Birgit Lutz, Journalistin und Arktis-Expertin, bereiten seit einigen Jahren die sichtbaren Veränderungen, die die Erderwärmung besonders in der Arktis verursacht, zunehmend Sorge. Sie nimmt uns deswegen mit auf eine besondere Wir umrunden mit ihr die Inselgruppe Spitzbergen, wandern über Gletscher und besuchen Orte abseits der Touristenrouten. Birgit Lutz zeigt uns den Wandel, der teilweise bereits innerhalb weniger Monate gravierend voranschreitet. Sie spricht mit Menschen, die direkt davon betroffen sind, und trifft namhafte Wissenschaftler wie Klimaforscher Stefan Rahmstorf oder Ökonomin Claudia Kemfert, die ihre Beobachtungen kenntnisreich einordnen. Auch ethischen und psychologischen Aspekten des Klimawandels gibt Birgit Lutz viel Raum. Denn zuletzt stehen bei ihr nicht Betroffenheit und Ohnmacht im Fokus, sondern der Aufruf, jetzt mutig neu zu denken und zu handeln. Wir alle können das Ruder noch herumreißen, um diese einzigartige Region und die Bewohnbarkeit unseres Planeten in seiner Vielfalt zu erhalten und zu schützen.
Birgit Lutz berichtet am Beispiel von Spitzbergen von den verheerenden Folgen des Klimawandels. Sie stellt sich dabei mit dem Leser auf eine Stufe, ist nahbar, emotional und selbst nicht gefeit vor den Maschen der Klimaleugner. Das Buch versucht verschiedene Aspekte aufzugreifen. Neben den Veränderungen des Wetters, der Meeresströmungen und der Flora und Fauna, geht es aber auch zum Beispiel um Plastikmüll, Lobbyarbeit oder das Versagen der Medien. Viel Wissen ist hier ansprechend verpackt und für jeden Leser zugänglich präsentiert. Besonders toll fand ich, dass die Autorin mit verschiedenen Forscher*innen gesprochen hat und ihnen Raum gibt, über ihre Forschung und ihre Einschätzung des Klimawandels zu sprechen. Davon, und vom Forscheralltag, hätte ich gern noch mehr gehabt.
Das Buch stößt zum Nachdenken an, hat mich aber auch wütend und traurig gemacht. Und damit glaube ich seinen Zweck ziemlich gut erfüllt. So geht ansprechende Aufklärung. Schade, dass es selbst in meiner großen Buchhandlung nur mit Mühe in der hintersten Ecke zu finden war.