Die Inhaltsangabe könnte den Eindruck aufkommen lassen, dass es sich hier um eine Art Landser-Roman im Weltall handelt, aber das stimmt nicht. Die Raumjägerpiloten wirken dafür zu wenig soldatisch und sind eher problematische Figuren. Auch nehmen Kampfhandlungen nur einen kleinen Teil des Romans ein und werden keineswegs glorifizierend geschildert. Durch den ganzen Roman zieht sich eine Begeisterung für die Raumfliegerei, die auch mit seinen technisch Details recht eindrücklich beschrieben wird.
Der Roman ist leidlich gut geschrieben. Die unterschiedlichen Kulturen sind zwar nicht sonderlich detailliert beschrieben, besonders über die occonischen Verhältnisse wünscht man mehr zu wissen, die Charaktere dagegen sind schärfer konturiert.
Am meisten hat man von dem Roman, wenn man ihn als die Geschichte eines Menschen liest, dessen Schicksal es ist, zwischen den Kulturen zu stehen und so zum Mittler zu werden. Die Hauptfigur und ihr spannungsvolles Leben mit dem Fremden und in der Fremde, ohne dass sie dabei die eigene Identität verliert, ist das Bemerkenswerteste des Romans. Der Titel "Kriegsvögel" ist etwas irritierend. Hinter den neutralen Initialen R.M. Meluch verbirgt sich die amerikanische Autorin Rebecca M. Meluch.