Die Qualität der hier gesammelten Kolumnen schwankt stark zwischen wunderbar und sonderbar. Dort, wo Herr Fischer vorrangig über das Strafrecht schreibt, klärt er den Jura-Laien in einer selten vorzufindenden Kombination von Präzision und Verständlichkeit auf. Insbesondere seine Hinweise zu den allzu oft von sachlicher Unkenntnis geprägten Beiträgen von Journalisten (und zwar nicht nur von der Bild-Zeitung, sondern auch von der so genannten Qualitätspresse), erklären, woher viele Irrtümer in Rechtsfragen herrühren, da sie von der Presse permanent verbreitet werden. Die bei Fischer zitierten und erläuterten Gesetzestexte selbst, sind dagegen unverdächtig deutlich.
Der Autor begnügt sich aber nicht damit, aus seiner strafrechtlichen Expertise zu schöpfen. Leider muss er sich auch zu Themen wie Migrationspolitik, Profisport oder Organspende äußern, wobei er sich zu sehr aus dem Fenster lehnt. Hierbei ist anzumerken, dass Herr Fischer seine Kolumnen dazu nutzt, stilistisch äußerst kreativ zu sein. Gerne spitzt er zu, wählt eine provokative Sprache oder vermengt Dinge, die seiner Ansicht nach vermengt werden müssen. Zur Organspende äußert er etwa, der Ausdruck sei ein Euphemismus und solle nur verharmlosen. Was genau aber verharmlost werden soll, erfährt der Leser nicht. Auch die Anmerkung, mit zunehmendem Alter sehe er die Organspende anders, bleibt unbegründet. Spätestens wenn er von einem "Markt" spricht, auf dem Spenderorgane zur Verfügung gestellt werden, arbeitet der sprachliche Stil nicht mehr für den Autor. Er wirkt dann unbeholfen und desinformiert. Viele Argumente für die Organspende (oder genauer: die Widerspruchslösung) werden leider gar nicht aufgegriffen, diese mussten wohl den vielen Assoziationen Fischers den Platz räumen.
Insgesamt ergibt sich somit ein durchwachsenes Bild. Einige Beiträge im Buch kann man gut lesen, andere dagegen nur überspringen.