Hamburg 1925: Otto Lagerfeld steht am Grab seiner geliebten Frau Theresia auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Ihn quälen Trauer und die Ungewissheit über das Schicksal seiner Familie. Wird sein Bruder Paul zur Vernunft kommen und Verantwortung übernehmen? Kann er selbst seiner Tochter Thea eine sichere Zukunft bieten? Und was wird aus der Marke Glücksklee, wenn er keine Investoren für die neue Fabrik findet? Otto stürzt sich in die Arbeit. Auf einer Berlinreise stößt er mit der jungen, ehrgeizigen Elisabeth zusammen. Zum ersten Mal seit Theresias Tod fühlt er sich unbeschwert. Doch Elisabeth ist nicht leicht zu beeindrucken, und auf Otto wartet in Hamburg eine tragische Nachricht …
Deutsche Schriftstellerin, lebt in Hamburg. Sie wurde 2008 mit dem Agatha-Christie-Krimipreis ausgezeichnet und war 2012 für den Sir Walter Scott-Preis nominiert.
Auch der zweite Teil der Dilogie über Otto Lagerfeld hat mich tief beeindruckt. Auch dieser Teil wieder sehr authentisch und intensiv.
Ich danke der Autorin für diesen Einblick in das Leben von Otto Lagerfeld. Ich fand ihn sehr sympathisch, warmherzig und gradlinig. Und so hat mich das Ende von Otto etwas traurig zurück gelassen.
Otto war ein empfindsamer Mensch, der für jeden nur das Beste wollte und leider ab und zu auch mal übers Ziel hinausgeschossen ist.
Im zweiten Teil geht es um seine zweite Ehe mit Ebbe und um seine Kinder, u.a. seinem Sohn Karl. Seine Geschichte hat mich besonders fasziniert, da er der einzige war, von dem ich von der Familie Lagerfeld bis dato gehört hatte. Und Karl war nun mal sehr eigen und nach dem, was ich gelesen habe, sogar nachvollziehbar.
Ich habe aber auch über den Werdegang und über das Leben seiner Geschwister und den Angehörigen ausführlich erfahren. So ist z.B. Kurt, der Sohn von Paul und Gertrud ein sehr interessanter Charakter. Und natürlich wurde hier auch über das Schicksal von Paul, dass mich bereits im ersten Teil sehr beschäftigt hat, ausführlich berichtet.
Interessant fand ich das Geschehen rund um die Firma vor, während und nach dem Krieg. Otto hatte es wirklich nicht leicht nicht nur gegen Verleumdungen anzugehen, sondern wurde auch mit vielen Herausforderungen konfrontiert und hat immer versucht einen Ausweg zu finden. Und er fand Wege: bequeme und unbequeme. Das zeichnet ihn aus. Er hat niemals aufgegeben.
Anmerken möchte ich noch, dass es mir sehr gut gefallen hat, dass am Anfang des Buches der Stammbaum von Otto aufgeführt ists Da habe ich dann tatsächlich des öfteren reingeschaut. Aber auch das Nachwort der Autorin, was Fakt und Fiktion ist, noch einmal ein ausführliches Personenverzeichnis, Berufliches und Hintergründe alles kurz zusammengefasst., haben dieses Buch abgerundet.
Mich hat das Leben von Otto sehr ergriffen und ich danke der Autorin, dass ich diesen Einblick erhalten durfte. Ich kenne die Autorin sehr gut und weiß daher, wie akribisch und gewissenhaft sie recherchiert. Mit Hilfe von Aufzeichnungen und der Hinterlassenschaft von Otto Lagerfeld, die ihr von seiner Familie zur Verfügung gestellt wurde, ist dieses grandiose Werk entstanden. Die Begeisterung und Leidenschaft, mit der sie diese Geschichte geschrieben hat, ist auf jeder Seite zu spüren.
Chapeau. Für mich verdiente 5 Sterne.
Anmerkung: Ich habe dieses Buch als Taschenbuch gelesen. Leider gab es dieses Format bisher hier nicht und so steht bei mir Kindle-Edition.
In diesem nun zweiten Band über das Leben von Otto Lagerfeld und seiner Familie treffen wir Otto im Jahr 1925 wieder. Immer noch trauert er um Theresia, aber das Leben muss auch weitergehen. Und ganz alleine möchte er sein Leben auch nicht verbringen. Als er da Elisabeth trifft, eine junge Frau, die in Berlin als Schneiderin arbeitet, ist er beeindruckt von ihrer Persönlichkeit. Nach einigem hin und her finden die beiden zusammen und bekommen noch zwei Kinder. Doch Elisabeth ist nicht zufrieden mit ihrem Leben und Otto geht immer noch in seiner Arbeit auf. Muss er doch die Firma, die er mit aufgebaut hat durch die Zeit des Nationalsozialismus, des Krieges und später den Wiederaufbau steuern.
Mir hat das Buch wieder ausgezeichnet gefallen, es ist toll geschrieben und ich war sofort wieder im Lesefluss. Wir erfahren, wie es Ottos Brüdern in den USA geht und gerade Pauls Schicksal wird zu Ende erzählt. Und auch die Wege der anderen Geschwister werden weitererzählt. Otto ist derjenige in der Familie, der alles zusammenhält. Ich denke, den einzigen Fehlgriff, den er in seinem Leben gemacht hat, ist der, seine zweite Frau zu heiraten. Elisabeth, genannt Ebbe, ist permanent unzufrieden und spaltet die Familie mit ihren Ansichten und ihrem Tun. Selbst Karl, Ottos Sohn aus dieser Ehe, sagt selbst, dass sein Vater wohl genau die Frau geheiratet hat, die nicht zu ihm passte.
Auch Karls Geschichte wird in diesem Buch näher beleuchtet und es wird dem Leser klar, warum er so geworden ist, wie er der Allgemeinheit bekannt war. Das hat ihn mir nicht sympathischer gemacht, aber ich konnte ihn besser verstehen.
Ich kann dieses Buch wieder nur empfehlen, man sollte es aber auf jeden Fall erst lesen, wenn man auch Band eins gelesen hat. So ergibt sich ein ganzes stimmiges Bild. Von daher auf jeden Fall eine Empfehlung für beide Bände!
Unbedingt lesen! 🤩 Aber Achtung - dies ist der zweite Band und der erste sollte vorher gelesen werden.
Ich bin noch immer völlig fasziniert vom Leben der Familie um Otto Lagerfeld, dem Vater von Karl Lagerfeld.
Der zweite Band steht sinngemäß für den neuen und zweiten Lebensabschnitt von Otto. Nach dem Tod seiner ersten Frau gründet er mit Ebbe eine neue Familie, baut die Marke Glücksklee auf und kämpft sich durch die Wirren des zweiten Weltkrieges.
Karl Lagerfeld ist jedem ein Begriff, doch was sein Vater Otto geleistet hat ist wirklich beeindruckend und leider völlig vergessen. Als Otto am Ende des Romans auf sein Leben zurückblickt, beschreibt er sehr treffend, dass seine Erlebnisse für drei Leben gereicht hätten.
Autorin Heike Koschyk hat es dabei wieder geschafft Fiktion, Wahrheit und viel deutsche Geschichte so faszinierend miteinander zu verweben, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und ich mich schon morgens aufs Weiterlesen am Abend gefreut habe.
Im Nachwort beschreibt die Autorin, dass sie im engen Kontakt mit Nachfahren und Wegbegleitern der Lagerfelds stand als sie den Plot für den Roman zusammengetragen hat. Und die Idee, dass sich die "dazugedichteten" Passagen genau so könnten zugetragen haben, gefällt mir äußerst gut!