„Alles, was ich tue, mache ich, um meiner Cousine nahe zu sein.“ Azadiyas Cousine wird von deren Vater ermordet, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen will. Nach dem Ehrenmord erkennt Azadiya, dass sie ihr Leben verändern muss, um frei zu werden: als jesidische Kurdin in Deutschland, die in eine streng gefügte Gemeinschaft hineingeboren wurde; als Lesbe; als Frau, die studieren, reisen und Fußball spielen will. Jahre später verlässt Azadiya ihre Familie. In diesem Buch berichtet sie von familiärer Gewalt, behördlichen Steinen im Weg, dem Sexismus im ganz normalen deutschen Alltag – und ihrem unbedingten Willen, frei zu sein und anderen Frauen zu helfen, sich ebenfalls zu befreien.
Azadiya ist eine jesidische Lesbe, deren Cousine Opfer eines Ehrenmordes war und die auch selbst von Ehrenmord bedroht ist. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte und bettet sie wundervoll in eine Analyse ein, die es schafft spezifische Femizide und Sexismen zu benennen, ohne in Fallen von Rassismus/Orientalismus zu fallen. Besonders spannend fand ich den Exkurs zur Traumaforschung, die sagt, dass Gemeinschaften die Genozide überlebt haben, manchmal als Versuch eines Schuztmechanismus nach innen hin sehr strenge Regeln aufstellen. Auch richtig und wichtig fand ich die Stellen darüber, dass Frauen auch in der eigenen Mentalität gegen das Patriarchat kämpfen müssen, etwas gegen Scham oder das Abwerten anderer Frauen.