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Dieser Fünfte ist Thomas, der eine 18 Jahre jüngere Freundin namens Corinna hat. Aber er ist nicht mehr zu beneiden als der Rest der Truppe, die immer noch ihren New-York-Auftrittstraum träumt, ansonsten aber ihrer Vergangenheit hinterher trauert. Ansonsten wird viel Doppelkopf gespielt in So viel Zeit -- etwas zu viel für einen Leser, der nicht Karten spielen kann. Die Fachausdrücke nerven ein wenig, und der Satz von Corinna („Ihr nehmt den Scheiß zu ernst“) kann man in diesem Fall getrost auf den Autor übertragen. Ansonsten aber nimmt Frank Goosen gar nichts ernst, auch sich selber nicht, denn das, was er beschreibt, hat auch sehr viel mit seinem Ich und dessen Leben zu tun. Das ist gut so. Denn an den besten Stellen gelingen Goosen Sätze von Woody-Allen’scher Tragikomik, die die Personen trefflich charakterisieren („Leben ist eine tolle Sache. Ich liebe es, den anderen dabei zuzusehen“).
Alles in allem ist So viel Zeit Pflichtlektüre für Enddreißiger und Anfangvierziger, die langsam merken, dass sie nostalgisch werden (und nach Gründen dafür suchen). Aber auch Abiturienten sollten Goosens Buch lesen. Damit sie wissen, was einmal aus ihnen zu werden droht. -- Isa Gerck, Literaturanzeiger.de
384 pages, Paperback
First published January 1, 2007