Terror, Krieg und Dauerkrisen: In den Nachrichten bekommen wir den Eindruck, die Menschheit steht am Abgrund. Florian Vitello ist überzeugt: Diese Form der Berichterstattung macht krank und verzerrt unsere Wahrnehmung, denn die Welt ist eigentlich viel besser! In »Good News« erklärt er, wie wir mithilfe des Positiven Journalismus falsche Schwarzmalerei enttarnen, wieder stärker das Gute sehen und durch einen gesunden Medienumgang achtgeben auf uns selbst und unsere Umwelt.
Ich hatte etwas Angst, dass das Buch in Richtung toxische Positivität geht, aber tatsächlich kritisiert es diese, ebenso wie Verdrängung und ähnliche Dinge. Der Fokus liegt vor allem auf einem gesünderen und gezielterem Umgang mit Medienkonsum. Außerdem werden reißerische Formate kritisiert und dessen Nutzen infrage gestellt. Es wird Intersektionalität thematisiert und dass nicht jeder mit dem gleichen Erleben durch die Welt geht.
Ein paar Dinge in diesem Buch fand ich schwierig, aber insgesamt wurden auch die u einem späteren Zeitpunkt reflektiert. Zum Beispiel wird im ersten Teil des Buches darauf eingegangen wie ständiger Stress krank machen kann, auch physisch und auch Krebsrisiko kam zur Sprache. Bei solchen Aussagen bin ich immer sehr vorsichtig, weil Leute schnell dazu neigen kranke Menschen für ihre Krankheit verantwortlich zu machen weil diese nicht positiv genug eingestellt seien. Später im Buch wurde genau das aber kritisiert. Ein Beispiel von vielen.
Insgesamt hatte ich den Eindruck dass es eher um Ausgewogenheit und Nutzen von Nachrichten ging, die dazu da sind sich zu informieren und manchmal auch zu mobilisieren - anstatt nur den Medienschaffenden zu nützen, sollten sie der Sache nützen und die Demokratie schützen. Ebenso unsere eigene Energie müssen wir schützen, wenn wir Ziele erreichen, Aktivismus machen und anderen Helfen wollen.
Insgesamt ganz lesenswert und ich brauchte es wohl, da ich teils mental etwas abgeraucht bin letztes Jahr, unter anderem durch doomscrolling und katastrophieren. Ich habe meinen Umgang mit Nachrichtenkonsum seitdem schon selbst etwas verändert und lese mir Beiträge und Bücher in bestimmten Momenten durch. Aber das Buch hat noch einige Denkansätze geliefert.
Joa ganz nice. Hier und da paar interessante Sachen, allerdings ging's mir zu sehr um den Journalismus an sich, wofür ich mich leider kaum interessiere. Ich schaue kaum Nachrichten und online Artikel lese ich fast gar nicht, Journalismus ist für mich nicht so interessant, aber wer da Bock drauf hat zu erfahren wie gute Berichterstattung aussieht bzw warum nur negative destruktive Nachrichten schlecht sind, wird hier fündig. Meiner Meinung nach ergibt sich das alles schon aus ein bisschen gesunden Menschenverstand, aber wenn man viel auf social Media unterwegs ist und wenig im Real Life dann ist das schon ganz nice, so zum Abstand gewinnen und Mal reflektieren was man sich so reinzieht und vllt auch warum man dadurch psychisch negativ beeinflusst wird.
Gut und interessant aufgearbeitet, warum Nachrichten sich so stark auf negatives und Skandale fokussieren und warum wir dringend auch die positiven Impulse brauchen. Kein Wow-Effekt aber ein gutes und ehrlich Buch, das wichtige Impulse liefert um den eigenen Nachrichten-Konsum zu reflektieren.
Sehr reflektiertes Buch, welches ganz klar darstellt das nichts ganz schwarz oder ganz weiß ist. Mit manchen Stellen konnte ich nicht so viel Anfangen, daher keine vollen 5 Sterne