»Ein vollendet ausgeführtes Romangemälde.« Literarische Welt
Wie jedes Jahr verbringt die Familie Dalandt den Sommer in der Provence. Die Hitze macht träge, in der Zypresse zirpen Zikaden, und jeden Morgen läuft die Hausherrin im Nachthemd durch den Garten zum Pförtnerhaus, wo der Verwalter sie erwartet. Ihr Mann ist durch eine eigene verhängnisvolle Beziehung abgelenkt. Da entzündet sich ein Ehestreit an ›Taube und Wildente‹, einem Stillleben aus dem 19. Jahrhundert. Was hat es mit dem zinnoberroten Punkt in seinem Zentrum auf sich, macht der es nicht zu einem modernen Meisterwerk? Aber die Frau will es verkaufen, die Spannung zwischen beiden wächst. Martin Mosebach, der menschliche Schwächen schildert wie kein zweiter, malt mit Wörtern. Ein flammender Roman über Kunst, Liebe und Verrat.
Über den Abgrund in einer Ehe und einen Fehltritt mit Folgen, über Schönheit, Verdammnis und Verlust – virtuos und fesselnd erzählt von einem der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller der Gegenwart.
»Ein unerhörtes Stück Literatur über Liebe, Kunst und Verrat samt glorioser Pointe.« Tobias Haberl, Süddeutsche Zeitung
»Provence, ein altes Landhaus, das uralte Drama des Menschlichen, ein stilistischer Lesegenuss von hohem Rang.« Iris Radisch. Die Zeit
Martin Mosebach has published novels, stories, and collections of poems, written scripts for several films, opera libretti, theatre and radio plays.
The German Academy for Language and Literature praised him for "combining stylistic splendour with original storytelling that demonstrates a humorous awareness of history."
Among his works translated into English is The Heresy of Formlessness, a collection of essays on the liturgy and its recent reform told from the perspective of a literary writer. It has been published in the United States by Ignatius Press.
The book argues for a return to the Tridentine Rite of the Mass, the form of the Roman Rite before the Second Vatican Council, the use of which, in accordance with the Roman Missal of 1962, is authorized, under certain conditions, by the 2007 motu proprio Summorum Pontificum.
Other works include The Turkish Woman, "The Tremor," "The Long Night" and "Prince of Mist," in which the author examines the motives behind man's eternal search for a meaning.
Abbruch bei 42% und eine Bewertung, was ich an sich erst nach 50% gestatte. 1 Stern extra bekommt Mosebach, wie auch in Die Richtige für seine Sprache. Das klingt nach einem Paradox: ich mag es sehr wie er schreibt. Ich lese seine Sätze gerne. Jedoch gestaltet Mosebach eine in sich geschlossene Welt, eine Hölle zu Lebzeiten, die das Zu-Spät manifestiert. Ich sitze in meinem tannengrünen Samtsessel, sehe nach draußen in das strahlende blau durch die Fensterfront, höre die Hühner von nebenan, die Vögel im gegenüberliegenden Baum, sehe das satte Grün des Baumes auf der Kuhweide - denke, du musst heute Rasen mähen - freue mich, dass ich sportlich endlich wieder im Flow bin - möchte raus, leben, gestalten und spüre seit Tagen eine rastlose Unruhe und frage mich: was willst du mit diesen Texten? Die Richtige, Taube und Wildente, Die Wildente ! Alles Texte die sich in ihrem selbst gewählten Gefängnis bespiegeln. Mit oder ohne Ideale, spielt keine Rolle, da sie alle Prozess nicht kennen, ihnen Dynamik fremd ist, sie keine Freiheit der eigenen Handlung kennen. Abstraktes, symbolisches Erstarren, in einer Welt angesiedelt, die mit mir nichts zu tun hat, die mit meinem Denken nichts zu tun hat und mich nicht möchte, mich ablehnt. Wann wird Literatur produktiv? Bestimmt nicht, in einem ästhetisch formalen Bildungsdünkel, der seine Passivität als Glocke über die Welt stülpt. Jetzt möge man einwenden: wieso, dann sagst du nein, lernst daraus und machst es anders. Damit wird die Literatur produktiv. Und ich antworte: Nein, damit werde ich produktiv, aber nicht der Text, da ich ich mich gegen ihn wehre ihn ablehne und mich damit sogar beginne von der Literatur zu verabschieden. Und genau das ist jetzt geschehen. Diese 3 genannten Texte sind mein Feind - meine ganz persönliche Bedrohung . Kein Zu-Spät, ich fordere immer und überall das Noch-Nicht. Ich bin nicht daran interessiert mir selbstgenügsam literaturanalytisch oder symbolisch den Arsch wegzuquatschen, mich in nichtsnutziger geschwätziger Pose zu verlieren, ja um was? Mich in diesen literarischen Käfig sperren zu lassen, mich über Kunstgewäsch vollsülzen zu lassen, über Klaviertriller und der Garten nebenan verrottet? Ich behalte meine Realsymbole. Ich behalte meine unzeitgemäße Naivität und meine Interesselosigkeit an der Marktlogik und ihren identifikatorischen Ersatzgöttern.
Das hier, ist verschwendete Lebenszeit. Danke Mosebach für diese Erkenntnis!
Kurzmeinung: Die feine Gesellschaft mal wieder ... Kunst und Macht Schauplatz des Romans ist ein großzügiges Sommerhaus in Südfrankreich, La Chaumière genannt. Es ist eher ein kleines Gut als nur ein Sommerhaus, denn obwohl schlicht gehalten, ist es von der dazugehörenden weitläufigen Maccia umgeben. Nach dem Versterben des Eigentümers Cornelius de Kesel ist der ganze Besitz, Land, Gut, Geld, plus wertvolle Kunstsammlung an seine beiden Töchter gegangen. Das heißt, de Kesel kannte seine Pappenheimer und hat alles in eine Stiftung gegossen, seine Nachkommen sind Nutznießer, die Töchter bekommen jährlich eine großzügige Summe ausbezahlt, sind aber nicht Eigentümer und haben keinerlei Verfügungsgewalt. Ein Teil der Kunstschätze ist im Museum, ein Teil, genau festgelegt welcher, im Landhaus. Aber nur Marjorie kommt im Sommer hierher mit ihrer Entourage. Anhand eines unscheinbaren Stilllebens, eines Jagdgemäldes namens „Taube und Wildente“, das im Haus geblieben ist, entfaltet sich die spärliche, dialoglastige Handlung.
Wer hat die Deutungshoheit über die Kunstsammlung, die de Kesel angelegt hat, seine hochnäsige versnobte Tochter oder ihr feingeistiger Ehemann Ruprecht Dalandt? Und wer hat die Hosen an, derjenige, der das Geld (geerbt) hat oder der, der etwas darstellt in der Welt? Und was darf man sich erlauben, was hält man besser unter dem Deckel? Dass die feine Gesellschaft Leichen im Keller hat, das weiß das Personal, das sich kein x für ein u vormachen läßt. Aber vor allen anderen wahrt man den Schein. Nichts schlimmer als Gesichtsverlust.
Während sich Ruprecht Dahlandt, Gemahl von Marjorie de Kesel und Verleger eines hart an der Pleite vorbeischrammenden Kunstverlags, tief in das besagte Stillleben verliebt, kommen allmählich die Untiefen der illustren Gesellschaft, die sich im Sommerhaus versammelt hat, zum Vorschein.
Der Kommentar: Es ist sowohl auf den ersten wie auf den zweiten Blick schwierig, zu sagen, was für einen Roman Martin Mosebach mit "Taube und Wildente" geschrieben hat, was unter anderem auch am unergründlichen Ende des Romans liegt. Läuterung, zurück auf Null? Neuanfang? Was ist die Grundausage des Romans? Phönix aus der Asche.
Ist „Taube und Wildente“ eine Hommage an die Kunstszene? Oder gar das krasse Gegenteil, denn obwohl es um Kunst geht, um Kunstliebhaber und Mäzene, geht es hintergründig um reinen Snobismus und um Fassaden, für deren Aufrechterhaltung man manchen Frosch hinunter würgt. Und letztlich spielt man das urälteste Spiel der Welt, es geht um Macht, wer dominiert wen? Hier darf die Leserschaft selber urteilen.
Hat Mosebach seine Figuren gut charakterisiert? Wie werden Männer und Frauen dargestellt? Frauen sind herrisch, kalt und auf ihren Vorteil bedacht, auch sexuell, und Männer unterwürfig und sklavisch, aber innerlich immer auf der Flucht. „Liebe ist nur ein Wort“.
Mosebachs Figuren sind Skizzen, mehr nicht. Und trotzdem geht man seinem Roman auf den Leim. Er fängt mich ein. Mit seinem französischen Flair und der Hitze der Sommernächte, der Dekadenz seiner Bewohner. Mit dem Familienmotto „Was man nicht ausspricht, existiert auch nicht“, fahren sie erstaunlich gut. Nur Paula, die Tochter Marjories aus erster Ehe versucht einen halbherzigen Ausbruch. Doch Geld klebt. Man kommt nicht los davon.
Was nicht gefällt an „Taube und Wildente“, sind die ellenlange Dialoge, die eigentlich Monologe sind und als Informationsträger dienen für die Leserschaft. Das ist plump und verfängt nicht, zudem sind diese Dialoge merkwürdig hölzern, doch zum Glück hat Mosebach den übergeordneten Erzähler zusätzlich mit im Boot, der auflockert und rettet. Aber es sind, neben der Atmosphäre, die Leute, die mich faszinieren. Trotz ihrer Silhouettenhaftigkeit. Hier wird nichts auserzählt -
und trotzdem ergeben auch die wenigen Akteure eine Art Stillleben und einen Sinn. So ist das (also): das Stillleben. Man muss aufmerksam schauen. Und immer wieder bleibt der Roman stehen wie sein Vorbild, das Jagdbild. Gesten wiederholen sich bis ins Unendliche. Stille oder Stillstand? So ein Stillleben hat doch etwas Beruhigendes. Selbst wenn es "tot" ist wie die Ente und die Taube. Etwas Ewiges.
Ein Kunstroman. Bedarf der persönlichen Interpretation. Ich verfiel der Sprache, der Hitze, der Dekadenz und Ruperts Überhöhung des Gemäldes. Das Ende, zu unspektakulär. Aber das ist der ganze Roman, unspektakulär. Ein Stillleben itself. Kann man mögen. Muss man nicht. Ich mochte, aber ich kann jeden verstehen, der anders denkt. Am Ende habe ich sogar die belehrenden Dialoge verziehen.
Mein erster Mosebach. Und sofort frage ich mich, warum er von so vielen kritisch bis spöttisch beäugt wird. Hier ist noch ein echter Stilist am Werk, der jedoch nie in Manierismen verfällt.
Farblos kommen die Personen daher, dabei ist die Sprache des Romans alles andere als grau, schwarz oder weiss: Poetisch und elegant schreibt Martin Mosebach über das Familientreffen in La Chaumière, in der französischen Provence, auf dem traumhaften Anwesen, das einst Cornelius de Kesel gehörte. De Kesel, bereits verstorben, übergab sein Hab und Gut wohlweislich nicht seinen zwei Töchtern, sondern gründete vor seinem Tode eine Stiftung. Diese wird verwaltet, denn das Vermögen umfasst auch eine grosse Kunstsammlung. Um diese Kunstsammlung geht es schlussendlich. Poetische Dialoge und Monologe füllen das Buch, das einzige was bleibt, sind bunte Beschreibungen der Bilder, der Rest bleibt grau.
Ein Kunstroman - eine Hommage an die Kunst, allerdings eine Verwirrung in meinem Kopf. Eine Handlung im klassischen Stil konnte ich nicht erkennen, eher eine Bildbetrachtung von Otto Scholderers „Tote Feldtaube und Wildente“ in Öl auf Leinwand, durchgeführt von einer illustren Gesellschaft.
2/ 5 für eine wunderbare Sprache. Leider war es nicht meins.
Ein Sommerhaus in der Provence: Marjorie und Ruprecht Dalandt verbringen mit Gästen einige Tage in ihrer französischen Residenz. Spannung herrscht in der Gesellschaft: Marjorie, hochnäsig und der Inbegriff eines Snobs, pflegt im Pförtnerhaus ihre außerehelichen Beziehungen und Ruprecht beobachtet währenddessen die Kluft die sich zwischen seiner Stieftochter Paula und ihrem Partner Max auftut. Als Ruprecht dann auch noch ein altes, bis dato unwichtiges Stillleben für sich entdeckt und es seiner Frau abkaufen will, scheint ein unaufhaltsamer Bruch in die Familie zu kommen.
Kommen wir direkt zur Sache: Meine Erwartungen hat dieser Roman leider nicht erfüllt und für mich war es definitiv nichts. Mosebachs Sprache ist sehr poetisch und schön, doch die Geschichte kommt einfach nicht in Fahrt. Ruprechts tiefgehend philosophischen Monologe waren mir gerade zu Beginn zu langatmig, weshalb ich auch kurz davor war, das Buch abzubrechen. Die Protagonisten sind allesamt gewöhnungsbedürftig, wirken kalt, unnahbar und egoistisch (Ruprecht war mir da noch der Liebste). Nach 100 Seiten geschieht dann endlich mal was, nur um dann wieder ohne Faden vor sich hinzuplätschern. Die Kunst oder vielmehr das Liebhaben der Kunst spielt hier eine wichtige Rolle und spiegelt sich hier in vielen Facetten wieder. Leider waren mir persönlich Mosebachs Worte an einigen Stellen zudem viel zu hochgestochen, was einzeln gebildet klingt, war mir in der Gesamtheit dann zu protzig, einfach too much. Wer benutzt Wörter wie "Idolatrie" ? Wer sich ganz auf das Sprachliche einlassen und für sich an erster Stelle platzieren kann, gerne philosophiert und viel Interpretiert, dem-/derjenigen wird das Buch sicherlich gut gefallen. Für mich war es wie gesagt nichts, auch wenn mir der Schluss dann doch noch ganz gut gefallen hat.
Ein lesenswerter Roman über Kunst, Licht, Liebe und Literatur, der besonders durch seine Atmosphäre besticht. Mosebach deutet vieles nur an. Man muss sich bemühen, die Hinweis aufzunehmen und auszufüllen, sonst bleibt vieles, bleiben auch die Figuren im Ungefähren. Aber das kann eine besondere Kraft entfalten. Inhaltlich haben mich die eingestreuten Reflexionen der Hauptfigur interessiert, auch die Bildbetrachtungen sind gelungen. Problematisch ist allerdings, dass der im Roman geschilderte Missbrauch banalisiert wird. Im Roman schläft die Hauptfigur mit Mitte 50 mit seiner 16 (17?) jährigen Stieftochter, die daraufhin ein Kind bekommt. Es mag das Thema des Romans sein, dass eine solche Untat in gewisser Weise zu keinen großen Schwierigkeiten wie Schuld, Reue oder abgebrochenen Beziehungen führt. Es ist wie es ist. Alles geht so weiter; außer ein paar obsessiven und quälenden Erinnerungen des Stiefvaters (die bei der Neuaufnahme der Beziehung verschwinden) nimmt das Leben seinen Lauf. Die Erotik der (unmoralischen und missbräuchlichen!) Begegnung wird kunstvoll angedeutet - und wirkt umso besser und hält sich im Roman präsent. Das gelingende Leben, durchaus Thema das Romans im Falle der Hauptpersonen und der Beziehungen, ist nicht das Ergebnis von Reflexion, Handlung und moralischer Abwägung, sondern ergibt sich. Was passiert, passiert und Probleme lösen sich so schnell und unwahrscheinlich, wie sie gekommen sind. Romane müssen das, was sie erzählen, nicht explizit kritisieren. Aber es gibt zu wenig Hinweise auf die Kritikwürdigkeit der Untat. Am Ende ist irgendwie alles OK, Verwundungen sind nicht festzustellen, Schuld sowieso nicht. Meines Erachtens hätte der Roman kritische Potentiale auf diese Altmännerphantasie mitliefern oder andeutete können oder müssen. Wenn er das hat, habe ich das übersehen.
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Ein Sommerhaus in der Provence. Marjorie hat es von ihrem Vater geerbt, die Familie ist vor Generationen mit Kautschuk reich geworden. Ihr Mann Ruprecht hat zu Hause in Deutschland einen kleinen, aber feinen Verlag aufgebaut. Die heißen Tage verlaufen streng nach der Liturgie, die der alte Patriarch einst etabliert hat, man hält Hof, die Lektorin und der kaufmännische Leiter des Verlags kommen zu Besuch, ebenso Marjories Tochter aus erster Ehe, Paula, mit ihrem Freund Max und der kleinen Tochter Nike. Marjorie schläft ziemlich ungeniert mit dem Verwalter; zur fälligen Dachreparatur soll eines der vielen Gemälde aus der Familiensammlung veräußert werden, ein Stilleben aus dem späten 19. Jahrhundert, unzeitgemäß akademisch gemalt. Es entbrennt Streit, Ruprecht will das Bild behalten und kauft es schließlich seiner Frau ab und geht mit Bild und Paula zurück ins herbstliche Deutschland. Wir erfahren, dass Ruprecht schon länger eine Beziehung mit seiner Stieftochter hat und auch der Vater von Nike ist. Er verkauft seinen Verlag, bleibt aber Geschäftsführer. Extra für das Kind wird - entgegen der Patriarchenregel - ein Christbaum besorgt. Just als auch Marjorie zu Dreikönig aus Frankreich zurückkehrt, das Provence-Haus ist von heftigem Regen unbewohnbar geworden, brennt der Baum und mit ihm die Wohnung samt dem umkämpften Stilleben ab. Paula kehrt zu ihrem Freund zurück; Marjorie und Ruprecht aber können ohne die Last des Materiellen einen Neuanfang versuchen.
Das Ende war mir ein wenig zu fabel-haft, aber in der Schilderung von Ort und Milieu ist Martin Mosebach schon sehr treffsicher, auch wenn er sich diesmal aus dem vertrauten Frankfurt fortwagt. Diese großbürgerliche Selbstverständlichkeit, mit der Marjorie davon ausgeht, dass sich die Welt nur um sie drehen kann, das ist gut beobachtet und fein beschrieben. Natürlich hängt alles voller Symbole in diesem Buch, das titelgebende Bild voran, das es wohl tatsächlich gibt (ich kannte noch nicht mal den Maler), dessen Bedeutung Mosebach wohl auch für seine Prosa in Anspruch nimmt: handwerklich perfektioniert, in seiner konventionellen Korrektheit schon fast aus einer Zeit gefallen, die nach Avantgarde und Abstraktion schreit. Ein kleines Format, in einem passenden Rahmen, sehr schön zu betrachten - und warum meinen denn alle, dass es immer Cézanne oder Picasso sein muss? Ich jedenfalls hab das Büchlein mit beträchtlichem Vergnügen genossen.
Ein Großteil meiner Kritik ist sicherlich, dass es einfach nicht meine Art von Buch ist. Ich fand es stellenweise sehr zäh und unsagbar langweilig. Nicht an sich schwierig zu lesen, einfach sehr uninteressant. Ich sehe durchaus, dass Mosenbach gewisse Kritik an gute-bürgerlichen Schichten üben möchte, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob diese Kritik wirklich gelungen ist. Sie ist mir teilweise zu schwach und zu zögerlich, sie scheint einige Dinge fast schon zu verharmlosen. Für mich wäre außerdem ein anderer Schreibstil vorteilhafter für das Sujet gewesen, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Ein anderes Problem ist meiner Meinung nach auch die Beziehung von Paula und Ruprecht. Dieses Thema ist erstens schon sehr verbraucht, insbesondere als Zeichen das Sittenverfalls, und zweitens möchte ich nicht schon wieder von der sexuellen Beziehung eines alten Mannes zu einer jungen Frau lesen. Natürlich soll es Kritik sein, aber das hätte man durchaus besser formulieren können. Insbesondere ist die (damals 17-jährige, nun 23(?) Jahre alte) Paula frühreif und weiß genau was sie will. Ich denke wir sollten weiter in unserer Gesellschaft sein, als dass wir so etwas noch in unserer Literatur brauchen und wollen. Selbst das Ende, das eigentlich einen Klimax darstellen sollte, wirkt auf mich eher zahm und uninteressant. Inhaltlich ist das Buch eher leer, wenn man den Schreibstil mag so ist das wahrscheinlich der einzige Grund es zu lesen. Gegenwartskritik, auch ruhige und introvertierte, gibt es weitaus bessere.
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Immer wieder bin ich über die umständliche, hochgestochene Sprache gestolpert, was dazu führte, dass ich mich nicht auf den Inhalt konzentrieren konnte. Die Handlung liest sich aus Dialogen heraus, was ich als mühsam und zäh empfand. Die Charaktere wurden nur spärlich beschrieben und wirkten allesamt problembehaftet und unsympathisch.
Mich hat das lesen angestrengt. Das Buch hat mich nicht gefesselt, war ganz im Gegenteil völlig uninteressant.
Eine Ehe zwischen einem Verlagsleiter und seiner Frau plätschert so dahin. Im Sommeraufenthalt auf einem größeren Anwesen kommen kommen noch ein Paar aus dem Verlagswesen, sowie die Tochter mit Kind und Freund zusammen. Ein Streit entzündet sich an dem Bild "Taube und Wildente“, das der Verlagsleiter besitzen will.