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Winterhonig

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"Winterhonig" erzählt von einer lebensgefährlichen Liebe in einer archaischen, grausamen Welt, die noch gar nicht so lang Geschichte ist. Inspiriert von den Erlebnissen ihrer eigenen Großmutter, lässt uns Daniela Ohms die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus Sicht der Landbevölkerung erleben: Das harte, entbehrungsreiche Leben, das Mathilda als zehntes Kind eines Bauern führt; die Anstrengungen, die der junge Karl unternimmt, um seine Abstammung vor den Nazis geheim zu halten; die Liebe der beiden, die nicht sein darf, bringt sie Mathilda doch in große Gefahr; die Schrecken des Krieges, der drohende Tod durch Bomben oder Verrat. Und über allem die Hoffnung.

593 pages, Kindle Edition

First published April 1, 2016

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About the author

Daniela Ohms

6 books2 followers
Daniela Ohms wurde 1978 in Rheda-Wiedenbrück (NRW) geboren und wuchs in der ländlichen Gemeinde Borgholzhausen auf. Sie begann schon in ihrer Jugend zu schreiben, veröffentlichte Kurzgeschichten in Literaturzeitungen und gewann 2010 den zweiten Platz des Agatha-Christie-Krimipreises. Ihre wahre Leidenschaft gilt jedoch seit jeher der Urbanfantasy. "Harpyienblut" ist ihr Romandebüt. Im Frühling 2013 startet sie mit einer neuen Fantasyreihe für ältere Kinder/Jugendliche bei Planet Girl/Thienemann. Ihr erster Fantasyroman für Erwachsene erscheint im Januar 2013 unter dem Pseudonym "Daniela Winterfeld" bei Droemer-Knaur.
Daniela Ohms lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Berlin-Kreuzberg. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin arbeitet sie als Lektorin in einer Literaturagentur.

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Community Reviews

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4 stars
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Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Sonja Rosa Lisa ♡  .
5,108 reviews637 followers
July 1, 2023
1930: Mathilda ist 6 Jahre alt, als ihre Mutter stirbt. Sie ist das jüngste von insgesamt zehn Kindern, und von nun an ändert sich Mathildas Leben. Ihr Vater ist sehr streng, und auf dem Bauernhof muss jedes Kind mit anpacken. Mathilda fühlt sich ungeliebt, nur ihr Bruder Joseph gibt ihr Halt. Als Mathilda 9 Jahre alt ist, trifft sie zum ersten Mal auf Karl. Er ist Josephs Freund und der neue Stallknecht auf dem nachbarlichen Gestüt. Mathilda und Karl verbindet von Anfang an etwas ganz Besonderes miteinander, doch der Krieg wirft seine Schatten voraus und Karl hat ein Geheimnis, das niemand erfahren darf...
❤️💛❤️
Mein Leseeindruck:
Ich habe mich total in diese wunderschöne Geschichte verliebt. Mathilda und Karl habe ich direkt ins Herz geschlossen und habe sehr mit ihnen mitgefühlt. Es gibt so viele wunderschöne Momente in diesem Buch und gleichzeitig so viele Schrecken. Ich habe während der Lektüre einige Tränen vergossen. Selten habe ich mich so sehr in eine Geschichte hineinfühlen können wie hier. Ganz sicher werde ich dieses Buch noch öfter lesen!
Wer Historische Romane mag, schöne Liebesgeschichten, die ans Herz gehen oder auch einfach nur authentische Geschichten, der sollte dieses Buch unbedingt lesen!
Profile Image for Schokigirl.
384 reviews35 followers
June 2, 2019
German Review: 4 Stars

Anmerkung: Ich habe das Buch als unangefragtes Rezensionsexemplar vom Verlag bekommen. Danke dafür. Die volle Videorezension findet ihr auf meinem YouTube Kanal namens schokigirl oder weiter unten.

Meinung:
Zunächst einmal habe ich etwas gebraucht um mich in das Buch einzufinden, da der Schreibstil relativ nüchtern ist. Aber letztendlich habe ich mich daran gewöhnt und ich glaube auch, dass ein emotionaler Schreibstil mit den Ereignissen des Weltkrieges vermischt eventuell zu viel hätte werden können.
Ich bin immer wieder interessiert an der Zeit des 2. Weltkrieges. Da dieses Buch auf der Lebensgeschichte der Großmutter der Autorin basiert, fehlt es ihm auch nicht an Authentizität (zumindest aus meiner Laiensicht). Es war auch mal erfrischend, nicht direkt was von der Front oder aus den Lagern zu lesen, sondern zum größten Teil etwas über das ganz normale Leben zu der Zeit zu erfahren.
Obwohl ich das Buch gern mochte, habe ich ein paar kleinere Kritikpunkte oder Anmerkungen.
1. Ich hätte mir ein Verzeichnis von Personen und Wörtern gewünscht. Das Personenverzeichnes wäre nicht unbedingt so wichtig. Ich war nur verwirrt wie viele Geschwister Mathilda denn nun hat. Aber etwas unangenehmer waren die Worte, die ich nicht verstanden habe. Diese Dialektwörter hätten ruhig erklärt werden können, denn ich musste sie mir zusammen reimen und war nur selten sicher, dass ich es richtig verstanden hatte.
2. Der Altersunterschied von den beiden Protagonisten hat mir etwas zu schaffen gemacht, besonders in der Phase wo einer bereits erwachsen war und der andere quasi noch ein Kind.
3. Der übernatürliche Hauch gegen Ende des Buches hat für mich gar nicht rein gepasst. Es sollte wahrscheinlich die mentalen Herausforderungen demonstrieren, durch man da gehen musste, aber für mich war das einfach zu viel. Zum Glück waren das nur ein paar kurze Szenen.
4. Den kurzen Plot bezüglich einem bestimmten Plan, den der männliche Protagonist am Ende des Buches zustimmt, fand ich zwar interessant, aber völlig unnötig, da es nie weiter geführt wurde und daher auch absolut keine Rolle spielte.


Fazit:
Ich habe dieses Buch, nach anfänglichen Schwierigkeit, gern gelesen und würde es auch empfehlen, da die paar Kritikpunkte wirklich kaum ins Gewicht fallen. Daher habe ich 4 Sterne vergeben.
Profile Image for Sabine.
771 reviews19 followers
May 9, 2016
Als das Buch bei mir eingezogen ist, wollte ich nur mal kurz reinlesen – daraus ist nur nichts geworden, denn ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so gefangen war ich schon nach wenigen Seiten in der wundervollen Geschichte. Und bis zum Schluss hat diese Faszination gehalten – ein tolles Buch!
Es ist die Geschichte von Mathilda und Karl, die sich als Kinder in den 1930er Jahren kennen- und später dann liebenlernen. Doch Karl verbirgt ein Geheimnis und ihre Liebe darf nicht sein – und sie wird so zu einem lebensgefährlichen Unterfangen.
Die Geschichte ist eindringlich und packend erzählt. Sofort habe ich mich in die bäuerliche Welt versetzt gefühlt, habe Mathilda sofort in mein Herz geschlossen und mit ihr gefühlt, gelacht und geweint. Obwohl die Geschichte nicht spannend oder voller rasanter Handlung ist, ist sie doch packend und fesselnd – ich zumindest konnte das Buch nur schlecht aus der Hand legen und habe auch in Lesepausen immer an Mathilda denken müssen. Es ist eine triste Zeit, in der sie aufwächst, eine Welt voller Arbeit und ein täglicher Kampf ums Überleben. Selbst kleinste Freuden werden ihr verwehrt, und nur ihre Freundschaft mit dem Pferdeknecht Karl gibt ihrem jungen Leben ein wenig Freude. Als der Krieg dann ins Land zieht und Karl sich zur Kavallerie meldet, gibt es in der Geschichte einen Wechsel der Erzählperspektive – war es bisher so, dass die Geschichte aus Mathildes Sicht geschrieben und erzählt war, kommt jetzt auch Karl mit seinen Erlebnissen zu Wort – und das ist oft nicht einfach zu lesen, denn er erlebt schreckliche Dinge an der Kriegsfront.
Die Charaktere sind alle wunderbar gezeichnet, sie haben Tiefe und wirken sehr authentisch – jeder hat eine eigene Geschichte, die erklärt, warum er ist, wie er ist, und auch wenn nicht alle Figuren sympathisch sind und oftmals ungerecht und egoistisch handeln, kann man sie so doch besser verstehen. Vor allem aber Mathilda und Karl sind einfach wundervoll gezeichnet. Mathilda habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen – ist sie als Kind noch zurückhaltend, schüchtern und still, entwickelt sie sich zu einer Frau, die weiß, was sie will – auch wenn sie immer noch oft zurücksteckt und sich mit ihrem Wünschen hintenanstellt. Und obwohl ihre Liebe zu Karl nicht sein darf und sie lange nicht versteht, warum, steht Mathilda doch zu ihren Gefühlen und lässt sich durch nichts beirren. Karl mochte ich wegen seiner liebevollen und beschützenden Art – für ihn ist Freudschaft ein hohes Gut und er würde alles tun, um seine Freunde zu retten. Natürlich bringt ihn das auch oft in Gewissenskonflikte, trotzdem bleibt er sich treu – und das habe ich an ihm einfach sehr geschätzt.
Daniela Ohms hat einen wundervollen Schreibstil, der bildreich und sehr lebendig ist. Sie schafft Atmosphäre und kann wunderbar Stimmungen einfangen – so habe ich alle Orte und Szenen genau vor Augen gehabt und habe mich als Teil der Geschichte gefühlt. Angst vor langen Beschreibungen muss man aber nicht haben – viele Worte braucht die Autorin nicht, um eine Landschaft, einen Menschen oder auch eine Szenerie zu beschreiben und trotzdem hat man als Leser alles genau vor Augen.
Die Geschichte erzählt einen Zeitraum von etwa 16 Jahren, dies aber nicht linear, sondern mit Rückblicken in die Kindheit von Mathilda. Und diese 16 Jahre sind sehr ereignisreich. Das Buch ist also nicht einfach nur einer Liebesgeschichte, sondern es ist auch ein Zeitzeugnis des bäuerlichen Lebens zu dieser Zeit und natürlich auch des Kriegsgeschehens an der russischen Front. Das Ende der Geschichte kam mir etwas zu plötzlich – da hätte ich mir einfach mehr Seiten gewünscht, denn zu erzählen gab es hier einiges. Vielleicht aber war ich einfach auch nur traurig, dass sich die Geschichte dem Ende zuneigte und ich die liebgewonnenen Charaktere nun bald verlassen musste. Ein tolles Buch, das ich sehr gerne gelesen habe – obwohl es nicht immer einfach war. Ich habe mit Mathilda und Karl geweint und gelacht, habe mit ihnen gefühlt und vor allem auch mit ihnen gelitten – ein warmherziger und wundervoller Roman, den ich gerne empfehle und der von mir 5 von 5 Sternen erhält.

Mein Fazit
Ein wundervolles Buch, das ich auf jeden Fall empfehle! Ein warmherziger Roman über eine Liebe, die nicht sein darf, über das harte Leben in der bäuerlichen Welt und über die Schrecken des Krieges und der Verfolgung. Ein bildreicher und fesselnder Schreibstil, Charaktere die authentisch und wunderbar gezeichnet sind und eine Protagonistin, die ich sofort ins Herz geschlossen habe – ich wurde von der ersten Seite an in die Geschichte hineingezogen und habe mich – trotz allen Schreckens – sehr wohl in ihr gefühlt. Ich gebe 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung!

Profile Image for Petra Donatz.
302 reviews8 followers
July 18, 2016
Klappentext
"Winterhonig" erzählt von einer lebensgefährlichen Liebe in einer archaischen, grausamen Welt, die noch gar nicht so lang Geschichte ist. Inspiriert von den Erlebnissen ihrer eigenen Großmutter, lässt uns Daniela Ohms die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus Sicht der Landbevölkerung erleben: Das harte, entbehrungsreiche Leben, das Mathilda als zehntes Kind eines Bauern führt; die Anstrengungen, die der junge Karl unternimmt, um seine Abstammung vor den Nazis geheim zu halten; die Liebe der beiden, die nicht sein darf, bringt sie Mathilda doch in große Gefahr; die Schrecken des Krieges, der drohende Tod durch Bomben oder Verrat. Und über allem die Hoffnung.

Die Autorin
Daniela Ohms, geboren 1978, studierte Literaturwissenschaften mit den Nebenfächern Psychologie und Geschichte. Für ihren Roman „Winterhonig“ hat Ohms sich durch die Erinnerungen ihrer Großmutter, Jahrgang 1924, inspirieren lassen, die im Paderborner Land als jüngstes Kind einer elfköpfigen Bauernfamilie aufwuchs und in ihrer Jugend die Wirren und Nöte des Zweiten Weltkrieges erlebte.
Daniela Ohms ist neben dem Schreiben in einer Literaturagentur tätig und wohnt mit ihrer Familie in Berlin. Cäcilia Oele (geb. Aring), ihre Oma, ist inzwischen 92 und lebt in Rheda-Wiedenbrück. Dort hat sie im Jahr 2006 einen Schreibwettbewerb der Lokalzeitung "Die Glocke" gewonnen.

Meine Meinung

Story
Mathilda ist das jüngste von zehn Geschwistern, die auf einem Bauernhof bei Paderborn leben. Schon früh bekommt sie die Härten des bäuerlichen Lebens zu spüren. Einzig Karl, der geheimnisvolle Pferde Dresseur von einem Pferdegestüt in der Nachbarschaft, bringt ein wenig Abwechslung in ihrem oft tristen und harten Alltag. Als die Nazis an die Macht kommen, wird das Leben von Mathilda noch entbehrungsreicher und als der Krieg ausbricht und Karl plötzlich verschwunden ist, steht Mathilda ganz alleine da. Mathilda ist sich nicht sicher, ob Karl vor den Nazis geflohen ist. oder eingezogen wurde. Sie hat niemanden mit dem sie reden kann, denn in dieser Zeit kann man selbst den eigenen Geschwistern nicht trauen.

Schreibstil
Daniela Ohms schreibt in einem leicht verständlichen Schreibstil und der Leser hat wenig Mühe der Geschichte zu folgen. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Man kann sich leicht in die zeit und das Leben der Menschen hineinversetzten.

Charaktere
Neben Mathilda und Karl spielen noch eine ganze reihe weiterer Charaktere mit, teilweise historisch echt. Die Autorin schaft es sehr gut mit wenigen Worten einen Charakter leben einzuhauchen so das man leicht mit diesen mitfühlen kann.

Mein Fazit


Das Buch ist mehr als nur die Liebesgeschichte zwischen Mathilda und Karl. Wie der Krieg das Leben der Menschen verändert hat, wie sie unter den Entbehrungen leiden und leben müssen, was es für die Frauen bedeutet wenn ihre Männer an der Front sind und sie keine Nachricht bekommen. Wie tief in die Privatsphäre der Einfluss der Nazis war. All das hat die Autorin sehr schön wiedergegeben. Vieles was die Autorin beschreibt beruht auf waren Fakten. Daniela Ohms hat es meisterlich geschafft, einer Geschichte um Liebe, Entbehrung, Verlust aber auch Hoffnung leben einzuhauchen. Ich vergebe volle fünf von fünf Sterne mit einem dicken Plus dahinter und eine absolute Leseempfehlung.
Profile Image for dubh.
361 reviews
June 20, 2016
Mathilda, von den meisten Tildeken genannt, hat keine einfache Kindheit. Als ihre Mutter früh stirbt, wird es für das jüngste Kind einer Kleinbauernfamilie aus dem Paderborner Land nicht einfacher. Nicht nur, dass alle Geschwister tüchtig mit anpacken müssen, nein, für das kleine Mädchen geht auch die liebevolle Nähe verloren. Zum Glück hat sie Joseph, ihren vier Jahre älteren Bruder, der sie beschützt und der ihr ein sehr guter Vertrauter ist. Durch ihn lernt Mathilda Karl kennen - ein älterer Junge, der auf dem herrschaftlichen Gut der von Steineckens als Stallbursche arbeitet. Doch die Zeiten könnten nicht schlechter für eine derartige Freundschaft stehen: nicht nur, dass der Vater als überzeugter Katholik nichts von den ostpreussischen und protestantischen Gutsbesitzer hält, nein, es ziehen noch deutlich dunklere Wolken am Himmel auf, denn die Nazis gelangen an die Macht. Doch trotz allem lassen sich Gefühle nicht einfach unterbinden und so wird aus einer beinahe geschwisterlichen Nähe, die viel Trost zu spenden vermag, eine innige Liebe...

Knapp 600 Seiten umfasst dieser Roman der Autorin Daniela Ohms und ich kann nur sagen, dass keine einzige davon zu viel ist. Schon die ersten Seiten haben einen unglaublichen Sog auf mich ausgeübt, so dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Daniela Ohms hat ein solch bemerkenswertes Feingefühl für ihre Figuren - allen voran natürlich Mathilda und Karl, aber auch Joseph - dass ich nach wenigen Kapiteln meinte, sie zu kennen. Hinzu kommt die Kulisse, der ich anfangs mit einem Fragezeichen entgegen geblickt habe: gerade die Zeit des Zweiten Weltkrieges kenne ich doch verstärkt aus der Perspektive von Stadtbevölkerung oder aber aus dem Blickwinkel derer, die verfolgt wurden. Hier widmet sich die Autorin einer einfachen, sehr gläubigen und hart arbeitenden Landbevölkerung - für mich ein ungewohnt neuer Blick. Denn auch wenn der Krieg lange weit entfernt scheint, erscheinen schon bald seine Schatten auf dem heimischen Hof: da nach und nach viele Männer an die Front müssen, bleibt die harte Arbeit, die zum Überleben aller wichtig ist, an den Frauen hängen. Und dann ist da noch die Liebe zwischen Karl und Mathilda - eine Liebe, die einfach nicht sein darf und doch so wichtig ist, weil sie vor allem auch Hoffnung schenkt.

Ein wunderschöner Roman, der sowohl den unmenschlichen Facetten des Dritten Reiches, den düstersten Szenen des Krieges und den Entbehrungen als auch den sehnsuchtsvollen Momenten einer tiefen Liebe und der Hoffnung, die Liebsten wiederzusehen, gerecht wird. Dabei hat mich besonders beeindruckt, dass die Autorin immer wieder reale Figuren und Geschehnisse mit in die Handlung eingewoben hat - ein Zeichen für die ausgiebige und gelungene Recherche, auf der das Buch unter anderem fußt. Zudem ist dieser Roman der Großmutter Daniela Ohms gewidmet; der Frau, die sie zu ihrem Buch inspiriert hat.

Für mich ist "Winterhonig" eine Bereicherung, die schon jetzt zu meinen Lesehighlights des Jahres 2016 zählt. Ein emotional ergreifender, authentisch wirkender Roman, der mich durchgehend gepackt hielt und von dem ich mich nur schwer trennen konnte.
Profile Image for Janine.
1,440 reviews19 followers
January 30, 2022
"Inspiriert von den Erlebnissen ihrer Großmutter, lässt uns Daniela Ohms die Zeit des Nationalsozialismus und den 2. Weltkrieg aus Sicht der Landbevölkerung erleben: das harte, entbehrungsreiche Leben, das Mathilda als zehntes Kind eines Bauern führt; die Anstrengungen, die der junge Karl unternehmen muss, um seine Abstammung vor den Nazis geheim zu halten; die Liebe der beiden, die nicht sein darf, bringt sie Mathilda doch in große Gefahr; dazu das Grauen des 2. Weltkriegs und die ständige Bedrohung durch Bomben oder Verrat.
Und über allem: die Hoffnung."

Ich mag historische Romane die im 2. Weltkrieg spielen, vorallem wenn diese wahre Begebenheit beinhalten wie in diesem Buch. Ja das hört sich etwas grotesk an, aber mich interessiert es einfach wie Menschen damals gelebt haben, was sie durchgemacht haben und man einfach nie vergessen darf was passiert ist.

Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, da der Schreibstil etwas nüchtern ist, was aber bei vielen solcher Romane der Fall ist, aber dann konnte mich die Geschichte in ihren Bann ziehen.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Karl und Mathilda erzählt und beide kommunizieren überwiegend über Briefe, denn Karl befindet sich in der deutschen Wehrmacht. Immer wieder gibt es Rückblenden, wie beide sich in der Kindheit kennengelernt haben und wie ihre Liebe zueinander stetig wächst. Aber auch Karls Geheimnis spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle, was für mich jetzt kein wirkliches Geheimnis gewesen ist, aber ich habe auch keinen Thriller gelesen.
Über den Krieg selbst erfährt man nur swenig, denn im Vordergrund steht das "normale" Leben in der Kriegszeit. Es war interessant einen Einblick in das Bauernleben zu bekommen, da es meistens um die Konzentrationslager geht oder um den Krieg selbst.
Es ist wirklich eine ruhige, aber auch beeindruckende Geschichte. Obwohl er Schreibstil wie schon erwähnt nüchtern ist, gab es stellenweise sehr emotionale und tiefgründige Momente.
Ich weiß nicht, ob man sagen kann, dass das eine schöne Geschichte ist, denn viele Menschen mussten viel erleiden wie zum Beispiel: der Tod der Ehemänner, keine Medizin und der daraus resultierende Tod, Fehlgeburten, der Wahnsinn des Kriegs usw.
Aber ich kann sagen, dass mich die Geschichte überzeugen konnte und ich diese sehr authentisch und realistisch empfinde.
Ich kann dieses Buch an alle Liebhaber von historischen Romanen weiterempfehlen.
Profile Image for Annegret.
82 reviews14 followers
May 24, 2016
Daniela Ohms - Winterhonig

Die Autorin Daniela Ohms entführt uns in ihrem Roman „Winterhonig“ auf einen Bauernhof im Paderborner Land. Dazu inspiriert hat sie ihre Großmutter, Cäcilia Oele, die selbst mit 10 Geschwistern auf einem Bauernhof groß wurde.

Erzählt wird die Geschichte der Bauerntochter Mathilda und des Pferdeknechtes Karl.

Mathilda wächst als jüngstes Kind mit 9 Geschwistern auf. Die Familie führt ein hartes Leben, das geprägt ist von der katholischen Erziehung. Alle müssen auf dem Hof mit anpacken, damit das Überleben gesichert wird. Als Mathilda gerade erst 6 Jahre alt ist, verstirbt die Mutter. Mathilda fühlt sich ziemlich alleine gelassen, Nur der ältere Bruder Joseph setzt sich für sie ein. Durch ihn lernt sie auch den Pferdeknecht Karl kennen, der auf dem benachbarten Gestüt arbeitet. Karl schließt Mathilda in sein Herz und unterstützt sie nach Kräften. Es ist Karl, der Mathilda Selbstvertrauen gibt.

Aber Karl hütet durch seine Herkunft ein Geheimnis, das er nicht preisgeben darf in Zeiten des Nationalsozialismus!

Die Autorin erzählt die Geschichte sowohl aus Sicht von Mathilda als auch aus Sicht von Karl, so daß man sich sehr gut in beide Seiten hineinversetzen kann.

Auf der einen Seite wird vom anstrengenden bäuerlichen Leben berichtet, auf der anderen Seite bekommt man einen sehr guten Einblick in das soldatische Leben, geprägt vom Nationalsozialismus und vom Zweiten Weltkrieg.

Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die schrecklichen Kriegsumstände, den grausamen Kampf um Leben und Tod, die Ängste und die Verluste darzustellen und in ihrem Roman zu verflechten. Eine fesselnde und gleichsam schwierige Geschichte!

In den schweren Kriegsjahren leben Mathilda und Karl von Erinnerungen aus besseren Zeiten und in der Hoffnung, sich nach dem Krieg wiederzusehen. Der Briefwechsel ist der Autorin wunderbar gelungen!

Für mich war dieses Buch das Beste, was ich im Jahr 2016 bisher gelesen habe. Es hat mich sehr berührt und die Geschichte wird noch lange nachwirken. Ich habe mit Mathilda und Karl gelitten und gebangt, und bin nicht enttäuscht worden.

Ich kann dieses Buch sehr empfehlen.
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