Was kann eine Phänomenologie des Fremden sein? In pointierter Form werden in dem neuen Buch des herausragenden deutschen Phänomenologen Bernhard Waldenfels ihre zentralen Motive vorgeführt. Die Schlüsselthemen lauten: Ordnung, Pathos, Antwort, Leib, Aufmerksamkeit, Interkulturalität. Als Außerordentliches taucht Fremdes in Form von Störungen, Abweichungen und Überschüssen an den Grenzen der Ordnungen auf. So stellt sich die Frage, wie wir auf Fremdes eingehen können, ohne ihm den Stachel zu nehmen. Daraus erwächst eine responsive Art von Phänomenologie, die über alle Intentionen und Regelungen hinaus von Widerfahrnissen und Ansprüchen ausgeht. Ein antwortendes Selbst stellt sich dar als leibliches Selbst, das nie ganz und gar bei sich ist. Die Fremdheit beginnt im eigenen Haus. Sie beginnt bereits bei der Aufmerksamkeit, wenn uns etwas auffällt. Und sie endet nicht zuletzt bei einer Interkulturalität, die auch für die Philosophie zur Herausforderung wird. Ein globales Denken ist dabei weder zu erwarten noch zu wünschen. Der Versuch, Grenzen zu überschreiten, ohne sie aufzuheben, gehört zu den Abenteuern einer Fremdheit zwischen den Kulturen. Es sind Autoren wie Bachtin, Freud und Mauss, wie Calvino, Kafka, Musil und Valéry, die der Phänomenologie des Fremden ihre besondere Würze geben.
Chat, erkläre mir, was Waldenfels hier sagen will, so, dass es ein Drittklässler versteht!
„1. Manchmal passiert etwas, das du gar nicht verstehst. 2. Dieses „Nicht-Verstehen“ nennt Waldenfels das Fremde. 3. Fremd ist nicht nur ein unbekannter Mensch, sondern alles, was nicht in deine gewohnte Welt passt. 4. Zum Beispiel: jemand verhält sich ganz anders, als du es kennst. 5. Oder du fühlst plötzlich etwas, das dich selbst überrascht. 6. Das Fremde macht dich oft unsicher oder bringt dich zum Nachdenken. 7. Du kannst es nicht einfach wegdenken oder sofort erklären. 8. Aber du musst irgendwie darauf reagieren. 9. Du kannst freundlich, ängstlich oder neugierig sein – das ist deine Antwort. 10. Und ein bisschen fremd bleibt es immer, auch wenn du es besser kennenlernst.“
Kann sein, dass das auch in dem Buch steht. Weiß ich nicht.