Erster Eindruck:
Bisher habe ich das erste Kapitel gelesen und bin sehr begeistert. Die Kombination aus den Fotos, den leicht verständlichen, aber dennoch eindrücklichen Texten sowie dem zusätzlichen Video bildet ein tolles Gesamtpaket. Meines Erachtens hat Robert Marc Lehmann das besondere Talent, Interesse an Tierarten zu wecken, die ich vorher nicht kannte oder über die ich einfach zu wenig wusste. Durch seine YouTube-Videos hat er mir beispielsweise schon vorher den Mondfisch, den ich ehrlicherweise als hässlichen Fisch abgetan hätte, näher gebracht. In seinem Bildband gelingt es ihm, mich direkt mit der Geschichte der Sumatra-Nashörner zu berühren und zum Umdenken anzuregen. Auch war ich sehr erstaunt, dass es insgesamt nur noch 5 lebende Nashorn-Arten gibt, die alle gefährdet sind. Ich bin sehr dankbar, dass diese wichtige Themen so gut und verständlich aufbereitet werden und hoffentlich eine breite Masse erreichen werden.
Kapitel 2 über die Orang-Utans, die Waldmenschen, war ebenso augenöffnend. Die Palmöl-Problematik ist zwar allgemein bekannt, aber durch den Bezug zu den Menschenaffen wird sie persönlicher, greifbarer. Durch die Bilder bekommt das Ganze ein Gesicht. Zudem ist mir erst jetzt bewusst geworden wie groß und komplex die Thematik eigentlich ist und wie sehr unsere Entscheidungen zum Erhalt beitragen können. Das ganze Ausmaß war mir vorher nicht bewusst oder wurde einfach erfolgreich von mir verdrängt.
Beim 3. Kapitel zum Königstiger waren für mich besonders die Videoaufnahmen beeindruckend und unter welchen Rahmenbedingungen die Bilder entstanden sind. Der Königstiger ist ein unfassbar schönes Tier. Interessant fand ich auch die Analyse der Ursachen des Human-Animal-Konfliktes und dass die Aufklärungsarbeit einen großen Beitrag zum Schutz und der Koexistenz beiträgt. Leider sind mir aber auch immer wieder Rechtschreib- und Grammatikfehler aufgefallen, die sich mit der Zeit zu häufen/wiederholen scheinen.
Zu den Orcas, Kapitel 4, war mir schon einiges bekannt, dennoch empfand ich den Einblick in die Walrettung sehr interessant. Zudem war mir gar nicht bewusst wie breit die Nahrungspalette, u.a. Elch, gefächert ist. Auch hatte ich gar nicht (mehr) auf dem Schirm, dass die Orcas zu der Familie der Delfine gehören.
Kapitel 5 - Kegelrobben, die größten und schwersten heimischen Raubtiere. Ergibt Sinn, wäre ich von allein aber nie darauf gekommen. So niedliche und doch so gefährliche Tiere. Ich finde es sehr schön, auch einen Vertreter der heimischen Tierwelt vorgestellt zu bekommen. Kaum zu glauben, dass die nächsten Verwandten Bären und Marder sind.
Die Bilder zum Kapitel 6 - Plastic Planet sprechen für sich..
Das Kapitel 7 zum Thema Fischerei gibt einen guten ersten Einblick in die Problematik. Es wird schnell klar, wie umfangreich dieses Themengebiet eigentlich ist. Dennoch werden m.E. einfache und schnelle Verbesserungsmöglichkeiten für europäische Verbraucher angeboten.
Zum Kapitel 8 - Haie und Kapitel 9 - Wildtierhandel gibt es sehr eindrückliche Aufnahmen, Fotos und Infos.
Das Kapitel 10 zu „The Operatives“ war mir leider viel zu kurz. Und um es mit Robert Marc Lehmanns Worten auszudrücken: Ich brauche mehr Infos. Dennoch sehr interessant.
Das Kapitel 11 zeigt wie wunderschön und wie nahezu unberührt die Antarktis noch ist. Sehr beeindruckend.
Kapitel 12 gibt einen Einblick in die Wildnis von Kanada und zeigt Zusammenhänge auf, die einem nicht allzu offensichtlich erscheinen, insbesondere in Hinblick auf die Schlüsselrolle des Königslachs. Everything is connected trifft es hier sehr gut.
Das Kapitel 13 - Wisente gibt Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist, dass das Ruder noch herumgerissen werden kann, dass sich das kämpfen lohnt.
Gesamteindruck:
Toller Bildband mit interessanten und gut aufbereiteten Themen, eindrucksvollen Fotos, Texten und Videos. So gut, dass ich bei der Bewertung über die Rechtschreib- und Grammatikfehler hinwegsehe.