Ich verrate euch mal ein kleines Geheimnis von mir: Ich wäre gerne eine Holländerin! Ich würde da gerne wohnen, ich würde gerne so sprechen und ich würde auch gerne so leben. Deswegen hat mich dieses Buch auch so glücklich gemacht, obwohl der Inhalt oft Dysfunktionalität und Zerrissenheit preisgibt. Gelesen habe ich ihn in der passenden Kulisse, in den wunderschönen Niederlanden, am Meer und bei herrlichem Sonnenschein.
Yella reist Hals über Kopf von Berlin, nach Bergen am See in den Niederlanden. Ihre Mutter hat sie dorthin beordert. Warum? Das sollen sie und ihre drei Schwestern dort erfahren. Diese haben sich mit den Jahren etwas auseinander gelebt und eigentlich kaum noch Kontakt. Aber Bergen am See hat eine besonderes Bedeutung für die Sommerschwestern. Jahrelang haben sie dort ihren Urlaub verbracht und Sonne, Meer und Freiheit genossen. Erst als ihr Vater dort bei einem Autounfall verstarb, endete die Beziehung zu dem Reiseland und auch die Unbeschwertheit.
Nachdem auch ihre Mutter endlich angereist ist, zieht sie die Auflösung ihrer Überraschung in die Länge. Doch kaum verrät sie Yella, was sie vorhat, macht sich Skepsis zwischen den Frauen breit.
Alle 4 Schwestern sind sehr unterschiedlich. nicht nur optisch sind sie sehr unterschiedlich, auch vom Charakter her scheinen sie manchmal Feuer, Wasser, Wind und Nebel zu sein.
Die Mutter hat mich ziemlich genervt. Ich konnte mich zeitgleich über sie aufregen und amüsieren. Da möchte ich aber nicht zu viel vorwegnehmen, nur so viel: Sie ist sehr, speziell im Umgang mit ihren eigenen Fehlern.
Auch Doro, die älteste Schwester, wäre jetzt nicht meine beste Freundin. Aber hat nicht jeder Seiten an sich, die für Andere schwer auszuhalten sind? Oder für einen selber
Die Geschichte spielt, wie schon erwähnt, im wunderschönen Holland. Sehr detailreich werden Land und Leute beschrieben. Ich habe sehr viel gelernt, obwohl ich hier regelmäßig zu Gast bin. Liegt ja quasi in der Nachbarschaft. Und das ganze Wissen das ich jetzt zusätzlich erworben habe, nimmt mich noch mehr für die Bewohner, des dem Untergang geweihten Landes, ein.
In dem Ort, in dem der Roman spielt, suchen die Sommer Schwestern die kleine, heile Welt wieder, die sie in früheren Zeiten verband. Nach und nach merken Sie aber, dass die Idylle ihrer Kindheit gar nicht wirklich existierte. Ich war bis zum Ende des Romans unentschieden wie ich die besondere Beziehung der Mutter zu ihren Töchtern und zu Thijs finde. Und genau das ist die seine Stärke. Nichts ist so wie es auf dem ersten Blick scheint, unsere Eltern sind labiler als Kinder brauchen und danach denkt man vielleicht auch noch mal ein bisschen anders über sich selbst und seine eigene Familie. „Die Wahrheit ist ein Haus mit vielen Räumen.“
Empfehlung für Alle, die das Schöne und das Scheitern lieben!