In der Moderne dominierte der Glaube, die Welt ließe sich gestalten und der Fortschritt sorge quasi automatisch für ein besseres Morgen. Erderwärmung, Wachstumskrise und subjektive Überlastungen haben diesen Optimismus erschüttert. Heute geht es in erster Linie darum, die Katastrophe abzuschwächen. Und selbst wenn dies gelingen sollte, werden wir mit dem Wandel umgehen müssen. Fragen der Selbsterhaltung überlagern dann jene der individuellen und kollektiven Selbstentfaltung. Anpassung wird zum Leitmotiv der Gesellschaft.
Auch die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir im Angesicht der Interdependenz und der ökologischen Gefahren nicht länger der grenzenlosen Emanzipation huldigen können. Stattdessen, so Philipp Staab, wird die nächste Gesellschaft vor allem mit der Stabilisierung einer prekär werdenden Ordnung befasst sein. Daraus resultiert allerdings eine Krise des Selbst- und Zeitverhältnisses, auf die auch die Linke eine Antwort finden muss.
Ein sehr schlaues Buch mit einem ausnahmsweise interessanten empirischen Teil, was präzise aktuelle und künftige Probleme auf faktischer und diskursiver Ebene analysiert, jedoch in der Schlussfolgerung unbefriedigend bis problematisch ist. Vielleicht ist das aber auch das konsequentes Ergebnis der vorangegangenen Analyse. Mir schmeckt das nicht, Lektüre lohnt sich aber in jedem Fall.
Adaptation: Freedom, Hope and Politics after Modernity is a timely, intellectually ambitious, and thought-provoking exploration of how political thought must respond to an era defined less by unlimited progress than by the necessity of navigating global instability. Philipp Staab presents a compelling analysis of how climate change, economic uncertainty, ecological limits, and social transformation have reshaped our understanding of freedom, hope, and political possibility in the twenty-first century.
One of the book's greatest strengths is its interdisciplinary approach, bringing together sociology, political theory, philosophy, economics, environmental studies, and critical social thought into a concise yet remarkably insightful framework. Staab challenges the modern assumption that continuous progress will naturally lead to a better future, arguing instead that contemporary societies are increasingly organized around adaptation, resilience, and the preservation of fragile social and ecological systems. His analysis encourages readers to rethink how political institutions and democratic societies can respond to an age of permanent uncertainty.
The book thoughtfully explores themes of modernity, democracy, freedom, ecological crisis, climate change, political transformation, resilience, collective responsibility, social stability, and the future of progressive politics. By examining how adaptation has become a defining feature of contemporary society, Adaptation provides valuable insights into the changing relationship between individual self-realization and collective survival. Its reflections on post-pandemic governance, environmental challenges, and social order make it especially relevant to current global debates.
Written with exceptional clarity, analytical rigor, and philosophical depth, Adaptation: Freedom, Hope and Politics after Modernity makes an important contribution to sociology, political philosophy, environmental humanities, public policy, democratic theory, and interdisciplinary social science scholarship. It is an essential resource for researchers, educators, graduate students, policymakers, political theorists, sociologists, and readers seeking to better understand the political and social challenges shaping the future.
In vielen Punkten interessante Analyse zu Anpassung (v.a. an die Klimakrise), viele spannende Gedanken & Anstöße mitgenommen. Deshalb 3,5-4 Sterne, obwohl ich auch viel Kritik habe:
Analyse: Stellenweise fand ich die Gegenüberstellung von zukunftszentrierte Moderne vs. gegenwartsorientierte Anpassung interessant, stellenweise wurden daraus Schlussfolgerungen abgeleitet, mit denen ich nicht mitgehen würde. Auch die Rolle großer Konzerne im Bereich digitaler Infrastruktur & Platformen wird nicht ausreichend bewertet.
Empirie: zT konnte ich (zumindest aus den präsentierten Interviewpassagen) zentrale Schlussfolgerungen (insb. den "ludisch-experimentellen Charakter") nicht oder nur nebensächlich herauslesen. Andere Aspekte, zB autoritäre und antidemokratische Tendenzen in vielen Analysen der Interview-Partner*innen sind mE unterbewertet worden. Woher die Zustimmung für/der Wunsch nach undemokratischen Herrschaftsformen kommt, wird kaum diskutiert. Entsprechend hat auch die politische Schlussfolgerung an Stellen blinde Flecken & ist meiner Meinung nach politisch problematisch.
Außerdem stellenweise echt unnötig kompliziert geschrieben