Mir fehlte hier der rote Faden einer Geschichte. Stellenweise fand ich das Buch gut, da ich vieles genauso auch beschreiben kann, da auch ich in der DDR groß geworden bin. Trotzdem fand ich die Erzählung oft wirr und sehr langweilig.
Sehr bereichernd, wenn man die Region so gut kennt und dieses Lebensgefühl nochmal aus einer anderen Zeit beschrieben bekommt (trotzdem ganz viel Liebe an diese Ecke des Ostens). Sprachlich spannend, aber vom Plot her hats mich jetzt nicht überzeugt, vielleicht hab ichs auch einfach nicht verstanden ^^
Mit der Geschwindigkeit des Sommers. Zuerst das Positive: es ist kurz und ab und zu ist ein guter Satz drin. Das Negative: ich finde es sehr langweilig, es ist geschrieben, als wäre es mit Absicht dafür gemacht, in der gymnasialen Oberstufe gelesen und interpretiert zu werden.
Das Leben einer jungen Frau gerät durch den Selbstmord der älteren Schwester aus der Bahn. Wäre sie aufmerksamer gewesen, hätte sie die verhängnisvolle Entscheidung vielleicht rückgängig machen können? Der Tod wird zum Auslöser innerer Rückschau: Sie denkt zurück an ihre gemeinsame Kindheit in der ostdeutschen Provinz. Und sie versucht, die rätselhafte Geschichte einer Frau zu ergründen, der sie innig verbunden war. Die Schwester hatte in der Abgeschiedenheit der Kiefernwälder und des Stettiner Haffs von der Freiheit geträumt. Aber sie blieb bei ihrem Ehemann, traf sich wieder mit ihrem alten Liebhaber und gab sich fast schwärmerisch der verlockenden Vorstellung hin, dass in diesem anderen Staat ein anderer Lebenslauf für sie bereitgestanden hätte. Nuanciert und mitreißend erzählt Julia Schoch vom Untergang der DDR und dem Ende aller Träume mit der Erfüllung des Wunschs nach Freiheit. Zugleich verleiht sie treffend dem Lebensgefühl einer Generation Ausdruck, die – 1989 zwischen 12 und 15 Jahren alt und der DDR noch nicht verwachsen – den veränderten Lebensumständen ratlos gegenüberstand. Dabei verliert sich die Geschichte nicht in der Vergangenheit, sie ist im Hier und Heute angelangt. Julia Schoch besticht durch ihre fein gearbeitete Sprache und durch ihre nachhallende Tiefgründigkeit.
Zwei Schwestern. Geboren und aufgewachsen in der DDR. Die eine noch zu jung um das politische Geschehen zu verstehen. Dann die Wende. Alles ändert sich. Die junge zieht es hinaus aus dem trostlosen Kaff. Die ältere, inzwischen Mutter von drei Kindern, bleibt. Seit vielen Jahren hat sie einen Geliebten. „Der Soldat“. Aber nie ergibt sich die Gelegenheit mit ihm durchzubrennen. Oder sie will es nicht. Oder er will es nicht. Auch kommt sie nicht so recht mit dem Umbruch klar. Mit der vermeintlichen neuen Freiheit. Irgendwann fährt sie allein nach New York. Bringt sich dort um. Über den inneren Monolog der Schwester erfahren wir ihre Geschichte. Aber es bringt mir die Person der Anderen nicht wirklich nahe. Bin mir nicht sicher ob ich verstehe was in ihr vorging. Hat sie ein Leben gelebt aus dem sie unfähig war auszubrechen aber such unfähig, es weiterzuleben? Wollte der Soldat tatsächlich nicht mehr als diese Affaire und sie wusste es und ist daran zerbrochen? Ein Buch, was sich bei mir nicht tiefer festgesetzt hat. Die Lesung von Claudia Michelsen hingegen war auf den Punkt perfekt und der Athmosphäre der Geschichte sehr angemessen. Insgesamt 3,5 Sterne.
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