Ende der fünfziger Jahre wird der 16-jährige Luca nach Deutschland geschickt, um als Saisonkraft in einer Paderborner Eisdiele seine achtköpfige Familie in Norditalien zu unterstützen. Unter dem wachen Auge der Signora Colombo lernt Luca schnell die Strapazen einer Sieben-Tage-Arbeitswoche kennen und ist froh, dass er an den vielen Regentagen in jenem Sommer freibekommt. An einem solchen verregneten Nachmittag begegnet Luca dem gleichaltrigen Gymnasiasten Hans, der unter den weiblichen Tresenkräften nur als der „bel biondo“ bekannt ist. Über alle Sprachbarrieren hinweg und mithilfe eines italienisch-deutschen Wörterbuchs lernen sich die beiden jungen Männer näher kennen und gemeinsam finden sie Worte für das, was sie als Teenager noch nicht benennen können. Ein verregneter Sommer beschreibt atmosphärisch dicht die Welt der sogenannten Gastarbeiter:innen, die das Nachkriegsdeutschland entscheidend mitgeprägt haben, und lässt uns diese Zeit aus einer ganz eigenen Sicht erleben.
storyline: *** main characters: ***** side characters: **** world building: *** editing: ***** Eine Coming of Age- / Liebesgeschichte, angesiedelt in den späten 50ern. Mit viel Lokalkolorit und einfühlsam erzählt.
Leider hat mich dieses Buch so gar nicht überzeugt, da hat es auch nicht geholfen, dass die Geschichte in meiner Heimatstadt spielt. Es handelt sich um eine Coming-out-Geschichte Ende der 50erJahre und dafür sind mir die Reaktionen der Menschen um den jungen Luca herum zu unrealistisch. Das Objekt seiner Begierde, Hans bleibt einfach blass und konturlos obwohl er derjenige ist, der aufgrund seiner sexuellen Orientierung Gewalt erfährt. Der Schreibstil des Autors ist durchsetzt mit Wiederholungen und teilweise mühsam zusammengesetzten Sätzen.
Nettes Buch; etwas zu wenig Tiefe und Detail in der Beschreibung der Beziehungen - etwas zu viel Beschreibung von allem anderen aber das ist wohl persönliche Präferenz. Rundum eine schöne coming of age Geschichte.