Einfach schlecht
Im Buch, in dessen Story der Mond aus dem Sonnensystem verschwindet und dann alle Mondbewohner ohne Erde auf sich gestellt sind, lernt einer der Hauptcharaktere, Steve, Danijela kennen. Kaum 10 Seiten später haben sie das erste Mal Sex... Ungefähr 15 Seiten später schon wieder.
Steve ist 54, Danijela ca. 30 Jahre alt (später ist sie dann doch 40), trotzdem findet sie den alten NASA Astronauten total unwiderstehlich.
Es kommt zu noch mehr absurden Situationen wie diesen:
Der Mond ist allein und Lichtjahre entfernt von der Erde und alle Menschen ohne Aussicht auf Rettung auf sich gestellt, ohne Nachschub. Was machen die Protagonisten also im Angesicht der Gefahr und der begrenzten Nahrungsmittel? Genau, erstmal Rührei mit Speck essen! Am nächsten Tag dann ein russisches Weihnachtsbuffett, klar, was auch sonst.
Dann sind Steve und Danijela in Gefahr in einem Mondrover, pinkeln sich dabei fast ein vor Angst und haben anschließend natürlich erstmal Sex.
Dann wird ca. 2 Seiten lang zwischendurch Russisch geredet, fast ohne Übersetzungen. Authentizität ist ja schön und das der Autor Russisch mag und anscheinend kann auch, aber ich finde das übertrieben und nervig. Alle anderen im Buch reden nämlich, der eigenen Logik des Romans folgend (und so wird es auch einmal beschrieben) Englisch. Dennoch ist der Roman nicht auf Englisch geschrieben sondern natürlich auf Deutsch. Also wieso dann plötzlich Russisch?
Dann Logikfehler größer als Mondkrater. Die Geschichte spielt 2099, Steve ist 54, hat aber in seiner Ausbildung damals noch Russisch gelernt, wegen der Zusammenarbeit auf der ISS. Diese dürfte aber, ca. 30 Jahre eher, in den 2070er Jahren, seit mehreren Jahrzehnten verlassen und/oder zerstört sein aufgrund des Alters!
Dann spricht Danijela davon, dass sie in den 2040er Jahren irgendwas erlebt hat...die gute Frau ist 40, also 2060 geboren....was und wie will sie da erlebt haben, 20 Jahre vor ihrer Geburt?!
Es werden regelmäßig Strecken von 300, 500 oder 800 km zurückgelegt. Auf Straßen auf dem Mond. Mit einem Rover der, wenn es hochkommt, 30-50 km/h schafft, also wie lange soll so eine Fahrt bei dieser Geschwindigkeit dauern? Anschließend nochmal solange der Rückweg.
Das Ende kommt auch viel zu abrupt und wird auf wenigen Seiten abgehakt.
Ich hatte schonmal ein Buch von Brandon Q. Morris gelesen. Das war damals ebenfalls so schlecht geschrieben und die Protagonisten hatten auch ständig Sex und in den unpassendensten Momenten.
Ich las dieses Buch eigentlich nur weil es ein "Spiegelroman" ist zu Timo Leibigs Buch und im Internet empfohlen wurde dieses zuerst zu lesen damit alles viel mehr Sinn ergibt.
So quälte ich mich also durch und es bleibt festzuhalten, dass der Autor einfach nicht schreiben kann, aufgrund von Logiklöchern, seltsamen Formulierungen und Lüsteleien, um danach Herrn Leibigs Buch zu lesen, dass hoffentlich wesentlich besser sein wird.