Hoe kan men ‘glorieus’ zijn in een land waar corruptie en onderdrukking heersen, waar alleen diegenen overleven die zich onderwerpen aan het regime? Hoe moet men deze ervaring te boven komen als er niet over gesproken wordt, zelfs niet na de emigratie en zelfs niet met de eigen dochter?
‘Wat zien ze als ze met hun Sovjet-ogen door de gordijnen naar de binnenplaatsen en straten van een Oost-Duitse stad kijken?’ vraagt Nina als ze denkt aan haar moeder Tatjana en haar vriendin Lena, die halverwege de jaren negentig Oekraïne verlieten, in Jena strandden en daar opnieuw begonnen. Lena’s dochter Edi vraagt er al lang niet meer naar, ze wil niets met haar afkomst te maken hebben.
In Alles moet mooi zijn aan de mens vertelt Sasha Marianna Salzmann over tijden van omwenteling, van de ‘vleesmolen-tijd’ van de perestrojka tot het huidige Duitsland; hoe systemen desintegreren en mensen worden meegesleurd in de maalstroom van gebeurtenissen. Salzmann volgt vier levens en traceert vol empathie en met grote intensiteit de onverbrekelijke verstrengeling van generaties, door tijd en ruimte heen.
Sasha Marianna Salzmann ist Theaterautor:in, Essayist:in und Dramaturg:in. Für ihre Theaterstücke, die international aufgeführt werden, hat sie verschiedene Preise erhalten, zuletzt den Kunstpreis Berlin 2020. Ihr Debütroman Außer sich wurde 2017 mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Er ist in sechzehn Sprachen übersetzt.
Russian propaganda. A subtle kind of it. I'm from Donetsk. My parents left the occupied area in 2015. The second part of the book simply spreads the lie about those years in Ukraine. The first part of the book is just a colonial Russian view on Ukraine and Ukrainians
Longlisted for the German Book Prize 2021 Disclaimer: Salzmann identifies as non-binary and uses the pronoun sie* (= she*). After reading Beside Myself, the debut novel of acclaimed theater writer Salzmann, I tipped this sophomore effort to be on the longlist before I even read it - the first book showed so much potential, and now, Salzmann can bring it into full effect. She* writes about the implosion of the Sowjet Union with the narrative help of a faun, Pirosmani's painting "Giraffe", Heisenberg's uncertainty principle, and Fieldwork in Ukrainian Sex, and I am here for it. This is high literature and a pageturner, a text about an important topic that is also a joy to read - this is the stuff I want to see on book prize lists.
The story centres on two mothers who emigrated from the Ukraine to Germany in the mid-90's and their daughters, with Lena being the center of the first part of the novel. We learn about her childhood in the SU and her hometown of Gorlowka (Ukraine), how she experienced the Perestroika, we hear about the way the system with its injustice, corruption and greed influenced her life and her dream of becoming a doctor. The grand finale in the second part is Lena's fiftieth birthday party which takes place in Jena, Germany, in the year 2017 - but until then, we also learn about her daughter Edita, an aspiring journalist, her friend Tatjana and Tatjana's daughter Nina.
This novel shows how you explain international politics by pointing to the people it directly affects: The Perestroika becomes the "meat grinder", Salzmann writes about Chechnya, Ukraine, Georgia, Abkhazia, Christians, Muslims, Jews, and even the AfD (a German right-wing party). She ties all these aspects to concrete characters, thus preventing her novel from becoming a tractate, pamphlet or misconstrued think piece (hello, Blaue Frau), and while Salzmann grew up in Moscow and came to Germany at 10 years old, this is also not a memoir which suddenly seems to be a genre that falls under "fiction" and is thus eligible for the book prize (hello, Vati, Vater und ich, Der versperrte Weg: Roman des Bruders).
While the first part of Salzmann's novel is more conventionally told, thus reminiscent of The Eighth Life, part two is more unusual, focusing on the experiences of the daughters who try to escape the intergenerational trauma while also aiming to understand the older generations. I have to quote this unsettling passage, referring to Edita's perspective: "Kein Mensch würde sie dazu kriegen, mit diesen diktaturgeschädigten Jammerlappen, diesen Perestroika-Zombies ein Wochenende in Thüringen zu verbringen, wo gerade eine Partei zur zweitstärksten politischen Kraft gewählt worden war, die Leute wie Edi...ja, was? Eben genau das: Die versprach, Leute wie Edi und ihre Freunde und alles, woran sie glaubten, wie ein Schiff zu entern und dann im Ozean zu versenken." Wow, that hurts.
The title of the novel, "Everything in a person must be glorious", is a quote from Uncle Vanya, and Salzmann employs it as an example of a system using art against its citizens - because in the text, it's not the person who defines what glorious means. Full of strong imagery and metaphors, revealing different perspectives and smartly constructed, this is a novel to marvel at and a potential winner of the German Book Prize 2021 (although I'm still #TeamEurotrash).
„Das Land, in das sie hineingeboren wurden, ist schon amputiert, aber es schmerzt trotzdem noch.“ (S.213)
Sasha Marianna Salzmanns Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ ist für mich ein absolutes Lesehighlight gewesen. Die weitgehend chronologisch und ohne literarischen Schnickschnack erzählte Geschichte hat mich vor allem dadurch beeindruckt, wie sich hier ganz unaufdringlich die großen Umwälzungen der Historie im Privaten spiegeln. Dabei stehen vor allem Frauenfiguren im Mittelpunkt, genauer: Mütter und Töchter. Oder in Salzmanns Worten: „Mutter und Tochter, die eine lag auf dem Boden, als wäre sie ein Schatten, den die andere warf.“ (S.9)
Der Roman beginnt in Lenas Kindheit, die sich noch beinahe idyllisch liest, wenn sie mit der Oma in Sotschi zusammen Haselnüsse sammelt und auf dem Markt verkauft. Aber das Märchen ist schnell zu Ende und Lena merkt, wie es sich anfühlt, nichts ausrichten zu können, ausgeliefert zu sein, ohnmächtig. Die allgegenwärtige Korruption wird ihr bewusst, als ihre Mutter schwer erkrankt, wohl durch ihre Arbeit in der Chemiefabrik, und Lena ein Bündel Scheine zur behandelnden Ärztin bringen muss. Doch nicht nur dort muss bestochen werden: Nichts erreicht man, wenn man nicht genug oder richtig oder die Richtigen besticht. Durch eigene Leistung das Leben meistern? Ha! „Die Professoren müssen sich totgelacht haben über mich, als ich komplett ohne Bares zur Prüfung angetreten bin, einfach so.“ (S.81) So Lenas Mutter Rita über ihre eigenen gescheiterten Träume. Es wiederholt sich bei der Tochter, was die Mutter schon erlebt hat. Kann Lena diesen Zyklus durchbrechen?
Ein zentrales Thema des Romans ist, wie man ein selbstbestimmtes Leben führt in einem Staat, der nicht funktioniert, der den Raum der eigenen Entwicklung an allen Ecken beschneidet. Lena erkennt, dass ihr nur wenige Optionen bleiben: Zum Beispiel hier bleiben und den eigenen Lebensgeist unter Gleichgültigkeit und Resignation begraben. Lena erkennt diese Einstellung… …früh an ihrem Vater und beschreibt dies mit einer der vielen wundervollen Metaphern, die den Roman auszeichnen:
„der Körper ihres Vaters [sackte] wieder zusammen wie eine aus Papier gebastelte Puppe, die sich nach einem vorgegebenen Muster faltet, der Schwerkraft nachgebend.“ (S.192)
Oder man wandert eben aus, gibt die Vertraute Umgebung für das Unbekannte auf, weil die Alternative noch trostloser ist und sich so wenigstens ein Rest Hoffnung erhalten lässt.
„Lena dachte daran, dass ein Mensch nicht alt werden sollte, zumindest nicht hier, zumindest nicht in diesen Zeiten, in denen dir alle dabei zuschauen, wie du verreckst, und nichts dabei empfinden.“ (S.178)
Doch wie sich später herausstellt, ist der Westen längst nicht das Paradies, das sich Lena für sich und ihren Mann Daniel sowie ihre Tochter Edi erhofft hatte.
Ein weiteres Thema des Romans ist die Sprachlosigkeit. Wie drückt man aus, was unsagbar ist? Dies gilt zum einen für die Zustände im Heimatland, über die nur unter vorgehaltener Hand und nur mit den richtigen Leuten gesprochen wird. Zum anderen aber wird auch das Aufwachsen in zwei Sprachen, zwei Kulturen thematisiert, denn Lenas Tochter Edi wächst in Deutschland auf. Ihr ist vor allem das letzte Drittel des Romans gewidmet. Edi fehlen oft buchstäblich die Wörter, um den Gesprächen ihrer Eltern auf Russisch zu folgen oder selber einen Beitrag zu leisten.
„Immer fehlten ihr im entscheidenden Augenblick die passenden Begriffe.“ (S.221)
Doch diese Sprachlosigkeit findet sich auch zwischen den Figuren wieder. Edi und ihre Mutter Lena haben sich entfremdet, ihre Beziehung ist langsam erstickt, wie Edi es metaphorisch ausdrückt. Doch auch die anderen Auswanderer werden von einer besonderen Art der Sprachlosigkeit geplagt, denn sie unterhalten sich in den ewig gleichen Formeln, erzählen die ewig gleichen Geschichten, und Edi hasst es.
„Diese Geschichten von all diesen ‚ihren Leuten‘ waren ihr persönliches Kryptonit. […] Diese Dauerwehen der Nie-richtig-Angekommenen verursachten bei ihr Juckreiz am ganzen Körper.“ (S.253)
Und das ist es auch, was ich an diesem Roman so geliebt habe: Diese Motive verbinden sich auf unaufdringliche Art und Weise miteinander, sind präsent, ersticken aber die Handlung nicht, treten nicht an die Stelle der Figuren und verdecken diese. Lena ist eine spannende Frauenfigur, genau wie Edi und das andere Mutter-Tochter-Gespann, Tatjana und Nina. Auch die historischen Bezüge stehen nicht im Vordergrund, sondern erweitern den Raum des Romans, wodurch er eine spürbare Tiefe erhält. Dabei wird es der Leser:in überlassen, wie sehr diese Bezüge wahrgenommen werden. Ein Beispiel: „Edi dachte darüber nach, warum Tatjana zu Moskau „Hauptstadt“ sagte, obwohl sie aus der Ukraine kam, fragte aber nicht nach.“ (S.259)
Hier wird nicht nur der Bezug zur ehemaligen UDSSR hergestellt, sondern vor allem etwas über die Figuren Tatjana und Edi erzählt. Geschichte ist hier kein Selbstzweck, sie macht die Figuren und die Handlung mehrdimensional und dient diesen, nicht umgekehrt. Mehr als dieser Satz fällt an dieser Stelle nicht zu dem Thema, aber er reicht aus, es braucht keinen langen Exkurs dazu. Wer will, kann es auch einfach überlesen.
Und letztlich ist es einfach eine fesselnde Geschichte über Mütter und Töchter, über Heimat und Heimatlosigkeit, Weggehen und Ankommen. Ich habe diesen Roman verschlungen und muss sagen, ich bin völlig fassungslos, dass er nicht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht. Für mich war er sogar ein ganz heißer Titelkandidat!
So bleibt mir nur, eine absolute Leseempfehlung auszusprechen. Ein klares Fünf-Sterne-Buch und ein Highlight des gerade beginnenden Bücherherbstes.
Lena wuchs in der Sowjetunion in einem System auf, welches vor allem geprägt ist von Korruption und Unterdrückung. Als ihre Mutter schwer erkrankt, beschließt Lena, Ärztin zu werden und ist plötzlich selbst Ziel von Bestechungsversuchen und somit Teil des Systems, welches sie so verabscheut. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter Edi findet sie Mitte der 90er nach dem Zerfall der Sowjetunion ihren neuen Lebensmittelpunkt in Jena und auch Lenas Freundin Tatjana ist mit ihrer Tochter Nina in der Zwischenzeit aus der jetzigen Ukraine nach Deutschland gezogen. Die Töchter wollen mit ihrer Herkunft nicht viel zu tun haben und gerade Edi hat kaum Verständnis für die Opfer, welche ihre Mutter aufbringen musste. Doch nun finden sie alle an Lenas 50. Geburtstag zusammen und müssen sich mit der gemeinsamen Vergangenheit auseinandersetzen.
Sasha Marianna Salzmanns zweiter Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ war im letzten Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert und erzählt von vier Frauen auf der Suche nach ihrer Identität. Den Inhalt des Buches wiederzugeben, ist gar nicht so einfach, sodass meine kurze Zusammenfassung oben dem nicht ansatzweise gerecht wird. „Im Menschen muss alles herrlich sein“ thematisiert komplexe Themen wie Heimatverlust, Entwurzelung, übergenerationelle Traumata und Antisemitismus und gibt einen Einblick in das Leben in der späten Sowjetunion. In der zweiten Hälfte des Buches liegt der Fokus dann eher auf den Differenzen zwischen der Mutter- und der Tochtergeneration. Das Buch ist sehr sprachgewaltig und bildhaft und doch blieben mir die einzelnen Figuren teilweise irgendwie fern. „Im Menschen muss alles herrlich sein“ konnte mich bewegen, aber nicht in der Tiefe erreichen, wie ich es gerne gewollt hätte. Trotzdem und gerade aufgrund der Aktualität kann ich euch dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.
Lena feiert ihren 50. Geburtstag und hätte gerne ihre liebsten Menschen dabei. Vor allem ihre Tochter Edi, ihre beste Freundin Tatjana und deren Tochter Nina. Doch die Verhältnisse sind kompliziert, vor allem zwischen den Müttern und Töchtern. Denn die jüngere Generation möchte die alten Geschichten aus der Ukraine nicht mehr hören. Nichts von guten alten Zeiten erzählt bekommen, nichts von Flucht und Neuanfängen. Und gleichzeitig leidet sie unter diesem Nichtwissen, versteht die Elterngeneration deswegen nicht - die Kommunikation funktioniert nicht. Davon erzählt Sasha Marianna Salzmann in einer sehr klaren, fließenden Sprache, die einen wie ein Boot durch ihren Roman trägt. Von Lenas und Tatjanas Leben in der Ukraine erzählt sie. Von ihren Träumen und dem Scheitern dieser. Von Liebesbeziehungen, die enttäuschten, von erzwungenem Pragmatismus und von der Suche nach Identität. Aber auch von politischen Umwälzungen und Ungerechtigkeiten, von gesellschaftlichen Kämpfen und vom Krieg. "Im Menschen muss alles herrlich sein" ist damit nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch das Porträt zweier Generationen mit osteuropäischen Wurzeln, die jede auf ihre Art entwurzelt sind. Ein leises, aber sehr intensives Buch und eine dringende Leseempfehlung von mir.
I like a good historical fiction book as much as the next person, and when I read the premise for this novel, I was intrigued. That being said, I'm at the 45% mark, and I'm so confused and I'm not sure exactly what's happening. The writing's good, but I don't feel any connection with the characters, and there's not much in the plot for me to keep going. The jumping between timelines just add to my confusion and I'm just finding everything pretty dull. As much as i was hoping to like it, it's not my cup of tea, and I'm marking it as a DNF.
Thank you to Netgalley and Pushkin Press for an ARC in exchange for an honest review.
"Das Land, in das sie hineingeboren wurde, ist schon amputiert, aber es schmerzt trotzdem noch. Sonst kann man wenig mit Sicherheit sagen."
Nina versucht die Geschichte ihrer Mutter Tatjana zu begreifen. Doch was sie über die Ukraine in Sowjetzeiten und danach erfährt, ergibt für sie nur wenig Sinn - und der Austausch mit ihrer Mutter schon gar keinen. Deren Freundin Lena hat zwar noch Kontakt zu ihrer Tochter Edi - doch die ist von der Familiengeschichte regelrecht abgestoßen.
"Kein Mensch würde sie dazu kriegen, mit diesen diktaturgeschädigten Jammerlappen, diesen Perestroika-Zombies ein Wochenende in Thüringen zu verbringen."
Dabei tragen im queeren Berlin auch alle ihre Narben, und der angehenden Journalistin könnte ihre "Herkunft" Türen öffnen. Und dann ist es ausgerechnet Edi, der Tatjana ihr Leben erzählt und die schließlich zu Nina durchdringt. So entfalten sich allmählich die Geschichten vierer zäher, eigensinniger Frauen - während die europäische Geschichte immer komplexer und undurchdringlicher erscheint ...
Sasha Marianna Salzmanns Debütroman "Außer sich" hat mich vor vier Jahren umgehauen, wie selten ein Buch. Auch "I'm Menschen muss alles herrlich sein" hat mich sprachlich und thematisch mitgerissen.
3,5⭐️ Auf den ersten 200 Seiten begleiten wir primär Lena, beginnend in den 70ern als Kind in der ehemaligen Sowjetunion und enden in den frühen 90ern, schwanger und nach Deutschland ausgewandert.
Lena sagt an einer Stelle im Erwachsenenalter, sich noch in der ehemaligen Sowjetunion befindend:“das Jetzt hat keine Konturen, man kann nichts greifen“. Und genauso fühlte sich für mich auch der Schreibstil bis dahin an- hölzern, mit dem Versuch der Poesie, philosophisch zu sein- fehl am Platz- da gehörte nichts so recht zusammen. Insofern passte der Stil zum Inhalt. Das wird aber erst später klar. Ich war jedenfalls nach 50-60 Seiten bereits geneigt abzubrechen. Mit Einsetzen der Erzählung aus Blickwinkel der Töchter Nina und Edi ändert sich der Schreibstil grundlegend und es kommt Leben in die Bude. Die Jungen Frauen führen tolle Monologe und versuchen die Welt ihrer Eltern und deren Wurzeln zu verstehen. Ich bin froh zuvor Das achte Leben- für Brilka gelesen zu haben und ein Grundverständnis für einige gesellschaftliche und politische Situationen mitgebracht zu haben. Einige Aspekte in „Im Menschen muss alles herrlich sein“ waren neu bzw. von einer ganz anderen Seite aufgezogen. Die Bücher ergänzen sich hier sehr gut.
Allerdings ist auf Grund der Kürze dieses Buches nur ein kleiner Einblick in die verfahrene Situation der beiden Familien möglich. Das Buch kitzelt einen überall mal an und lässt mit dem Ende alles Offen und ungeklärt. War für mich recht unbefriedigend, da mir der Rest der Story nur häppchenweise Highlights bescheren konnte. Ja und diese Giraffe- wie das Schokoladending in Brilka für mich unnötig.
Ich finde ein Mehrgenerationen-Buch nur dann gut, wenn man dabei Lust bekommt, Geschichtsbücher zu wälzen, um alles besser zu verstehen. Und so war es hier!
Ein wenig irreführend finde ich die Beschreibung, dass es in diesem Buch um vier Frauenschicksale gehe. Platz zur Entfaltung bekommt vor allem die Geschichte von Lena, ein wenig noch die ihrer in Berlin lebenden Tochter Edi - Tatjana und Ninas Leben werden eher skizziert, manchmal wirkt das ein bisschen hektisch und zu wenig mit dem ersten Erzählstrang des Buches verwoben. Deswegen konnte ich in den zweiten Teil des Buches nicht ganz so gefesselt eintauchen wie in Lenas Erzählungen über Pionierlager, Sommer bei der Großmutter in Sotschi, Korruption in den Krankenhäusern der Sowjetunion. Salzmann hat diese Asymmetrie sicherlich gewollt, aber ich finde, sie wirkt eher unfertig.
Es gibt einige Momente, in denen die Emotionen der Protagonistinnen so plastisch greifbar werden, dass sie mir sicherlich noch eine Weile in Gedächtnis bleiben werden - Lenas (intensive, aber zum Scheitern verurteilte) Affäre mit einem Tschetschenen etwa, oder Edis Träumereien bei einem One Night Stand oder ihrer situationship mit einer Türsteherin. Auch die wiederkehrenden Bilder, die Salzmann eingebracht hat, wie Pirosmanis Giraffe oder die im Streit zerbrochene Tür in Edis Kindheitswohnung, haben eine Schlagkraft, der ich mich nicht entziehen konnte. Salzmanns Sprache und Fertigkeit, besondere Bilder für das Innenleben der Protagonistinnen zu finden, lässt mich die nicht ganz ausbalancierten Erzählstränge in jedem Fall verzeihen - ich bin vermutlich vor allem traurig, dass ich nicht mehr erfahren durfte über Nina und Tatjana. Vier Sterne und Leseempfehlung 💫
Erzählt wird die Geschichte von Lena, deren Tochter Edi, sowie Tatjana und deren Tochter Nina. Die beiden Mütter wandern in den 90erJahren aus der Ukraine nach Deutschland ein, werden enge Freundinnen und ziehen im engen Miteinander die beiden Töchter groß. Wir erfahren viel von der Lebensgeschichte Lenas, ein wenig von der Tatjanas, etwas von Edi und nur sehr wenig von Nina. Das Verhältnis zwischen den Müttern und Töchtern ist sehr schwierig, was wohl maßgeblich mit den sehr unterschiedlichen Lebenswelten zu tun hat, in die die Protagonistinnen jeweils hinein geboren werden. Die Töchter haben keine wirkliche Vorstellung von den Lebenserfahrungen der Mütter und umgekehrt. Emphatie füreinander kann so kaum hergestellt werden und trotz der großen Liebe zueinander ist kaum ein miteinander möglich.
Die Autorin hat einen ganz wundervollen Schreibstil, in dem man regelrecht versinken kann. Trotzdem habe ich mich zwischendurch auch mal schwer getan mit dem Buch. Die Lebensgeschichte von Lena wird in (vergleichsweise) epischer Breite ausgeführt, von Kindheit, über Schule und Studium, Liebesbeziehungen usw....bis zur Einwanderung nach Deutschland. Dieser Teil wird sehr chronologisch und gradlinig erzählt und hat mich zwischenzeitlich ermüdet. Im Vergleich bekommen die drei anderen Frauen nur sehr wenig Raum. Für mich sehr schade, weil ich sehr gerne mehr über die Drei gelesen hätte. Alle vier Frauen sind sehr spannende Figuren und ich hätte mir hier mehr Ausgewogenheit gewünscht.
Trotzdem kann ich das Buch sehr empfehlen und hätte ihm einen Shortlist Platz gegönnt.
Die Themen, die die Figuren umtreiben sind zwar sehr wichtig und interessant, aber die Konflikte, Ängste und Unsicherheiten werden sachlich und wenig emotional geschildert und verlieren so etwas an Bedeutung und Tiefgang. Auch der erzählerische Aufbau wirkte etwas unvollständig und holprig. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven haben für mich nicht gut funktioniert sodass alles sehr fragmentarisch wirkt und sich der große Zusammenhang nur schwer erschließt. Wer sich aber gerade etwas mit dem Thema Ukraine beschäftigen möchte, findet ihr definitiv spannende Einsichten und Ansichten.
This is a story of Lena's life. And her daughter's, Edita. But also Tatyana's. And her daughter's, Nina. In a sense it is a story of being uprooted, of belonging, of finding yourself in a place that defines you. Lena and Tatyana grew up in Soviet Ukraine and experienced the shock of post-Soviet space upending their society and culture beyond recognition. Their immigration to the West was not a pre-planned decision, but the result of a series of accidental events. Beautifully narrated, Glorious People is the encapsulation of these events that shaped the characters and insightfully created more questions than answers about the who Lena is, or what Natasha wants. The ingenious element of the story is found on the meeting point of a society in (unnatural) transition and the (natural) becoming of age. The two elements are interchanging and refuse to make clear their boundaries or their effects on the lives of Lena and Natasha. For example, it is unclear whether Lena had difficulty to adjust to the summer camp she attended due to her introverted personality, or the rigidity of the Soviet system that promoted uniformity and excluded the different.
Lena was a child different from the, then defined, normal. There was a sense she didn't belong. She didn't belong to her family, to her peers, to the Soviet system. She had difficulty making friends and preferred to be lonely, in a content solace of her own making. Decisions about her life were taken for her by her family and the system. Did she have a happy childhood? There is not an easy answer to this question. She had a childhood. Marked by her strict mother who then lived in a consuming state of illness, Lena agonised to become a doctor in order to cure her. This unconditional love was also bestowed to her daughter. Edita became a rebel in her own right, pushing herself away from the migrant Soviet life, but unable to define her identity without understanding her background. Her grievance is an implicit complain to her parents not opening enough about their previous life in the Soviet Ukraine, as if keeping a secret that is too painful and unnecessary to divulge. This creates a friction with Edi, appalling her from her background and pushing her to dream to move to Florida.
Tatyana is caught between teenage aspirations of becoming initially a dancer, and afterwards a fashion designer, and the grim reality of a cleptocratic post-Soviet Ukraine economic environment. Her dedication to her parents obliges her to move with them and be part of a new business venture of running a liquor store. The promise of a luxurious life made on the back of Western imports via the newly discovered chaotic capitalism is summorised in the viability of this store. Tatyana skips the most creative years of her life by working in the family store where she will meet the father of her child and will move with him to Germany. Her motherhood as a single parent will tear her away from her homeland, her identity, and eventually her daughter, before being diagnosed with a severe nerve disease. Nina will become an adult and will distance herself from Tatyana. Her childhood is marked by a medical condition of extreme anxiety and inability to be part of a larger group of people. Now in her twenties she spends her days on her laptop, surfing the Internet or playing video games.
Glorious People is dealing with complex issues such as one's identity, purpose in life, family, social belonging, immigration, good citizenship, to more trivial topics such as aesthetics between the East and the West, cooking, sex, drugs, and the role of TV preachers in the Soviet Union. Along with the lives of the protagonists we follow their adjustment from the collapse of an organised society, the transition from communist central economy to the effects of the "therapy shock" of capitalism.
The book belongs to the genre of post-Soviet narrative by writers migrated to Western countries while their characters followed a similar trajectory. This includes the likes of Lara Vapnyar (Divide Me By Zero), Boris Fishman (A Replacement Life), Alta Ifland (The Wife Who Wasn't), Gary Shteyngart (Absurdistan), and less so Luydmila Ulitskaya (Jacob's Ladder).
Zu Lenas 50. Geburtstag kommen sie alle zusammen. Die vier Frauen, die sich so fremd geworden sind, obwohl ihre Geschichten so eng miteinander verwoben sind. Lena und Tatjana und ihre Töchter Nina und Edi.
Vier Lebensgeschichten, die ihren Anfang in der Sowjetunion nehmen, in einem Land, das nach vollen Bussen riecht, nach einem Teller Pelmeni mit Sahne, nach dem Sommer in Sotschi und nach den Pelzmänteln der reichen Patientinnen im Krankenhaus von Dnepropetrowsk.
Was passiert, wenn politische Systeme zerfallen und der Sog der Ereignisse die Menschen mit sich reißt? Sasha Marianna Salzmann nimmt uns mit in ein Land, das es nicht mehr gibt, in die Jahre der Perestroika, die Sasha "Fleischwolf-Zeit" nennt. Es geht um Herkunft und Heimat, Umbrüche, Neuanfänge und Kontinuitäten und um verpasste Chancen in der Liebe und im Leben. Es geht darum, wie Mütter und Töchter auf einander blicken und um das Ringen mit sich selbst und miteinander.
Echt mooooi! (heb dit eigenlijk op erasmus gelezen maar was het vergeten op goodreads te plaatsen) Roman waarin de moeder-dochterrelaties centraal staan, die beïnvloed worden door de migratie-achtergrond van de moeders. Het onbegrip en de "leegte" tussen de twee generaties geeft Sasha Salzmann aan de hand van mystieke elementen en symbolen weer, zoals bv. een faun, een ciguapa en de giraf van Pirosmani. Stemt tot nadenken, maar is echt de moeite waard. (Is ook vertaald in het Nederlands denk ik)
A rather sad novel showing how important it is to know where you come from and what you are made up of to allow the feelings of belonging, of identity. In the characters' lives of this novel, the parents having moved to Germany for a better future for their children did not really leave their country nor their past. This is understandable, however while wanting the best for their children they themselves were too much involved with their own problems linked to their past. A past which had not been available to the children whether by their own experiences nor by the telling of it.... Interesting but still, sad. I received a digital copy of this novel from NetGalley and I have voluntarily written an honest review.
Lena wächst im ukrainischen Teil der Sowjetunion auf. Die Sommer darf sie bei der Großmutter in Sotschi verbringen, doch als sie zur Schule kommt, beginnt der Ernst des Lebens und die Eltern wissen, wie wichtig Leistung in der UDSSR ist. Das ganze Jahr über pauken, bevor dann das Pionier-Lager die langen Ferien füllt. Früh schon ist ihre Mutter krank, die Ärzte scheinen nicht helfen zu können, was bei der kleinen Lena den Wunsch nach einem Medizinstudium weckt. Doch gute Leistungen allein genügen nicht, das Land ist korrupt und ohne die richtigen Menschen und entsprechende Zahlungen sind auch Bestnoten nichts wert. Sie kann sich den Traum erfüllen, ist erfolgreich, doch als das Land zusammenbricht, steht sie vor dem nichts und muss mit ihrer Familie in der Ferne neu beginnen.
Sasha Marianna Salzmanns Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ springt über Generationen und Grenzen, der rote Faden bildet die Sprachlosigkeit der Töchter und Mütter. So wie Lenas Mutter und Großmutter in der beengten Wohnung in Gorlowka in der Oblast Donezk nicht zu einander finden, die eine schwerkrank, die andere die Freiheit am Schwarzen Meer vermissend, sind es später Lena und ihre Tochter Edi, die einander nicht verstehen, ebenso wie Lenas Freundin Tatjana und deren Tochter Nina. Sie habe allen Vorstellungen und Vermutungen über die anderen, der Mangel an Kommunikation jedoch führt sie immer wieder aneinander vorbei statt zueinander hin.
Dramaturgisch dreht sich die Geschichte im Kreis, beginnt in der Gegenwart in Deutschland, kehrt in Lenas sowjetische Kindheit zurück und nähert sich wieder an. Von Kindern mit großen Träumen, die ihre Realität jedoch nicht erfüllen kann, von Sprachlosigkeit in der Familie und dem Wunsch, sich in die Umwelt möglichst geräuschlos einzufügen, um nicht aufzufallen und dazuzugehören, was jedoch keiner der Frauenfiguren gelingt.
Für mich fügen sich zwar die Teile zu einem Gesamtbild, aber Lenas Lebensgeschichte über die drei letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts ist deutlich stärker als die nachfolgenden Handlungsteile. Sie wird als Charakter am greifbarsten, bekommt jedoch im Vergleich zu Edi, Tatjana und Nina auch den größten Raum, um sich zu entfalten. Es bleibt am Ende etwas Ratlosigkeit, wäre nicht mit der Flucht nach Deutschland schon der richtige Endpunkt gesetzt gewesen? Insbesondere Tatjanas Geschichte konnte mich kaum mehr erreichen, war auch zu wenig verbunden mit Lenas Vergangenheit, als dass sie für mich logische Handlungskonsequenz gewesen wäre.
Die Autorin hat ein Händchen für Dramaturgie und kann begeisternd erzählen, wie auch ihr Roman „Außer sich“ empfinde ich den aktuellen jedoch etwas zu sperrig, alles andere als ein geschmeidiger Lesegenuss, was ihn jedoch auch wiederum interessant und zu einem würdigen Kandidaten für die Longlist des diesjährigen Deutschen Buchpreises macht.
Der Name des Buches - „Im Menschen muss alles herrlich sein“ - ist ein Zitat von Tschechow. Und das Buch handelt von schönen und starken Frauen, die aus verschiedenen Gründen aus verschiedenen Städten der Sowjetukraine nach Deutschland eingewandert sind. Die Geschichten handeln tatsächlich von unseren Müttern, die in einem harten Sowjet lebten und weiterhin in einer ebenso harten postsowjetischen Realität leben. Das Buch ist einer Erzählung meiner Generation - der Generation von Töchtern sowjetischer Mütter, die überlebten und Opfer brachten, die nicht wussten, wie sie mit ihren Kindern befreundet sein sollten, weil sie andere Probleme lösten, die das Leben ihnen stellte. Mütter mit ihren eigenen festen Prinzipien, die du nicht brechen kannst. :) Schöne Mütter, die viel verloren haben, aber es geschafft haben, sich selbst zu retten.
Dieses Buch hat sich als sehr wichtig für mich herausgestellt. Denn das sieht mit ganz anderen Augen auf das, was aus meiner Kindheit normal und vertraut erschien. „Wilde“ Dinge, die für einen Europäer schwer vorstellbar sind, haben mich als Person geprägt – stark und belastbar, mit geringem Selbstwertgefühl und diesem ewigen Verlangen, jemandem etwas zu beweisen.
Ich bestätige: alles ist wahr. Zitate aus "Moskau glaubt nicht an Tränen", Makarewitschs Lieder auf Deutsch, Nacherzählungen von Cartoons und Büchern - das ist natürlich ein besonderes Vergnügen! :)
---------- Само название “В человеке все должно быть прекрасно” (In Menschen muss alles herrlich sein) - цитата Чехова. А книга - истории прекрасных и сильных женщин, которые по разным причинам иммигрировали из разных городов советской Украины в Германию. Истории, на самом деле, о наших мамах, которые жили в жесткой советской и продолжают жить в не менее жесткой, пост-советской, реальности. Книга о моем поколении - поколении дочерей советских мам, которые выживали и жертвовали, которые не знали, как быть подругами своим детям, потому что решали другие задачи, которые перед ними ставила жизнь. Мам со своими твердыми принципами, которые не прошибешь. :) Прекрасных мам, которые потеряли многое, но которым удалось сохранить себя.
Эта книга оказалась очень важна для меня. Потому что она смотрит на то, что казалось нормальным и знакомым с детства, совершенно другими глазами. “Дикие” вещи, которые сложно представить европейскому человеку, сформировали меня как личность - сильную и выносливую, с заниженной самооценкой и этим вечным желанием что-то кому-то доказывать.
Подтверждаю: все правда, все реально. Цитаты из “Москва слезам не верит”, песни Макаревича на немецком, пересказ мультфильмов и книг - это, конечно, отдельное удовольствие! :)
Was für eine eigenartige, besondere und emotionale Leseerfahrung war dieser Roman doch für mich. Denn: auch ich habe diese Zeit, die Zeit der Perestroika, die Salzmann hier unter anderem beschreibt, hautnah erlebt. Und auch ich habe die ehemalige UdSSR verlassen und in Deutschland ein neues Leben angefangen. Der Unterschied: Anders als Lena, deren Lebensgeschichte die erste Hälfte des Romans einnimmt, war ich noch ein Kind - unfähig das, was um mich passiert, in Verbindung zu bringen, in den politischen und gesellschaftlichen Kontext zu setzen; zu behütet, um die Ausmaße der Geschehnisse vollends zu verstehen.
Salzmanns Protagonistin Lena wächst in den 1970er Jahren in der Sowjetunion auf dem Boden der heutigen Ukraine auf - chronologisch führt uns die Autorin durch ein Leben, das von Korruption, Drill und Mangel gezeichnet ist. Gorbatschows Politik verändert das Land, die Sowjetunion zerbricht - Lena wird eine erfolgreiche Ärztin und wandert mit ihrem jüdischen Mann schließlich nach Deutschland aus.
Dies führt auch zu einem erzählerischen Bruch. Die Perspektive schwenkt zu drei weiteren Charakteren in der Gegenwart: Lenas Freundin Tatjana, die ebenfalls in der Ukraine aufwuchs und unter prekären Umständen nach Deutschland kommt, sowie Edi und Nina - die Töchter der beiden Frauen.
Im Zentrum stehen die kulturellen und politischen Abgründe zwischen den beiden Generationen, jene besondere Fremdheit zwischen Müttern und Töchtern, die in unterschiedlichen Welten geboren sind und nur wenig Verständnis füreinander aufbringen können.
Unheimlich stark war für mich die Stimme von Nina, die in nur drei kurzen Passagen zu Wort kommt, welche jedoch so gewaltige Sprachbilder beinhalten, dass ich am liebsten jeden Satz unterstrichen hätte. Die zweite Hälfte des Romans schneidet für mich deutlich schwächer ab - zu wenig Raum haben die Charaktere, um sich zu entfalten und greifbar zu werden; und auch das Erzähltempo unterscheidet sich stark von Lenas Erzählstrang. Dennoch konnte mich Sasha Marianna Salzmann mit dieser Geschichte begeistern und hat mein Interesse für ihr Erstlingswerk geweckt. Eine klare Leseempfehlung und ein Jahreshighlight für mich!
Somewhere between 3.5 and 4 stars for me.. still pondering and might change later
That being said, I really enjoyed how the first chapter ties in with all the stories revealed between the pages of the book and how I got a sense of the women and their stories without having understood everything! The blank spaces the novel leaves make me wonder and want to learn more.
It's hard to give this book a just review. This book by Sasha Marianna Salzmann received the Deutscher Buchpreis 2021. It is a story about what corruption and suppression in a country with restrictive government does to people. It is a story about four women, the central figure being Lena. It is about the disintegration of the Soviet Union. The women come from Ukraine, and it was shattering to read the names of places like Mariupol which have been almost destroyed in the current war between Ukraine and Russia. It is a story about women who can't love or relate to their children, about children who reject their mothers, about pale, insignificant and weak men, whom we know very little about, apart from the fact that they are pale, insignifant and weak. The writing is excellent, the language is powerful. Many things remain unexplained, the tone of the novel is simply depressing. The women are assertive and strong, yet they let themselves into one-way relationships, get pregnant, are unhappy, but nothing ever changes. I vacillated between 3 and 4 stars for this very political book, but ended up with three stars because of the very uncomfortable, dismal feeling I had when I finished it.
Super spannend und packend und berührend. Klug geschrieben und der Rhythmus der Erzählweise konnte mich nicht loslassen. Am liebsten würde ich meiner Mutter von dem Buch erzählen oder es ihr mitgeben - So mäßig, schau mal, da werden Geschichten erzählt, die mich an uns denken lassen. Weil da Frauen sind, die aus deiner Generation sind, die wie du zu viel wissen, um Eindeutige Antworten auf meine Fragen geben zu können. Und ihre Kinder, die mit ihnen auf engsten Raum in Hochhaussiedlungen wohnen, die aus den vielen Zufällen und mit ihr die Ernüchterung versuchen, einen Reim zu machen. - Wüsste dann nicht, ob der Text ihr dann nicht zu ernst oder intim oder einfach zu banal wäre.
Ein Werk, das die gemeinsame Geschichte der Länder Russland und Ukraine als Nebenschauplatz thematisiert. Zu Beginn bin ich in dieses Hörbuch hinein gekippt, gegen Ende wurde es etwas langatmig.
This is one of my favorite novels I've read in ages. Really touching, writing is gorgeous and such an interesting look at the time period. Very much Elena Ferrante vibes - I hope she writes more.
Tatjana und Lena sind in den 90ern aus der Ukraine nach Deutschland ausgewandert, um ihre Kindheit und Jugend im repressiven System der Sowjetunion hinter sich zu lassen. Ihre Töchter sind in Deutschland aufgewachsen - doch was bedeutet es, in eine Familie hineingeboren zu sein, die so viel von ihrer Geschichte und ihren Emotionen verschweigt? Die die gesamte Vergangenheit mitsamt all ihrer Ungerechtigkeiten und Greuel einfach nur vergessen will?
Sasha Marianna Salzmann nimmt uns mit auf eine Reise durch die UkrSSR, die Zeit der Perestroika, den Fall des Sowjetregimes und eine ukrainisch-deutsche Migrationsgeschichte der 90er Jahre. Von Mariupol und Krywyj Rih bis nach Jena folgen wir Frauen, denen die Politik ihrer Zeit nur wenig Freiheiten gelassen hat. Und lernen, was es heißt, eine zerstörerische Vergangenheit nie richtig aufarbeiten zu können.
Im letzten Jahr für den Deutschen Buchpreis nominiert ist "Im Menschen muss alles herrlich sein" jetzt aktueller denn je. Ich möchte sagen, dass die Geschichte gut und gerne doppelt so viele Buchseiten hätte in Anspruch nehmen dürfen. Wir bewegen uns durch viele Jahre und eine ereignisreiche Zeit, da bleibt bei nur 380 Seiten wenig Zeit für tiefe Emotionen. Die Charaktere sind für mich deshalb sehr abstrakt geblieben, aber vielleicht ist auch das nur ein Spiegel der fehlenden Emotionalität, die die Frauen das gesamte Buch über am eigenen Leib erfahren müssen.
Alles in allem ein wirklich guter Roman, 3 von 5 Sterne von mir und gerade jetzt eine dicke Leseempfehlung.
Dnfing this at 70%. I compulsively read the first 50 pages, which doesn’t happen that often nowadays for me, and I thought this would turn out an amazing book. I was wrong. It became pretty boring once the focus shifted to someone other than Lena. I was just not invested at all in these new characters, so I really couldn’t care less about them. They were not properly introduced at all, I couldn’t connect to them in anyway. Especially Edi, she was soooo annoying. I’m disappointed.