Vom Aufwachsen in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Mit unwiderstehlicher Kraft erzählt Stefanie de Velasco in ihrem zweiten Roman von einer unbekannten Welt und dem Emanzipationsprozess einer jungen Frau, der sämtliche Fundamente zum Einstürzen bringt. Ein ostdeutsches Dorf kurz nach der Wende. Die junge Esther wurde über Nacht aus ihrem bisherigen Leben gerissen, um hier, in der alten Heimat ihres Vaters, mit der Gemeinschaft einen neuen Königreichssaal zu bauen. Während die Eltern als Sonderpioniere der Wachtturmgesellschaft von Haus zu Haus ziehen, um im vom Mauerfall geprägten Osten zu missionieren, vermisst Esther ihre Freundin Sulamith schmerzlich. Mit Sulamith hat sie seit der Kindheit in der Siedlung am Rhein alles die Fresspakete bei den Sommerkongressen, die Predigtdienstschule, erste große Gefühle und Geheimnisse. Doch Sulamith zweifelt zunehmend an dem Glaubenssystem, in dem die beiden Freundinnen aufgewachsen sind, was in den Tagen vor Esthers Umzug zu verhängnisvollen Entwicklungen führt. Während Esther noch herauszufinden versucht, was mit Sulamith geschehen ist, stößt sie auf einen Teil ihrer Familiengeschichte, der bislang stets vor ihr geheim gehalten wurde.
Wenn man kein Teil der Welt ist, dann gehört man wohl nicht zum normalen Leben dazu. In diesem Buch von Stefanie De Valesco geht es um zwei pubertierende Mädchen, die in einer besonderen Gemeinschaft groß werden. Die der Zeugen Jehovas. Und da gehört man eben nicht zu der normalen Bevölkerung. Die Menschen in dieser Glaubensgemeinschaft grenzen sich selber aus und warten auf Harmagedon, auf das Ende der Welt und nur eine geringe Anzahl Gläubiger werden im Paradies leben. So lange glaubt man an das, was in ihrer Bibel steht.
Soweit so gut. Unsere Mädchen werden also bei den Zeugen Jehova groß, halten artig ihre Bibelstunden und Treffen im Königreichssaal ab. Sie befolgen die Gesetze, die die Gemeinschaft festgelegt hat und glauben an Jehova. Satan ist in fast allem Weltlichen. Geburtstage, Weihnachten und co werden nicht gefeiert. Aber die Mädchen werden erwachsen und gehen zudem in eine weltliche Schule, treffen dort andere Jugendliche, die sie wegen ihrem Glauben zeitweise sogar aufziehen. Und dann passiert es, dass sich eines der Mädchen auch noch in einen Weltlichen verliebt. Plötzlich fangen die Freundinnen an zu hinterfragen. Stimmt denn das alles was die Brüder und Schwestern ihnen da die ganze Zeit erzählen? All das hat am Ende fatale Folgen.
Die Erzählerin, ist Esther, eine der beiden Mädchen. Sie erzählt in einer recht bildhafter Weise von ihrem Leben und ihrer Freundschaft mit Sulamith. Sulamith ist diejenige, die sich besonders von der Glaubensgemeinschaft abkehrt. Lidia, Sulamiths Mutter, kommt damit gar nicht klar und hat Angst, dass ihre Tochter aus der Vereinigung ausgeschlossen würde. Was heißen würde, dass keiner mehr mit dem Mädchen redet, sie förmlich unsichtbar wäre. Esther ist hin und her gerissen. Einerseits bemerkt sie auch Unstimmigkeiten in ihrem Leben, trotzdem weiß sie nicht, wie sie sich daraus befreien könnte. Die große Gemeinschaft ist gleichzeitig eine Familie, die füreinander da ist. Erst als Sulamith aktiv wird, fängt auch Esther an „aufmüpfig“ zu werden.
Was mich bewegt hat Mich hat das Buch sehr bewegt. Die beiden Mädchen leben in einer Welt, die ich so nicht kenne. Welche Gesetze die Glaubensschwestern und -brüder befolgen müssen, musste ich erst einmal erforschen. Kritisch las ich, was ich im Internet über die Zeugen Jehova fand. Ein Glauben, den ich nur von den Hausierern und Zeitungsverteilern in meiner Stadt kenne. Einerseits sah ich tatsächlich Positives in der Glaubensgemeinschaft. Aber immer wieder stieß ich auf Dinge, die ich nicht gutheißen mag. Am Ende ist aber jeder für sich selbst verantwortlich. Nur sind es wieder die Kinder, die in den Glauben gepresst werden. Eine eigene Entscheidung ist nur möglich, wenn sie sich von ihrer Familie abkehren. Und wer hat schon die Stärke auf seine Lieben gänzlich zu verzichten?
Deutschland, kurz nach dem Mauerfall: Esther ist 16 und gerade mit ihren Eltern von einem urigen Himbeerhof im Westen in ein kleines Dorf im Osten umgezogen. Es soll ein Neuanfang für sie sein, doch was in der alten Heimat geschah, lässt sich nicht so leicht aus Esthers Kopf streichen - auch wenn ihre Eltern so tun, als wäre nie etwas passiert, als hätte es ihre beste Freundin Sulamith nie gegeben. Doch die Geschehnisse lassen Esther nicht los, sie haben sie in ihren Grundfesten erschüttert und einen Zweifel in ihrem Glauben an Jehova gesät.
Stefanie de Velasco erzählt in ihrem Roman "Kein Teil der Welt" eine erschütternde Geschichte von fanatischem Glauben und vom Aufwachsen in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehova. Ich denke, wir kennen sie alle - sie haben an unseren Türen geklopft, uns auf der Straße angesprochen, wir haben sie beim Einkaufen in den Innenstädten mit ihren Plakaten, Heften und Bibeln gesehen. Früher habe ich mich vor den Zeugen Jehova sehr gefürchtet, eine ältere Dame hat mich häufig auf dem Heimweg von der Schule abgefangen und wollte mir ihren Glauben näher bringen - als Kind fand ich das extrem gruselig. Neben der Angst existierte in meinem Kopf aber auch schon immer eine gewisse Faszination für den Glauben dieser Menschen - daher war dieses Buch genau die richtige Lektüre für mich.
Die Protagonistin Esther wird als Tochter von zwei Zeugen Jehovas geboren, von Geburt an lebt sie also mit dem Glauben an Jehova, an das bevorstehende Harmagedon und das Paradies, feiert keine weltlichen Feste, trägt einen Ausweis, damit ihr bei einem Unfall kein Blut gespendet wird, lehnt die Evolutionstheorie ab - und lebt in der "Wahrheit". Mich hat es beim Lesen häufig regelrecht gegruselt, ich habe Esthers Eltern und diese Sekte zutiefst verurteilt. Doch Stefanie de Velasco arbeitet in ihrem Roman auch heraus, dass eben nicht alles schwarz und weiß ist, dass es in der für Esther doch sehr beengten Welt auch schöne Seiten in den unglaublichsten Momenten gibt.
Sehr gelungen fand ich, dass die Autorin mit ihrem Buch auch auf die Verfolgung der Zeugen Jehovas während des Zweiten Weltkriegs und die fast unmögliche Ausübung ihres Glaubens in der DDR aufmerksam macht. Ich hatte mich damit zuvor nie beschäftigt.
Mehr möchte ich an dieser Stelle garnicht über den Roman verraten - am besten ihr findet einfach selbst heraus, weshalb sich Esther nicht als Teil der Welt fühlt und was mit ihrer besten Freundin passiert ist. Mich hat die Geschichte sehr berührt, erschreckt und auch fasziniert. Zudem mutet "Kein Teil der Welt" sehr authentisch an, was wohl daran liegt, dass Stefanie de Velasco selbst als Zeugin Jehovas aufgewachsen ist und mit 15 Jahren die Glaubensgemeinschaft verlassen hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
„Kein Teil der Welt“ hat es mit seiner mitreißenden Geschichte in die Top 3 meiner gelesenen Bücher dieses Jahr geschafft! Auch wenn ich schon viele Dokumentationen über die Zeugen Jehovas gesehen habe, hat dieses Buch mit so vielen für die Glaubensgemeinschaft selbstverständlichen Handlungen und Regeln mir wahnsinnig spannende Einblicke in den Glaubensalltag geboten. Diese Welt aus den Augen von zwei jungen Frauen zu sehen, die diese auf eine unterschiedliche Art hinterfragen, war sehr interessant und hatte einen unglaublichen Sog. Zudem ist der Schreibstil sehr angenehm und die Erzählweise teilweise sehr malerisch.
"Deswegen isst jede Puppenmama den Brei am Ende selbst, deswegen aßen die Israeliten all die geopferten Tauben und Lämmer am Ende selbst. Ein Leben lang versuchen, einer Puppe das Essen beizubringen, das ist Glaube."
Es gibt nur wenige Bücher, die stark anfangen und sich trotzdem von Kapitel zu Kapitel steigern. "Kein Teil der Welt" gehört dazu, und obwohl ich hier mit vom Weinen geschwollenen Augen sitze, könnte ich nicht zufriedener sein.
Denn Stefanie de Velasco erzählt in nüchternem Ton und doch immer wieder wunderschönen, bildhaften Sätzen und Worten die Geschichte einer jungen Frau, die von Geburt an den Zeugen Jehovas angehört, und deren besten Freundin. Wir erleben in Rückblenden, wie Esther und Sulamith sich kennenlernen, wie sie aufwachsen und in einer Welt leben, die - wie es in der Inhaltsangabe so schön formuliert ist - "mitten in der unsrigen existiert und dennoch kein Teil von ihr ist".
Esther und ihre Eltern sind vor kurzem von Geisrath am Rhein überstürzt nach Peterswalde - den Geburtsort von Esthers Vater - gezogen, um dort die Gunst der Stunde (nämlich die Nachwendezeit) zu nutzen und neues Leben in die dortige Gemeinde der Zeugen Jehovas zu bringen.
Von Anfang an wird klar, dass Esther Sulamith wahnsinnig vermisst. Sie hat heimlich Kleidung von Sulamith mitgenommen, um weiterhin ihren Duft atmen zu können, sie denkt täglich an Sulamith, aber was mit Sulamith geschehen ist, das werden wir erst nach und nach im Verlauf des Buches erfahren. Esther gibt selbst an einer Stelle des Buches zu: "Als Kind wunderten mich solche Geschichten nicht".
Es ist Sulamith, die zunächst rebelliert. Sie stellt Fragen, forscht. Sie legt einen faulen Apfel zu gesunden Äpfeln, um zu überprüfen, ob er wirklich die anderen Äpfel ansteckt, wie es in der Bibel steht, und stellt ihre Mutter und Esthers Eltern zu Rede, als das nicht passiert. Es ist Sulamith, die anfängt, die Regeln in Frage zu stellen. Der ultimative Akt der Rebellion aber ist die Liebe zu einem "Weltmenschen".
Esther, obwohl sie Sulamith über alles liebt und sie nicht verlieren möchte, hält sich weitestgehend heraus: "Ich weiß nicht, woran ich sonst glauben soll, wollte ich sagen. Dass ich Angst habe vor dem Loch, das Jehova hinterlassen würde, wollte ich sagen, Angst vor dem Leben ohne ihn , ohne Mama und Papa, ohne die Versammlung, Angst vor einem Leben da draußen, wo ich niemanden kannte (...)." Diese Angst lässt Esther lange Zeit erstarren - vor allem geistig. Sie versucht, es allen recht zu machen und es führt zu den erwartbaren Konsequenzen.
"Kein Teil dieser Welt" ist herzzerreißend - und zwar genau deshalb, weil Stefanie de Velasco es unterlässt, auf die Tränendrüse zu drücken. Sicher, sie schafft mit ihren Worten teilweise wunderbare Bilder, aber sie trägt die Geschichte in einem so nüchternen Ton vor, dass man sich dem Roman schwer entziehen kann. Es ist gerade die Selbstverständlichkeit, mit der die Protagonistin und Ich-Erzählerin Esther von ihrem Leben bei den Zeugen Jehovas erzählt, die den Roman so fesselnd machen. Es ist auch diese Selbstverständlichkeit, die bei mir teilweise für Entsetzen sorgte, für Gänsehaut, weil diese Welt, die sie beschreibt, so weit weg ist von der Welt, in der ich lebe. Aber da ist auch diese wunderbare Liebe von Esthers zu Sulamith, dieses Vermissen, das Sehnen nach der Freundin und eben auch das Erwachsenwerden, die Emanzipation und - ganz am Ende - die Hoffnung.
Stefanie de Velasco ist ein wunderbares Buch gelungen. Ein Buch, das auf eine Art und Weise berührt, die ich anfangs nicht für möglich hielt, ein Buch, das mich packte und am Ende hemmungslos weinend und doch voller Hoffnung zurückließ.
Esther ist noch klein als Lidia und ihre Tochter Sulamith in die Gemeinschaft kommen. Die beiden Mädchen verstehen sich sofort gut. In der Schule merken sie zwar, dass sie in der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas einiges anders machen, aber das macht ihnen nichts aus. Sie haben ja sich. Auch als Jugendliche gilt das noch. Jedenfalls bis Sulamith anfängt über das System nachzudenken und den jungen Daniel kennenlernt. Sulamith beginnt immer mehr Fragen zu stellen, die die Gemeinschaft nicht beantworten kann oder auch nicht beantworten will. Und wegen Daniel kommt sich Esther manchmal vor wie das fünfte Rad am Wagen.
Eine Welt, in die Außenstehende nur wenig Einblick haben. Eine abgeschiedene Gemeinschaft, die diejenigen verstößt, die über den Tellerrand hinausblicken wollen. Was macht es mit denen, wenn ein Gemeindemitglied es wagt, selbst zu denken und die Glaubenssätze in Zweifel zu ziehen? Ein Geschiebe und Gezerre beginnt. Eine Zeit in der es auch für Esther nicht leicht ist. Sie will, dass ihre Freundin bleibt, sie will aber auch, dass es ihrer Freundin gut geht. Und irgendwann kurz nach der Grenzöffnung landet Esther mit ihren Eltern in der ehemaligen Heimat ihres Vaters, wo eine neue Gemeinde aufgebaut werden soll.
Gerade zu Beginn dieses Romans fühlt man sich doch ein wenig fremd. Mit den Ritualen, Gebräuchen oder Lehrsätzen dieser Wachturm-Gesellschaft hat man sich noch nicht befasst und hat es auch nicht vor. Dennoch ist das Buch interessant, weil es zum einen einen gewissen Einblick gibt und auch an den inneren Kämpfen besonders von Sulamith, aber auch Esther teilhaben lässt als diese beginnen zu zweifeln. Wie die Gemeindemitglieder, zu denen ja auch die Eltern gehören, doch sehr intensiv darauf bestehen, dass von der Welt nichts Gutes ausgeht. Es stößt einen schon ab, auch wenn man versteht, dass die Eltern ihre Kinder bei sich behalten wollen. Bleiben Kinder aber nicht eher, wenn man sie gehen lässt? Das scheint etwas zu sein, was diese allzu engen Gemeinschaften nicht sehen wollen. Da bleibt man doch lieber in dieser Welt und sagt sich, gut den Roman gelesen zu haben.
Dit boek verwondt en heelt tegelijkertijd. Rauw, realistisch en toch ook zo ontzettend mooi in de beschrijvingen. Ik ga hier nog lang over nadenken. Zeer herkenbaar voor ieder die in een strenge, restrictieve religie is opgegroeid.
5 Sterne - zum Einen, weil ich bisher nur wenig über Zeugen Jehovas wusste und das Buch einem da auf jeden Fall sehr viel Wissen beibringt, zum Anderen ist die Geschichte um die zwei Freundinnen Esther und Sulamith gefangen in einer Glaubensgemeinschaft herzzereißend. Die Entwicklung von "ich glaube alles was meine Eltern mir erzählen" bis hin zu "ich hinterfrage das Ganze & vor allem hinterfrage ich den Glauben Jehovas" ist sehr gut in die Geschichte verpackt.
Eines der besten Bücher die ich 2022 gelesen habe. Daher fünf volle Sterne!
Ein fesselnder Roman über einen Teil der Gesellschaft, der eben „Kein Teil der Welt“ ist. Berichtet aus der Perspektive eines jungen Mädchens, für die das Leben anders verläuft, als für viele der Leser. Dabei helfen ihre Sichtweise, ihre Fragen und Ängste, dem Leser eine Idee von dieser anderen „Welt“ zu bekommen. Sehr stark!
Je leeft maar eenmaal en niet eens erg lang, daar is niets aan te doen. In dat beperkte leven passen niet veel verschillende ervaringen, maar het totaal kan aanzienlijk worden opgerekt door het lezen van fictie. Ik ben niet iel genoeg om in werkelijkheid deel te hebben aan de paardensport, maar na twintig boeken van Dick Francis kan ik me het leven van een jockey behoorlijk goed voorstellen. In mijn eigen opvoeding heeft geen enkele religie een rol gespeeld, maar na bestudering van de werken van Franca Treur en Lale Gül weet ik precies wat ik gemist heb. Dankzij Richard Adams kan ik me zelfs verplaatsen in het wereldbeeld van een konijn.
Ten minste even ver van mijn eigen ervaring staat de wereld van de Jehova’s Getuigen. Ik ken ze alleen van de gelegenheden dat ze me hebben aangeklampt om een tijdschrift te verkopen; voor iedereen die niet zelf een Getuige is, zal hetzelfde gelden. Voor buitenstaanders is deze gemeenschap een gesloten boek. Stefanie de Velasco is opgegroeid in een gezin van Jehova’s Getuigen en op vijftienjarige leeftijd uit de beweging getreden; ze weet dus uit de eerste hand hoe het leven binnen de groep is en hoe moeilijk het is ervan afscheid te nemen. Het uitstekend geschreven Geen deel van de wereld laat de lezer beide overtuigend ervaren.
Het boek kent twee verhaallijnen, die zowel in tijd als plaats verschillen. De chronologisch eerste lijn speelt zich af in een dorp in het westen van Duitsland, waar de vertelster Esther opgroeit in een gezin dat een voor Jehova’s Getuigen gebruikelijk leven leidt. We maken kennis met de verplichte velddienst en de daaraan gekoppelde quota voor verkondiging, met de bijeenkomsten in de Koninkrijkszaal, met het verbod op de viering van wereldlijke feesten (waartoe ook het kerstfeest wordt gerekend) en met de andere taboes zoals bloedtransfusies en evolutieleer. Dit alles wordt duidelijk gemaakt in heel beeldend beschreven scènes, die ook navoelbaar maken hoe bij Esther steeds meer vragen over de regels van haar geloofsgemeenschap opkomen.
De latere tijdlijn speelt zich af kort na de Duitse hereniging, in het gebied van de vroegere DDR. De familie stamt oorspronkelijk uit deze streek, maar was eerder naar het westen verhuisd omdat het communistische bewind de activiteiten van de Jehova’s Getuigen nagenoeg onmogelijk maakte. Na de Wende heeft het gezin weer de oorspronkelijke woning in gebruik genomen – na midden in de nacht halsoverkop te zijn vertrokken.
Beide tijdlijnen komen afwisselend aan de orde, wat goed werkt doordat gebeurtenissen in de vroege lijn verhelderend werken voor de latere situatie. Beide worden in de ik-vorm verteld, respectievelijk in de verleden en tegenwoordige tijd. Centraal in de vroege episode staat de vriendschap van Esther met de even oude Sulamith. Die laatste begint steeds meer te rebelleren, wordt verliefd op een jongen die het geloof niet deelt, en wordt uiteindelijk formeel uit de beweging gestoten. In de latere, Oost-Duitse tijdlijn is het alsof Sulamith nooit heeft bestaan: haar naam wordt niet meer genoemd en haar geliefde bezittingen (walkman!) worden door haar moeder zelfs aan anderen cadeau gedaan. Wat er met Sulamith gebeurd is, is het centrale raadsel dat geleidelijk wordt ontsluierd – en aan het boek een enorme spanning meegeeft.
Die Autorin Stefanie de Velasco wuchs in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas auf und legte nach ihrem Debütroman „Tigermilch“ von 2013 nun einen sehr lesenswerten Roman vor, der das Leben und die Ideologie dieser Sekte beschreibt. Sehr autobiographisch geprägt erzählt sie die Kindheit und frühe Jugend von Esther und ihrer besten Freundin Sulamith und deren beschwerlichen Weg bis zum Ausstieg… Das ist nicht nur spannend erzählt, man erfährt auch sehr viele Details aus dem religiösen Alltag und erhält viele Einblicke in die Mechanismen und Strukturen der Glaubensgemeinschaft, die vom „grossen und verständigen Sklaven“ geleitet wird, wie die Anhänger selbst die leitende Körperschaft in Brooklyn nennen. Das diese in den USA sitzt verwundert nicht. Als Leser ist man fasziniert, wie durchorganisiert es dieser Sekte gelingt, neue Mitglieder zu werben und für sich zu gewinnen. Stellenweise hat diese Geschichte sogar eine ganz eigene Komik, etwa wenn ein gewaltiges Gewitter losbricht und die Gemeinschaft sich auf Harmagedon vorbereitet. Dies und viele weitere Geschehnisse entsprechen sicherlich den Tatsachen – selbst in unserer aufgeklärten Gesellschaft oder gerade deswegen, weil offensichtlich immer mehr Menschen auf der Suche nach Glaube und Spiritualität sind (wobei es für meine Begriffe weitaus spirituellere Religionen gibt, als die lebensverweigernde christlich-fundamentalistische Gemeinschaft der Zeugen Jehovas…). Der Inhalt des Romans fesselt, ist aber immer ein wenig unentschieden, ob er stilistisch denn nun fiktiv oder eher autobiographisch daher kommen soll. Gleichzeitig schildert er auch die vorherrschende Diskrepanz zwischen alten und neuen deutschen Bundesländern – der Roman spielt grossenteils nach der Wende. Das die Autorin über sich und ihre Vergangenheit schreibt ist klar – so kann das nur jemand, der in dieser Sekte gross geworden und diesen ganzen Humbug tatsächlich miterleben musste. Schade, wird die Verfolgung der Sekte im Dritten Reich nur angedeutet. Die Figur der Grossmutter bleibt ebenso nebulös, hier hätte man als Leser gerne etwas mehr erfahren, ebenso zum ominösen Onkel Micki. Fokus ist und bleibt die Protagonistin Esther und ihre beste Freundin Sulamith und der lange Weg bis zum Ausstieg. Bis dahin erhält man interessante Einblicke in diese Gemeinschaft mit ihren abstrusen Lehren. Dabei ist es wohltuend, dass es sich nicht um eine persönliche Abrechnung handelt, sondern dies in Romanform mit fiktiven Charakteren erfolgt. Die Autorin springt immer wieder zwischen verschiedenen Zeitebenen und schafft auch für den Osten Deutschlands kurz nach der Grenzöffnung ganz eigene Bilder, das liest sich spannend und so ist es nicht nur ihre persönliche Geschichte als Coming-of-Age-Story, sondern eben auch ein Panorama dieser Zeit. Am spannendsten jedoch waren für mich die Einblicke in diese existierende Parallelwelt, die man nur am Rande mitbekommt, wenn man die Zeugen Jehovas mit ihren Traktaten in der Fussgängerzone missionieren sieht. Dieser Roman ist wirklich sehr zu empfehlen.
„Glauben, das ist, als ob man versucht, eine Puppe zu füttern. Es geht nicht, man kann es nur spielen, sie kaut und schluckt nicht, sie nimmt die Nahrung nicht auf, genauso wenig wie die Götter oder ihre Stellvertreter hier auf dieser Welt die ihnen dargebrachten Opfer annahmen. Deswegen isst jede Puppenmama den Brei am Ende selbst, deswegen aßen die Israeliten all die geopferten Tauben und Lämmer am Ende selbst. Ein Leben lang versuchen, einer Puppe das Essen beizubringen, das ist Glaube.“
Normalerweise fällt es mir schwer, meine Gedanken zu Büchern, die ich gelesen habe, in Worte zu fassen, erst recht bei den besonders guten. Deshalb gibt es auch kaum Rezensionen von mir. Bei diesem Buch möchte ich eine Ausnahme machen, denn es ist ein so besonderes, ein so wichtiges Buch.Ich komme selbst aus Ostdeutschland und meine Patentante ist in der turbulenten Nachwendezeit zu den Zeugen Jehovas übergetreten. Deshalb hat mich das Setting von "Kein Teil der Welt" von Anfang an interessiert und was Stefanie de Velasco daraus gemacht hat, ist großartig. Die Autorin, die selbst bis zu ihrem 15. Lebensjahr Zeugin Jehovas war, nähert sich Esther, Sulamith und ihrem Umfeld ganz einfühlsam und fernab von plumpen Sekten-Klischees.
Als Leser begleiten wir Esther und ihre Familie in den frühen 90ern von Geisrath im Rheinland ins ostdeutsche Peterswalde. Die DDR ist Geschichte und die Zeugen Jehovas gehören zu denen, die sich das entstandene Vakuum zu Nutzen machen und so viele Seelen"retten" möchten wie möglich. Von Anfang an geht es um Sulamith als wichtigsten Menschen in Esthers Leben und früh wird klar, dass Sulamith etwas Schreckliches geschehen sein muss. Was genau passiert ist, erfahren wir erst gegen Ende des Buches.Auf dem Weg dorthin lernen wir Esther, ihre Familie und ihre Glaubensgeschwister kennen und begleiten sie durch lange Sitzungen im Königreichssaal, Haustürmission und Endzeiterwartung. Dabei ist die Sprache stets klar und schnörkellos, die Charaktere stets greifbar.
Eine Nebenhandlung führt uns tiefer in Esthers Familiengeschichte und deckt ein gut gehütetes Familiengeheimnis auf und auch wenn ich kurz dachte "Ach nö. Ich will doch nur wissen, was mit Sulamith passiert ist!" hat mich auch dieser Teil der Geschichte schnell gepackt.
Mehr möchte ich nicht verraten. Deshalb nur so viel: Ich habe beim Lesen geweint, gelacht, gestaunt und viel gelernt und möchte dieses Buch Jedem unbedingt ans Herz legen. Definitiv eins meiner Jahreshighlights!
Het verhaal wordt verteld vanuit Esther, een tiener die opgroeit in een gemeente van Jehova's getuigen. Verbazend om te lezen hoe wereldvreemd zij hierdoor raakt, en hoezeer zij haar ouders eerst vreest. Dat laatste maakt denk ik, dat zij jonger klinkt dan dat ze is. Gaandeweg het verhaal verandert er iets in haar kijk op het geloof, mede door ontwikkelingen en mensen van buitenaf, zoals het verlies van haar vriendin. Boeiend om te lezen, en knap hoe in het boek rouw als een soort tweede verhaallijn meespeelt. Fijne schrijfstijl ook.
Enkele mooie of typerende zinnen:
"Wat voor mij telde waren de voorschriften van mama en papa, welke gevolgen het had als ik niet gehoorzaamde."
"Haar naaldhakken galmen als kleine hoeven op de tegels."
"Hij bekijkt me van top tot teen alsof hij een archeoloog is en ik een net opgegraven vondst."
Genau wie "Tigermilch" hat mich dieses Buch nicht losgelassen. Im Zentrum wieder eine Mädchenfreundschaft, wie sie so viele von uns als Teenager hatten: mit dem Gefühl, das ist jetzt für immer.
Unheimlich und unheimlich intensiv. Beim Lesen hatte ich von der ersten Seite an einen Knoten im Magen. Weil man ahnt, da kommt noch was. Nur das Paradies ist es nicht.
So traurig, so direkt und so aufrüttelnd. Unbedingte Leseempfehlung. Aber auch eine Warnung: Dieses Buch macht Gefühle.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Für mich ist jegliche Zugehörigkeit an eine Glaubensgemeinschaft eine Form von Sektenzugehörigkeit. Bei den Zeugen Jehovas ist dies allerdings extremer als bei den meisten anderen Religionszugehörigkeiten, denen ich im Laufe meines Lebens begegnet bin. Die Kinder und Jugendlichen gehen zwar in die reguläre Schule, die Eltern verdienen ihr Geld mit regulären Jobs, aber der Kontakt zu den “Weltmenschen” wird so knapp wie möglich gehalten. Den Kindern wird von klein auf eingeprägt, dass diese Weltmenschen schlecht sind, von Satan beseelt, dass man ihnen nicht trauen kann und keinen Umgang mit ihnen zu pflegen hat. Das geht so weit, dass die Kinder in der Schule ihre Lehrerin nicht ernst nehmen, da diese sowieso nicht ins Paradies kommen wird. “Ich hatte keine Angst vor Frau Böhnke. Sie war nur eine Lehrerin. Wir lebten nicht in ihrer Welt, und nichts in ihrer Welt hatte Konsequenzen für uns.”
Das führt auch dazu, dass diese Kinder und Jugendlichen so gut wie keine Möglichkeit haben, auf kritische Gedanken zu kommen, und wenn sie es doch tun, können sie diese nicht entwickeln. Und wenn auch diese Hürde geschafft sein sollte, haben diese Menschen keine Beziehungen ausserhalb der Sekte (bleiben wir sachlich: Glaubensgemeinschaft) um den Schritt der Abnabelung zu wagen. Denn Zweifel sind nicht erlaubt, wer zweifelt fliegt raus, und zwar vollkommen, sofort und für immer.
Genau das ist die Geschichte von Sulamith, die von ihrer besten Freundin Esther hier erzählt wird. Für mich war es eine hoch interessante, fesselnde und schockierende Geschichte. Zwar war mir die Vorgehensweise der Zeugen Jehovas nicht neu, aber das Ausmass, in dem auch die Kinder und Jugendlichen schon zu Dienst, Bibelstudium und Gesprächskreisen verpflichtet sind, war mir so nicht bewusst. Auch wie sehr wir Weltmenschen in den Augen der Zeugen Jehovas abgewertet werden, liess mich staunen. Umso packender wurde es für mich, als ich die Biografie der Autorin ein wenig recherchierte und feststellte, dass diese Geschichte ihre eigene sein könnte, auf jeden Fall ihrer eigenen sehr nahekommt.
Wie Stefanie de Velasco all dies auch noch zu einem Wenderoman macht, ist ihr fantastisch gelungen und bringt noch einmal eine ganz andere, nicht weniger faszinierende Perspektive auf die Ereignisse.
„Glauben, [...], das ist, als ob man versucht, eine Puppe zu füttern. Es geht nicht, man kann es nur spielen, sie kaut und schluckt nicht, sie nimmt die Nahrung nicht auf, genauso wenig wie die Götter oder ihre Stellvertreter hier auf dieser Welt die ihnen dargebrachten Opfer annahmen. Deswegen isst jede Puppenmama den Brei am Ende selbst, deswegen aßen die Israeliten all die geopferten Tauben und Lämmer am Ende selbst. Ein Leben lang versuchen, einer Puppe das Essen beizubringen, das ist Glaube.“
In "Kein Teil der Welt" begleiten wir Esther im Teenager Alter, wie sie in einer Glaubensgeneinschaft groß wird. Die Ansichten dieser "Wahrheit" sind so ganz anders als die der "Weltmenschen". Doch bald schon kommt Esther an ihre Grenzen, zerissen zwischen zwei Welten, beginnt einer schmerzhafte Reise.
Die ersten 100 Seiten sind mir etwas schwer gefallen, konnte ich noch nicht richtig begreifen in welche Richtung dieses Buch mich führen wird. Doch je tiefer ich in die Gedanken von Esther blicken konnte, desto mehr fühlte ich ihre Zerrissenheit. Den inneren Kampf und ihren großen Verlust.
Besonders toll an dem Buch und dem schwierigen Thema hat mir gefallen, dass die Autorin auch warme Szenen in der Gemeinschaft erzählt hat. Auch gezeigt hat, wie eine Sekte für einige Menschen funktioniert.
An sich eine sehr spannende Thematik, weil ich mich zuvor noch nicht so richtig mit den Zeugen Jehovas auseinandergesetzt hatte. Trotzdem konnte mich das Buch irgendwie so gar nicht begeistern. Es hatte viele Längen und mich hat weder die Gegenwarts- noch die Rückblicksgeschichte so richtig gefesselt. Es waren schon viele interessante Einblicke dabei, aber nicht genug, dass ich sagen würde, es hat sich für mich gelohnt dieses Buch zu lesen.
Dit is prachtig, ik ben zondagavond ‘echt’ begonnen, nadat ik twee hoofdstukken gelezen had in deze pil van 740 blz. het leest als een trein. Het heeft me erg geraakt hoe de hoofdpersoon haar leven als Jehovah’s getuige beschrijft.
Zeker geen slecht boek. Interessant om meer te weten te komen over getuigen van jehova. Een jong meisje wil uit de gemeenschap ontsnappen nadat haar vriendin is overleden. Soms wat saaiere stukken, maar an sich een boek dat vlot leest.
De Duitse auteur Stefanie de Velasco groeide op als Jehova’s getuige. Op haar vijftiende verliet ze de gemeenschap. In haar ontroerende, nieuwe roman Geen deel van de wereld, over een tienermeisje dat worstelt in een gemeenschap van jehova’s, kan ze dus uit eigen ervaring putten.
De Velasco’s roman, die zich begin jaren ’90 afspeelt, bestaat uit twee verhaallijnen. De eerste is in het nu. De zestienjarige Esther is met haar ouders en de Jehova-gemeenschap verhuisd naar het voormalige DDR om daar ‘de Waarheid’ te verkondigen. Esther gelooft echter niet meer in Jehova (God) en worstelt met zichzelf door gebeurtenissen uit het verleden.
De tweede verhaallijn speelt zich af in de periode vóór de verhuizing, in West-Duitsland. Esther is altijd samen met hartsvriendin Sulamith, een Roemeense vluchtelinge die samen met haar moeder is opgenomen door Esthers gemeenschap. Jehova’s proberen zoveel mogelijk mensen te bekeren tot de Waarheid, want als het einde der tijden komt, hebben alleen de bekeerde mensen de kans meegenomen te worden naar het Paradijs. Hoewel dit voor de niet-bekeerden onder ons de wenkbrauwen doet fronsen, en De Velasco nota bene zelf uit de gemeenschap gestapt is, maakt ze er gelukkig geen expliciet anti-Jehova-boek van. Ze laat personage Esther haar verhaal doen en het oordeel is aan ons.
Esther en Sulamith zijn een duo om van te houden. Esther is het voorzichtige meisje dat iedereen te vriend wil houden, Sulamith is de eigenzinnige flapuit. Zo wordt ze nadat ze over dierproeven hoort gelijk vegetariër, en als ze tijgers in het circus ziet, loopt ze boos weg. Op de tegenwerpingen van Esther en haar vrienden dat de tijgers bevriend lijken met de illusionisten, schrijft ze: ‘Elke tijger gehoorzaamt als hij gevangen wordt gehouden en aan een ketting moet lopen.’
De link met de meisjes zelf, die onder het juk van de Waarheid leven, is snel gelegd. Dat Sulamith de eerste is die wil uitbreken, mag geen verrassing heten, zeker nadat ze stiekem een relatie met een jongen ‘uit te wereld’ krijgt. ‘Erin geloven, dat gaat wel, maar zodra je er met anderen over moet praten, klinkt het nogal belachelijk allemaal, vind je ook niet?’ Esther, die er niet klaar voor is om de gemeenschap te verlaten omdat ze in de buitenwereld ‘behalve Satan niemand kende’, dreigt haar hartsvriendin kwijt te raken.
In de verhaallijn die zich in het heden afspeelt is Sulamith daadwerkelijk verdwenen. Wat is er met haar gebeurd? Heeft ze de gemeenschap verlaten? Is ze dood? En wat gaat Esther doen? Tot op de laatste pagina’s blijft het spannend waar het verhaal naartoe gaat, en leef je met Esther mee. Niet geschikt voor lezers die slapeloze nachten overhouden aan een open einde!
Das Buch ist einfach und ohne große Schnörkel geschrieben. Manche empfinden es sogar als ein Jugendbuch. Es lässt sich auf jeden Fall gut lesen und man wird mit jeder Seite mehr in den Sog von dem Leben der Zeugen Jehovas hineingezogen. Je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto mehr öffnen sich die Türen zu einer anderen Welt.
Einer Welt an der man bisher so nicht teilgenommen hat. Die Ansichten und Vorhersehungen der Sonderpioniere, die ständige Alarmbereitschaft und die damit verbundenen Ängste der Zeugen Jehovas wirkten manchmal verstörend. Die ständigen Treffen, das Auswendiglernen der Texte, die wiederholten Überprüfungen und die stete Kontrolle waren für mich befremdlich und riefen direkt eine gewisse Ablehnung hervor. Das sehr eingeschränkte und fremdbestimmte Leben bescherte mir beim Lesen eine Gänsehaut. Man konnte mit jeder Seite mehr, den Widerwillen und den Aufstand von Sulamith verstehen. Ihre Fragen, die nur wenig bis gar nicht beantwortet werden. Das Reflektieren und Hinterfragen, welches nicht erwünscht ist und wird sogar teilweise bestraft. Immer mehr bröckelt die Fassade von einzelnen Gemeinschaftsmitgliedern und nachdem Esther feststeltt, dass sie belogen wurde, wird auch sie misstrauisch und fängt an sich aufzulehnen.
Da die Autorin selbst ein Teil der Gemeinschaft war, gehe ich davon aus, dass sie sehr nah an der Realität diese Geschichte geschrieben hat. Das Buch fesselt und lässt den Leser "hinter die Kulissen" der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas schauen und dabei den Blick über seinen eigenen Tellerrand hinaus erweitern und schärfen.
Bis Seite 120 habe ich durchgehalten, dann habe ich vor Langeweile kapituliert. Es passiert nichts, man liest eine Art dokumentarische Belletristik, wobei der Schwerpunkt auf der Dokumentation liegt.
Es passiert wirklich nichts, es gibt noch nicht einmal eine Handlung zu entdecken.