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Die schmutzige Frau

Ein trügerisch sanfter, inspirierender Roman über eine Ehe und ihre existenziellen Konsequenzen.

Ein Mann kauft seiner Frau ein großzügiges Apartment über der Stadt. Dort soll sie sich Zeit für sich nehmen und ihren Neigungen nachgehen. Aber die Sache hat einen Die Frau kann die Wohnung nicht mehr verlassen. »Hier oben brauche ich niemanden, keinen Liebhaber, keinen Ausblick und Meinenmann schon gar nicht«, sagt sie trotzig. Nun ist sie hoch über der Stadt sich selbst, ihren Wünschen und Fantasien ausgeliefert, während ihr Mann seine ganz eigenen Interessen verfolgt.

»Eine sprachgewandte, reflektierte Autorin, die sich auf Zwischentöne versteht.« DLF

166 pages, Kindle Edition

Published January 26, 2023

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About the author

Annette Pehnt

43 books6 followers

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Community Reviews

5 stars
10 (13%)
4 stars
26 (35%)
3 stars
25 (34%)
2 stars
8 (10%)
1 star
4 (5%)
Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for prostderpoesie.
241 reviews14 followers
June 29, 2025
ok könnt ihr bitte alle dieses „allegorische meisterstück“ (SZ) lesen, damit wir uns austauschen können?

da ist sie nun. alleine in dieser wohnung, hoch über der stadt. zwischendurch besucht sie meinmann, keiner weiß: hält er sie hier gefangen? bleibt sie freiwillig? und welche zwischenräume zwischen zwang und eigenem willen gibt es noch?
jeder, der sie sieht: findet sie schmutzig, anstößig. meiner meinung nach, kafkas verwandlungen-motiv des gregor samsa per excellence, aber da ist noch mehr.

annette pehnt hat einen beklemmenden versroman geschrieben, in dem rahmen-und binnenerzählung schleichend langsam miteinander verschwimmen. sie lässt die leser:innen voller fragen zurück, mit liebe und
empathie für eine protagonistin, der ein befreiungsschlag vom ehefrau- und mutterdasein gelingt, eine die nicht mehr auf dem laufenden sein muss.

Profile Image for Nicole.
1,249 reviews40 followers
January 31, 2024
Vielen Dank an Netgalley und den Piper Verlag für das kostenlose Leseexemplar.
Es handelt sich hier um eine Rahmengeschichte. Abgesehen davon ist der Stil ungewöhnlich. Es gibt außer einem gelegentlichen Komma keine Satzzeichen und Zeilenumbrüche mitten im Satz. Das ist gewöhnungsbedürftig. Bei der äußeren Handlung dauerte es ziemlich lange, bis ich die Situation begriff. Leider fand ich die Erzählerin wenig zugänglich.
Empfehlung für Leserinnen und Leser experimenteller Literatur.
Profile Image for Res.
57 reviews12 followers
February 27, 2024
Liebe dieses Buch, von der ersten bis zur letzten Seite begeistert von der subtilen Beschreibung der Gewalt einer Ehe. Ein ungewöhnliches Setting einer Wohnung, die die Erzählerin nicht verlässt. Hat sich mir gerade in seinem unglaubwürdigen Extrem erschlossen und die Machtdynamik zwischen Erzählerin und ihrem Mann, den sie immer nur „Meinmann“ nennt, wird durch Ort, Zeit und besonders Sprache transportiert. Außerdem bekommt man auch noch Geschichten in der Geschichte, da die Erzählerin in ihrer abgeschiedenen Wohnung beginnt zu schreiben. Sehr empfehlenswert!
Profile Image for Rebekka.
64 reviews6 followers
July 19, 2026
3.5 aber muss nochmal drüber nachdenken
Profile Image for Nicolai Levin.
273 reviews3 followers
July 18, 2024
Reden wir ausnahmsweise zuerst mal über Äußeres: Die Sätze in diesem Buch haben keinen Punkt. Außerdem enden die Zeilen immer wieder in unerwarteten Umbrüchen. Die Autorin hat erklärt, "Die schmutzige Frau" sei ein Versroman. Ich habe die Sprache zwar da und dort durchaus rhythmisch gefunden, aber kein durchgängiges Versmaß, keine wiederkehrende Metrik erkennen können. Es schreit nach Manierismus, mir als Leser bringen die Effekte jedenfalls keinen Gewinn.

Aber zum Eigentlichen, zum Inhalt. Nach dem Äußeren soll es uns ja nicht gehen.

"A Room of one's own" - Ein Zimmer für sich - das forderte Virginia Woolf einst als unabdingbare Voraussetzung für Frauen, die schreiben wollten. Die Icherzählerin bei Annette Pehnt hat da das große Los gezogen; sie hat nicht nur ein eigenes Zimmer, sondern gleich eine eigene Wohnung hoch über den Dächern der Stadt, in der sie sich zurückgezogen und ungestört dem Schreiben widmen will - und soll. Im Haus mit ihrem Mann (sie nennt ihn konsequent im ganzen Text nur Meinmann, die Kinder sind groß und aus dem Haus) hat das Schreiben, wie das übrige Zusammenleben auch, nicht so recht funktioniert, was genau geschehen ist, verrät sie uns nicht.

In ihrem selbstgewählten Rapunzelturm, den sie nie verlässt, sitzt sie nun, ohne Telefon, ohne Internet, nur von Ihremmann alle paar Tage mit frischen Lebensmitteln versorgt. Sie bringt einiges zu Papier, kurze Alltagsgeschichten, die in den Text eingeschoben sind, über eine "schmutzige Frau", die es auch nicht leicht hat und die zudem in deutlich prekäreren Verhältnissen lebt als das Paar, das sich zwei Wohnungen leisten kann. Soweit die Erzählungen etwas über ihre Autorin verraten sollen, deutet einiges auf eine ziemlich schlimme Kindheit mit verwahrloster und alkoholkranker Mutter hin.

In ihrer Klausur wird die Erzählstimme freilich auch nicht glücklich. Sie reflektiert über ihr Leben, ihre Beziehung, sie würde gern raus aus der Wohnung, aber Ihrmann, der gern mit der Autorin an seiner Seite renommiert, würde sagen, sie habe das doch selbst so gewollt. Sie leidet an ihm, seiner entscheidungsfreudigen Digitalität, seiner polternden Männlichkeit, die sich vordrängt und sie, die Zarte, Zurückhaltende, Schweigsame, Empfindliche nicht zur Entfaltung kommen lässt. Zugleich fürchtet sie, überfordert zu sein, wenn es Ihrenmann nicht gäbe.

Jemanden nicht loslassen zu können, der nicht gut für einen ist, das ist ein Indiz für die Toxizität einer Beziehung, habe ich gelernt. Wobei in diesem Buch mehr und mehr die Frage aufgeworfen wird, wer hier eigentlich für wen giftig ist. Ich als Leser werde vor die Entscheidung gestellt, auf wessen Seite ich mich schlagen soll: Die der hypersensiblen Pflanze oder die der garstigen Welt da draußen? Dass mir diese Frage schwer gemacht wird, zeichnet das Buch aus. Mal neige ich dazu, mich der klassisch feministischen Männerkritik anzuschließen, mal möchte ich dem Hascherl unterm Dach zurufen, dass es sich doch gefälligst zusammenreißen soll und ihr Leben selbst in die Spur bringen.

In jedem Fall will man den Hauptfiguren dringend zu professioneller Unterstützung raten: Den Rapunzelturm mit einer Fachklinik zu tauschen, wo kundige Ärzte Nervenkostüm und Seelchen wieder einrenken, soweit das geht. Und mit Ihremmann dann die überfällige Paartherapie angehen. Als Leser bin ich froh, dass nach gut hundertsechzig Seiten Schluss ist mit dem Elend. Denn bei aller Virtuosität der Konstruktion geht einem die Begleitung eines passiv-aggressiven Jammerlappens in seinem schreiend stillen Leiden doch gehörig auf den Senkel.
21 reviews
October 29, 2025
Raffinierte Erzählanlage, die die ganze Ambivalenz von toxischen klaustrophobischen Beziehungen zeigt, was sich zudem formal spiegelt.
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