"Es ist wichtig zu verstehen, worum es bei politischer Vermögensverteilung Recht, Macht und Ressourcen. Dass diese Verteilung transparent und demokratisch stattfinden sollte, muss außer Frage gestellt werden. Vermögensungleichheit zerreißt das Miteinander." Zaster, Moneten, Knete, Wer Geld hat, redet nicht darüber; wer es nicht hat, jagt einem meist unerreichbaren Heilsversprechen hinterher. Immer jedoch geht Geld mit Macht Hand in Hand und ist oft ein Mittel, um Beziehungen zu führen, ohne sich auf Augenhöhe auf diese einlassen zu müssen. Nicht umsonst heißt es Wer das Gold hat, macht die Regel. Warum eigentlich? Marlene Engelhorn tut etwas, das so einigen den Schweiß auf die Stirn Als Erbin eines beträchtlichen Vermögens redet sie über Geld – und besteht darauf, dass wir alle es tun. Wie viel ist genug? Was ist das gute Leben für alle? Wie wollen wir teilen? In wessen Händen liegt das Recht, zu entscheiden? Wenn wir nachhaltige Antworten wollen, müssen wir uns persönlich sowie gesellschaftlich damit auseinandersetzen, was Geld eigentlich ist. Ein Druckmittel? Eine sichere Bank? Ein erstrebenswertes Ziel oder der direkte Weg ins Verderben? Marlene Engelhorn seziert mit spitzer Feder unser Verhältnis zu Geld – und entwirft eine Vision, die zeigt, dass gerechte Umverteilung nur demokratisch wirken kann.
Eine unbedingte Empfehlung, großartig, wenn man sich für die aktuelle Politik und das Weltgeschehen interessiert. ein Abriß unserer Gesellschaft und wie sie funktioniert oder funktionieren könnte
Das Thema könnte in ganzen Buchbänden abgearbeitet werden und doch gibt das recht kurze (160 Seiten) Essay einen guten Einblick in die Idee von Marlene Engelhorn. Ich habe mich manchmal gefragt, warum abrupte Sprünge in den Absätzen waren und ob das als rein literarisches Mittel fungiert hat. Abgesehen davon finde ich die Sicht auf die Dinge pointiert, zeigt sie doch eindringlich, wie sehr es bei Reichtum nicht um Geld per se, sondern um geparkte Möglichkeiten geht - Macht für später. Einmal im Lesefluss war ich bis zum Ende hin gebannt am Lesen. Gewisse Gedankengänge waren mir zu hoch, also nicht adäquat genug erklärt, um die nachvollziehen zu können, wenn ich nicht einen ähnlichen Gedanken schonmal selbst hatte. Daran könnte noch gearbeitet werden für zukünftige Publikationen, die auch für ein breites Publikum zugänglich sein sollten. Faszinierende Gedankenspiele, die hoffentlich irgendwann mal Realität werden!
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Ich habe leider den roten Faden vermisst - innerhalb der Kapitel sowie durch das gesamte Buch. Es waren zwar einige interessante Gedankengänge dabei, allerdings war es mir einerseits zu oberflächlich und andererseits zu sprunghaft.
Geld wird hier in einem etwas anderem, eher untypischen Blickwinkel beschrieben. Besonders spannend finde ich die Beschreibung von Geld als Beziehungsmittel. Leider wurde wenig konkretes genannt und es fehlte mir etwas der rote Faden. Außerdem wurden viele Inhalt immer wieder wiederholt.
Über Geld spricht man nicht - Marlene Engelhorn schon. Sie schreibt hier über ihr Verständnis zu Geld als Überreiche und Millionenerbin; über Geld als Mittel - als Beziehungsmittel - als Macht. Dadurch beeinflusst das Geld (und die Vermögen) der Wenigen das Leben der Vielen. Engelhorn hinterfragt dabei die Rolle des (demokratischen) Staates, des Rechtes und der Gesellschaft, die Überreichtum ermöglichen. Weiter ist Geld auch unmittelbar mit Privilegien, Status, Klassen(grenzen), einer gewissen Sprache und Umgang - und Ungleichheit - verbunden.
Marlene Engelhorn ist (mir) sehr sympathisch, sie ist selbstreflektiert und sich ihrer Privilegien bewusst. Auf S. 44 schreibt sie etwa: Überreiche Menschen wie ich müssen anerkennen, dass ihre Privilegien aus Prinzip ein Unrecht sind. Jedes Vorrecht - und nichts anderes sind Privilegien - ist Unrecht. Es gibt keinen Grund dafür, dass ein Mensch einem anderen Menschen in Rechtsfragen übergeordnet sein soll. Wie wichtig die Abschaffung von Privilegien ist, zeigt sich gut in einem Satz von Eula Biss: „Niemand versteht das Prinzip der Privilegiertheit besser als Leute, auf die es nicht zutrifft".
Der Stellenwert von (viel und wenig) Geld in unserer Gesellschaft wird pointiert skizziert. Zudem stehen, da Überreichtum gerade einmal 1% der Bevölkerung betreffen, auch Verteilungsfragen im Raum: Vermögensverteilung durch Steuern, die der Staat erlassen müsste, damit Geld - als Ressource - gerecht verteilt und damit Versorgung gesichert werden kann.
Tolles und interessantes Buch - brauchte jedoch ein bisschen, um reinzukommen.
Ich mag Marlene Engelhorn sehr, finde ihre Arbeit gut und das Theaterstück "Geld ist Klasse" ist klasse. Diesen Mix aus Philosophie, Soziologie, Sprachwissenschaft und Selbsttherapie, der sich auch noch recht oft wiederholt, hätte ich aber eher nicht gebraucht.
Essay von Marlene Engelhorn, die sich öffentlichwirksam für Steuergerechtigkeit einsetzt. Ich habe unzählige Interviews gelesen, sie in Podcasts gehört und live bei einer Lesung gesehen. Was ihr im gesprochenen Wort außerordentlich gut gelingt, das In Beziehung zu treten mit der Welt und der Person als Gegenüber, vermisse ich ein wenig in ihrem Buch. Dennoch macht Engelhorn inhaltlich viele Punkte und regt zum Nachdenken an. Insbesondere die Überlegungen zur Beziehung bzw. Auswirkung von Geld auf Recht fande ich spannend. Der öfters geäußerten Kritik, es fehle ein roter Faden, kann ich mich nicht anschließen. Stellenweise habe ich mich auch sehr an ihren Thesen oder Aussagen gerieben - wäre spannend für eine Diskussion.
Factuellement pertinent mais stylistiquement un peu lourd. Ce livre est un pamphlet avant d'être une narration ou même une fiction. La démonstration logique est réussie, mais quels sont les points d'action directs sur le thème de la taxation des revenus?
Mon aspect préféré du livre est la transparence de l'autrice sur sa propre situation matérielle et symbolique. J'ai appris des choses sur les effets de groupe dans les dynasties industrielles et dans leur entourage.
Inhaltlich sehr gute Argumente, welche auch immer wieder überzeugend dargebracht werden. Leider fehlte mir die Struktur und eine klare Argumentationslinie, viele Aussagen wiederholen sich und sind zerstreut über verschiedene Kapitel in teils zu akademischer Sprache.
Ich hatte ein paar Interviews mit der Autorin gehört oder gelesen und fand hochspannend, was sie zu sagen hatte. Daher hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut - das mich dann aber eher enttäuscht hat. Wie sie selbst schreibt, hat Marlene Engelhorn viele Fragen, aber wenig Antworten. Das ist okay, aber weil ihr Text relativ unstrukturiert um diese Fragen herummäandert, bin ich als Leser am Ende nicht schlauer als zuvor. Die Basics sind klar: Geld ist obszön ungleich verteilt und wir sollten das dringend ändern. Dazu gibt es eine Reihe theoretisch-philosophischer Überlegungen, aber wenig Konkretes. Eine Art Fahrplan, was zu tun wäre und wie man den zu erwartenden Widerständen begegnen könnte, gibt es hier nicht. Stattdessen bleibt bei mir als Kernaussage "Lasst uns drüber reden" hängen. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber für ein 150-Seiten-Essay ist es ein bisschen dünn.
Schwer getan habe ich mich auch mit der Sprache, und ich kann gar nicht genau sagen warum. Engelhorn schreibt weder wissenschaftlich noch journalistisch, überwiegend in kurzen Sätzen, aber trotzdem schwer zu greifen. Auf eine seltsame Art unkonkret - sprachlich wie inhaltlich.
es hat mir gefallen, auch wenn es die sterne nicht verraten! allein dadurch dass ich ihre person sehr mag, und so begeistert davon bin, was sie symbolisiert. hoffentlich hilft das buch irgendwie, sie mehr im öffentlichen diskurs zu thematisieren. allerdings komme ich nicht mit ihrem schreibstil zurecht. in interviews funktioniert ihre rhetorik phänomenal, aber in buchform resultiert es in der wiederholung von sätzen die zu floskeln werden. es wird einfach immer wieder das gleiche gesagt, nur mit leicht unterschiedlichen aspekten. mir hat besonders der letzte teil gefallen, wo sie mehr ins persönliche ging. trotzdem war es heilend, von einer überreichen person bestätigt zu bekommen, dass die leistungsgesellschaft ausgedacht ist und aufrechterhalten wird. non-fiction recommendation!
Enorm spannender und wichtiger Blick auf das Thema Geld. Fasst die Problematik unserer Gesellschaft perfekt zusammen und erläutert was Geld bzw die ungleiche Verteilung dessen damit zu tun hat. Ich wünschte jeder würde es lesen kann mir aber vorstellen das die Thematik vielen zu abstrakt ist, dafür ist sie hier aber wirklich gut greifbar und verständlich aufgearbeitet! Zudem wird Kritik mit Ausblick kombiniert was ich grossartig finde weil das gute Leben für alle eben möglich sein kann wenn wir uns Gedanken darüber machen was schief läuft und wie wir uns diese Utopie vorstellen.
This is the book from a lady who inherited a lot of money due to being born into a wealthy family. She not only questions the morality of inheritance, but also supports having a public discourse about money and its distribution. She leads by example by having 90% of her inheritance (over €25m) be distributed by an independent committee.
It's a short book and I finished it in a few days. Got it as a present Christmas last year. While I absolutely don't regret reading it, it's the type of book that for me would have been sufficient as a long article or interview.
Manchmal liegt‘s auch an der Erwartungshaltung: Mit mehr Prägnanz und Abwechslung gerechnet, fand die anfangs noch frisch daher kommenden Gedanken im Verlauf des Buches aber eher redundant und der Bezug zum Eigenen nicht immer nötig.