Eine Frau, die ihre Vergangenheit vergessen will. Ein Mann, der ein Geheimnis um jeden Preis zu wahren sucht. Ein Feuer, das alle zwingt, ihr wahres Gesicht zu zeigen.
Chicago 1871: Louisa ist eine von vielen deutschen Einwanderern - von ihrem tyrannischen Vater wurde sie als eines der berüchtigten Hurdy-Gurdy-Girls in die USA verkauft und muss sich in den Saloons der Goldgräberstädte verdingen. Jetzt aber soll sich alles ändern: Nach dem Tod des Vaters kommen endlich auch ihre Mutter und ihre kleine Schwester Cora zu ihr in die neue Welt. Außerdem hat sie gerade erst den vor kurzem eingetroffenen, charmanten Wilhelm kennengelernt. Was Louisa nicht weiß: Wilhelm ist ein Dieb und Betrüger und zieht sie unwissentlich in seinen Schlamassel mit hinein. Louisa findet sich vor Gericht wieder - und kurz darauf beginnt, was als »Great Chicago Fire« in die Geschichte eingehen wird. Louisa kämpft von nun an um ihr eigenes und das Leben ihrer Liebsten – und erhält dabei Hilfe von unerwarteter Seite …
Vorsicht, es wird spannend und gefährlich heiß in den Flammen In diesem Roman hat Jana Beck eine faszinierende Geschichte erschaffen, in der sich alles um das große Feuer in Chicago von 1871 dreht. Bei diesem Feuer wurde fast die ganze Stadt zerstört, viele Menschen verloren nicht nur ihre Zuhause, sondern oft auch ihre Angehörigen oder ihr eigenes Leben.
Louisa , eine junge Frau , wurde vor einigen Jahren von ihrem tyrannischen Vater aus Deutschland nach Amerika verkauft, wo sie als Hurdy-Gurdy-Girl in den Goldgräberstädten auftreten muss. Diese Frauen waren nicht gut angesehen, standen sie doch nur eine Stufe über den Prostituierten. Louisa entkommt diesem furchtbaren Leben und lebt seitdem in Chicago, wo sie sich mit ihren sehr guten Näh- und Stickkünsten , auch bei besser gestellten Herrschaften, ihren bescheidenen Lebensunterhalt verdient. Sie ist eine sympathische junge Frau, die um alles kämpft was ihr wichtig ist. Nach dem Tod ihres Vaters , kommen auch ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Cora nach Amerika. Mit dem gleichen Schiff reist auch Wilhelm an. Er ist charmant und gehört zügig fast zur Familie, besonders Cora himmelt ihn an. Doch sein Charme trügt, ist er doch durch seine früheren Lebensumstände zu einem Dieb und Betrüger geworden.
Durch einen Unglücksfall bricht in einer Nacht , wie schon häufiger, ein Feuer in Chicago aus. Diesmal frisst es sich durch die anhaltende Trockenheit und Wind in wenigen Stunden durch die Stadt, die hauptsächlich aus Holzhäusern besteht. . Es lässt sich kaum aufhalten. Glaubt man sich in Sicherheit, so dauert es nur kurz, bis auch dorthin die Flammen ihren Weg finden.
In diesem Roman erfahren die Leser die Geschichte von Louisa, ihrer Familie, ihrem Schicksal , ihren Begegnungen mit Wilhelm und dem Richter Mark Keenan, der ihr in fast aussichtslosen Situationen eine große Hilfe ist.
Jana Beck hat hervorragend mit den historischen Fakten , zusammengetragen aus zahlreichen Berichten, Dokumenten und niedergeschrieben Augenzeugenberichten , eine so spannende Geschichte um Louisa erschaffen, daß man das Gefühl hat, mitten drin zu sein.
Das Leben allgemein, die Standesunterschiede und Vorurteile gegenüber ,, niedriger " gestellten Personen werden sehr realistisch dargestellt. Doch das Feuer macht keine Unterschiede zwischen arm und reich, es nimmt sich was es will. Durch die sehr bildhafte , detailreiche Beschreibung des Verlaufs des Feuers mit all seiner Dramatik, die Angst der Menschen um alles, was ihnen lieb ist, war durchgehend spannend. Ich habe so sehr mit Louisa gezittert und habe ihre Angst gespürt.
Das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen . Förmlich spüren konnte ich die Hitze der Flammen, bin mit Louisa durch die brennende Stadt gelaufen, habe den Rauch eingeatmet.
Die großartigen Beschreibungen waren für mich sehr realistisch und authentisch, die sehr flüssige Schreibweise ein Genuß.
Jana Beck hat das furchtbare Ereignis gekonnt mit Louisas Geschichte verbunden, es war dramatisch , aber auch Gefühle und die Liebe kommen nicht zu kurz.
Sehr gut hat mir auch das Nachwort mit den sehr interessanten und informativen Erklärungen gefallen. Dort gibt es auch Tips für weitere historische Romane , die ich mir auch als gute Lektüre ansehen werde.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für diesem hervorragend recherchierten und äußerst spannenden Roman über eine wahre Begebenheit.
In „Chicago in Flammen“ von Jana Beck reisen wir ins Chicago von 1871. Dort lernen wir Louisa kennen. Eine junge Erwachsene aus Deutschland, die von ihrem Vater als Hurdy-Gurdy Girl in den Westen verkauft worden ist. Nach ihrer Flucht hat sie sich in Chicago ein eigenes Standbein mit Näharbeiten aufgebaut. Zudem kommt ihre Mutter und ihre Schwester Cora aus Deutschland per Schiff angereist. Auf dem Schiff trifft Cora den Gauner Wilhelm und ist sofort Feuer und Flamme für ihn. Wilhelm hingegen entpuppt sich als Problembereiter der nur seine eigenen Ziele verfolgt. Als das Feuer in Chicago ausbricht, gerät die ganze Stadt in Panik. Während die meisten versuchen zu fliehen, ist Louisa auf der Suche nach ihrer Familie, packt an wo sie nur kann und zeigt dem jungen Richter Keenan das sie mehr ist als eine Diebin.
Man merkt das die Autorin zu diesem Roman gründlich recherchiert hat. Das Setting - Wow - mehr kann man dazu nicht sagen. Man kann sich das Chicago um 1871 bildlich vorstellen und wird vom Charme der Einfachheit eingehüllt. Man spürt förmlich die Hitze des Feuers, wie sich die Luft zuschnürt, man sucht sich in Gedanken den Weg nach draußen etc. Das Feuer ist wirklich gut beschrieben, indes ist das natürlich auch wichtig da es nahezu die gesamte Geschichte einnimmt. Die Character hingegen waren meistens sehr farblos und für mich gab es auch zu viele Nebencharaktere mit ihrer eigenen Handlung. Einzig und allein Louisa, die Hauptperson, erweckte bei mir so etwas wie Mitgefühl. Sie ist eine taffe Frau die anpacken kann, weiß was sie will und gleichzeitig versucht Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen. Das kann ich von den anderen Charakteren nicht behaupten obwohl diese auch sehr unterschiedlich charakterisiert wurden.
Ich mag es sehr gerne wenn reale Ereignisse in eine Geschichte mit einfließen. Zudem war hier die Recherche und das Setting atemberaubend gut. Einzig und allein der Wow Effekt hat mir gefehlt, wofür die fehlende Charakterstärke ausschlaggebend war. Ich kann dieses Buch dennoch nur weiterempfehlen.