Also eins ist mal klar, dass Cover dieses Buches ist wirklich wunderschön. Ich hatte so sehr gehofft, dass der Inhalt dem Äußeren folgen würde, aber schon aufgrund vieler Rezensionen geahnt, dass der Inhalt nicht hält, was die Verpackung verspricht. Dabei gibt der Plot so einiges her.
Brune, leider wieder Single, wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Sie beschließt, eine Kinderwunschklinik in Dänemark aufzusuchen und ihre Freundin Justine wird sie begleiten. Bevor es in die Klinik geht, möchten Sie Kopenhagen erforschen und aufspüren, ob die Dänen zum Vater sein taugen. Dabei treffen sie neue Freunde: Gunnar, einen ehemaligen Seemann, und den blonden Hans.
Justine betreibt einen Blog in dem sie immer mehr Follower auf dem Laufenden hält. Brune weiß davon nix. Was diese aber nach und nach bekommt, sind Zweifel, ob sie auf dem richtigen Weg ist und dann trifft sie Maxim eine freundliche alte Dame, die ihr ein bisschen auf die Sprünge hilft. Hört sich gut an, nicht wahr?
Leider ist die ganze Geschichte mehr Satire als irgendwas anderes, und ich vermute das will sie gar nicht sein. Brune wirkt auf mich unglaublich naiv. Sie will ein Kind, Ende und dann muss das auch sofort irgendwie umgesetzt werden. Sie braucht halt was für sich. Schon allein dieser Gedanke lassen wir die Haare zu Berge stehen. Hinzukommt ein ständiges Gejammer über ihre Situation und die Unentschlossenheit, die sie an den Tag legt.
Dann haben wir Justine eine enorm nervende und übergriffige Freundin, die mit ihrem militanten Veganismus und ihrem selbstverliebten Umweltbewusstsein richtig extrem gezeichnet wird. Es soll wohl lustig sein, ist aber nur anstrengend. Schon allein die Szene beim einkaufen, wo Justine auch jede Ware die Brune in den Korb tut, kommentiert und kaputt redet, fand ich kaum auszuhalten. Und so geht das munter weiter. Justine bestimmt über ihre Freundin und diese nimmt es manchmal leicht verärgert, aber doch immer angepasst hin.
Die beiden unternehmen furchtbar bescheuerte Aktionen, heften sich zum Beispiel an den erstbesten Dänen, weil sie denken, das wird der Spender des zukünftigen Babys von Brune- und als das in die Hose schlagen Sie sich vor den Kopf, weil ihnen plötzlich Gedanke kommt, dass ja mehrere Dänen den gleichen Namen haben könnten. Slapstick wie aus der Benny Hill Show.
Und dann der Blog, 10.000 Follower (und das wissen wir ja wohl besser als irgendwer anders) führen zu Massenaufläufen? Das wüsste ich aber! Da braucht es wohl andere Dimensionen. Die Dialoge sind meist sehr flach oder pseudophilosophisch. Auch hier glänzt Justine immer mit der passenden küchenpsychologischen These.
Ein Lichtblick war das Gespräch mit Maxine und ich dachte, jetzt geht es aufwärts mit dem Personal. Das war aber nur ein kleines positives Zwischenspiel. Am Ende ging es Holter die Polter! Da klärten sich noch schnell ein paar unbekannte Tatsachen aus Brunes Vergangenheit. Und dann blieb das Ende offen. Ich hab da sonst nichts gegen, aber hier wirkt es wirklich, als wenn ich den Roman jetzt völlig umsonst gelesen habe. Ihr merkt schon das hat mir nicht gefallen. Deswegen kann ich diesen Roman auch nicht weiter empfehlen. Hübsch ist er aber immer noch!😏