Sobald ich die Presseankündigung sah, dass Sigurdardottir ein neues Buch geschrieben hat, wusste ich, dass ich es lesen will. Bisher waren alle Thriller, die ich von ihr kennenlernen durfte, sehr spannend. Deswegen war ich auch neugierig auf ihren neuesten Thriller "Schnee" und habe mich sehr gefreut, als dieses Buch dann in meinem Postkasten lag.
Bevor ihr weiterlest: Dieses Buch bewegt sich sehr in Richtung Psychothriller und könnte vielleicht sogar schon als Horrorroman durchgehen. Bitte seid euch dem bewusst, bevor ihr dieses Buch lest.
Ich hatte zwischendurch wirklich Zweifel daran, ob meine Nerven gut genug für dieses Buch sind. In diesem Buch spielt unter anderem eine Türklingel eine Rolle, die läutet, obwohl das eigentlich nicht möglich sein sollte. Sie ist nämlich nicht angeschlossen. Am Abend nachdem ich diese Stelle gelesen habe, war ich zusammen mit meinen Freunden in einer Ferienwohnung. Und was passierte, als wir alle am Tisch saßen und "Jenga" spielten? Die Türglocke begann zu läuten, drei oder viermal. Zwei meiner Freunde gingen sogar raus, um nachzusehen, wer uns da einen Streich spielt, kamen aber mit der Nachricht zurück, dass da niemand sei. Wie im Buch also. Gar nicht gruselig oder unangenehm oder so und das hat auch meinen Schlaf überhaupt nicht beeinträchtigt. Auch wenn der logische Teil meines Gehirns natürlich wusste, dass das wahrscheinlich nur ein paar gelangweilte Jugendliche waren.
In diesem Thriller geht es unter anderem um Geister und um paranormale Erlebnisse, was im Klappentext meiner Einschätzung nach gar keine Beachtung findet. Deswegen an dieser Stelle meine kleine Warnung, falls ihr genau wie ich eh schon eine sehr aktive Fantasie habt und deswegen Horror aller Art eigentlich meidet.
[Spoiler]
Ich hatte eigentlich gehofft, Sigurdardottir für all die Gruselelemente hier am Ende eine logische Erklärung findet. Das war leider nur teilweise der Fall. Trotzdem muss ich sagen, dass mir das Ende sehr gut gefallen hat, denn dir Autorin hat es geschafft, die verschiedenen Handlungssträng miteinander zu verknüpfen. Es spannend zu sehen, wie diese Figuren zusammenhängen und vor allem eine der Verbindungen weckte bei mir den Wunsch, das Buch gleich nochmal zu lesen. Einfach, damit ich sehe, ob da vielleicht schon Hinweise sind, die ich bisher übersehen habe.
[Spoiler Ende]
Ansonsten kann ich eigentlich nur nochmal betonen, was für einen tollen Schreibstil die Autorin (bzw. ihre Übersetzerin) hat. Der hat mich gefesselt und dafür gesorgt, dass ich die zweite Buchhälfte in einem Rutsch durchgelesen habe.
Mein Fazit? Mir persönlich wäre ein ganz normaler Thriller ohne die Horrorelemente lieber gewesen. Trotzdem konnte mich auch dieses Buch von Sigurdardottir wieder überzeugen.