Ein verschreckter kleiner Kater auf hoher See? Ob das gutgeht? Doch Pantoufle hat keine Wahl, ist er doch seiner Menschenfreundin Janed auf immer treu, seit sie ihn einst aus dem Schnabel einer Möwe gerettet hat. Und Janed will in der neuen Welt ein neues Leben beginnen. An Bord des Dampfschiffs, das auf New York zusteuert, sucht Pantoufle Zerstreuung – und deckt einen Sabotageakt auf, der den Lebenstraum eines ganz besonderen Menschen zu zerschlagen droht …
Ein historischer Katzenroman, der sich perfekt als Urlaubslektüre eignet. Im allerbesten Sinne plätschert der Roman seicht und vorhersehbar vor sich hin und erzeugt im Leser wohliges Vernügen. Pantoufle, der kleine bretonische Schisserkater auf großer Reise mit seinem geliebten Frauchen Janed. Sie will nach Amerika auswandern, um nach zahlreichen Verlusten ein neues Leben anzufangen. Trifft dann aber den ebenfalls bretonischen Ersten Offizier Ron Cado, während ihr Töffelchen mit der schönen Siamesin Lili Bekanntschaft macht. Auf dem Schiff treffen wir auch auf den ehemaligen Zirkusclown Pippin und seine etwas größere Katze, die Löwin Maha Rishmi, den Tenor Enrico Granvoce sowie die irre Besitzerin von Lili, Adéle. Diese ist mir selbst für einen Fiesling zu überzeichnet und es gab mir zuviel Gewalt gegen Katzen in diesem Buch. Da gab es Tritte, Katzen wurden gegen die Wand oder gleich über Bord geschleudert, was nicht einfach zu lesen war. Am Ende wird aber erwartungsgemäß alles gut und es bleibt der Eindruck eines liebenswerten Katzenromans für Katzenliebhaber.
„Ist die Adele rollig?“ „Ich glaube ja. Bei Menschen weiß man das nicht so genau. Denen kann das ja jeden Tag passieren. Sie hat sich zwar noch nicht auf dem Boden gewälzt. Aber sie glubscht den Mannkatern nach.“
Wer sich bei diesem kurzen Dialog wundert oder auch bei Sätzen wie „Der Kapitän sah aus, als ob er gleich ein Haarknäuel hochwürgen würde“ sollte wissen, dass „Pantoufle – Ein Kater zur See“ von Andrea Schacht aus sich den kleinen Schisserkaters Pantoufle erzählt wird, der zusammen mit seiner Menschenfreundin Janed die bretonische Heimat Richtung New York verlassen hat und auf einem Frachtdampfer ein großes Abenteuer erlebt. Das Buch ist sicherlich hauptsächlich was für Katzenfreunde und auch unter denen wird es genügend Leser*innen geben, die mit der Geschichte nichts anfangen können. Mich jedoch kann Andrea Schacht immer wieder mit ihren Bücher einfangen und aus (drohenden) Leseflauten rausholen – egal ob es nun ein historischer Krimi, ein historischer Roman oder eben eine ihrer unvergleichbaren Katzengeschichten ist.
Tja und diese Geschichte hier war das richtige Buch zur richtigen Zeit (neben einem bewegenden und schweren Tatsachenbericht, den ich paralell gelesen habe) und es macht genau das, was ich mir von ihm erwartet habe: es unterhält, lenkt ab, lässt mich kicherich über die Samtpfoten schmunzeln. Und es ist wunderbar kätzisch, denn Andrea Schacht als große Katzenfreundin weiß wovon sie schreibt, hatte sie doch in ihrem zu kurzen Leben selbst genügend Samtpfoten, die sie genau beobachtet und denen sie in ihren Büchern ein Denkmal gesetzt hat.
Das Buch ist auch nicht ohne Tiefgang und wie ich das von Andrea Schachts Büchern gewohnt bin mit liebenswerten Charakteren bevölkert. Gut, es gibt natürlich auch die weniger sympathischen Zeitgenossen und es mag sein, dass sie da ein wenig zu sehr schwarz-weiß gemalt hat und die Geschichte vielleicht auch etwas vorhersehbar ist, aber hach! Für mich ist das einfach ein ganz wunderbares Wohlfühlbuch – auch wenn ich das ein oder andere Tränchen verdrücken musste, als sie die „goldenen Steppen“ (ein Andrea Schacht-Insider) erwähnt und ich doch ganz genau weiß, wer da jetzt ist und nach wem ich große Sehnsucht habe.
Mir fällt es ein wenig schwer, dass Buch als Highlight zu bewerten, vor allem weil ich kurz vorher ein Buch gelesen habe, das deutlich tiefer geht und schwerer und auch ein Highlight gewesen ist. Aber wenn es um Wohlfühlbücher und/ oder Katzenbücher geht, da macht Andrea Schacht niemand etwas vor und somit ist auch „Pantoufle – Ein Kater zur See“ ein Highlight. Es ist so traurig, dass diese wunderbare Autorin so früh sterben musste, denn bald kann ich ihre Werke nur noch re-readen und nichts neues mehr von ihr entdecken.