1943: In den Wirren des Krieges wächst die Bäuerin Hanna über sich hinaus. Als ihr Bruder Franz eingezogen wird, führt sie den Hof allein weiter – unterstützt von dem französischen Kriegsgefangenen Robert. Trotz aller Widerstände verlieben sich die beiden ineinander. Alma wird schwanger und damit im Dorf noch mehr zur Außenseiterin. Als der Krieg vorbei ist, kehrt Robert nach Frankreich zurück. Alma führt ihren Hof auch allein durch die Nachkriegszeit – bis ihr Bruder heimkehrt und sie wieder in den Hintergrund drängt. Doch damit will sie sich nicht mehr abfinden ...
Die berührende Geschichte einer unangepassten Frau und ihrer verbotenen Liebe – basierend auf der Familiengeschichte des Autors.
Was unsere Omas und Opas während und nach dem Krieg erleben mussten, wissen wir. Die einen mehr, die anderen weniger. Mein Opa wurde leider erst durch eine voranschreitende Demenz offener dem Thema gegenüber – wurde doch so lange einfach darüber geschwiegen oder es damit abgetan, dass es so schlimm gar nicht war.
Heinrich Thies schafft es in diesem Buch deutlich zu machen, was die Menschen gefühlt haben. Welche Entscheidungen sie treffen mussten, wie machtlos sie waren und wie andere über einen Macht ausüben können. Aber er erzählt auch, wie Menschen in Zeiten von absolutem Horror doch auch menschlich sind und liebe erfahren (wollen).
Meine Großeltern leben leider nicht mehr, ich habe aber bei jeder Zeile an sie gedacht und würde mir so wünschen, noch einmal mit ihnen reden zu können.
Durch den autofiktionalen Charakter und die Recherchen recht interessant zu erfahren, wie der zweite Weltkrieg und dessen Auswirkungen in dem Heidedorf und in der Familie Wiese, insbesondere von Alma, erlebt wurden. Der Schreibstil ist oft etwas sachlicher/ beschreibender. Ich finde die Charaktere des Öfteren zu emotionslos und bei den Begegnungen am Ende fehlten mir ein paar kritischere Auseinandersetzungen und komplexere Gefühle der Charaktere.