Ruhrort, 1854: Ein neues Zeitalter ist angebrochen.
Lina Kaufmeister, Tochter eines angesehenen Spediteurs und Reeders, blüht in den Jahren des Umbruchs auf. Sie ist eine begnadete Schneiderin und träumt davon, sich selbständig zu machen. Ihr Bruder Georg, nach dem Tod des Vaters Linas Vormund, setzt alles daran, dies zu vereiteln. Der Abend, an dem Lina auf die grausam zugerichteten Leichen zweier Mädchen stößt, verändert ihr Leben. Der Anblick lässt sie nicht mehr los: Beiden wurden die Herzen, dem älteren sogar ein Kind aus dem Leib geschnitten. Ein Werk des Teufels? Zusammen mit dem neuen Commissar Robert Borghoff, dessen ungewöhnliche Ermittlungsmethoden mit Misstrauen betrachtet werden, kommt Lina einer Verschwörung auf die Spur. Die Schuldigen sind schwer zu fassen. Und als der Blutmond die Stadt in sein rotes Licht taucht, ist keiner mehr sicher...
Silvia Kaffke studierte Publizistik und Germanistik in Bochum. Sie arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim filmforum in Duisburg, als Texterin, Lektorin und als Sekretärin. Des Weiteren war sie PR-Managerin tätig und organisierte in diesem Zusammenhang auch Kriminächte.
Im Jahr 2000 debütierte Silvia Kaffke mit ihrem Kriminalroman Messerscharf, in dessen Mittelpunkt die BKA-Profilerin Barbara Pross steht. Mit Herzensgut (2002), Totenstill (2005) und Blutleer (2006) folgten weitere Kriminalromane mit der Protagonistin Barbara Pross.
2008 wurde der historische Roman Das rote Licht des Mondes veröffentlicht, mit dem Kaffke den Leser in die Mitte des 19. Jahrhunderts versetzt. 2010 erschien die Fortsetzung Das dunkle Netz der Lügen. Beide Romane spielen in Ruhrort, wo die Autorin auch lebt.
Das Buch hat mich echt positiv überrascht! Man sollte wissen, dass es sich hier um einen historischen Kriminalroman handelt; nicht um einen historischen Krimi. Denn neben den mysteriösen Morden, die das Leben der Protagonisten gehörig durcheinander bringen, gibt es auch viel Nebenhandlung über die damalige Zeit. Im Fokus steht hier Lina Kaufmeister. Die Tochter eines angesehenen Spediteurs, die jedoch durch ein altes Leiden (eine steife Hüfte), keine Aussicht auf eine Heirat hatte und somit noch immer im Haus des Vaters lebt. Dieser ist jedoch schwer krank und so untersteht sie mehr oder weniger ihrem cholerischen Bruder, der sie gerne als Haushälterin bei sich behält. Seine eigene Frau ist in dieser Hinsicht eher faul und sieht sich vor allem in der Rolle, ihrem Mann Kinder zu schenken.
Der Traum von Lina ist allerdings, auf eigenen Beinen zu stehen. Ein eigenes, bescheidenes Heim zu finden und sich mit ihrer kleinen Rente und dem Erbe über Wasser zu halten. Als sie diesen Schritt tatsächlich wagt kommt es zu einem bösen Bruch mit ihrem Bruder.
Bei Clara Dahlmann, einer Witwe, die ein Geschäft mit Stoffen betreibt, findet Lina Unterschlupf und lernt dort auch den Kommissar von Ruhrort kennen. Die Ermittlungen zu den Morden bringen die beiden näher - aber auch in Gefahr.
Ich fand den Stil sehr bildhaft und anschaulich und hab mich direkt in die Zeit zurückversetzt gefühlt! Die Beschreibungen, wie Linas Leben verläuft und welche Schwierigkeiten es bedeutet hat, als Frau den Lebensunterhalt mit Arbeit zu verdienen, war wirklich erschreckend. Als Witwe war man dazu berechtigt - aber unverheiratet, und als "alte Jungfer" war man den Eltern bzw. dem Bruder verpflichtet, der die volle Verfügungsgewalt hatte. Über Wohnsitz, Geld und sonstiges. Stellte man sich dagegen war man gesellschaftlich ein Niemand und wurde gemieden. Wenn man bedenkt, dass das erst 150 Jahre her ist.. Auch war es interessant Linas Arbeit zu begleiten. Sie kann sehr gut schneidern und die vielen Details über diesen Beruf und wie sie sich damit nach und nach eine gute Einkommensquelle schafft war spannend zu verfolgen.
Noch spannender war natürlich die Mordserie, die keinem wirklichen Muster zu folgen schien und die zwar grausig war, aber doch kein wirkliches Interesse der Oberen hervorgerufen hat. Interessant immer zu sehen dass es vor allem wichtig war, irgendjemanden als Täter zu haben, um die Allgemeinheit zu beruhigen. Egal ob was dagegen sprach oder nicht. Kommissar Borghoff, der leitende Ermittler, ist mir jedenfalls auch sehr ans Herz gewachsen. Er kann gut durchgreifen, ist nicht auf den Kopf gefallen und hat das Herz auf dem rechten Fleck.
Eine Entwicklung der Geschichte hat mich im ersten Moment etwas enttäuscht. Einfach weil sie früher sehr oft in solchen Geschichten vorkam und ich mit einer anderen Aufklärung gerechnet hatte. Wie es sich dann aber weiter herauskristallisiert hat, welche Kreise es zog und wie auch eine bestimme Krankheit hier dargestellt wurde, war dann doch sehr faszinierend. Es hat die Geschichte rund gemacht und die Spannung auch immer weiter angeschürt. Insgesamt ein wirklich sehr gut recherchiertes und spannendes Buch, dass ich Fans des Genres auf jeden Fall empfehlen kann!
Stark vorgelesen hat es mir sehr viel Freude bereitet Lina nochmals zu begegnen. Einiges hatte ich vergessen - den fiesen Bruder z.B. - gekonnt verstärkte die Sprecherin meine Emotionen.
Das Hörbuch ist richtig gut gelungen. Die Geschichte sollte jede(r) selbst erleben
Reihe: Lina Kaufmeister #1 Grundidee: Im Ruhrgebiet der 1850er Jahre lebt die Anfang Dreißigjährige Lina Kaufmeister. Der Roman erzählt, wie sie sich von ihrer Familie abnabelt und selbstbestimmt leben möchte. Desweiteren handelt die Geschichte von mysteriösen Morden an jungen Frauen, die den Commissar Robert Borghoff auf den Plan rufen, der zusammen mit Lina ermittelt. Charaktere: Lina Kaufmeister ist Anfang Dreißig und Spross einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Sie lebt im Haushalt ihres schwerkranken Vaters. Durch ein Hüftleiden seit ihrer frühen Kindheit hinkt sie und hat daher keine Aussicht auf eine Heirat. Daher führt sie den Haushalt, pflegt den Vater und widmet sich ihrer Leidenschaft, der Schneiderei. Ihr Bruder Georg hat die Vormundschaft für Lina, dieser nutzt sie allerdings nur aus und gängelt sie, wo er nur kann. Commissar Robert Borghoff ist noch recht neu in seinem Amt in Ruhrort und bekommt es mit mysteriösen Morden an jungen Frauen zu tun. Handlungsschauplatz: Ruhrort, ein Stadtteil Duisburgs, im Jahr 1854. Handlung: Lina Kaufmeister möchte nicht länger unter der Fuchtel ihres Bruders Georg leben. Sie ist eine modern eingestellte junge Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und ihr Leben selbst bestimmen möchte. Daher zieht sie in eine kleine Wohnung bei der Witwe Clara Dahlmann, die ein Geschäft für Stoffe und Nähereien betreibt. Doch Georg macht ihr das Leben weiterhin schwer, wo er nur kann und streicht ihr sämtliche Gelder. Lina beginnt, ihre Leidenschaft, das Schneidern, als Beruf auszuüben und sich selbstständig zu machen. Als sie auf einem Spaziergang zwei Mädchenleichen entdeckt, macht sie die Bekanntschaft von Commissar Robert Borghoff, der ebenfalls bei der Witwe Dahlmann logiert. Die beiden bekommen es mit weiteren Morden zu tun und ermitteln fortan zusammen. Ende & Auflösung: Zwar weiß man bereits recht früh, was es mit den Morden in Ruhrort auf sich hat, doch konnte mich Silvia Kaffke mit ihrem Mix aus Krimi und Historie durchweg überzeugen. Man erfährt als Leser viel über die Entwicklung der Stadt, die sich mitten in den Zeiten der Industrialisierung befindet, die damals noch schwere Stellung der Frauen in der Gesellschaft und auch über das Elend, das in den ärmeren Vierteln herrschte. Anschaulich sind auch sämtliche Charaktere geschildert, vor allem Lina Kaufmeister war mir von Beginn an sehr sympathisch. Ihre offene Art und moderne Einstellung, mit der sie es zu diesen Zeiten wirklich nicht leicht hatte, machen sie zu einer Protagonistin, mit der man mitfiebert und der man ein besseres Leben als das, was sie im Haushalt ihres Bruders fristet, wünscht. Für Fans des historischen Genres gepaart mit einem spannenden Kriminalfall kann ich diesen Roman nur weiterempfehlen. Linas Geschichte geht übrigens in dem Folgeband Das dunkle Netz der Lügen weiter, den ich sicherlich bald lesen werde.
Dieser Roman hat weniger Krimi enthalten als ich bei der Seitenanzahl erwartet hatte, aber die Geschichte neben dem Krimi war wirklich sehr interessant und spannend geschrieben, also gibt es wirklich nichts auszusetzen. Glatte 5 Sterne.
I can't believe I enjoyed this book that much! I've never really read historical fiction before, so I've got nothing to compare this to. It was perfect for winter and Christmas time, cause of the darkness and the way people used to live back then. Yes, it wasn't anything special, but a good holiday read and I finished it in a couple of days.
I guess I'll have to read some more historicals from now on!