Wir sind Geschöpfe des Himmels, Abkömmlinge der Sonne, die uns den Funken des Lebens eingehaucht hat. Wir waren ein Volk. Bis alles, woran wir glaubten, zerbrach.
Nach dem blutigen Krieg, der die Völker Ascans entfremdete, mussten sich die Deva der Herrschaft der Dreizehn Fürsten beugen. Gefangen in ihrer Zufluchtsstätte harren die unsterblichen Geschöpfe des Himmels aus, um das prophezeite Ende der langen Nacht abzuwarten. Als ein verheerender Angriff seine Heimat auslöscht, begibt sich der Deva Azrael auf eine schier aussichtslose Getrieben von der Angst um seine Schwester Lilith macht er sich auf den Weg ins Nest des Feindes. Auf seiner Reise begegnen ihm zwielichtige Gestalten, die es nicht gut mit ihm meinen, darunter die verschlagene Furie Eris, die Azraels tiefste Ängste zu kennen scheint. Die größte Gefahr jedoch lauert längst in unmittelbarer Nähe.
Dies ist das Zeitalter der langen Nacht. Wenn sich der Blutmond über dem Antlitz der Welt erhebt, steht die Zukunft eines ganzen Königreichs auf Messers Schneide.
Normalerweise lese ich kein Dark Fantasy, doch bei einer Messe bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Die hier geschaffene Welt ist spannend, düster und hat mir gut gefallen. Azrael war mir überhaupt nicht sympathisch, aber ich glaube so sollte es auch sein, da die Dunkelheit im Verlauf des Buches immer mehr Besitz vom ihm ergreift. Ich habe die Charaktere als komplex und interessant empfunden und mit ihnen gefiebert. Im Verlauf des Buches begleitet man immer wieder verschiedene Charaktere, was dabei hilft ein umfassenderes Bild der Geschichte zu bekommen. Das zweite Buch wird auf jeden Fall ebenfalls seinen Weg in mein Regal finden.
Wenn du Flügel hast, steht dir die Welt offen und du kannst fliegen, wohin du willst. So hätten es das geflügelte Volk der Deva gerne, doch leider haben die menschlichen Ascaner etwas dagegen und stecken mit ihren Waffen all jene in Brand, die versuchen, der eingeschlossenen Stadt zu entkommen. Doch wenigstens bietet die Stadt selbst Sicherheit. Zumindest, bis die Ascaner diese mit dem Ziel der vollständigen Vernichtung aller Deva angreifen und verwüsten. Nur wenigen gelingt die Flucht und hier beginnt der Kampf von Azrael und seinen Freunden, die sich auf die Suche nach dessen Schwester Lilith begeben. Wie an Azraels und Liliths Beispiel zu erkennen ist, tummeln sich hier eine Menge Namen mit Hintergrund und Bedeutung. Ob biblisch, griechisch, römisch oder dem Islam entnommen, tauchen sie immer wieder in verschiedenen Gestalten auf. Viele bringen damit eine gewisse Vorstellung mit sich und färben einen Charakter vor. Die illustre Namensgebung hat für Vertrautheit gesorgt, in einigen wenigen Fällen aber auch für Irritation, was aber nicht unbedingt am Autor liegen muss, sondern durchaus auch an mir und meinem mangelnden Hintergrundwissen zu manchen Figuren. Stilistisch ansprechend geschrieben, die kurzen Kapitel sorgen für Abwechslung, ebenso wie die Perspektivwechsel. Hier wird es düster und blutig, was mir sehr zugesagt hat. Insgesamt ein Buch, das mich gut unterhalten hat und das gerade in Anbetracht dessen, dass es ein Debütroman ist, zu überzeugen weiß. Ich zumindest werde die Reihe weiterlesen.
Ein herzliches Dankeschön an den Autor für das Rezensionsexemplar! Mit "Wächter der Morgenröte" bekommt der Leser eine spannende Dark Fantasy Story in einer faszinierenden und düsteren Welt, getragen von Legenden, Mythen und Prophezeiungen. Nach einer kurzen Einführung wird man direkt ins Geschehen geworfen und begleitet den Protagonisten Azrael und seine Freunde durch die beklemmende und hoffnungslos wirkende Atmosphäre von Asean. Meist erleben wir die Story aus seiner Perspektive, ein Charakter, bei dem ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich ihn nun mag oder nicht. So wie auch Azrael weder eindeutig gut oder böse ist, so wenig eindeutig ist meine Haltung zu ihm. Allgemein haben die Charaktere in dem Buch ihre Ecken und Kanten, wirken gut durchdacht und haben viel Potenzial für Tiefe. Der Schreibstil ist wundervoll einnehmend, sodass ich angenehm leicht durch das Buch geflogen bin. Man spürt das Herzblut, das dahintersteckt.
Mein Hauptkritikpunkt ist die Geschwindigkeit der Handlung. Mir war alles ein wenig zu schnell und komprimiert, es passiert sehr viel in kurzer Zeit, häufig wechselt der Ort des Geschehens. Manchmal hätte ich mir da eine Entschleunigung gewünscht und länger in bestimmten Momenten verweilen zu können.
Ein toller Einstieg in diese Welt und eine klare Leseempfehlung!