Die vielfach ausgezeichnete Auslandsreporterin Antonia Rados bereist seit über 40 Jahren Afghanistan. Sie war von der Zeit der sowjetischen Besatzung über den Bürgerkrieg zwischen Milizen und der ersten Herrschaft der Taliban bis zum "Krieg gegen den Terror" und dem westlichen Einsatz ab 2001. Auf dutzenden Reisen erkundete sie Hintergründe und Vorgänge, die im Westen oft verborgen bleiben, sprach mit Kriegsherren, Stammesführern und Präsidenten, übernachtete bei afghanischen Familien und erlebte Gastfreundschaft ebenso wie Angst vor Entführungen. Seit dem Sturm der Taliban und dem Rückzug des Westens fragen sich Wie konnte es dazu kommen? Rados Das Debakel begann viel früher. Ihr tiefer Einblick in das Land macht deutlich, warum Afghanistan zum Schlachtfeld der Weltpolitik wurde – und mehr mit uns zu tun hat als oft angenommen.
Einerseits lebhafte Einblicke in die zahlreichen Reisen und Reportagen der Autorin und andererseits immer mal wieder tiefergehende Analysen und Hintergründe zu den über die Jahrzehnte verteilten Augenblicken/Situationen. Allerdings fragt man sich schon, wie es sein kann, dass ein doch nicht ganz so kleiner Verlag und eine nicht ganz so unbekannte Autorin ein Buch mit so unfassbar vielen Rechtschreib-, Grammatik- oder Satzzeichenfehlern veröffentlichen können. Hat da vor dem Druck wirklich keiner mehr drüber gelesen??? Dafür einen Stern Abzug.
Super spannende, antiimperialistische Perspektive von einer deutschen Journalistin, die Afghanistan kennt wie kaum jemand in der deutschen Medienlandschaft. Das Buch leidet jedoch massiv unter der bescheidenen Verlagsarbeit. Nicht selten gibt es ganze Absätze, die einem das Gefühl geben, dass weder eine Lektorin noch eine Korrektorin diese Sätze gelesen haben.
Guter Aufbau: durch die verschiedene Einblicke aus 4 Jahrzehnten liest es sich chronologisch wie eine Zusammenfassung der wechselvollen Geschichte, ohne aber je den Anspruch zu erheben eine vollständige Historische Abhandlung zu liefern, oder sich in Details zu verlieren. Das Meiste isr sehr spannend beschrieben und man erfährt was JournalistInnen auf sich nehmen, wenn sie nah an den Menschen dran bleiben wollen. Antonia Rados vermeidet es den Zeigefinger zu erheben und die Welt in Gut und Böse zu teilen. So sehr ich das bewundere und für richtig halte, hätte ich mir manchmal etwas mehr „Urteil“ und Ursachenforschung gewünscht. So bleibt man trotz allem ein wenig ratlos. Allerdings scheint die Komplexität der Probleme und Konflikte über die Jahrzehnte schier unauflösbar.