Jump to ratings and reviews
Rate this book

Der Krieg gegen die Ukraine: Hintergründe, Ereignisse, Folgen (Beck'sche Reihe 2943)

Rate this book
Warum und wogegen führt Russland in der Ukraine Krieg? Und wie erklärt sich die Stärke des ukrainischen Widerstands, von dem nicht nur Wladimir Putin überrascht wurde, sondern auch viele westliche Beobachter und Beobachterinnen? Die Osteuropa-Expertin Gwendolyn Sasse analysiert die Hintergründe des russischen Angriffs, der schon 2014 begann, und fragt, welche Folgen er hat - für Russland, für die Ukraine, aber auch für uns im Westen.

Am 24. Februar 2022 griff Russland die gesamte Ukraine an, gegen die es schon seit 2014 Krieg führte. Zunächst erfolgten Luftschläge, dann bewegten sich Panzerkolonnen auf Kiew und andere ukrainische Städte zu. Millionen Menschen flohen, viele wurden verwundet oder getötet. Wie konnte es dazu kommen? Warum entschloss sich Putin zu diesem Schritt? Gwendolyn Sasse seziert die Faktoren, die zu dieser verhängnisvollen Entscheidung führten und zeigt, wie sehr die eigenständige Entwicklung der Ukraine das russische Machtsystem bedrohte. Dabei räumt sie mit zahlreichen Fehlwahrnehmungen auf, die gerade auch in Deutschland das Bild der Ukraine lange verzerrt haben. So entsteht eine erhellende historische und politische Einordnung des russischen Überfalls, der die westlichen Staaten und die internationale Ordnung vor enorme Herausforderungen stellt.

125 pages, Kindle Edition

Published October 13, 2022

7 people are currently reading
29 people want to read

About the author

Gwendolyn Sasse

12 books3 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
29 (48%)
4 stars
23 (38%)
3 stars
5 (8%)
2 stars
3 (5%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Mesoscope.
614 reviews350 followers
October 28, 2022
This short book provides an excellent and useful survey of the socio-historical conditions leading up to Russia's war against Ukraine, which the author insists must be understood as beginning with the annexation of Crimea in 2014 and Russia's ensuing support for minority separatist movements in the Donbas region. The large-scale invasion in February is an extension of this preparatory conflict, and Sasse describes it as the third major stage of the war.

One of the frameworks Sasse brings to bear in interpreting the situation in Ukraine is that of contested or multifaceted identity - for example, how and to what degree Ukrainians understand themselves as "Ukrainian" whose mother tongue may be "Ukrainian," and these questions can be very complex. What do you do, for example, with the substantial minority population of Ukrainians in Crimea who were brought there en masse as part of a politically-motivated resettlement campaign by Stalin, or with the Tatars, who were similarly moved out of the region at the same time, and who only returned in the 1990s? It's not so easy to identify who exactly legitimately speaks for Crimea.

According to our current best use of sociological data, human rights law, and an international legal framework based on treaties and agreements, Sasse persuasively demonstrates that Ukraine (including Crimea) has the unambiguous legal status of an independent country based on treaties dating to the 90s in which Russia recognizes the right of Ukraine to exist as a separate, sovereign nation in perpetuity. This legal status draws legitimacy from its wide support by the Ukrainian people, as can be measured by numerous elections, political movements, mass demonstrations, and opinion polls.

The main focus on the book is on delivering this understanding and disabusing some of the notions that are current in western media, such as the idea that a large number of Ukrainians are actually in favor of Russian annexation (they aren't, even in Donbas).

At the very end of the book, Sasse offers some tantalizing hints about the framework of misunderstandings dominant in the west about the "peaceful breakup" of the Soviet Union and the relative unimportance of "low-level" conflicts in former states under Soviet control such as Georgia and Ukraine. In reality, tens of thousands of lives were already lost in fighting with Russia over the independence and destiny of post-Soviet states even before 2014, and the pervasive misunderstanding of history in Europe and the US has largely been a reflection of our own priorities and agendas. Many of us hoped for an end to the long conflict of the Cold War, and missed the signs. Only now is the real historical significance of these events, which were long seen as relatively unimportant, becoming clear.

I wish she would have spent more than a few pages on this theme, because to me this was the most interesting part of the book. Nevertheless, for a short volume on a very complicated subject, this book fully delivers, and is very much worth reading if you seek a better understanding of the background to the unfolding conflict.
26 reviews
September 28, 2024
Gwendolyn Sasse hat mit ihrer kurzen Überblicksdarstellung zum Krieg in der Ukraine, der kein Krieg von der, sondern gegen die Ukraine darstellt, eine passende Möglichkeit geschaffen, sich in die Hintergründe dieses Krieges einzulesen.

Neben einem klar strukturierten Aufbau mit drei Phasen des Krieges von 2014 bis heute, einem Literaturverzeichnis mit einigen guten Tipps zum Weiterlesen sowie den mehrmals gelungenen Versuchen, mit falschen Narrativen zu Russland und der Ukraine aufzuräumen, überzeugt Sasse vor allem mit der Beschreibung, was die ukrainische Nation eigentlich ausmacht:

Es geht eben nicht primär um ethnische oder sprachliche Merkmale, sondern um das Konzept der Staatsbürgernation, die alle Menschen in der Ukraine unter einer Staatsbürgerschaft zusammenfasst und somit wesentlich inklusiver ist - insbesondere seit 2014 identifizieren sich immer mehr Ukrainerinnen und Ukrainer (auch u.a. die russischsprachigen!) mit dem eigenen Staat und wollen diesen nicht aufgeben. Dass ein Mensch gleichzeitig mehrere nationale Identitäten haben kann, zeigt die Autorin ebenfalls auf - allerdings hätte ich mir hier noch mehr Beispiele gewünscht; so besitzen z.B. viele Menschen in Odessa noch einmal ein stark ausgeprägtes Regionalbewusstsein, was einzigartig ist.

Besonders gut gefallen haben mir die von Sasse ganz am
Anfang herausgearbeiteten und aufgezählten Faktoren, die zu diesem Krieg geführt haben. Für die Autorin gehört die Relevanz von Geschichtspolitik zwar dazu, aber nicht zu den wichtigsten Faktoren. Dem würde ich widersprechen: Wenn Sasse schreibt, dass das verstärkte neo-imperialistische Denken von Putin einen Hauptfaktor ausmacht, dann ist für mich mit diesem Denken Geschichtspolitik unmittelbar verbunden. Putin hat seit 2014 immer wieder öffentlich direkt zu Anfang von Reden, Essays und Interviews geschichtspolitisch argumentiert, auf die Kiewer Rus, das Zarenreich und die UdSSR Bezug genommen - ich denke, dass er das nicht nur als Mittel zu Zweck ansieht, sondern auch wirklich glaubt. Damit stellt für mich diese geschichtspolitische Propaganda einen mindestens genauso wichtigen Faktor für den Krieg dar wie die zunehmende Westorientierung der Ukraine seit 2004.
Profile Image for Dorle Schmidt.
134 reviews
June 14, 2025
Das kleine kompakte Buch erklärt deutlich die Bedingungen, die zu dem Krieg von Russland gegen die Ukraine geführt hat und dass der Krieg bereits seit der Annexion der Krim im Gange ist, was vom Westen lange ignoriert wurde.

88: „Insgesamt hat diese zweite Phase des Krieges gegen die Ukraine bis Ende 2021 etwa 14000 Menschenleben gekostet; 1,5 Millionen Menschen wurden zu Binnenflüchtlingen und ca. eine weitere Million floh nach Moskau.“

S.107: „Die Zerstörung von Kulturgütern ist in diesem Krieg international bisher weniger thematisiert worden. Dennoch wird hier besonders deutlich, worum es Putin letztendlich geht: die Zerstörung der Ukraine als unabhängige Nation. Kulturgüter sind die historischen Quellen und die konkreten räumlichen und zeitlichen Bezugspunkte der Erinnerung und Identität. Im Gegensatz zur Infrastruktur ist die Zerstörung hier irreversibel, selbst wenn Wiederaufbau auch das Vergangene reflektiert.“
Profile Image for Jakob Palmer.
92 reviews10 followers
September 23, 2023
Kurze, super starke Einführung einer deutschen Politik Wissenschaftlerin im okt 22 zu den Hintergründen und vorangegangenen Entwicklungen zum Krieg in der Ukraine, sehr kompakt und gut um nen Überblick zu gewinnen
Profile Image for Lesefruechte.
130 reviews1 follower
February 25, 2023
Gwendolyn Sasse zeichnet die wichtigsten Entwicklungen nach, die zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine führten und setzt besonders Akzente auf gesellschaftliche Dynamiken. Ihr Ziel ist es, Muster zu erkennen, die den Krieg wahrscheinlich machten, wobei sie sich auf die Autokratisierung Russlands, seine neo-imperialen Machtansprüche, die Westorientierung der Ukraine und die unterschiedlichen Sicherheitswahrnehmungen konzentriert.

Diese Muster schlüsselt die Autorin auf und macht deutlich, dass der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands unvereinbar ist mit dem legitimen Streben der Ukraine nach Souveränität und Demokratie.
Neben strukturellen Aspekten bezieht sie dabei stets auch politische und gesellschaftliche Akteure mit ein.
Besonders interessant fand ich die Abschnitte zur ukrainischen Identität und dem Drang der ukrainischen Bevölkerung nach Veränderung, was sie in den Zusammenhang zu dem großen zivilgesellschaftlichen Engagement während des Krieges stellt, wie auch die Bedeutung und Geschichte der Krim.
Ausgehend von der Krim Annexion am 27. Februar 2014 beschreibt die Autorin die Ereignisse über den Krieg im Donbas, das Minsker Abkommen bis zu der Invasion seit dem 24. Februar 2022.
Aufgrund der Länge des Buches ist es nicht möglich, jedes Detail und jede Entwicklung in seiner Tiefe darzustellen. Doch durch die Vielzahl an Aspekten, die die Autorin aufführt, ist das Buch sehr hilfreich, um ein Verständnis für die Hintergründe, Ereignisse und Folgen des Krieges zu entwickeln. Gwendolyn Sasse gelingt es, komplexe Hintergründe und Entwicklungen verständlich zu vermitteln und den westlichen Blick auf die Ukraine aufzubrechen.
Profile Image for Martin.
63 reviews
January 5, 2026
Das Buch gibt einen soliden, ausgewogenen Überblick über die Vorgeschichte, Hintergründe und bisherigen Ablauf des Ukrainekrieges.

Wohl den Grundsätzen der Buchreiche "Wissen" des Verlages C.H. Beck entsprechend, kann es als Zusammenfassung der besprochenen Situation dienen für alle, die aus irgendeinem Grunde die letzten Jahre - jedenfalls was Weltpolitik betrifft - unter einem Stein verbracht haben oder aus anderen Gründen eine konzise Beschreibung brauchen.

An wenigen Stellen wendet sich die Autorin gar gegen gängige Falschdarstellungen oder bestimmte Ansichten. Das diesbezüglich auffälligste war für mich, dass sie sich gegen die Bezeichnung "Putins Krieg" wandte und meinte, dass die Person Putin nur ein Faktor von vielen sei. Die deutsche Ostpolitik nannte sie widersprüchlich. Aber in eine detaillierte Auseinandersetzung lässt sie sich - auch aus Platzgründen - nicht ein.

Gut gemeistert und erhellend beschrieben fand ich die komplexe Geschichte der Ukraine, als unabhängiger Staat mit seinem Schwanken zwischen Autoritarismus und Demokratie.

Der Ausblick, die Folgen des Krieges sind naturgemäß sehr vage. Das Buch erstmals erschienen 2022 offenbar aus aktuellem Anlass - ist nun in seiner dritten Auflage. Offenbar wird es nicht die letzte Auflage bleiben.

Rating: 3/5
Sprache gelesen: Deutsch
Gelesen im Jahr: 2026
Displaying 1 - 6 of 6 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.