leider war mir diese einführung auch für einen ersten einblick viel zu oberflächlich. die kürze soll das buch wohl zugänglicher für den einstieg ins thema machen, die verkürzten darstellungen haben mir aber im gegenteil oft tieferes verständnis verwehrt.
die erfahrungsberichte der autorin, die für mich das wertvollste an dem buch waren, waren oft etwas chaotisch mit darüber hinausgehender analyse und politischer forderung vermischt, auch fehlte mir ein tieferes eingehen auf kognitive behinderungen oder chronische krankheiten.
mehr substanz hätte ich mir darin gewünscht, wie über die entstehung von normen nachgedacht wird, es fehlte für mich auch eine einbettung des inhalts in eine breitere politische analyse des gesellschaftssystems, dessen elementarer teil ableismus ist.
ich hatte nicht viel vorwissen und hab trotzdem kaum neues gelernt, das ist schade (spricht aber evtl auch dafür, dass linke sozialisierung schon auch etwas ableismuskritik vermittelt). die übermäßig schlechte bewertung kommt nicht zuletzt auch aus meinem frust, dass linke verlage es anscheinend nicht schaffen, ordentlich zu lektorieren, was soll das? fühlt sich fast respektlos an gegenüber der autorin und ist als leserin einfach anstrengend.