Die Schlacht von Pharsalos ist verloren, Pompeius der Große ist tot. In der römischen Provinz Africa rüsten sich Cato und die Senatspartei im Jahr 48 vor Christus zum letzten Gefecht gegen Caesar. Doch es geht um mehr als nur den Kampf zwischen zwei politischen Lagern. Caesar hat ein düsteres Geheimnis. Er gehört zu den Keren, mächtigen Blutsaugern, gegen die Roms Optimaten seit Jahrhunderten kämpfen. Mit allen Mitteln versuchen sie zu verhindern, dass Rom zu einer Republik der Untoten wird. Atia, die ehrgeizige Mutter des Gaius Octavius, wünscht sich seit ihrem Besuch bei der Nekromantin Erichtho nichts sehnlicher, als ihren Sohn als Nachfolger zu etablieren. Eine rätselhafte Prophezeiung bestärkt sie in ihren Plänen ...
Mit großer Neugierde habe ich diesen Roman von Karen Aydin erwartet. Mein Interesse an der römischen Geschichte beschränkt sich im Grunde auf Schulwissen, ein paar Romane und eine eigentümliche Sprach- und Übersetzungsgemeinschaft mit einem japanischen Römer- und Limes-Spezialisten. Mein Interesse an Untoten, Vampiren und sonstigen Schreckensgestalten ist sehr übersichtlich - um es vorsichtig zu formulieren. Aber da mir das Buch "Sapphos Sprung" von ihr so gut gefallen hat und ich ihre Rezensionen auf Facebook sehr schätze, habe ich mir "Tote beißen nicht" vorgenommen. Und es hat sich wahrlich gelohnt. Der Roman schildert spannend, stilsicher und hochliterarisch das Wirken, Walten und Schalten eines etwas anderen Caesars. Entlang tatsächlicher historischer Ereignisse und Figuren spinnt Karen Aydin ihre Fäden und Netze und führt den Leser in fantastische Paläste, zu bunten Figuren, intriganten, egoistischen, anziehenden und wildesten Charakteren. Mein Hauptunbehagen an allen Horror- oder Gruselgenres bezog sich bisher immer auf die völlig unnachvollziehbare Motivation und das Streben der zu fürchtenden Wesen. Aber das meistert Karen Aydin auf wundervolle Art und Weise. Ich bleibe zurück eher mit der Frage, warum jemand nicht zu diesem "Schrecken" werden würde.
Alles in allem ein sehr spannender Lesegenuss und mit großer Freude las ich zwischen den Facebookzeilen heraus, dass karen Aydin schon an einer Fortsetzung arbeitet. Und das will ich doch sehr hoffen.