolf drei Frauengenerationen, indem sie den Wunden, Werten und Erfahrungen der Kriegszeit nachspürt. Mit Alte Mädchen ergänzt Julia Wolf die deutsche Nachkriegsgeschichte um eine wichtige Erzählung weiblicher Subjektivität, die uns die Augen öffnet: dafür, woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir mitnehmen und was wir loslassen sollten.

288 pages, Hardcover

Published September 15, 2022

26 people want to read

About the author

Julia Wolf

50 books31 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Julia Modde.
464 reviews23 followers
March 25, 2023
Wie bei jedem Buch, das lieber Kunstwerk als Unterhaltung sein will und dadurch aus der Balance gerät, war mir ein bisschen langweilig.
Ja, irgendwie ist die Idee ältere Frauen vielstimmig von ihrem Leben, ihren Sehnsüchten und Ängsten erzählen zu lassen, verdammt cool. Doch bleibt‘s ein bisschen an der Oberfläche haften, in Klischees (oder kam nur mir das so vor, weil mir die Frauen aus „MILF“ so verdammt vertraut waren?).
Ein okayes Erzählexperiment, das nicht ganz zündet, und doch innovativ ist. Manchmal kann Literatur widersprüchlich sein 🤷‍♀️🙌

„Die Tote stand uns nicht nahe. Wohnte auf einem anderen Flur. Ihren Namen haben wir vergessen, vielleicht können gekannt. Wir sitzen am Fenster und sehen den Leichenwagen vorm Haus. Anni winkt, da winken wir mir. Letztes Geleit. Haben ja sonst nichts zu tun. Der Wagen gleitet davon, ist auch schon verschwinden. Ein leises Schnipsen ertönt, holt uns zurück. Wir erinnern uns wieder. Wir saßen bei Tisch. Haben beraten, wer kriegt den Braten? Wir erinnern uns gut.“

„Natürlich muss Thao stänkern. Thao kann sich nicht einfach mal freuen, dass auch am wunderschönen Malte die Jahre nicht spurlos vorüberziehen. Meine Güte!, sagt sie: Werden wir noch in hundert Jahren über diesen Typen reden? Es gibt doch wirklich interessantere Themen. Die Briten zum Beispiel, ist das nicht der Wahnsinn?“
Profile Image for gina.
408 reviews7 followers
Read
June 17, 2023
15% Abgebrochen

Schade, wenn die Sprache zwar gut ist, sie aber nicht gezielt eingesetzt wird. Somit führt es nur zur Verklärung und zum schlussendlich Überdruss.
Profile Image for finja.
50 reviews
January 16, 2024
sehr cool und interessant geschrieben. teilweise hat es sich am anfang ein bisschen gezogen, aber gegen ende fand ich es immer besser
Profile Image for aurorenrosen.
12 reviews4 followers
January 26, 2025
in rapide aufeinanderfolgenden parataxen, die anfänglich wie absichtlich hingelegte stolpersteine wirken, abrupt und doch semantisch miteinander verbunden, öffnet wolf räume, in die man eintauchen kann. enge räume wie die der weiblichen sozialisation im zweiten weltkrieg im ersten teil „marjellchen“, die sich sehr präsent auf die drei mittneunzigerinnen im altersheim auswirkt. gespaltene räume wie die der tante in zweiten part „neue heimat, altes haus“, die der nichte, die in kambodscha weilt, auf der fahrt nach polen endlos scheinende sprachnachrichten schickt, in denen sie von den ns-verstrickungen ihrer mutter erzählt und in einer salve aus scheinbar unzusammenhängenden aussagen beiläufig auch von ihrem verhältnis zur polnischen putzfrau berichtet, das von scham und anziehung geprägt ist. und schließlich weite räume der freundschaft und hoffnung auf zukunft im dritten teil „MILF“, in der die verbundenheit zwischen drei jungen frauen und einem genderneutral gehaltenen kind zur zeit des aufkeimens der pegida-demos verhandelt wird und von denen eine, wie es der titel verrät, bald zum ersten mal mutter wird. mit viel gefühl behandelt wolf in diesem letzten kapitel, aus changierenden ich-perspektiven erzählt, heutige relevante themen wie depressionen, unerfüllte liebe, selbstbestimmtheit und solidarität im aufsteigendem faschismus und gibt dabei einen zärtlichen einblick in die emotionslandschaft der vier sehr verschiedenen figuren.
es ist ein roman, der lange nachhallt, ein behutsam geschriebenes zeitzeugnis unterschiedlicher generationen und politischer transformationen, die grob ein jahrhundert umspannen, das sich mit den konflikten, die jede dieser generationen für sich selbst und miteinander hat, differenziert auseinandersetzt und dabei sprachlich virtuos auf den punkt bringt, ohne zu offensichtlich zu sein. wolf stellt fragen nach historischer verantwortung ebenso wie fragen nach dem erwachsen- und altwerden, nach freundschaft und liebe. ihre empathie und ambiguitätstoleranz sind bezeichnend für dieses werk; ihr gelingt es, widersprüche sichtbar zu machen, ohne jedoch ihre figuren von mitgefühl auszuschließen, auch wenn es zuweilen sehr, sehr schwerfällt.
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