Gut Mohlenberg, 1941: Seit der Machtübernahme durch die Nazis ist die psychiatrische Klinik geschlossen und wird von Friederike offiziell als Gestüt geführt. Trotzdem beschäftigt sie weiter Menschen mit geistiger Einschränkung, die von Euthanasie bedroht sind. Ein gefährlicher Balanceakt für die Psychiaterin, denn ihre edlen Pferde sind auch bei den Reitern der SS sehr begehrt. Als in den benachbarten Brenner-Hof ein melancholischer, aber tatkräftiger Witwer einzieht, hat Friederike zum ersten Mal seit dem Tod ihres Mannes Bernhard wieder Gefühle für jemanden. Sie wünscht sich nichts mehr, als ihr Leben und ihre Überzeugungen mit einem Mann zu teilen. Doch in diesen Zeiten könnte zu viel Vertrauen lebensbedrohlich sein …
Melanie Metzenthin wurde 1969 in Hamburg geboren, wo sie auch heute noch lebt. Als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie hat sie einen ganz besonderen Einblick in die Psyche ihrer Patienten, zu denen sowohl Traumatisierte als auch Straftäter gehören.
Spannend, historisch gut recherchiert, tiefgründige Charaktere – toll zu lesen!
Meinung:
Melanie Metzenthin schafft es auch in Band 3 der Gut Mohlenberg-Reihe zu überraschen. „Mehr als die Ehre“ zeigt wieder, wie gut diese Autorin Geschichten ausklügeln kann. Wie gut sie historisch recherchiert, wie tiefgründig sie Charaktere schafft und all das in eine spannende Geschichte einbettet. Das Buch lässt sich so weglesen. Empfehlenswert!!
Inhalt:
Diesmal befinden wir uns im Jahr 1941 auf Gut Mohlenberg, welches schon einige Jahre offiziell nur noch als Gestüt geführt wird und nicht mehr als psychiatrische Klinik, da dies mittlerweile verboten ist. Friederike, die das Gestüt leitet, lässt dennoch Menschen mit geistiger Einschränkung auf ihrem Gestüt arbeiten und rettet ihnen somit inoffiziell ihr Leben. Ein neuer Nachbar zieht nun auf den nahegelegenen Hof und Friederike fühlt sich das erste Mal seit dem Tod ihres Mannes wieder zu jemandem hingezogen. Ziemlich schnell erfährt sie aber, dass er nicht derjenige ist, für den er sich ausgibt und ziemlich gefährlich für sie und ihre Freunde werden kann. Wie wird Friederike damit umgehen?
Ich finde es immer schade, dass es bei Fortsetzungen selten eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschichte gibt. Gerade, wenn ein paar Jahre zwischen dem letzten und dem aktuellen Teil liegen, fehlt mir da was. Hierbei handelt es sich um eine absolut spannende Fortsetzung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Und ich freue mich schon auf den nächsten Teil, der ja schon angekündigt ist.
Gut Mohlenberg im Jahr 1941. Die von Aalens haben ihre psychiatrische Klinik offiziell geschlossen, beschäftigen aber ihre ehemaligen Schützlinge als Angestellte bei sich, um sie so vor dem Regime zu schützen. Auch wenn alles den offiziellen Regelungen entspricht, ist es trotzdem nicht ungefährlich.
Als das Nachbargut wieder bezogen wird, hofft Friederike auf gute Nachbarschaft und vielleicht auch auf eine neue Liebe, ist Gustav Brehm doch ein sehr sympathischer Mann, der sie umwirbt. Doch muss sie auch an ihr Gut und an die ihr Anvertrauten denken, daher ist trotzdem Vorsicht angesagt.
Mittlerweile sind viele Jahre auf Gut Mohlenberg vergangen und trotzdem war ich als Leser gleich wieder mitten in der Geschichte. Die Autorin schafft es alle wichtigen Ereignisse der Vorbände geschickt in die Geschichte mit einfließen zu lassen, so dass es auch Neueinsteigern leicht fällt, die Zusammenhänge zu verstehen.
Im Laufe der Geschichte werden geschickt Spuren gelegt und unerwartete Wendungen eingebaut. Ich fand das sehr spannend und ich habe sehr mit gefiebert, wie das Gut wohl aus der doch ziemlich prekären Situation wieder herauskommt. Außerdem lernt man doch immer noch etwas dazu. Ich habe schon viele Bücher aus der Zeit des dritten Reichs gelesen und trotzdem noch etwas dazugelernt.
Ich kann auch diesen Band der Gut Mohlenberg-Reihe wieder empfehlen und freue mich sehr auf den vierten Band.
Es ist immer wieder eine Freude nach Gut Mohlenberg zurückzukehren und auf Freunde von dort zu treffen. Das Arrangement der Geschichte ist spannend und vor allem lernt man aus neuen Blickwinkeln den 2. Weltkrieg kennen, wie ihn die Menschen erlebt haben und nicht die Politiker