Jojo hat ein Geheimnis, das sie nur ihrem Tagebuch Sie kann zaubern! Der Sie darf keinen Jungen küssen. Sonst verschwindet die Zauberkraft. Für Jojo kein Problem. Oder doch? "Hexen küsst man nicht" von Hortense Ullrich ist der beste Beweis, dass es doch ein Leben vor dem ersten Kuss gibt!
Die Reihe „Freche Mädchen – Freche Bücher“ erreichte mich als frisch Pubertierende mit 12 oder 13 Jahren und als ich kürzlich durch Zufall auf ein neueres Exemplar gestoßen bin, das mir klar machte, dass die Buchreihe von rund 15 verschiedenen Autor*innen bis mindestens Mitte bis Ende der 2010er veröffentlicht wurde und mehr als 130 Bände umfasst, fragte ich mich, was mein heutiges Ich wohl über die gezeichneten Perspektiven des Erwachsenwerdens denken würde. Damals empfand ich die vllt. 10 Geschichten, die ich las, als wahnsinnig unterhaltsam oder passend und vor allem die Reihe rund um Jojo von Hortense Ullrich zählte zu meinen Lieblingen. Wie also ist eine solche Erzählung nach rund 20 Jahren seit der Entdeckung für mich gealtert?
„Hexen küsst man nicht“ begegnet uns in Form eines Tagesbuchs der 13-jährigen Jojo (Josefine), die zunächst widerwillig, dann immer ausführlicher darin den empfundenen Ausnahmezustand ihres Lebens dokumentiert. So hat nicht nur die neue Mitschülerin Serafina die Klasse in coole und uncoole Kids sortiert und dabei Jojo benachteiligt, sondern auch einen Club gegründet, der bedingt, in den 2 Jahre älteren Schulband-Sänger BJ (Bernd-Jens, hahaha, diese Namen) verliebt sein zu müssen und immer mädchenhaft „cool“ aufzutreten. Und irgendwie scheint es Pflicht, Teil davon zu sein. Als Jojo nach einer wunderlichen Begegnung mit einer alten Dame einen handgroßen Teddybär neben einer Mülltonne findet, der ihre Wünsche zu erfüllen und sie somit zu einer Hexe zu machen scheint, wirkt ihr sozialer Aufstieg greifbar nah. Nur ein Haken: die ab und zu unberechenbar auftauchende alte Dame eröffnet ihr ebenfalls, dass Hexen nicht küssen, denn wer küsst, verliert die Zauberkraft. Nun glaubt Jojo sich zwischen Macht und Liebe entscheiden zu müssen. Kein Problem, denkt sie sich zunächst, wäre da nicht Justus, der Bruder von Serafina. Dabei hat sie doch in BJ verliebt zu sein...
Ach, wie süß und quatschig. Ich kann sehr gut verstehen, warum mich Jojo als wunderbar unzuverlässige Erzählerin eingenommen hat, besonders, wenn ihr vermeintlich „schlimme“ Peinlichkeiten passieren, die sie immer gekonnt umzudeuten weiß. Sei es ein als klarer Annäherungsversuch verbuchter Vorfall, bei dem sie einfach nur von BJ über den Haufen gerannt wird oder eine Ketchup-Sauerei auf Serafinas Geburtstag, die „genau genommen“ sowieso die Schuld des Geburtstagskindes war. Neben der ironischen Selbstdeutung fiel mir erst beim Reread auf, dass die Magie konsequent in der Schwebe bleibt und jeder Zauber eine banale Alternativerklärung hat. Neben dem Bären als Placebo für Selbstvertrauen gefiel mir auch die bissige kleine Milieustudie über fabrizierte Coolness, die meiner Meinung nach bis heute kaum an Treffsicherheit eingebüßt hat (obwohl heute vllt. Einige die Erwähnung von Disketten verwirren dürfte).
Allerdings sehe ich heute auch, worüber ich als Kind hinweggelesen habe, wie z.B. die titelgebende Prämisse, die den uralten Topos reaktiviert, nach welchem weibliche Macht als Preis für die Liebe bzw. das männliche Geschlecht eingebüßt und somit als prekär und verzichtspflichtig inszeniert wird. Der Text federt das zwar etwas ab (die eigentliche Botschaft beruft sich auf Selbstwirksamkeit statt Hexerei), aber das Reinheitsgebot der „Ungeküssten“ irritiert trotzdem. Dazu kommen unkommentierte Geschlechterklischees, Mädchenfeindschaften als dominantes Beziehungsmuster und eine Szene, in der Jungs gegen Bezahlung versuchen, Jojo ungefragt zu küssen. Was früher gut als Slapstick funktionierte, wäre heute nicht nur ein Fall für Konsens-Gespräche.
Insgesamt ein unterhaltsames Buch, das trotz seiner mittelmäßigen Alterung viel Nostalgie bei mir aktivierte. Allein, dass ich eben nicht nur eine Geschichte wiedergelesen, sondern damit irgendwie auch das Kind besucht habe, das ich einmal war, verlangt einfach nach einer höheren Bewertung. Auch, wenn es sachlich gesehen 2,5 bis höchstens 3 Sterne sein müssten, hatte ich viel Freude mit Jojos erstem Band und habe diesen mit einem Lächeln beendet.
Das Buch begann sehr klischeehaft und kindisch, aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe des Buches gehöre. Ich hoffe ich war mit 13 nicht so haha. Jedenfalls, entwickelte sich mit der Zeit eine sehr süße Geschichte über die erste Liebe, den ersten Kuss und die Pubertät, die uns (leider) alle mal einholt/e. Manche Gefühlslagen der Hauptperson kann ich auch heute noch mit mir bekannten Situation assoziieren. Die Vokabelerklärungen auf jeder Seite, machen die Geschichte auch für jüngere Leser mit weniger Englisch Kenntnissen verständlich. Insgesamt ein tolles Einsteiger Buch für alle (jungen) Leser, die mit Lesen in Fremdsprachen beginnen wollen.
I was laughing so hard, my mother told me to to shut up, cause the birds were fleeting from out garden, warded off with my inhuman howling. My services are open, for more information call-
Ich habe dieses "Jugendbuch", das sich um 13jährige Mädels dreht, eigentlich nur der Autorin wegen in die Hand genommen. Ich habe mal "How to be really bad" von ihr gelesen und war begeistert, da steht auch nochmal irgendwann ein reread an. Da ich mehr von ihr lesen wollte und dieses Buch mich gerade anllächelte, habe ich es gelesen und war schnell fertig. Ich mag Jojo und sie wird wunderbar dargestellt, das Buch ist gut geschrieben und eine tolle leichte Lektüre für zwischendurch. Da es sich (mal wieder, typisch ich) um den Auftakt einer Teihe handelt, muss ich mir noch überlegen, ob ich die nächsten Bände auch noch lese, aber ich denke, die Chancen stehen ganz gut.