Alma Täuber ermittelt zwischen rauschenden Festen und Ägyptenfieber – der zweite Fall für das Fräulein vom Amt.
Baden-Baden 1924. Die ganze Stadt befindet sich im Ägyptenfieber, seit bekannt ist, dass im Kurhaus Verdis »Aida« aufgeführt wird. Die anschließende Premierenfeier unter dem Motto »Legenden des Nil« wird zum rauschenden Höhepunkt, der jedoch ein abruptes Ende findet, als der Tenor ermordet aufgefunden wird. Das Fräulein vom Amt Alma Täuber ist entsetzt, war sie doch selbst Gast der Feier, zu der ihre Freundin Emmi die Ausstattung entworfen hatte. Und keine andere als Emmi wird nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Alma, die kein Unrecht ertragen kann, streckt ihre Fühler aus, um Emmi zu helfen. Dabei kommt sie hautnah in Berührung mit Eifersuchtsdramen, einem schwierigen Opernensemble und altägyptischen Artefakten. Und bringt sich trotz Warnung von Kriminalkommissar Ludwig Schiller selbst in höchste Gefahr.
Ein Foto von ihrer mit Kopfhörern vor einem Schaltschrank sitzenden Großmutter hatte es Regine Bott schon als Kind angetan. Dem Begriff des »Fräulein vom Amt« begegnete sie damals zum ersten Mal, und der Beruf der Telefonistin ließ sie nicht mehr los. Dorothea Böhme begegnete Regine Bott hingegen erst Jahrzehnte später. Und siehe da: Auch das Leben von Dorotheas Großmutter bot so einiges an Romanstoff, stellte sie doch die damaligen Geschlechterrollen auf den Kopf. Die Idee, gemeinsam als Charlotte Blum eine Serie um das Fräulein vom Amt Alma Täuber und ihre unkonventionelle Freundin Emmi zu schreiben, war geboren. Die beiden Autorinnen sind gemeinsam nicht nur schreibend unterwegs, sondern treten auch regelmäßig im Rahmen einer Lesebühne zusammen auf. Sie leben mit ihren Familien in Stuttgart und Kornwestheim.
Der zweite Band des Fräuleins vom Amt führt uns wieder zurück in das mondäne Baden Baden der 20er Jahre (des 20ten Jahrhunderts, wie man inzwischen wohl präzisieren muss). Nach den Ausgrabungen in Amarna und im Tal der Könige ist Baden Baden vom Ägypten-Virus infiziert, und inszeniert auch noch eine Aufführung der Aida. Auf der Premierenfeier kommt es zu einem Mord, und weil Emmis aktueller Paramour verdächtigt wird, kümmert sich ihre Mitbewohnerin Alma um den Fall.
Mir gefiel der zweite Band noch besser als der erste - er wirkt mehr aus einem Guss, und gerade Alma zeigt mehr Initiative und Agency. Wie bei den meisten guten Krimis ist der Kriminalfall eher Beiwerk - spannend sind die Interaktionen der Protagonisten, und die gesellschaftliche (und architektonische) Kulisse.
Insgesamt ein modernes, dabei aber auch stilechtes Buch. Es ließt sich flüssig, und es passiert auch einiges zwischen den Figuren und in der Gesellschaft. Vieles ist historisch, die Fälle, wo das Autorenteam sich künstlerische Freiheiten genommen hat, sind im Anhang erläutert - dort gibt es auch ein Glossar mit Erläuterungen zu den wichtigsten historischen Figuren und Ereignissen.
Insgesamt sehr empfehlenswert und hiermit empfohlen!
Von Band eins ja bereits begeistert, musste sofort die Fortsetzung daran glauben :)
Und was soll ich sagen: ich wurde nicht enttäuscht!
Ein lebendiger Kriminalfall in Baden-Baden der 1920er Jahre. Auch in diesem Band wurde viel der Zeit liebevoll eingefangen. Die Protagonist:innen sind alle liebenswert.
Die Oper, die Faszination über das antike Ägypten bilden die Rahmenbedingungen und mittendrin: Alma Täuber. Nett!
Im 2. Band der historischen Krimi-Reihe um das "Fräulein vom Amt", das im Jahre 1924 in Baden-Baden angesiedelt ist, kommt es zu einem Mord an einem Tenor anläßlich der Aufführung der Oper Aida im Kurhaus Baden-Badens. Ganz Baden-Baden war damals vom Ägypten-Virus angesteckt, angestachelt durch die legendären Ausgrabungen im Tal der Könige durch Howard Carter u.a. Als ausgerechnet der Freund von Emmi (Wölkchen) als Tatverdächtiger verhaftet wird, muß natürlich Alma Täuber, das Fräulein vom Amt, in dieser Angelegenheit ermitteln. Ihre Ermittlungen führen sie in die Tiefen der Ägyptologie und in den Umkreis von Ägyptologie-Nerds, die die Ausgrabungen und die Pharaonen-Herrlichkeit begeistert verfolgen. Die Autorinnen werden m.E. mit ihrer Krimi-Reihe immer sicherer, mit leichter Hand und einem humorvollen, lockeren Stil beschreiben sie, m.E., historisch korrekt das Leben im mondänen Baden-Baden der 1920er Jahre. Alma Täuber erweist sich hier auch wieder als tolle Protagonistin, die tough ermittelt und mit ihrer Kombinationsgabe auch den Fall am Ende löst, trotz der anderen Einschätzungen der Polizei. Eigentlich müßten sie die Alma als Ermittlerin anwerben :=) Im ganzen wieder ein schönes Lesevergnügen mit einem spannenden Kriminalfall und einem grandiosen Eintauchen in das Baden-Baden der Weimarer Republik...
Auch im zweiten Teil der Reihe geht es turbulent zu: ganz Baden-Baden ist anlässlich der Opern-Aufführung von Aida im Ägyptenfieber, aber dann wird er Tenor ermordet aufgefunden. Und ausgerechnet Emmis Ex-Freund steht unter Tatverdacht! Natürlich lässt die Telefonistin Alma Täuber sich nicht zweimal bitten, selbst ein paar private Ermittlungen anzustellen. Dabei taucht sie nicht nur in die illustre Welt der Oper ein, sondern recherchiert auch im Umfeld früherer Ausgrabungen in Ägypten, die ebenfalls mit dem Mord im Zusammenhang stehen könnten. Und dann ist da noch ihre Beziehung zu Ludwig, die Alma doch eigentlich schon zugunsten ihres Berufs und ihrer persönlichen Freiheit beendet hatte... Wieder einmal beweist Alma ihre Fähigkeiten als Hobby-Detektivin, während ihre Freundin Emmi "Wölkchen" immer wieder wie ein frischer Wirbelwind durch die Geschichte fegt. Auch der Humor und interessante historische Details, sowohl im Hinblick auf den politischen Umbruch als auch auf alltägliche Neuerungen, vor allem für Frauen, kommen nicht zu kurz und runden die unterhaltsame Fortsetzung der Reihe ab.
Worum geht’s? Baden-Baden 1924: Alle sind im Ägyptenfieber. Alma und ihre Freundin Emmi nehmen an der Premierenfeier „Legenden des Nil“ teil. Ein rauschendes Fest, auf dem der Tenor eines Opernensembles auf mysteriöse Weise zu Tode kommt. August, Emmis Freund, gerät in Verdacht und sie bittet Alma, zu helfen, seine Unschuld zu beweisen.
Meine Meinung: Das Autorenduo hinter dem Pseudonym Charlotte Blum hat es einfach drauf. Auch der zweite Teil der Romanserie um Alma Täuber, das „Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus“ (FISCHER Scherz, Januar 2023) war einfach genial! Ich liebe diese Mischung aus Glamour und Spannung. Die Autorinnen erschaffen absolut eindrucksvolle Bilder, plastisch und glänzend. Die Sprache ist mitreißend und ich habe mich direkt hineingezogen gefühlt ins Jahr 1924.
Auch hier dürfen wir wieder Alma und ihre Freundin und Mitbewohnerin Emmi begleiten, die beiden lebenslustigen jungen Frauen, die ich schon im ersten Band ins Herz geschlossen habe. Die quirlige Emmi, die das Leben in vollen Zügen genießt und die etwas bodenständigere Alma, die scharfsinnig in die Ermittlungen einsteigt. Auch Ludwig, inzwischen Kriminalkommissar, ist wieder mit dabei und er und Alma kommen sich endlich näher.
Die Geschichte selbst ist eine Mischung aus den Golden Twenties mit ihrer Leichtigkeit und Lebendigkeit. Wir erleben rauschende Feste, eine Oper, den Ägyptenwahn. Wir erfahren von Klatsch, Tratsch und Skandalen, von der damaligen Mode. Die Autorinnen lassen den Beginn des Hitler-Regimes einfließen – zu der Zeit saß er gerade im Gefängnis, aber der Umschwung und die ersten Boykotte gegen die Juden sind schon spürbar. Die Frauen werden selbstständiger. Und neben all diesen vielen Ereignissen dürfen wir die Ermittlungen von Alma mitverfolgen zum Mord an dem Tenor Wittich. Obwohl als Roman bezeichnet, ist das Buch doch eher ein historischer Kriminalroman. Absolut gelungen lassen Charlotte Blum die Ermittlungen in die anderen Begebenheiten einfließen und es gibt viele spannende Stellen – vor allem der geniale Showdown am Ende! Das Buch ist in meinen Augen perfekt recherchiert und ich hatte das Gefühl, neben vielem Bekannten doch auch vieles Neue zu erfahren. Alles wirkte absolut authentisch und obwohl eine Vielzahl an Szenerien vor unseren Augen vorbeiflog, so war es doch genau richtig und zu keinem Zeitpunkt zu viel. Im Gegenteil! Die Geschichte hatte mich wieder total in ihren Bann gezogen und ich hätte endlos weiterlesen können, eingetaucht in dieses ganz andere Jahrzehnt! Eine absolute Leseempfehlung von mir!
Fazit: Auch mit dem zweiten Teil um das „Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus“ konnte mich das Autorenduo hinter Charlotte Blum absolut überzeugen. Ich wurde hineingezogen in den Glamour der 1920er Jahre. Rauschende Feste, Ausgrabungen in Ägypten, die Mode, die Musik – und dann noch ein Mordfall in dem Alma, Emmi und Ludwig wieder meisterhaft ermittelt haben. Dazu der geschichtliche, sehr gut recherchierte Hintergrund – dieses Buch hatte wirklich alles, um mich zu fesseln. Es war, als würde man selbst alles miterleben, ich konnte mein Umfeld komplett ausschalten und war total in dem Buch und der Geschichte drin.
5 Sterne für diesen faszinierenden 2. Teil und ich hoffe, wir müssen nicht zu lange auf Teil 3 warten!
Charmanter Krimi Der erste Band hat mir richtig gut gefallen und ich habe mich sehr darauf gefreut zu erfahren, was weiter im Leben von Alma Täuber und ihrer Mitbewohnerin Emmi passiert. Alma wird erneut in einen Mordfall verstrickt, als ein Tenor tot aufgefunden wird und der Freund ihrer Mitbewohnerin Emmi als Hauptverdächtiger gilt. Trotz aller Umstände will Alma Emmi helfen und stürzt sich in die Ermittlungen. Ich kam schnell in der Geschichte an und war sofort verzaubert von dem gelungenen Setting, hier hatte ich ein tolles Kopfkino. Die Charaktere konnten mich gut erreichen. Obwohl Emmi manchmal etwas anstrengend ist, ist sie ein toller Gegensatz zu Alma und die beiden Freundinnen ergänzen sich sehr gut. In diesem Buch kommt diese Freundschaft deutlich zur Geltung, während Almas Loveinterest eine sehr untergeordnete Rolle einnimmt. Für mich fast zu wenig, doch gleichzeitig wird dadurch die Freundschaft von Emmi und Alma noch mehr in den Fokus gestellt. Die Ermittlungen fand ich sehr spannend und plausibel aufgelöst, die Lösung selbst habe ich so nicht erwartet. Ein dritter Teil ist für Ende August angekündigt und ich freue mich darauf, wieder nach Baden-Baden zurückzukehren.
Alma Täuber ermittelt wieder! Dieses Mal wird der Tote nach einer Gala im Zeichen Ägyptens im Kurhaus gefunden. Als auch Almas Freundin Emmy in den Fall verwickelt wird, legt Alma sich ins Zeug um den Fall zu lösen. Dabei bekommt sie wieder Hilfe von Ludwig Schiller von dem sie sich eigentlich fernhalten wollte… Eine Verbrecherjagd zwischen ägyptischen Reliquien, Operndarstellern und der Kulisse Baden-Badens beginnt. Hach, ich habe bereits Band eins mit Alma Täuber geliebt. Ein humorvoller, lockerer Schreibstil und ein Erzählstil der einen mit sanfter Hand durch die Seiten fliegen lässt. Alma ist eine tolle Protagonistin und Baden-Baden als Setting einzigartig. Der Fall ist wie der Erste schon super spannend und kommt mit vielen anderen Themen daher. Denn in diesem Band, hatte ich das Gefühl, dass auch die Nebenhandlungen mehr Raum bekommen haben, z.B. das Aufkommen einer neuen Stimmung im Land (wir haben das Jahr 1924) oder die Emanzipation der Frau. Wir bekommen dieses Mal auch mehr von Almas Familie, inklusive ihrer eigenwilligen Großmutter mit. Die Szenen war stets amüsant, wirklich unterhaltsam und haben den Kriminalfall noch einmal aufgelockert. Gerade das mit der Emanzipation der Frau, prägt in diesem Buch auch Almas Beziehung zu Ludwig. Denn der ist natürlich auch wieder von der Partie, was anfangs zu einigen Wirrungen und in einem Gefühlschaos bei Alma endet. Auch Wölkchen ist wieder mit dabei und bringt Leben in die Bude. Alles in allem, eine tolle Mischung an Charakteren, die alle den Raum bekommen den sie verdienen. Die Spannung wird sehr gut aufrechterhalten und bis zum Schluss ist man wirklich im Dunkeln wer nun der Mörder wirklich ist. Aber Almas Kombinationsgabe und ihr Geschick mit den Menschen zu sprechen und diese für sich zu gewinnen, ist ihr auch hier wieder von Vorteil. Wieder mal ein wahrer Genuss und für mich als Nicht-Krimifan ein wirkliches Highlight. Ich liebe den Humor (auch wenn es dieses Mal einen kleinen Seitenhieb auf die Schwaben gab :-D), die Charaktere und die Lockerheit und Liebenswürdigkeit der Charaktere. Wie als würde man neue Freunde dazugewinnen. Deswegen gibt es auch nichts anderes als 5 von 5 Sterne von mir.
Eifersucht oder Rache Alma ist auch etwas von dem Ägyptenfieber in Baden Baden angesteckt. Alle schwärmen für die Oper Aida und das Thema Ausgrabungen ist in aller Munde. Es gibt Kleider mit den passenden Mustern und Nilgrün ist die Farbe der Saison. Nach einem Opernabend findet auch noch ein Ball statt. Am Ende ist der Tenor der den Radames gesungen hat, tot. Er liegt erschlagen im Kurgarten. Wer hat ihn umgebracht und warum? Alma ermittelt ihrer Freundin Emmi zuliebe, denn deren Freund August steht unter Verdacht aus Eifersucht zugeschlagen zu haben. Die Autorin beschreibt nicht nur die Zeit nach dem Krieg und nach der Inflation, sie vermittelt auch sehr intensiv wie die Frauen sich emanzipieren und selbst bestimmt ihr Leben leben wollen. Beispiel: die Jüngeren tragen kein strenges Korsett mehr, sie gehen arbeiten obwohl sie sich dadurch gegen die Familie entscheiden müssen, denn es gibt nur ein dafür oder dagegen. Gleichzeitig beschreibt sie auch neben der Leichtigkeit des gesellschaftlichen Lebens der Schönen und Reichen, wie die politische Lage sich langsam und fast heimlich Richtung Nationalsozialismus entwickelt. Alma und ihre Freundin Emmi sind einfach faszinierend. Die Ruhige, die trotzdem immer wieder in Gefahr wegen ihrer Ermittlungen gerät und die Kokette die gern flirtet die im entscheidenden Moment ihr zur Seite steht. Natürlich gibt es die Polizei, aber den fehlt einfach die weibliche Hand. Genau dies wird subtil vermittelt. Ebenso sind die Gründe für den Tod nicht einfach. Es hat auch in diesem Band mehr Hintergründe als man auf dem ersten Blick vermuten würde.
Baden-Baden 1924: Bei der Premierenfeier der Aufführung „Aida“ wird der Tenor ermordet aufgefunden. Telefonistin Alma Täubert wird neugierig und beschließt selbst ein wenig zu recherchieren, da der Hauptverdächtige der Freund ihrer Freundin Emmi ist. Dabei gerät Alma in so manch brenzlige und gefährliche Situation. Kriminalkommissar Ludwig Schiller steht ihr bei ihren Ermittlungen beratend zur Seite.
Das Buch ist ein Mix aus Krimi, historischem Roman und Liebesgeschichte. Alma ist eine starke Frau, die in den 20ern ein bescheidenes Leben führt und mit der lebenslustigen Emmi eng befreundet ist. Sehr lebendig und detailliert werden die Lebensumstände der damaligen Zeit geschildert. Dank der wirklich bildhaften und atmosphärischen Beschreibungen des tollen Settings kann man sich das Baden-Baden der zwanziger Jahre sehr gut vorstellen.
Es ist locker und leicht geschrieben, aber die Sprache und Dialoge waren der damaligen Zeit entsprechend authentisch gestaltet. Auch das politische Geschehen in Deutschland floss mit ein.
Der 2. Teil hat mir besser gefallen als der erste, da ich diesen als kurzweiliger empfand. Insgesamt ein unterhaltsamer Roman, der die 1920er Jahre lebendig werden lässt.
Zum Inhalt: Die ganze Stadt ist im Ägyptenfieber, seit bekannt ist, dass im Kurhaus von Baden-Baden Aida aufgeführt wird. Die Premerienfeier ist ein rauschenden Fest bis der Tenor ermordet aufgefunden wird. Auch Alma ist entsetzt, war sie doch selbst Gast auf der Feier und ausgerechnet der Verehrer ihrer Freundin gerät unter Verdacht, da kann sie doch nicht anders als selbst wieder ein wenig zu ermitteln. Meine Meinung: Auch dieser Teil um das Fräulein vom Amt Alma hat mir gut gefallen, wobei mir der erste Teil noch ein kleines bisschen besser gefallen hat. Aber auch dieser Teil hat mir gefallen, das Setting wirkte wieder sehr authentisch und Alma als Typ gefällt mir gut. Eine junge, selbstbewusste Frau, die es aber auch nicht leicht hat wie es wohl in der Zeit die Regel war. Der Schreibstil hat mir wieder gut gefallen. Das Buch liest sich flott weg. Fazit: Gelungene Fortsetzung
Überzeugt mehr mit Lebensgefühl als mit dem Kriminalfall
Buchmeinung zu Charlotte Blum – Fräulein vom Amt: Der Tote im Kurhaus
Fräulein vom Amt: Der Tote im Kurhaus ist ein Kriminalroman von Charlotte Blum, der 2023 bei Fischer erschienen ist.
Zum Autor: Hinter Charlotte Blum verbirgt sich das Autorengespann Regine Bott und Dorothea Böhme, die auch gemeinsam im Rahmen einer Lesebühne auftreten. Sie leben mit ihren Familien in Stuttgart und Kornwestheim.
Zum Inhalt: 1924 wird im Kurhaus Baden-Baden im Rahmen einer Ägypten-Woche Verdis Aida aufgeführt. Das rauschende Fest wird durch das Auffinden des toten Tenors rabiat beendet. Als Emmis Freund der Tat verdächtigt wird, bittet Emmi Alma Täuber um Hilfe.
Meine Meinung: Bei diesem Titel steht nicht so sehr der Kriminalfall im Mittelpunkt, sondern eher die Lebensumstände der beiden jungen Frauen Emmi und Alma. Beide sind sympathisch und nicht gewillt, sich den Konventionen der damaligen Zeit zu beugen. Emmi und Alma wollen die gleichen Rechte, die den männlichen Wesen zugestanden werden. Da die Geschichte fast ausschließlich aus der Sicht Alma Täubers erzählt wird, welchen Einschränkungen die jungen Damen ausgesetzt waren. Man kann kaum glauben, dass dies erst 100 Jahre her ist. Die Geschichte wird mit Humor und Atmosphäre vorgetragen. Bald tauchen weitere Motive für die Tat auf. Eifersüchteleien im Opernensemble und Unregelmäßigkeiten bei ägyptischen Artefakten bringen neue Verdächtige hervor. Aber erst eine einsame Aktion Almas führt zur Entlarvung der wahren Geschehnisse und bringt Alma in höchste Gefahr. Auch wenn es eines Zufalles bedarf wird der Fall vollständig und nachvollziehbar aufgeklärt. So punktet der Titel weniger mit Spannung als mit der Beschreibung des Lebensgefühl der jungen Frauen Emmi und Alma. Mir hat es sehr gut gefallen.
Fazit: Dieser Titel überzeugt weniger durch den Kriminalfall als durch die Beschreibung des Lebensgefühls der jungen Frauen. Meine Bewertung lautet vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Da ich mich sehr gut unterhalten habe, spreche ich eine Leseempfehlung aus.
Zwei Jahre sind vergangen, seit Alma Täuber unfreiwillig im Fall einer Toten in Baden-Baden ermittelt hat. Während sich die Weimarer Republik langsam von der Inflation erholt, ist Almas Heimatstadt im Ägyptenfieber. Schließlich wird die Oper Aida in der Stadt aufgeführt und das mit Starbesetzung. Drum herum organisiert die Kurverwaltung thematisch passende Bälle und Modenschauen. Nildgrün und Gold changieren zur Farbe der Saison. Doch nach der erfolgreichen Opernvorstellung trübt sich die ausgelassene Stimmung als der Tenor tot auf den Treppen des Kurhauses gefunden wird. Ob der Verehrer von Almas bester Freundin Emmi etwas mit dem Mord zu tun haben könnte? Der war wenig begeistert davon, dass Emmi nur noch Augen für den Sänger hatte.
Die beiden Autorinnen, die sich hinter dem Pseudonym Charlotte Blum verbergen, haben auf für den zweiten Teil ihrer Krimireihe ganze Arbeit geleistet. Wie auch schon im ersten Band finden sich zahlreiche Anspielungen auf die Goldenen Zwanziger, sei es mit Musiktiteln oder der Miele 50, die laut knatternd die Wäsche der Familie Täuber wäscht. Sogar ein Glossar findet sich im Anhang, wo diese Referenzen genauer beschrieben sind. So gelingt es den Frauen, die Atmosphäre der 20er aufleben zu lassen. "Der Tote im Kurhaus" ist ein richtiger Cody-Krimi, in dem die Atmosphäre im Vordergrund steht. Alle liebgewonnenen Figuren der Reihe treten wieder auf. Die quirlige Emmi, die strenge Großmutter und der modebegeisterte Blumenhändler Baer sind wieder mit von der Partie. Wer sich also mit Emmi an den fiktiven Kaffeetisch setzen möchte, kommt auch hier wieder voll auf seine Kosten.
Auch die politischen Geschehnisse des Jahre 1924 lassen die Autorinnen einfließen. Der Hitlerputsch ist noch in aller Munde, Anhänger seiner Ideologie finden sich auch unter den Fräuleins vom Amt. Die Zeitungen berichten über die Verhandlungen zum Ruhrgebiet. Im Fokus steht dieses Mal - neben dem Ägyptenthema und den Ausgrabungen im Tal der Könige - die Position der Frau in der Weimarer Republik. Emmi und Alma sind sehr moderne Frauen. Muss man wirklich die Arbeit nach der Hochzeit aufgeben? Ist ein Leben als Hausfrau erstrebenswert? Welcher neuen Möglichkeiten eröffnen die gerade erfundenen Verhütungsmittel? Darum geht es an vielen Stellen des Romans, ohne dass die Fragen abschließend geklärt werden.
Der Schreibstil der Autorinnen ist angenehm leicht zu lesen und lässt die Leser:innen schnell in die Geschichte eintauchen. Allerdings wurde für meinen Geschmack manchmal zu viel erklärt. Die Andeutungen zwischen den Zeilen oder Sprachspiele erkenne ich auch, ohne vom Erzähler darauf hingewiesen zu werden. Deutlich positiver fallen da die zeittypischen Ausdrücke ("Mir ist ganz blümerant") ins Gewicht.
Ein großes Manko besitzt der Roman dann doch: Bei allen Recherchen und (im Nachwort begründeten) künstlerischen Abweichungen von der Historie kommt der Kriminalfall viel zu kurz. Das beginnt schon damit, dass der tote Tenor dem Leser ziemlich egal ist und die Motivation, seinen Tod aufzuklären, eher gering. Die Ermittlungen laufen eher im Hintergrund, andere Themen wie Almas Liebschaft oder die Streitigkeiten auf dem Amt drängen dem gegenüber viel mehr in den Vordergrund. Einige der Figuren, die mit dem Mord zu tun haben, sind recht nett angelegt. Aber auch hier steht eher die Figur selbst als der Krimi im Fokus. Die Aufklärung am Ende ist dann auch reichlich konstruiert und so bleibt das Gefühl: Dieses Buch habe ich wegen der Atmosphäre gelesen - nicht wegen des Falls.
Im Hauptpostamt steckt Alma Verbindungen zusammen, in ihrer Freizeit betätigt sie sich als Hobbydetektivin: Das "Fräulein vom Amt"ermittelt in Charlotte Blums gleichnamigem Roman in der Kurstadt Baden-Baden. Mit ihrem Sinn für Unabhängigkeit und ihrer Neugier ist sie eine geistige Verwandte der Berliner Hebamme Hulda Gold, der Protagonistin einer anderen historischen Krimiserie. Auch das Fräulein vom Amt lebt in den vielleicht nicht gar so goldenen 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und ist für damalige Verhältnisse recht emanzipiert.
Alma liebr ihre berufliche Unabhängigkeit - und das bringt sie ganz schön in Bedrängnis. Denn obwohl sie dem gutaussehenden Kommissar Ludwig Schiller, mit dem sie schon in der Vergangenheit zusammengearbeitet hat, ausgesprochen zugetan ist, hat sie mit ihm Schluss gemacht. Denn als verheiratete Frau müsste sie ihren Beruf aufgeben - und das will sie auf gar keinen Fall. Auf die Liebe zu verzichten, ist aber auch nicht so leicht, vor allem, da ihre Freundin und Mitbewohnerin Emmi einen ziemlichen Männerverschleiß hat und selbstbewusst ihre Amouren pflegt. Wenn Alma es sich doch auch so leicht machen könnte!
Vorerst aber frönen die beiden jungen Frauen wie die meisten anderen Menschen im Baden Baden des Jahres 2024 dem Pharaonenrausch, der sich mit der Entdeckung des Grabs des Tutenchamun auch in den Südwesten der Republik ausgebreitet hat. Als kurz nach einer Aida-Aufführung im Kurhaus der Ramses-Darsteller mit eingeschlagenem Schädel gefunden wird, fängt Alma an zu ermitteln. Denn tatverdächtig ist ein mit Emmi befreundeter Filmvorführer, der eifersüchtig auf deren Flirt mit dem Tenor reagiert hat. Doch ist er auch ein Mörder? Welche Geheimnisse hat die schöne Aida-Darstellerin, und wieso hatte der Tenor so ein Interesse an den altägyptischen Replikas, die während des Themen-Balls im Kurhaus ausgestellt waren?
Für eine heitere Note sorgen unter anderem Almas Großmutter, die geistig noch fest in der Kaiserzeit und ihren Regeln verwurzelt ist, während Theaterintrigen und das exaltierte Verhalten des künstlerischen Direktors Anlass zu allerlei Tratsch in Baden Baden geben.
Als Krimi hat mich das "Fräulein vom Amt" weniger überzeugt, mir war schon früh klar, in welche Richtung sich der Plot entwickeln würde. Liebhaberinnen historischer Frauenromane, die auch ein bißchen Spannng mögen, werden das Buch aber sicherlich genießen. Das Zeitkolorit ist gelungen eingefangen, konzentriert sich aber ganz überwiegend auf das gehobene Bürgertum. So hat Almas Mutter eine Waschmaschine - das spricht zwar für ihre Aufgeschlossenheit gegenüber der technischen Moderne, war in den 20-er Jahren aber sicher noch alles andere als selbstverständlich. Am Rande zeichnen sich auch im beschaulichen Baden-Baden die anbrechenden politischen Konflikte und das Emporkommen der Nationalsozialisten ab.
Das Fräulein vom Amt ermittelt in ihrem 2. Fall auf dem Ägyptenball
Baden-Baden, 1924. Im Kurhaus wird die Oper "Aida" aufgeführt mit anschließender Premierenfeier, auf der jedoch der Tenor ermordet aufgefunden wird - mit einer Requisite aus dem beliebten Nil-Thema, die sämtliche Räumlichkeiten zieren, erschlagen. Die Telefonistin Alma Täuber war auch zu Gast auf der Feier, da ihre Freundin Emmi Wolke die Feierlichkeit mit der Blumendekoration ausgestattet hat. Deren eifersüchtiger Freund wird zum Hauptverdächtigen, da Emmi mit dem Tenor geflirtet hat. Doch Emmi weiß: August war es bestimmt nicht! Sie überzeugt Alma, wieder zu ermitteln, da sie eine hervorragende Kombinationsgabe hat, die ich schon im ersten Teil sehr mochte.
Doch in diesem Band kommt die Spannung leider etwas zu kurz; und auch über einige Dinge habe ich mich gewundert - v.a. die Frage, warum der künstlerische Leiter ein einziges originales Artefakt zwischen lauter Repliken beim Ägyptenball zur Dekoration benutzt hat?
Doch ansonsten wird man wieder durch die gute Zusammenarbeit von Alma und Emmi unterhalten; das Private kommt nicht zu kurz (Almas Gefühle zu Kriminalkommissar Ludwig Schiller werden stärker) - hier bekommt man jedoch sehr gut die innere Zerrissenheit vieler Frauen zur damaligen Zeit vor Augen geführt: sich für die Liebe (also Ehe und das damit verbundene Verbot zur Arbeitsausübung) entscheiden - oder doch für einen erfüllenden Job? Ich bin wirklich froh, in der heutigen Zeit zu leben. Dann bekommt man natürlich auch hautnah und immer wieder die nahende Bedrohung durch die Nationalsozialisten mit; und die damalige Vernarrtheit auf alles, was mit Ägypten zu tun hat (nicht nur Mumien, auch Kunstraub, Mumienparties und der Irrglaube von Mumienstaub als Allheilmittel), sowie die Eifersüchteleien und Dramen Backstage eines Opernensembles.
Fazit: Historischer Cosy Crime in der Kurstadt Baden-Baden mit viel Ägypten-Flair und zwei taffen Mädels vom Amt, der sehr gut unterhält, jedoch nicht ganz an den ersten Band herankommt.
Baden-Baden, 1924. Das Fräulein vom Amt, Alma Täuber ist wie ihre Freundin Emmi und eigentlich ganz Baden-Baden im Ägyptenfieber. Alles könnte so schön sein, doch dann gibt es einen Toten und die Polizei steht bei den Freundinnen vor der Tür und es dauert nicht lange bis Alma mitten in ihren Ermittlungen steckt. Der Fall beginnt brisant und Emmi ist quasi indirekt mitten im Geschehen. Alma leidet mit ihrer Freundin und verspricht ihr wieder zu ermitteln, zwei Jahre nachdem sie die ersten Ermittlungen abgeschlossen hat.
Mir hat der Teil auch wieder gefallen, aber es fehlte ein wenig der letzte Kick – im direkten Vergleich mit Teil eins war dieser doch etwas langatmiger und nicht so super spannend, wie ich es nach dem ersten, gigantischen Teil erwartet hätte. Aber dennoch gefiel mir das Buch, der Fall war auch nicht übel – nur zog es sich irgendwie ein bisschen. Es wirkte nicht so rund, wie es beim ersten Mal noch der Fall war. Gut eingefangen haben die Autorinnen wieder den Zeitgeist und das war wirklich richtig interessant, auch das Setting ist toll, denn es müssen nicht immer Berlin, Hamburg oder Köln sein. Gerade die gesellschaftlichen Normen und die Kultur kommen nicht zu kurz, aber vielleicht haben die Autorinnen für mich persönlich das Rad überdreht?! Gepasst hat allerdings die Portion Humor und die Freundschaft zwischen Emmi und Alma hat mir richtig gut gefallen. Während ihrer Ermittlungen trifft Alma wieder auf Ludwig und es wird die alte Frage aufgeworfen: Wird Alma ihren Gefühlen nachgeben und entsprechend den damaligen Konventionen ihre Unabhängigkeit aufgeben oder behält sie lieber ihre Eigenständigkeit? Und auch wenn ich den einen oder anderen Kritikpunkt hatte, freue ich mich auf den nächsten Teil und werde ihn wieder lesen, aber in der Hoffnung, dass es wieder etwas turbulenter und spannender wird, als dieses Mal.
Gelungener zweiter Band, einer tollen historischen Krimireihe
Im Vergleich mit dem ersten Band hat mir „Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus“ der Autorin Charlotte Blum sogar noch etwas besser gefallen. Im Buch gibt es zunächst ein Wiedersehen mit allen bereits liebgewonnenen Charakteren. Um die Beziehungen untereinander gut zu verstehen, sollte zunächst der erste Band gelesen werden, für den Fall an sich ist dies aber nicht unbedingt notwendig. Erneut erschafft die Autorin eine äußerst gelungene Mischung aus historisch interessanten Details, einer liebenswerten, wie auch eigensinnigen Heldin und einem durchdachten und spannenden Kriminalfall. Dabei stehen Almas Ermittlungen eindeutig im Mittelpunkt der Handlung, was mir gut gefiel. Sie behauptet dabei ihre Selbständigkeit und ihr titel-gebender Beruf ist dabei wiedermal von nutzen. Auch mit Kriminalkommissar Ludwig gibt es eine erneute Zusammenarbeit, auch wenn diese nicht ganz so eng wie zuvor ausfiel. Neben dem durchdachten Fall macht aber auch das weitere „Drumherum“ einfach nur Spaß! Diesmal befindet sich Baden-Baden im Ägyptenfieber und der damalige Zeitgeist wird trefflich wiedergegeben. Der Schreibstil liest sich durchgängig angenehm spritzig und erweckt sowohl die Geschehnisse, als auch die Protagonist:innen zum Leben. Das Tempo geht flott voran, wobei es so manche überraschende Wendung zu entdecken gibt und die Auflösung bis zuletzt geheimnisvoll bleibt. Miträtseln macht hier auf jeden Fall Spaß und ist eine kleine Herausforderung. Mich konnte dieser großartige Kriminalroman auf jeden Fall bis zur letzten Seite fesseln und begeistern. Darum vergebe ich gerne 5 Sterne und eine große Leseempfehlung!
Auch der zweite Teil hat mich wieder schwer begeistert. Mit Freude und lebendigem Erzählstil schaffen es die Autorinnen den Leser sofort in die Zeit zu katapultieren. Eine Zeit, in der Frauen aufhören mussten zu arbeiten, wenn sie verheiratet waren, in der Kondome der neueste Schrei waren und die Zeit alles andere als einfach. Automobile gab es wenige, dafür umso mehr Klassenunterschiede. Alma kommt gut zurecht und liebt ihren Job als Fräulein vom Amt, und sie liebt Ludwig, auch wenn sie noch nicht weiß, was die Zukunft bringen wird. Heiraten kann sie ihn nämlich nicht, dann wäre sie ihren Job los, und das kann sie sich nicht vorstellen. Außerdem natürlich wieder dabei: Wirbelwind Emmi und diverse Verehrer derselbigen. Wer historische Romane liebt, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen, die Zeit ist ganz vorzüglich eingefangen, zudem gibt es noch einen sehr spannenden Kriminalfall, mit weitreichenden Verbindungen nach Ägypten. So hat das Buch wieder viele verschiedene Facetten. Mondän durch die Veranstaltungen mit ägyptischem Bezug, spießig durch die Gesetze, die damals für Frauen galten, spannend durch Almas Einmischungen in die Polizeiarbeit und lustig durch Emmi. Beste Freundin ever. Alle Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und was ich an diesem Buch so zauberhaft finde, dass alle Hauptcharaktere zu den Guten gehören. Sie leben, lieben und kämpfen in ihrer Zeit und beim Lesen wünscht man sich einfach nur dabei sein zu dürfen. Ich liebe diese Reihe und habe mit Freude festgestellt, dass es einen dritten Teil geben wird . Juhu und danke. Fazit: Absolute Leseempfehlung für alle die historische Kriminalromane mögen !!
Band 1 hat mir schon sehr gut gefallen, und Band 2? Ich fands klasse!!!
Das Autorenpaar Charlotte Blum hat einfach einen tollen Schreibstil. Aufbau klar und logisch, die Sprache passend zur Zeit der 1920er. Es passt einfach unglaublich gut. Es ist stimmig und an die Zeitepoche angepasst. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, mitten in den Golden Twenties in der Kurstadt Baden dabei zu sein.
Die Thematik Ägyptologie fasziniert mich schon lange und ich fand es super, wie es hier umgesetzt wurde. Dieses Ägyptenfieber haben die beide Autorinnen wirkliche sehr spannend verarbeitet und dem Krimi wurde das gewisse Etwas verliehen.
Die Protagonistin Alma Täuber, oder auch Täubchen genannt, gefiel mir im ersten Teil der Reihe schon sehr und auch hier wurde sie mir wieder ein bisschen mehr sympathisch. Eine clevere, junge Frau, die es in einer solchen Zeit mit vielen Neuerungen und Veränderungen zu tun hat. Eine Welt im Umbruch.
Und natürlich ist auch Wölkchen wieder mit dabei, bringt sogar den ganzen Fall erst ins Rollen. Einen wirklich tolle Nebenfigur, die perfekt zu Alma passt.
Der Kriminalfall hat ein gutes Konstrukt.
Eine super Fortsetzung der Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf einen weiteren Fall im Baden der 1920er.
Fräulein vom Amt - Die Fortsetzung Das Cover ist, durch den Kontrast zwischen schwarz-weiß und türkis, wieder ein richtiger Hingucker. Zum Inhalt, das Autorinnenduo entführt uns wieder in das Baden-Baden der 20 er Jahre. Diesmal in die Zeit des Ägyptenfiebers. Im Kurhaus wird Aida aufgeführt und am Ende der Premierenfeier ist der Tenor tot. Pikanterweise hatte "Wölkchen" mit ihm angebändelt und ihr Verehrer August gerät unter Mordverdacht. Selbstverständlich beginnt Alma wieder zu ermitteln. Die lieb gewonnenen Figuren aus Band 1 sind auch jetzt wieder präsent. Ludwig, die Kolleginnen vom Amt und Almas Familie. Geschickt verbinden die Autorinnen den Zeitgeist mit der Krimihandlung. Technischer Fortschritt, die Rolle der Frau und die politische Entwicklung dieser Zeit werden thematisiert. Es ist wieder ansprechend geschrieben und macht Spaß zu lesen. Und trotzdem ist der 2.Band ein wenig schwächer als der 1. Der Kriminalfall ist diesmal nicht ganz so spannend und schwungvoll inszeniert. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen ein wenig im Sande und es wirkt zeitweise etwas konstruiert. Trotzdem ist es gute Unterhaltung und ich bin gespannt auf Band 3.
Der zweite Band der Reihe um die Telefonistin Alma Täuber spielt in Baden-Baden im Jahr 1924. Einheimische und Touristen geraten in große Begeisterung für das alte Ägypten, als die Oper Aida aufgeführt und geschickt mit einer Ausstellung und einem passenden Ball verknüpft wird. Als der Tenor jedoch erschlagen wird, ist Alma bald wieder mitten drin in den Ermittlungen, da ihre Freundin Emmi kurz vor seinem Tod stark mit ihm geflirtet hatte. Natürlich begegnet sie bei ihren Nachforschungen auch dem Kriminalkommissar Ludwig Schiller wieder. Die Erwähnung der Namen macht deutlich, dass die Kenntnis des ersten Bandes vorausgesetzt wird, sonst sind manche Zusammenhänge nicht ersichtlich. Leider bietet der neue Band nicht viel Neues über die Hauptpersonen und auch die Art des Ermittelns mit Alleingängen von Alma, die durchaus gefährlich sind, kam mir sehr bekannt vor. Die goldenen Zwanziger mit ersten Anzeichen des politischen Umschwungs und die deutsche Begeisterung für die Entdeckung des Pharaonengrabes ist allerdings sehr lebendig geschildert.
Gelungene Fortsetzung "Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus" ist der zweite Band der Krimiserie aus der Feder des Autorinnenduos, das sich hinter dem Pseudonym Charlotte Blum verbirgt. Auch in dieser Geschichte wird die junge Telefonistin Alma Täuber eher wider Willen in die Ermittlungen rund um einem Mordfall verwickelt. Erneut erhalten wir einen überzeugenden Einblick in das Zeitgeschehen: ganz Baden Baden ist im Ägyptenfieber, ausgelöst durch eine Aida-Aufführung und ein rauschendes Permierenfest. Die Diskussionen um "moderne Kleider" aber auch um Damensport, bringen den Leser einerseits zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken: was uns heutzutage selbstverständlich erscheint, war 1924 teils noch skandalös - körperliche Ertüchtigung für Frauen und der Einsatz moderner Haushaltsgeräte wie einer Waschmaschine... Und vor die Wahl gestellt zu werden, ob man als Frau heiratet oder einen Beruf ausübt, ist auch aus heutiger Sicht erschreckend. Insofern freue ich mich darauf, Alma Täubers Leben in einem weiteren Buch zu verfolgen!
Zwei Jahre sind vergangen, seit Alma Täuber unfreiwillig im Fall einer Toten in Baden-Baden ermittelt hat. Während sich die Weimarer Republik langsam von der Inflation erholt, ist Almas Heimatstadt im Ägyptenfieber. Schließlich wird die Oper Aida in der Stadt aufgeführt und das mit Starbesetzung. Drum herum organisiert die Kurverwaltung thematisch passende Bälle und Modenschauen. Nildgrün und Gold changieren zur Farbe der Saison. Doch nach der erfolgreichen Opernvorstellung trübt sich die ausgelassene Stimmung als der Tenor tot auf den Treppen des Kurhauses gefunden wird. Ob der Verehrer von Almas bester Freundin Emmi etwas mit dem Mord zu tun haben könnte? Der war wenig begeistert davon, dass Emmi nur noch Augen für den Sänger hatte.
Die beiden Autorinnen, die sich hinter dem Pseudonym Charlotte Blum verbergen, haben auf für den zweiten Teil ihrer Krimireihe ganze Arbeit geleistet. Wie auch schon im ersten Band finden sich zahlreiche Anspielungen auf die Goldenen Zwanziger, sei es mit Musiktiteln oder der Miele 50, die laut knatternd die Wäsche der Familie Täuber wäscht. Sogar ein Glossar findet sich im Anhang, wo diese Referenzen genauer beschrieben sind. So gelingt es den Frauen, die Atmosphäre der 20er aufleben zu lassen. "Der Tote im Kurhaus" ist ein richtiger Cody-Krimi, in dem die Atmosphäre im Vordergrund steht. Alle liebgewonnenen Figuren der Reihe treten wieder auf. Die quirlige Emmi, die strenge Großmutter und der modebegeisterte Blumenhändler Baer sind wieder mit von der Partie. Wer sich also mit Emmi an den fiktiven Kaffeetisch setzen möchte, kommt auch hier wieder voll auf seine Kosten.
Auch die politischen Geschehnisse des Jahre 1924 lassen die Autorinnen einfließen. Der Hitlerputsch ist noch in aller Munde, Anhänger seiner Ideologie finden sich auch unter den Fräuleins vom Amt. Die Zeitungen berichten über die Verhandlungen zum Ruhrgebiet. Im Fokus steht dieses Mal - neben dem Ägyptenthema und den Ausgrabungen im Tal der Könige - die Position der Frau in der Weimarer Republik. Emmi und Alma sind sehr moderne Frauen. Muss man wirklich die Arbeit nach der Hochzeit aufgeben? Ist ein Leben als Hausfrau erstrebenswert? Welcher neuen Möglichkeiten eröffnen die gerade erfundenen Verhütungsmittel? Darum geht es an vielen Stellen des Romans, ohne dass die Fragen abschließend geklärt werden.
Der Schreibstil der Autorinnen ist angenehm leicht zu lesen und lässt die Leser:innen schnell in die Geschichte eintauchen. Allerdings wurde für meinen Geschmack manchmal zu viel erklärt. Die Andeutungen zwischen den Zeilen oder Sprachspiele erkenne ich auch, ohne vom Erzähler darauf hingewiesen zu werden. Deutlich positiver fallen da die zeittypischen Ausdrücke ("Mir ist ganz blümerant") ins Gewicht.
Ein großes Manko besitzt der Roman dann doch: Bei allen Recherchen und (im Nachwort begründeten) künstlerischen Abweichungen von der Historie kommt der Kriminalfall viel zu kurz. Das beginnt schon damit, dass der tote Tenor dem Leser ziemlich egal ist und die Motivation, seinen Tod aufzuklären, eher gering. Die Ermittlungen laufen eher im Hintergrund, andere Themen wie Almas Liebschaft oder die Streitigkeiten auf dem Amt drängen dem gegenüber viel mehr in den Vordergrund. Einige der Figuren, die mit dem Mord zu tun haben, sind recht nett angelegt. Aber auch hier steht eher die Figur selbst als der Krimi im Fokus. Die Aufklärung am Ende ist dann auch reichlich konstruiert und so bleibt das Gefühl: Dieses Buch habe ich wegen der Atmosphäre gelesen - nicht wegen des Falls.
Hm. Ich bin zwiegespalten. Zum Einen mag ich als Ex-Wahl-Baden-Badener die Kulisse. Und auch die Charaktere sind charmant. Plus: die Autorinnen scheinen gute Recherchearbeit geleistet zu haben.
Zum Anderen hat mich die Story nicht wahnsinnig gepackt. Und ich empfand manche Handlungen als etwas realitätsfern.
Fazit: Nicht schlecht. Aber es hat mich auch nicht sonderlich gecached.
Hat mich leider etwas weniger gecatcht als der erste Band, aber die gleichbleibend gelungene Atmosphäre macht es trotzdem zu einem lesenswerten Krimi. Ich werde mir auch den nächsten Band holen, wenn er rausbekommen ist.
Wie der erste Band hat mir auch dieser insgesamt ganz gut gefallen, aber hier gab es doch einige Dinge die mich gestört haben. Ich bin noch nicht sicher, ob ich die Serie weiterverfolgen werde.
Ich hab mich schon sehr auf dieses Buch gefreut, schließlich habe ich bereits Band 1 sehr gemocht. In Band 2 geht es ähnlich weiter. 2 Jahre sind seit dem letzten Fall vergangen, und das Fräulein Täuber arbeitet immer noch am Amt. Sie lebt weiter mit ihrer besten Freundin zusammen. Doch während Emmi einem Mann nach dem anderen den Kopf verdreht, gehört das Herz von Alma immer noch Ludwig, dem sie einen Korb gegeben hat. Beide gehen zu einer Gesellschaft in Baden Baden anlässlich der Premiere von Aida, bei der der Tenor stirbt. Als Emmas Liebster dafür verhaftet wird, bittet Emma Alma um ihre Hilfe. Alma beginnt unauffällig zu ermitteln - wodurch sie auch Ludwig wieder begegnet. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf viele Bekanntschaften der Menschen auf der Gesellschaft in der Vergangenheit...
Mir hat Band 2 sehr gut gefallen. Wieder schafft es die Autorin, das Gefühl der Zeit ebenso einzufangen wie das Flair der Kurstadt. Durch die unterschiedlichen Charaktere werden auch gesellschaftliche Diskrepanzen witzig und stimmig umgesetzt. So steht die Großmutter Almas für die Generation, die mit den Neuerungen der Zeit nicht mitgehen möchte und sich an der Moral der "Jungen" stößt. Die Kollegen der Kommissariates stehen für die unterschiedlichen politischen Strömungen der Zwischenkriegszeit, die Fräuleins vom Amt für die jungen Frauen, die sich in gewisser Weise emanzipieren wollen usw. Dieses Flair, das dadurch aufgebaut wird, macht für mich das Buch aus und führt unvergesslich in die Zwischenkriegszeit ein. Für mich faszinierend war auch, wie die Autorin die Archäologie einfließen lässt und damit auch moderne Fragen dazu den Protagonisten in den Mund legt. Sehr spannend gemacht- ein wirklich aufregender historischer Krimi!