Luisa L'Audace wächst als einziges behindertes Kind in ihrem Heimatdorf auf. Warum sie im Sportunterricht immer als Letzte gewählt wird, in der Pause nicht mitspielen soll und ihre Freundinnen plötzlich nicht mehr neben ihr sitzen wollen, versteht sie lange Zeit nicht. Während andere Kinder Freizeitbeschäftigungen nachgehen, verbringt Luisa viel Zeit in Krankenhäusern, bei Therapien und Spezialist*innen. Als sie mit 14 einen Rollstuhl bekommt, fühlt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben frei. Doch mit der neu gewonnenen Mobilität nehmen auch die Anfeindungen zu. Die Ursache dafür kann sie erst viele Jahre später klar benennen: Ableismus, also die strukturelle Diskriminierung behinderter und chronisch kranker Menschen.
Wir alle leben in einem ableistischen System, das aktiv Teilhabe verhindert. Auch im 21. Jahrhundert müssen behinderte Menschen noch um ihre Rechte kämpfen und sind Gewalt ausgesetzt. Luisa L'Audace erklärt, warum Ableismus uns alle etwas angeht, wie wir ihn aktiv verlernen und zu einer inklusiven Gesellschaft werden können. Denn eins ist klar: Die Verantwortung liegt bei uns allen.
Ein Buch, das schon ewig lange auf meiner Liste stand und ich nun endlich gelesen habe. Ich verfolge Luisa schon länger auf Instagram und war gespannt, sie durch den autobiographischen Teil des Buches besser kennen zu lernen. Sie gibt neben vielen sachlichen Erklärungen nämlich auch sehr persönliche Einblicke in ihr Leben von klein auf. Ihre Geschichte ging mir sehr nahe, besonders da ich mich in einzelnen Situationen (v.a. bezüglich des Umgangs von Mitmenschen und medizinischem Personal mit Krankheit/Behinderung einer jungen Person) durchaus wiedererkannt habe. Der sachliche Teil des Buches ist sehr informativ und gut verständlich, die verwendeten Fachbegriffe werden ebenfalls erklärt. Da ich selbst behindert und chronisch krank bin, habe ich mich (gezwungenermassen) schon intensiv mit Ableismus auseinandergesetzt und vieles war für mich Repetition, trotzdem war es hilfreich, nochmal alles erklärt zu bekommen. V.a. hat es mir gutgetan wiedermal zu sehen, dass ich mit meinem internalisierten Ableismus nicht alleine bin und nochmal klar vor Augen geführt zu bekommen, woher er kommt. Bestimmt hätte ich weniger Mühe gehabt mich behindert zu nennen und mir Gehhilfen anzuschaffen und vielleicht wäre ich auch früher zu meinen Diagnosen gekommen, wenn ich dieses Buch vor ein paar Jahren gelesen hätte. Und ganz bestimmt hätte ich mich früher angefangen zu wehren, wenn ich unschöne Situationen, sei es im privaten Umfeld, in der Arbeitswelt oder im medizinischen Umfeld, als Ableismus hätte erkennen und benennen können. Deshalb finde ich dieses Buch unglaublich wichtig, sowohl für selbst behinderte und/oder chronisch kranke Menschen, damit ihnen bewusst wird, dass das was ihnen widerfährt Struktur und einen Namen hat und sie nicht alleine und nicht schuld daran sind, als auch für nicht-behinderte/nicht chronisch kranke Menschen, damit sie sich ein Grundwissen zum Thema aneignen können und sich der riesigen Vielfalt an Behinderungen und Barrieren bewusst werden: Behinderung bedeutet nämlich nicht immer Rollstuhl und Barrieren sind nicht immer Treppen. Insgesamt ein sehr lehrreiches und empfehlenswertes Buch!
Absolut wichtiges Thema. Die Autorin erklärt was Ableismus ist, wie er Behinderte unterdrückt und benachteiligt und warum wir dagegen vorgehen müssen. Das Buch öffnet Augen, danach sieht man Ableismus überall, von Kinderbuch über Parkanlage bis zur Alltagssprache. Die Autorin lässt auch viele ihrer persönlichen Erfahrungen einfließen, es ist also kein reines "Sachbuch", sondern durchaus emotional. Ich hätte mir eine klarere Abgrenzung der Kapitel gewünscht, wobei die Themen sich natürlich alle überschneiden. Es ist ein gutes Buch um in das Thema einzusteigen.
Man kann von diesem Buch und der Autorin sehr viel dazu lernen. Über sich selbst und über die Gesellschaft. Wünschte ich hätte dieses Buch früher gelesen.
Sehr zugänglich und offen geschrieben, eine Kombintation aus Memoir der Autorin und dringend nötiges Non Fiction auf Deutsch über Ableism, Behinderung und Barrierefreiheit.
Meine Bulletpoints vom Lesen:
* Deskrimination ist keine Meinung * ismen funktionieren so gut in unserer Gesellschaft da man sie nicht aktiv machen muss * Ableismus ist in uns allen und kennen nicht anders, sind alle ableistist sozializiert, muss also nicht ableistisch sein wollen um abelistisch zu sein * Othering = diskriminierende strukturen rechtfertigen * Behinderte Menschen werden entmenschlicht in dem sie wollen “besondere” Bedürfnisse. Haben alle gleiche Bedürfnisse, aber andere Voraussetzungen zb in dritten stock oder durst (fahrstuhl, stohhalm) * Selbstbezeichung vs Fremdbezeichung * Behindert vs nicht behindert (statt als normal/gesund) * leichtigkeit von unwissen ist nur den priviligierten Menschen vorbehalten * Leid Narrative und Inspiration Porn wenn man mit Behinderung auch Lebensfreude zeigt * Ableistische Narrative werden durch reproduktion immer mehr und mehr verfestigt * die Annahme das Behinderte Menschen keine Privatsphäre… Unfall? Was haben Sie?… In den Medien wird von Behinderten Menschen die ganze Medizinische Akte entblosst * Epistematische Ungerechtigkeit = Lücken in Wissen/Sprache/Bewusstsein bei Marginalisierte Menschen entsteht = somit Begriffe fehlen um Lebensrealität zu beschreiben = gelten als Individuelle Probleme die nicht als Strukturelle Probleme eingestuft werden können = allein in Situation, Ureteilsvermögen abgesprochen * Die Behinderten Menschen die am Meisten Auerksamkeit in den Medien kommen sind die jenigen die Ableismus bestätigen * Ich hatte verlernt meinem eigenen Körper zu trauen * Medical gaslighting * Medizinisches Model von Behinderung (aka Individuelles Model von Behinderung), Norm = nicht-Behindert hat Wissen und Standard * Menschenrechtige oder Kulturelle Model aka Soziales Modell der Behinderung (fehlender Lift alsndie Behinderung) * -> menschen sind nicht behindert sonddrn werden behindert. problematische hauptsatz von sociales modell, Selbstbezeichung von Behinderten abzusprechen * Autistisch. Diagnosemuster sind auf Männer bezogen * Barrierefreiheit ist mehr als keine Treppen (Barrierearm) * Barrieren = stoppt die Möglichkeit dass eine nicht-Behinderte Mensche auf einen Behinderten Mensch trifft * Nicht behinderte Schauspieler der Behinderte Charakter spielt, nennt sich Crip Up = Supercrip -> Inspiration Porn * Scheisse sagen statt Behinderte Wörter/Merkmale zu nutzen * Anti Diskriminierende Sprache zu befassen und Diskriminirung hat nichts mit Intention zu tun * „Nicht Behindert zu sein ist in unserer Gesellschaft ein Privileg. Nicht weil es tatsächlich besser ist, aber weil gewisse Fähigkeiten und Merkmale erstrebenswert und damit essentiziel gelten, worüber nicht alle Menschen verfügen. Gehören wir zur Behindertenhruppe werden wir in unserer Gesellschaft auf Grund unsereres Vermeintlichen Manges diskriminiert und unterdrückt. Diese Aufspaltung der Gesellschaft in Behindert und Nicht Behindert wilkürlich. Behinderung ist also ein Konstrukt. Das Bedeutet aber auch genau so wie es offensichtlich möglich war diese wilkürlichen Kategorien zu komstruieren, sollte es auch möglich sein sie wieder zu dekonatruieren. Wer sagt eigentlich das alle Personen gehen, hören oder sprechen müssen um am Alltag teilzuhaben? Wer hat beschlossen das Treppen vor dem Eingang eines Gebäudes für alle okay sein haben? Wer hat entschieden das manche von uns eine vermeintliche Norm entsprechen und andere nicht? Was spricht dagegen Konzepte zu entwickelndurch die auch Menschen mit geringeren Kapazitäten in ihrem eigenen Tempo… * Nicht Behinderung zu verleugnen, aber als so gelesen zu werden ohne dadurch strukturelle Diskriminierung zu erfahren und Zugänge geschlossen zu haben * Ableismus und Barrieren bekämpfen nicht Behinderung * ableistische Erziehung und ohne aktives wollen zu Diskriminierung
Das ist wirklich das thematisch am breitesten aufgestellte Einsteiger*innenwerk, das mir bis jetzt auf deutsch untergekommen ist. Wirklich eine FANTASTISCHE Einführung in Ableismus, also die strukturelle Benachteiligung von behinderten Menschen, und wie dieser alle Bereiche des Lebens betrifft. Super informativ, durch persönliche Anekdoten nahbarer und sprachlich umwerfend sorgsam. Habe mich ganz, ganz viel hierin wiedergefunden. Wirklich großes Kino, kann ich uneingeschränkt jedem Menschen empfehlen und möchte ich ganz besonders Leuten im Bildungssystem, Gesundheitssystem, Verwaltungsapparat und der Politik ans Herz legen, denn es gibt viel zu tun und je mehr wir uns die Sprache+Argumentation dafür bei Expert*innen wie Luisa einholen, desto schneller können wir damit beginnen.
CNs: struktureller + internalisierter Ableismus, Erwähnung und Einordnung von Verbrechen, Übergriffen und Missbrauch an behinderten Menschen (körperlich, psychisch, sexuell), Erwähnung von Selbstverletzung und Depression, Mobbing
Autorin erzählt in diesem Buch ihre bewegende Lebensgeschichte und verbindet diese mit Erkenntnissen über unsere ableistische Gesellschaft.
Ich fand die Sprache sehr gut verständlich und sehr gut geeignet für Menschen die sich auch zum ersten Mal mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Ein wichtiges Buch im deutschsprachigen Büchermarkt, wo behinderte Menschen häufig keinen Platz finden.
Besonders spannend fand ich die Auseinandersetzung mit den Fragen: Ab wann gilt man als behindert? Wer bestimmt das? Wer möchte einem das absprechen und warum? Wieso ist die Bezeichnung wichtig?
Gut gefallen hat mir außerdem L‘Audaces Selbstreflektiertheit und die intersektionale Betrachtung ihrer eigenen Identität. Und der Einblick in ihren Schreibprozess als Person, die nicht gut Lesen kann.
Bewegend und nachdenklich machend nimmt einen Luisa L‘Audace in diesem Buch mit in die Lebensrealität vieler behinderter Menschen, die tagtäglich gegen strukturelle Hürden kämpfen müssen. Sie unterstreicht dies eindrücklich durch eigene Erfahrungen. Mich hat das Buch, das ich als Hörbuch, von der Autorin selbst gelesen, gehört habe, abgeholt und noch andere Facetten aufgezeigt, die mir noch nicht bewusst waren.
Teils gute Zusammenfassung zum Thema Behinderung, Ableismus, Barrierefreiheit und teils Autobiographie. Empfehlenswert für Menschen die sich erst ins Thema reinlesen wollen, aber sicher auch als Auffrischung - I can recommend!
Klare Empfehlung, insbesondere für nicht-Behinderte. Ein idealer Einstige in das Thema Ableismus, aber auch geeignet für Menschen, die sich damit bereits auseinandergesetzt haben oder selbst betroffen sind.
Luisa L‘Audace hat ein Buch geschrieben, das mich stark beeindruckt hat. Es rüttelt auf und ist unbequem. Aber so wichtig, weil „Ableismus uns alle etwas angeht“!
Wir alle leben in einem ableistischen System, das aktiv Teilhabe verhindert. Auch im 21. Jahrhundert müssen behinderte Menschen noch um ihre Rechte kämpfen und sind Gewalt ausgesetzt. Luisa L'Audace erklärt, warum Ableismus uns alle etwas angeht, wie wir ihn aktiv verlernen und zu einer inklusiven Gesellschaft werden können. Denn eins ist klar: Die Verantwortung liegt bei uns allen.
Was für ein wichtiges Buch! Ableismus ist leider, obwohl er so verbreitet und auch gefährlich ist, ein viel zu wenig bekanntest Thema und genau aus diesem Grund hat mich das Buch auch so angesprochen. Von Anfang an war ich ganz gebannt, war immer wieder sprachlos und schockiert, über das was die Autorin berichtet und über meine eigene Unwissenheit. Genau deswegen habe ich auch so viel Neues für mich mitnehmen können, aber ich bin mir auch sicher, dass Menschen, die sich bereits mehr mit dem Thema Behinderung und Ableismus auseinandergesetzt haben, noch viel in dem Buch lernen können. Dabei besteht es sowohl aus allgemeinen Fakten, als auch aus persönlichen Erfahrungen (bei denen aber auch immer deutlich wird, dass die keinesfalls repräsentativ für alle Menschen mit Behinderung stehen) und Gedanken- sowie Handlungsanregungen. Genau diese Mischung hat das Buch für mich zum perfekten Einstieg ins Thema gemacht. Auch den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden. Dieses Buch ist also eine riesige Empfehlung für alle und wirklich sehr wertvoll und wichtig, lest es!
Ich bin begeistert! Ich folge Luisa schon länger auf Instagram und habe dort viel über Ableismus von ihr gelernt. Ihr Buch ist eine Zusammenfassung des Themas, die prägnant auf den Punkt kommt und dank ihrer persönlichen Geschichte auch emotional mitnimmt. Sehr positiv empfand ich auch den klaren, sehr gut lesbaren und spannenden Schreibstil. Am Ende des Buches ist man deutlich besser informiert über das Thema Ableismus und vor allem: motiviert, es besser zu machen und die eigene Wahrnehmung zu ändern!
Wer sich mit intersektionalem Feminismus beschäftigt, kommt um dieses Buch von Luisa L‘Audace nicht drum herum bzw sollte sich unbedingt dieses Buch zulegen.
Luisa L‘Audace hat in ‚Behindert und stolz‘ viele Themen angesprochen und Sichten ins Wanken gebracht, wie es mir vorher nur bei Tupoka Ogettes Buch ‚Und jetzt Du!‘ ergangen ist. Ich bin aus meinem nicht-behinderten Happyland rausgeworfen worden und es gibt kein Zurück mehr.
Die Autorin beschreibt anhand ihrer eigenen Lebensgeschichte, aber nicht ausschließlich daran, was Ableismus (auch historisch betrachtet) bedeutet, wie er reproduziert wird, und welche Konsequenzen er für behinderte und nicht-behinderte Menschen hat.
Einige Themen sind im Themenfeld der intersektionalen Diskriminierung so oder so ähnlich schon bekannt. Dazu gehören Themen, wie epistemische Ungleichheit, Tokenisierung, (Sexuelle) Gewalt, Mikroaggressionen, stereotype Darstellung in den Medien, internalisierte Diskriminierung. Diese hat die Autorin sehr gut verständlich mit Bezug auf behinderte Menschen erläutert.
Für mich waren darüber hinaus Themen neu, wie z.B. Anerkennung von Behinderung, Inspiration Porn, cripping up und autistisc-codes in der Medienwelt und noch einige mehr. Aber ehrlicherweise waren sie nicht alle wirklich „neu“. Ich hatte diese Sachverhalte bisher nicht hinterfragt und als ableistisch identifiziert. Ich habe auch vorher Konzepte wie Barrierefreiheit nicht hinterfragt und nun gelernt, dass es Barrierefreiheit kaum geben kann und dass nicht nur Treppen Barrieren zur Teilhabe darstellen. Ich könnte ewig so fortfahren.
Das größte Erwachen hatte ich jedoch, wie die Autorin das medizinische Modell beschrieb. In unserer Gesellschaft wird beim Thema Behinderung das Leidnarrativ bedient, das behindertes Leben nicht nur als weniger wertvoll, sondern weniger lebenswert denkt. Sodass es Behinderten zugesprochen wird, dass sie ihr Leben ganz schrecklich finden müssen. Und hier liegt mE der größte Unterschied zu anderen Diskriminierungsformen, wenn man denn einen benennen müsste. Mir als Frau wird zugeschrieben, dass ich in meinem Leben Erfüllung finden kann, wenn ich es auf eine bestimmte Art führe. Behinderten Menschen wird diese Option gänzlich abgesprochen.
Nichts in diesem Buch ist überflüssig. Jede einzelne Seite ist geballte Information und augenöffnend.
Vor der Lektüre des Sachbuchs „Behindert und stolz“ von Luisa L’Audace hatte ich mich ehrlich gesagt noch nie mit dem Thema Ableismus beschäftigt. Zwar war mir durchaus bewusst das nicht alle Menschen gleiche Zugangsvoraussetzungen zu Bildung, kulturellem Leben und weiteren Bereichen haben, wie umfassend Ableismus allerdings in unserem Gesellschaftssystem verankert ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Und so war das Buch für mich eine augenöffnende wie auch manchmal schmerzhafte Lektüre. Denn die Autorin zeigt gezielt Missstände und Ungerechtigkeiten auf und verdeutlicht das nicht-behinderte Menschen durchaus von diesen profitieren. Ihr Schreibstil ist dabei aufrüttelnd, intensiv und sehr treffend. Man spürt dem Text die persönliche Betroffenheit der Autorin an, was ich aber als große Stärke des Buchs sehe. Denn Luisa weiß genau wovon sie spricht, da sie selbst behindert ist. Trotzdem erhebt sie keinen Anspruch auf eine allgemeingültige Perspektive, Jede:r kann Situationen anders erleben, wie sie auch immer wieder betont. Mir persönlich hat dieser sehr umsichtige Blick sehr gut gefallen, darüber hinaus ist das Buch auch einfach lehrreich. Sehr viele Lebensbereiche werden ins Blickfeld genommen und obwohl Ableismus tiefverwurzelt und komplex ist, gelingt es der Autorin ein umfassendes Bild zu schaffen und ihre Leser:innen zu informieren. Zahlreiche Begrifflichkeiten werden erklärt und die strukturelle Diskriminierung nach und nach herausgearbeitet. Eine einfach Lösung will und kann das Buch aber nicht bieten. Allerdings bietet es einen tollen Einstieg in ein Thema, welches uns alle angeht. Gerne vergebe ich deshalb volle 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
Ein solider Grundstein für den Einstieg in den Ableismus-Diskurs, gut verständlich und vor allem durch die persönlichen Einschübe zugänglich. Ich habe viele der theoretischen Parts aus dem Feminismus- und Rassismus-Diskurs wiedererkannt und mich da ein wenig gelangweilt. Spannender fand ich die Erzählungen aus Luisas eigenem Leben, davon hätte ich gern noch mehr gehabt.
[3,5 Sterne]
Ein paar Dinge, die ich mitgenommen habe:
- “Behindert” sollte ein neutraler Begriff ohne negative Konnotation sein/werden (es steht natürlich allen frei, ihre Selbstbezeichnung selbst zu wählen)
- “nicht-behindert” mit Bindestrich zu schreiben, verdeutlicht das Wort als Einheit, die neutral gegenüber “behindert” steht
- Aussagen wie “eine Behinderung kann uns allen passieren” und “Untertitel sind ja auch für Nicht-Behinderte praktisch” dezentrieren Behinderte und suggerieren weiterhin, dass eine Behinderung etwas Negatives ist
Am Anfang habe ich gar nicht in dieses Buch herausgefunden: Ich konnte nicht einsortieren, ob es eher eine Autobiografie oder ein Sachbuch ist. Mich hat sehr gestört, dass Tatsachen behauptet werden, ohne dass Belege dafür kommen.
Später erklärt sich, dass Luisa aufgrund ihrer Behinderung diese Art von Buch einfach nicht schreiben kann, aber dass das auch völlig okay so ist: Das Buch wurde immer besser und man versteht ihre Perspektive immer mehr.
Am Ende muss ich sagen: Mein Leben als chronisch Kranke Person wäre so viel besser, wenn alle dieses Buch lesen würden. Und das auch ohne Zahlen. Denn Luisa vermittelt den Frust mit den Behörden, die alltägliche Diskriminierung und die Probleme im System sehr anschaulich, indem sie auch zeigt, was das emotional bei uns Betroffenen auslöst. Vielen Dank für diese mutige und ehrliche Perspektive!
Ein enorm wichtiges Buch, ein must-read für alle! Es ist verständlich und angenehm geschrieben, regt zum Nachdenken und Reflektieren an und kombiniert persönliche Erfahrungen der Autorin mit gesellschaftlichen Strukturen. Besonders aufrüttelnd fand ich die historische und politische Einbettung von Ableismus und seinen Konsequenzen für Betroffene. Dieses Buch sollte ein Appel für uns alle sein unsere ableistische (und andere diskriminierende) Sozialisierung grundsätzlich zu hinterfragen und aktiv anti-ableistisch zu handeln.
Ich bin auf das Buch „Behindert und Stolz: Warum meine Identität politisch ist und Ableismus uns alle etwas angeht“ gestoßen, weil ich der Autorin Luisa L‘Audace angefangen habe auf Instagram zu folgen und Ihren Account toll fand. Es ist das erste Buch, dass ich zum Thema Ableismus gelesen bzw. gehört habe und ich muss echt sagen, dass es nicht nur super geschrieben und gesprochen ist, sondern mir auch unglaublich viele Denkanstöße gegeben hat. Ein tolles Werk auch für den Einstieg ins Thema, große Empfehlung 😌☺️
Perfekter Einstieg ins Thema Ableismus, aber ich glaube, auch Menschen, die denken, sie wüssten schon Bescheid, können was mitnehmen. Deswegen absolute Empfehlung! Ich hab etwas gebraucht, um reinzukommen und hätte tatsächlich von der Autorin weniger erwartet, dass sie so detailliert in ihre eigene Geschichte reingeht. Sicherlich ist das v.a. illustrierend und beispielhaft gemeint, aber das Buch wäre auch ohne mMn. sehr gut geworden.
Jede*r sollte sich mit Inklusion und unserer Barriere behafteten Gesellschaft auseinandersetzen und Menschen mit Behinderung zuhören sowie mit ihnen laut werden. Das Buch hat zwischenzeitlich erschrocken und mir gezeigt, wie viel noch zu tun ist um umfangreiche Teilhabe aller Menschen zu ermöglichen.
Ich dachte ja vorher, ich wäre eigentlich schon ganz gut über Ableimus informiert, aber dieses Buch hat mich eines besseren belehrt und mir so viel aufgezeigt, was ich noch nicht wusste. An einigen Stellen merke ich noch einen inneren Widerstand, Teil des Verlernens. Ich bin sehr froh, von Luisa und ihrem Buch lernen zu dürfen und kann es jeder Person nur ans Herz legen.
So ein wichtiges Buch! Die Autorin schafft es wirklich gut, das Problem “Ableismus” zu definieren und in unserer Gesellschaft zu verorten. Mir hat besonders die Mischung aus persönlichen Geschichten aus dem Leben von Luisa sowie den sachlichen Passagen gefallen. Ich würde dieses Buch jeder Person ans Herz legen!
Ein wichtiges Buch, um sich mit dem Thema Ableismus auseinander zu setzen. Strukturelle Diskriminierung zeigt sich in unglaublich vielen Facetten - wie auch hier. Für mich ist es wichtig, das anzuerkennen, was marginalisierte Gruppen erfahren haben.
Ein fantastisches Buch, das schonungslos aufklärt, wie tief Ableismus in unserer Gesellschaft noch verankert ist, und was wir alle, ob behindert oder nicht, zu einer inklusiven Gesellschaft beitragen können. Sehr empfehlenswert!
Wirklich wertvolle Perspektive und gute Erklärung der strukturellen Aspekte von Ableismus. Findet man deutschsprachig eigentlich kaum in so gebündelter Form. Einziger Kritikpunkt: in den ersten Kapiteln war für mich manchmal das autobiografische mit dem sachlichen Inhalt zu sehr vermischt.
"Die bloße Existenz behinderter Menschen in der heutigen Zeit ist nichts anderes als Widerstand in einem Land, das uns vor gerade mal achtzig Jahren tot sehen wollte und alles daran setze, uns auszulöschen. Doch wir sind immer noch hier - und wir bleiben hier."
Kann dieses Buch nur jedem Menschen ans Herz, der sich über Ableismus informieren möchte. Habe sehr viel gelernt und verstanden dadurch. Ein sehr sehr wichtiges Werk, um Strukturen unserer Gesellschaft besser verstehen zu können.