England 1147: Eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung, fristen sie ein menschenunwürdiges Dasein, weil sie nicht zu den Kindern Gottes zählen: Simon hat die Fallsucht. Edmund hält sich für einen toten Märtyrerkönig. Regy ist ein Mörder und so gefährlich, dass er an einer Kette gehalten werden muss. Losian hat sein Gedächtnis und seine Vergangenheit verloren. Ausgerechnet Letzterem fällt die Führung dieser sonderbaren Gemeinschaft zu, als eine Laune der Natur ihnen den Weg in die Freiheit öffnet. Er bringt die kleine Schar zurück in die wirkliche Welt, wo Hunger, Not und Rechtlosigkeit herrschen. Auf ihrer Reise gelangt er zu erschreckenden Erkenntnissen über den Mann, der er einmal war. Und gerade als er einer Frau begegnet, mit der ein Neuanfang möglich scheint, beginnt Losian zu ahnen, dass er die Schuld an dem furchtbaren Krieg trägt, der England zugrunde zu richten droht ...
"Was dachte Gott sich nur dabei, das geschehen zu lassen? War es eine Prüfung? Hatte Gott sich überlegt: Ich schlage dich mit einem Gebrechen, das dich zum Außenseiter macht, und dann schaue ich tatenlos zu, wie die Menschen Schindluder mit dir treiben, um zu sehen, wie fest dein Glaube ist? Waren sie alle, die von der Insel entkommen waren, Hiobs Brüder?" Er weiß nicht, wer er ist, und so nennen sie ihn Losian. Mit einer Handvoll anderer Jungen und Männer lebt er eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung vor der Küste Yorkshires. Als eine Laune der Natur ihnen den Weg in die Freiheit öffnet, wagen sie die Flucht zurück aufs Festland. Ein Abenteuer beginnt und eine Suche ═ und Losian muss fürchten, dass er den grauenvollen Krieg verschuldet hat, unter dem ganz England leidet ...
Rebecca Gablé wurde am 25. September 1964 in einer Kleinstadt am Niederrhein geboren. Nach dem Abitur 1984 machte sie eine Lehre als Bankkauffrau. In diesem Beruf hat sie anschließend auch vier Jahre gearbeitet, meistens auf einem Stützpunkt der Royal Air Force, wo sie viel über England, seine Sprache und seine Menschen gelernt hat. Aber die Lust am Erzählen hatte Rebecca Gablé immer schon, und 1990, nachdem sie ihren ersten Roman geschrieben hatte, gab sie ihren erlernten Broterwerb auf, um aus der Lust einen Beruf zu machen. Sie begann ein Literaturstudium in Düsseldorf, dessen Schwerpunkt sich mehr und mehr zur Mediävistik - der Lehre vom Mittelalter - verlagerte.
Nach mehrjähriger, frustrationsreicher Verlagssuche erschien 1995 bei Bastei Lübbe ihr erster Kriminalroman „Jagdfieber“, der im Jahr darauf für den Friedrich-Glauser-Krimipreis nominiert wurde, und sie trat der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur - dem Syndikat - bei, dessen Sprecherin sie drei Jahre lang war.
Seit Beendigung ihres Studiums 1996 arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Zwischenzeitlich hat sie auch zwei Semester lang altenglische Literatur an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf gelehrt, was sie zu ihrem Bedauern aus Zeitgründen wieder aufgeben musste. Seit mit ihrem ersten historischen Roman „Das Lächeln der Fortuna“ 1997 der Durchbruch kam, hat sie etwa alle zwei Jahre einen Mittelalterroman veröffentlicht, die alle Beststeller geworden und in viele Sprachen übersetzt sind. 2006 erhielt sie für ihren Roman „Die Hüter der Rose“ den Sir Walter Scott-Preis.
Rebecca Gablé lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca.
Und wieder erfreut uns Rebecca Gablé mit einem historischen Roman aus dem mittelalterlichen England.Diesmal erzählt sie die Geschichte, wie es kam, dass Henry Plantagenet König von England wurde. Wie üblich steckt sie einen Rahmen aus historisch belegten Personen und Ereignissen und füllt diesen dann mit fiktiven Charakteren. Neben der Darstellung der historischen Fakten legt Gablé den Fokus diesmal auch auf den Umgang mit geistig und körperlich Behinderten und psychisch Kranken in jener Zeit und beleuchtet die Situation der jüdischen Bevölkerung im England des 12. Jahrhunderts(Spoiler: sie war auch nicht besser als anderswo).
Gablé erzählt diese Geschichte auf die gewohnte spannende und mitreissende Art, so dass man als Leser von Anfang bis Ende gefesselt ist. Ich habe auch in diesem Buch der Autorin wieder einiges gelernt und Neues erfahren.
Zwei kleine Meckerpunkte habe ich dennoch. Zum Einen fand ich das Ende ein wenig zwanghaft mystisch und zum anderen war eine der Liebesgeschichten ungewohnt schmalzig und klischeedurchtränkt.
Trotzdem vergebe ich sehr gute 4 Sterne und freue mich auf das nächste Buch der Autorin.
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On the treatment of disabled people in the Middle Ages
Again, Rebecca Gablé delights us with a historical novel set in medieval England. This time she tells the story of how Henry Plantagenet came to be King of England. As usual, she sets a framework of historically documented people and events and then fills it with fictional characters. In addition to presenting the historical facts, Gablé also focuses this time on how society of that time dealt with the mentally and physically handicapped and the mentally ill and sheds light on the situation of the Jewish population in England in the 12th century (spoiler: it was no better than anywhere else either). .
Gablé tells this story in the usual exciting and gripping way, so that the reader is captivated from beginning to end. I learned a lot new things from this author's book.
I still have two small gripes. On the one hand I found the ending a little obsessively mystical and on the other hand one of the love stories was unusually corny and cliché-soaked.
Nevertheless, I rate it with very good 4 stars and look forward to the author's next book.
In diesem Buch entführt uns Rebecca Gablé in die Endphase des Bürgerkriegs zwischen den Fraktionen des gekrönten Königs Stephen und der von ihrem Vater (Heinrich I.) als Nachfolgerin eingesetzten "Kaiserin" Matilda, nachdem sein Sohn mit dem "White Ship" untergegangen ist. In gewohnt gekonnter Weise flicht die Autoren fiktionale Figuren in die hervorragend recherchierte und lebensnah präsentierte englische Geschichte ein. Dieser Roman hat zudem die Nebenthemen des englischen Judentums und des Umgangs mit geistig und körperlich Behinderten. Gerade letzteres habe ich erstmals in einem historischen Roman erlebt und bin sehr dankbar dafür, auch wenn ich fürchte, dass vieles beschönigt wurde. Zudem ist die Hauptperson Alan von Helmsby zu sehr Supermann: furchtloser Krieger, empfindsamer Lautenspieler, rücksichtsvoller Geliebter, toleranter Adliger, menschlicher Anführer. Trotzdem kann ich nicht anders als auch diesem Roman 5 Sterne zu geben, so gut hat er mich unterhalten. Dank Rebecca Gablé kenne ich die englische Geschichte in Mittelalter und früher Neuzeit viel weit besser als die deutsche. Und da bin ich sicher nicht allein.
"Du bist eine Legende." "Ich glaube, der Nächste, der das zu mir sagt, riskiert eine blutige Nase"
4,5 Sterne Von Anfang an habe ich mich direkt in diese unglaublich bunte Charaktermischung verliebt. Vor allem Losian, Simon und die Zwillinge. Und auch der Schreibstil ist toll von Beginn bis Ende, Rebecca Gablé zeigt wieder ihr ganzes Können. Das Thema "behinderte Menschen im Mittelalter" war sehr faszinierend und ist toll aufgegriffen worden.
Esta historia me dejó en una dualidad me gusto pero siento que le falto algo importante, ya que no disfrute 100% de la dirección que tuvo.
Transcurre durante el siglo XII entre los años desde 1147 a 1153, es fuerte y crudo por la violencia que había en ese tiempo lo que da muchos toques de realismo. Narra el abuso dado a las personas con defectos y la historia de cómo Henry de Plantagenet consigue la corona de inglaterra, acompañado de un grupo de personas con deficiencias psíquicas, físicas y mentales que en la época eran rechazadas por la iglesia por pensar que no eran favorecidos por Dios.
Disfrute mucho como la autora trato a cada uno de los personajes y la profundidad que le dió a cada uno de ellos. El libro consta de tres partes generales que a medida y se desarrolla la historia van presentando a nuevos personajes, y diversos temas que son de gran importancia para el público, porque muchos de esos prejuicios o ignorancia aún se mantienen a día de hoy.
De forma resumida en este libro se tocan los siguientes temas: - El abuso y rechazo a las personas con condiciones físicas y mentales. - La corrupción y maldad de los hombres con poder. - La tergiversación de la palabra de Dios por la iglesia. - La unidad que puede nacer entre un grupo de personas que han pasado por dificultades. - El conocimiento de uno mismo y el como una situación difícil puede llevarte a cambiar. - La lucha por tener la única verdad entre dos religiones. - La forma en que un suceso ocurrido en el pasado puede afectar el futuro.
SPOILER TIME
La primera parte, es mi favorita en esta se presenta a Simón de Clare un muchacho de 14 o 15 años de edad perteneciente a una familia noble y respetada. Que se ve impotente cuando le diagnostican que tiene un caso de posesión demoníaca, cuando la realidad es que padece de epilepsia.Ya que su familia no quiere hacerse cargo de él lo envían a la isla de Whitlop, en donde conoce a un grupo de variopintos personajes. Que mantienen prisioneros debido a sus condiciones físicas y mentales que juzgan por supuestamente no ser favorecidos por Dios. Y los rechazan y maltratan por ser diferentes.
Así es como Simón conoce a este grupo que mantienen prisioneros (Exceptuando a Regy) para que estén a distancia de los “Favorecidos por dios” (no se por cual dios estaban siendo favorecidos porque solamente saben juzgar, señalar y castigar a los demás) . El primero es Losian, un hombre que ha perdido su memoria y no recuerda ni siquiera quien es o cuál es su nombre. Pero qué es el líder y se encarga de proteger al resto del grupo. El siguiente es Oswald, quien es un muchacho que padece síndrome de Dawn. Luego está San Edmund, este es el personaje más tranquilo aunque él cree que es un rey santo martirizado y pasa bastante tiempo impartiendo lecciones bíblicas. Siguen los siameses Godric y Wulfric, ellos trabajaban en una granja y por problemas en su pueblo se presentaron en la iglesia de ST. Patras y fueron juzgados como engendros del demonio, y luego los enviaron a la isla de Whitlop. Luego está Luke, un granjero que tiene una condición muy extraña ya que siente una serpiente en el estómago. y por ultimo esta Regy (El monstruo), quien proviene de una familia noble y se dedicaba a violar y asesinar niños que contrataba como sus sirvientes, entre ellos a uno de los que se encontraban en la isla.
Estos personaje logran escaparse de la isla debido a una fuerte tormenta que arreció y destruyó la muralla que los mantenía encerrados en la isla. Y escapan en busca de un lugar al cual pertenecer comenzando su viaje por los lugares conocidos por algunos del grupo, En Ginhall el lugar en donde nacieron los siamese van a ser tratados con prejuicios y los condenarán por ser diferentes. En Woodknoll se encuentran con que el hogar de Simón fue “Conquistado” por unos nobles corruptos. y luego prosigue su viaje a East anglia en donde comienzan a ocurrir los giros locos de trama.
A todo esto hay una trama secundaria que poco a poco va a predominando más la historia. pero al principio pasa por debajo de la mesa y que explica la anarquía que hay en Inglaterra y que la ha mantenido durante 9 años en guerra. Esto es debido a la lucha por el poder entre el rey Stephen el cual se nombró rey y al cual el pueblo apoya, y la emperatriz Maud la sucesora real del trono por orden de su padre el rey Henry fallecido pero que el pueblo no la acepta por estar casada con el rey normando.
El primer giro en la trama aparece en los últimos capítulos de la primera parte, ya que se revela que Losian es un noble normando que ha estado apoyando a la reina Maud en la guerra, su verdadero nombre es Alan de Helmsby y resulta ser el hijo bastardo del fallecido príncipe William hermano de Maud.
La segunda parte del libro narra el viaje de Alan para encontrarse a sí mismo, y poder recordar el hombre que fue en el pasado. Y su posterior matrimonio con Miriam una muchacha judía de la que se enamoró perdidamente. lo que provoca un escándalo y su excomunión de la iglesia católica, y el rechazo de su familia lejana los Gloucester.
En la tercera parte enfoca como protagonista a Simón. que apoya a Alan a salir de unas dificultades por mantener sus tierras, y encuentra su lugar en conspiraciones políticas ayudando a Henry de Plantagenet el hijo de la emperatriz Maud a recuperar el trono de Inglaterra y a casarse con una reina francesa.
El final fue bastante rápido porque Henry logra tener la corona de inglaterra y todos los personajes tuvieron un final feliz.. Y bueno resulta que el rey Edmund realmente fue el santo porque resolvió un problema ayudando y salvandole la vida a Alan y luego simplemente se desvaneció O.o ese final me dejo en shock.
I was deliberating whether to give four or five stars. As you can see the better rating won. If I ever had to name a single author who made me fall in love with medieval England, it would have to be Rebecca Gablé.
This book is amazing in that it artfully tells the story of Henry Plantagenet's ascend to the throne, but with the twist of choosing the point of view of social outcasts. The story is more than a mere telling of events; it is humorous at the appropriate places and serious where necessary. One can easily grow to like the characters and care for their fate. Even more than the historic journey, the story also describes a story of growing to one's own potential, accepting personal challenges, and rising above them.
Some books could go on forever in telling their story, but to find the natural conclusion of a story arch is an art in itself. I wouldn't have minded to read on about these characters. However, their story has been told and anything that follows will be another plot altogether.
Wieder ein schöner historischer Roman von Gablé. Gerade die Hauptcharaktere, die aus unterschiedlichen Gründen von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden, tragen zum Charme dieser Geschichte bei. Leider wurden für meinen Geschmack zu stark modernes Wissen und Anliegen in die historische Hintergrundgeschichte eingefügt. Dass ein noch so gelehrter Arzt im 12. Jahrhundert schon tiefenpsychologische Erkenntnisse besitzt, ist einfach nicht glaubhaft. Trotzdem hat es Spaß gemacht, sich in die anarchische Zeit Englands entführen zu lassen.
hat mir wieder echt gut gefallen, viele einblicke in den Umgang und die Behandlung von verschiedenen Berhinderungen. ebenfalls interessante und lehrreiche einblicke in das jüdische Leben im mittelalter. wulfric und godric und könig edmund waren cool, regys ganze story lowkey überflüssig und anticlimactic am ende…
La verdad es que estoy un tanto decepcionada con este libro: me esperaba más, aunque cierto es que el primero de Gablé me gustó más que el segundo... y el segundo más que el tercero. Al final, lo más interesante ha resultado ser la nota histórica del final; o, lo que es lo mismo, para los buenos mimbres históricos que tenía esta trama y lo prometedora que parecía su sinopsis, especialmente por el carácter peculiar de sus personajes, la verdad es que la cosa se ha quedado, simplemente, en más de lo mismo.
Hay falta de originalidad en el conjunto de la historia y un exceso de efectismo en la narración que, por momentos, se aproxima más a lo simple que a lo sencillo... con la distinción que yo suelo hacer entre ambos términos. La historia de amor suena a cosa sabida y repetida hasta la saciedad, y la trama se centra en exceso en el personaje de Alan-Losian... personajes, por cierto, a los que, con escasas excepciones, le falta cierta profundidad.
En definitiva, no pasa del 2 1/2, por ser, al fin y al cabo, una lectura medianamente agradable y sin complicaciones. Quizá su mayor virtud es que, dada esa simpleza de la narración, puede ser una buena aproximación para determinados lectores al género de la novela (pseudo)histórica. Por cierto: la época es la Inglaterra del Siglo XII, con Enrique Plantagenet empezando a hacer de las suyas...
Simon de Clare ist 15 Jahre alt, als er von den Mönchen des St. Pancras Klosters auf die "Insel der Verdammten" verfrachtet wird. In der dortigen, leerstehenden Festung werden die Ausgestoßenen eingesperrt, all diejenigen, die von der Bevölkerung und vom Adel als nicht würdig betrachtet werden, unter dem Volk zu leben. Simon hat die "Fallsucht", zu vergleichen mit Epilepsie, was zur damaligen Zeit oft mit Bessenheit verwechselt wurde und viele Menschen in Furcht und Schrecken versetzt hat. Doch während Simon selbst verzweifelt und voller Angst hinter den verschlossenen Mauern auf der Insel landet, wird er entgegen seiner Befürchtungen freundlich aufgenommen.
Mit ihm zusammen fristen 16 Menschen dort ihr Dasein: Narren, Krüppel und Mißgeburten, von der Gesellschaft weggesperrt und dazu verdammt, ihr restliches Leben hinter den kargen Mauern zu fristen. Es ist ein bunt gemischter Haufen, der es trotz der aussichtslosen Lage geschafft hat, eine Art Gemeinschaft zu führen - soweit es unter diesen Umständen möglich ist.
Vor allem Losian hat es Simon angetan. Er ist etwa 10 Jahre älter als der junge Bursche und scheint von höherer Herkunft zu sein. Doch Losian hat sein Gedächtnis verloren - er kann sich an nichts aus seiner Vergangenheit erinnern. Trotzdem respektieren ihn alle anderen, sie vertrauen ihm, denn er schafft es, unter ihnen für ein gewisses Maß an Ordnung zu sorgen.
Aber dann passiert eines Tages ein großes Unglück, das einigen von ihnen zur Freiheit verhelfen könnte - doch nicht jeder von ihnen hat den Mut, diese Chance zu ergreifen.
Meine Meinung
Endlich wieder ein historischer Roman und dann auch noch von Rebecca Gablé. Ich liebe ihre Bücher und dieser Einzelband steht den anderen in nichts nach! Von Anfang an konnte ich wunderbar in die Geschichte eintauchen, die aus den Perspektiven von Losian und Simon erzählt wird. Der Schreibstil ist wieder wunderbar an die Zeit von damals angepasst und ist sehr angenehm zu lesen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was mich daran immer so fesselt, aber sie schafft es jedes Mal, mich von der ersten Seite an mitzureißen.
Die Charaktere, die hier auf der Insel zusammengepfercht leben müssen, sind sehr skurril und lebendig erzählt. Die beiden Hauptfiguren sind der junge, etwas arrogante Simon de Clare und Losian, der nur aufgrund seines fehlenden Gedächtnisses in dem Gefängnis gelandet ist. Simon hält sich wegen seiner Herkunft für etwas besseres, kann sich aber recht schnell in diese ungewöhnliche Gesellschaft einfügen und will sich lange nicht eingestehen, dass er die anderen doch ins Herz geschlossen hat. Sein hilfloser Zorn macht ihn stark und zeigt eine große Entwicklung, die nicht nur für die anderen, sondern für ganz England eine große Bedeutung haben wird. Losians Vergangenheit ist ein Rätsel und so gern er ihr auch auf den Grund gehen würde, macht sie ihm Angst. Manchmal überraschen ihn Kleinigkeiten, die er an sich bemerkt und die er mit einer Selbstverständlichkeit ausführt, die ihn erschreckt. Es sind keine vertrauten Gefühle, eher Instinkte, die seine Handlung oftmals beeinflussen und ihm den Menschen, der er einmal war, bekannter und abschreckender machen. Da er keine Erinnerung hat ist er sehr unbedarft und erfrischend ehrlich und stößt damit so manchem vor den Kopf, was ihn mir sehr sympathisch macht! Die Offenbarung der Wahrheit wird für Losian schließlich ein harter Schlag und es wird nicht leicht für ihn, sich seinem früheren Selbst anzunähern.
Aber auch die anderen Figuren sind sehr interessant und hinter jeder Fassade steckt ein Kampf, ein Hadern mit dem Schicksal, eine Last aus der Vergangenheit. Da wären zum Beispiel die Zwillinge Wulfric und Godric, die an der Hüfte zusammen gewachsen sind. Sie haben sich gut mit ihrem harten Los arrangiert und zeigen viel Humor und Bereitschaft, für die anderen einzustehen. Der selbsternannte "King Edmund" ist der geistliche Beistand der Gruppe, ein Prediger, der sich für den verstorbenen, angelsächsischen Märtyrerkönig hält, den die Heiden vor langer Zeit abgeschlachtet haben - doch er hält so manche Weisheit für die Gefährten bereit. Luke, ein alter Mann, der die feste Überzeugung hat, dass sich eine Schlange in seinem Bauch eingenistet hat, die ihn jederzeit von innen auffressen könnte und Oswald, dessen geistige Behinderung dem Down-Syndrom ähnelt. Aber auch ein sehr schlauer, gefährlicher Mann befindet sich unter ihnen, Reginald de Warenne, ein Vergewaltiger und Serienmörder, vor dem sich jeder ständig in Acht nehmen muss.
"Der Normanne an der Kette war ihnen der unheimlichste an dieser eigentümlichen Schar. Er sprach wie ein Lord und sah aus wie ein verrückter Eremit." S. 113
Die Zukunft dieser unterschiedlichen Charaktere hält nicht das bereit, was sie erwartet hatten. Auf ihrem Weg begegnen ihnen viele Hindernisse, aber auch Menschen, die ihnen wohlgesonnen sind und weiterhelfen. Ich fand es sehr schön, wie die Autorin hier zeigt, dass auch außergewöhnliche Menschen mit einem Handicap etwas Besonderes sind, das Herz am rechten Fleck haben und viel zum Leben beitragen können. Auch das Verhältnis der Juden und Christen zur damaligen Zeit spielt eine Rolle und zeigt, wie wenig wir doch in diesen vielen Jahrhunderten dazu gelernt haben und macht gleichzeitig Mut, weil es immer wieder Menschen gibt, die aufeinander zugehen, ganz gleich, welches Aussehen man hat oder welcher Religion man angehört.
Einiges war vorhersehbar, aber es gibt auch viele überraschende Wendungen. Ich konnte wieder mal richtig in diese mittelalterliche Welt eintauchen, die die Autorin mit viel Hintergrundwissen und Liebe zum Detail erzählt. Die Spannung steigt durchweg an und hab bis zum Schluss mitgefiebert, auch wenn mir das Ende schon klar war.
Fazit
Wieder ein wunderbar berührender und spannender Ausflug ins Mittelalter, den Rebecca Gablé so meisterlich zu erzählen versteht. Farbenprächtig und grausam zeichnet sie inmitten der historischen Kriege Schicksale, die mich gefesselt und bewegt haben. Ein Muss für alle Mittelalter Fans! Bewertung
Neben den generellen geschichtlichen Handlungen hat Gablé sich in diesem Buch zwei Themenfeldern angenommen, die eher seltener in historischen Romanen aufgegriffen werden. Das ist zum Einen die schwierige Situation der Juden im Mittelalter und zum Anderen das Leben von Menschen mit Behinderungen im Mittelalter. Ich persönlich hatte das Gefühl, dass beide Themen hier mit viel Umsicht behandelt wurden und sehr facettenreich dargestellt wurden - so wie es eben auch im echten Leben war und ist.
Mir haben vor allem die Gefährten von der Inselfestung sehr gut gefallen. Ich habe sie fast alle (sorry Regy) schnell ins Herz geschlossen. Losian und Simon sind natürlich unsere Hauptfiguren und so erfahren wir am meisten über sie und ihre Gedanken. Aber auch die Zwillinge, King Edmund und Oswald sind so wichtig für die Handlung des Buches.
Ich finde dieses Buch beleuchtet eindrücklich wie wichtig es ist, dass unsere Gesellschaft kunterbunt ist und bleibt. Niemand ist besser als ein anderer aufgrund von Herkunft, Religion, Nicht-Behinderung oder anderer Faktoren. Wir alle gehören dazu, haben alle das Anrecht auf Respekt und auf ein lebenswertes Leben. Die Gefährten der Inselfestung und ihre Wegbegleiter sind ein wunderbares Beispiel hierfür.
Wieder ein großartiger Roman von Rebecca Gablé! Es handelt von 1147 bis 1153 als Henry Plantagenet gemeinsam mit Elionore von Aquitanien die Krone in England übernahm. Die Helden der Geschichte sind Alan of Helmsby und seine behinderten Freunde, die gemeinsam von einer Insel fliehen konnten, auf der sie wegen ihrer Gebrechen eingesperrt waren.
Nun kann man nahtlos anknüpfen mit Tanja Kinkels "Die Löwin von Aquitanien"....
Bis auf schreckliche Träume ist Losian nichts geblieben: Er hat mit seinen Gedächtnis sich selbst verloren. Ausgestoßen von den Menschen und verbannt lebt er mit einer Handvoll Sonderlinge in einer abgeschiedene Inselfestung. Als ihnen unverhofft eine Laune der Natur den Weg in die Freiheit ebnet, wagen die Gefährten den Ausbruch aus ihrem Gefängnis. Doch am Festland angekommen, beginnt die Suche nach einer Zukunft – und für Loisan die nach seiner Vergangenheit. Dabei trägt Loisan schwer an seiner Angst, dass seine schlimmsten Befürchtungen wahr sein könnten und er Schuld an den seit Jahrzehnten wütenden Krieg ist …
Es ist die Zeit der Anarchie und der endlose Machtkampf zwischen Kaiserin Maud und König Stephen hat das Land verwüstet und in Rechtlosigkeit versetzt. Die Gefährten von der Insel sind eine Ansammlung von misstrauisch beäugten Erscheinungen: Simon, der an der Fallsucht leidet; Wulfric und Godric, die zusammengewachsenen Zwillinge; Luke, der glaubt, dass in seinen Bauch eine Schlange wohnt; der zurückgebliebene Oswald, der Mörder Regy und nicht zuletzt King Edmund, der sich für den verstorbene Märtyrerkönig Edmund aus East Anglia hält. Auch wieder am Land sind sie aufgrund ihrer Gebrechen unerwünscht, doch sie alle nehmen es mit dem Abenteuer Freiheit auf. Schließlich findet Louisan sein Gedächtnis wieder und seine schlimmsten Befürchtungen scheinen wahr zu werden …
Das Buch ist in drei Teile unterteilt und diese trennen die Handlung zielsicher auf: Im ersten Teil geht es um die Gemeinschaft der Ausgestoßenen, was es mit ihnen auf sich hat, wie sie entkommen können und wie sie durch die Lande ziehen. Im zweiten Teil hat Loisan sein Gedächtnis wieder gefunden und muss sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen. Im abschließenden dritten Teil kämpfen er und Simon für den ihrer Meinung nach rechtmäßigen Herrscher, diese Art der Erzählung ist auch aus den anderen Rebecca Gablé-Bücher bekannt. Leider fällt die Qualität des Buches mit jeden Teil ab – ist der erste Teil noch großartig und fasziniert durch die außergewöhnliche Reisegruppe, ist man im zweiten Teil über Alans Charakter und seine Ängste eher enttäuscht. Und der dritte Teil läuft unter “Gehört halt dazu”, wirklich relevant für die Handlung ist er nicht. Die entscheidende Schwächen in diesem Buch: Die Helden sind sehr stark positiv gezeichnet und haben kaum negative Merkmale. Louisans Charakter ist zwar einer starken Wandlung unterworfen, aber unterliegt einen Cut durch den Gedächtnisverlust: Der alte Alan hatte oftmals fragwürdige Einstellungen, der neue Alan hingegen handelt fast immer edelmütig. Leider war mir Alan bei weiten nicht so sympathisch wie Louisan. Simon wirkt eher bemüht und seine spätere Heldenrolle künstlich integriert. Die Widersacher bleiben recht blass und harmlos, ihnen fehlt ein richtiges Innenleben. Ich hatte sogar mit fast allen Antagonisten ziemliches Mitleid und konnte Alan nicht wirklich als strahlenden Helden empfinden. Die bei Rebecca Gablé übliche Schwarz-Weiß-Zeichnung tritt dennoch hervor – nur leider bleiben die Protagonisten so ohne starke Gegenspieler. Einzig Regy bekommt einen vielschichtigen und spannenden Charakter, so dass man trotz seiner Gräueltaten Mitleid mit ihm hat. Berühmte Personen spielen wie immer eine Rolle in der Geschichte, dies betrifft vor allem den letzten Teil, aber geraten hier zur für die Handlung unbedeutenden Randnotiz. Der Handlungsfaden um den jüdischen Arzt eröffnet zwar interessante Einblicke in das jüdische Leben der damaligen Zeit, erscheint mir aber ziemlich unrealistisch. So muss als Fazit gesagt werden, dass der Anfang der beste Teil ist, danach geht es stetig bergab. Dennoch ist es fraglos ein unterhaltsames Buch mit interessanten historischen Details, wenn auch nicht ganz auf den normalen Niveau von Rebecca Gablé.
Der Anfang ist wohltuend anders und gelungen, das Ende versinkt im üblichen Einerlei. Insgesamt kein schlechter Gablé – aber sicherlich auch nicht der Beste.
Auf einer kleinen Flussinsel hat man sie in einer halbverfallenen Befestigungsanlage eingesperrt: ein kleines Häuflein von Menschen, die an seelischen oder körperlichen Schäden leiden und darum in der Gesellschaft des 12. Jahrhunderts verstoßen wurden, die glaubt, dass nicht einmal Gott ihnen gewogen ist. Jüngster Neuzugang ist Simon, der junge Spross einer Adelsfamilie, den sein Onkel wegen seiner Fallsucht fortschaffen ließ. Unter seinen neuen Schicksalsgenossen sind der psychopathische Mörder Regy, der in Ketten so weit wie möglich von den anderen ferngehalten wird, der rätselhafte Losian, der sein Gedächtnis verloren hat, die siamesischen Zwillinge Godric und Wulfric, Oswald, der als Schwachkopf gilt (und dem man heute wohl das Down-Syndrom bescheinigen würde), Edmund, der sich für einen toten Heiligen hält, sowie einige andere Benachteiligte.
Die Versorgung mit Lebensmitteln ist miserabel, und glücklich kann sich derjenige schätzen, der es schafft, sich irgendwie ein winziges Dach überm Kopf zu verschaffen. Als ein Unwetter einen Teil der lidschäftigen Anlage vollends niederreißt und einige ihrer Bewohner das Leben kostet, wagt der Rest kühn die Flucht. Trotz ihrer verschiedenen Gebrechen und ihrer völlig unterschiedlichen Herkunft und Charaktere schweißt das wagemutige Unterfangen die Gefährten eng zusammen.
Das Machtpoker zwischen König Stephen und Kaiserin Maud um den englischen Thron beschäftigt derweil besonders die Adeligen im Lande und hat auch große Auswirkungen auf das Leben der kleinen Schicksalsgemeinschaft ...
Lang erwartet und heiß ersehnt wie immer - der Roman bietet all das, was man von Rebecca Gablé gewohnt ist: schöne historische Unterhaltung mit scharf gezeichneten Figuren, die durchaus ambivalent sein können, eingebettet in ein gut recherchiertes Bild der Handlungszeit mit ihren Gebräuchen und politischen Hintergründen.
Die Ausgangssituation, diese Insel der Ausgestoßenen, die sich zusammentun, um überleben zu können, fand ich ziemlich originell. Die Umstände, unter denen die Reise der Gefährten endet, sind schon ein sehr großer Zufall, aber der musste wohl sein, damit der ganze Kontext wieder passt. Dafür können sich Gablé-Kenner über eine hübsche Querverbindung zu einem ihrer anderen historischen Romane freuen.
Die politische Komponente erhält mit der Zeit immer mehr an Bedeutung, was auch die Spannung aufrechterhält, ohne trocken zu werden. Positiv fällt auch auf, dass der auftretende Arzt nicht durch die abgedroschenen Mittelalter-Ärzte-Klischees Starstechen und Aderlass in Erscheinung tritt.
Insgesamt ein solider, schöner historischer Roman mit außergewöhnlichen Protagonisten, abgerundet durch ein informatives Nachwort. Optisch fand ich diesmal die Umschlaggestaltung etwas langweilig, mit Lesebändchen, Landkarte und großformatigen Illustrationen am Anfang der drei großen Abschnitte des Buches ist die Ausgabe ansonsten aber durchaus schön ausgestattet.
I really got into this book within the first few pages. Losian/Alan is an incredibly intriguing character (especially at the beginning when he doesn't yet know who he is), so is Simon and so are the more minor main characters. I really enjoyed reading a novel set in the Middle Ages whose every protagonist is disabled in some way (though I would have liked more of the characters that were initially introduced to actually survive past the introductory chapters - it felt like a cop-out to have so many of the physically disabled characters die right away). The story continues to fascinate as it delves into Jewish-Christian relationships and the fall-out of antisemitism. Even the interfaith love story didn't bore me, though I'm not usually a fan of romance subplots. Unfortunately (and that's why I didn't give this book four or five stars), in the final 200 pages or so, the author seemed REALLY intent on tying up everyone's narrative neatly with actual historical events and most of that just dragged on interminably, so the novel went from excellent to good to "can it be over yet?" (To be fair, I am not usually a reader of historical novels, I couldn't give less of a hoot about the kings and nobles of the 12th century and I assume those last 200 pages were specifically written for the history buffs who pick up books like these BECAUSE of the historical realism rather than DESPITE it).
Very nice stroll through twelfth century Britain covering all important stops and people, like Thomas Becket, erstwhile saint whom the pilgrims in the Canterbury Tales are on the road to see, Henry II, who is the founder of not only the Plantagenet line, but also more or less our banking system. Eleanor of Aquitaine all around badass- crusade leader, literary patron, queen of England, mother to Richard II and ruler of the country while he was off on his crusade. The main characters were very sympathetic and it was interesting to see what disabled people were treated like.
I doubt I would ever give Rebecca Gablé anything less than 4 stars. Nobody writes as good about medieval England as she does. I love, love, love her stories, her way of storytelling, her characters. Hiob's Brüder is no exception. It is a stand alone book, which makes it a tad less beautiful than her Waringham trilogy - that was Gablé at her best. Still this one? Start reading and lose yourself in another time and place.
Tja, was soll man sagen. Wieder einmal ein typischer Gablé. Ein Roman der Extraklasse der mir nun auch die Zeit der Anarchy näherbrachte. Die Figuren haben wieder sehr viel Tiefgang und die Geschichte ist sehr spannend. Dadurch, dass sich Gablé dieses Mal Außenseiter als Helden herausgenommen hat wird die Geschichte besonders schön. Wie immer aber ist das wichtigste, dass ich eine Lektion in Geschichte erhielt, die wirklich spannend und lesenswert war.
Rebecca Gablé ist für mich die Königin der historischen Romane. Sehr guter Schreibstil. Sobald man anfängt zu lesen, ist man schon in einer anderen Welt angekommen. Besonders gefallen hat mir, dass diesmal aus der Gesellschaft ausgestoßene die Hauptrolle gespielt haben. Selbst Regy, der nun wirklich ein Fall für die Psychatrie ist, ist einem auf eine gewisse Art und Weise ans Herz gewachsen. Obwohl nachts oder nicht angekettet, würde ich ihm nicht begegnen wollen....
Rebecca Gablé gehört für viele zu den festen Größen der historischen Romane. Wer ihre Bücher kennt, weiß, was einen erwartet: sorgfältige Recherche, große Zeitläufe, starke Figuren. Hiobs Brüder bildet da keine Ausnahme, geht aber erzählerisch einen etwas anderen Weg als Das zweite Königreich.
England, 1147. Nicht Könige oder Schlachten stehen zunächst im Mittelpunkt, sondern eine Gruppe von Ausgestoßenen, weggesperrt in einer verfallenen Inselfestung: Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen, mit Schuld, Wahn und verlorener Identität. Und mittendrin Losian, ohne Erinnerung, aber mit der Angst, einst Schreckliches getan zu haben. Als eine Sturmflut ihnen die Freiheit öffnet, beginnt eine Reise durch ein vom Krieg zerrüttetes Land und für Losian die Suche nach seiner Vergangenheit. Dieser Einstieg ist richtig stark und konnte mich auch sehr fesseln.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil lebt vom Zusammenhalt der Ausgestoßenen, von Angst, Hoffnung und vorsichtigem Vertrauen. Gerade der soziale Blick auf Behinderung, Ausgrenzung und religiösen Fanatismus hebt den Roman positiv von vielen anderen historischen Romanen ab. Hier zeigt Gablé große Stärke.
Leider verliert die Geschichte für mich danach spürbar an Zug. Sobald Losian sein Gedächtnis zurückerlangt und wieder Alan wird, geht viel von der Figur verloren. Der frühere Alan hatte Ecken, Kanten und fragwürdige Einstellungen, der neue handelt fast durchgehend edelmütig. Das nimmt Spannung und Tiefe, auch weil die Gruppe zunehmend in den Hintergrund rückt.
Im dritten Teil kehrt der Roman ins politische Fahrwasser zurück: Machtkämpfe, Fronten, ein neuer König. Solide erzählt, routiniert, aber auch erwartbar. Neue Wege werden hier nicht mehr beschritten. Stark bleibt Hiobs Brüder vor allem dort, wo es um gesellschaftliche Ausgrenzung geht. Schwächer dort, wo Antagonisten blass bleiben und Konflikte zu eindeutig gezeichnet sind. Und trotzdem: Der Roman ist durchgehend unterhaltsam, mit starken Szenen, interessanten historischen Details und vertrauten Figuren aus Das zweite Königreich.
Ein guter historischer Roman mit einem großartigen Anfang und einem wichtigen sozialen Fokus, der hinten raus an Tiefe und Spannung verliert, mir persönlich gefiel Das zweite Königreich etwas besser. Lesen werde ich den Abschluss Rabenthron aber auf jeden Fall.
Durch die hohe Seitenanzahl schafft es das Buch, einem die Charaktere wirklich nah zu bringen. Mir lag richtig etwas an den verschiedenen, super spannenden Schicksalen. Trotzdem hätten für mich gewisse Passagen etwas schneller erzählt werden können.
Die Vernetzung einiger Personen und das politische Geschehen finde ich in historischen Romanen oftmals kompliziert - so auch hier. Es fallen viele Namen und manchmal habe ich mich gefragt ob ich an einigen Stellen beim Lesen zu wenig aufgepasst habe (vermutlich ja), aber dennoch wurde ich nicht komplett abgehängt. Davon abgesehen sind die politischen Themen zwar wichtig für die Story, zentral empfand ich aber immer noch die Handlung rund um die Protagonisten.
Mit diesem Buch wurde meine Liebe zu historischen Romanen wieder erweckt. Diese Sprache, das Setting, der Spagat zwischen Leidenschaft und Brutalität, der die Realität darstellt - dieses Genre hat viel zu bieten.
It was not easy for me to get into this book, especially as a person whose mother language is not German. That being said, I immersively started to enjoy this book once part 2 started. That is, after some parts of Losians past were presented.
The twins, Oswald and also King Edmund became very dear to me, especially towards the end of the book. I disliked a lot of Losians behavior - especially towards Suzanna. At the same time, it found it interesting that he was not “perfect” and that he had some flaws. In the end, he grew a lot and seeing him evolving was one of the main interesting parts of the book. Also the development of Simons character throughout the book was incredibly interesting.
The book gave me the Physician vibes, and I was not surprised to learn that it is one of the authors favorite books.
I will definitely read more from her in the future
Als Hörbuch gehört - ich liebe ihre Historienromane als Hörbuch. Man kommt runter, lern ein bisserl Geschichte, ist irgendwann in der Story zuhause und mag die Figuren einfach. Ich fand in dieser Geschichte, dass sie die Gleichstellung von Man und Frau und auch die Gleichbehandlung von Menschen mit unterschiedlichen Gebrechen doch sehr modern zeichnet. Ist im Mittelalter sicher kein Gedanke dran ‚verschwendet‘ worden, aber ist doch bei ihr immer ein zentraler Punkt. Irgendwie schön, aber manchmal fremdele ich da in diesem Plot… Aber ich habe dieses Buch sehr genossen. Der Sprecher ist wirklich immer gut. Lustig ist, wenn er wieder neu anfängt, ist die Stimme immer wieder etwas heller und das ist wirklich lustig.
Sehr sehr gut und wie immer sehr spannend! Ich fand hoch faszinierend , dass Leute mit Beeinträchtigungen so interessanterweise beschrieben wurden, und was von den erwartet wurde... Das Buch habe ich geliebt auch wegen diesen Menschen, die authentisch waren und realistisch gemalt wurden. Historisch gesehen ist dieser Roman, wie alle von der Autorin, sehr gut recherchiert. Auch wenn man sich auskennt, lernt man trotzdem irgendetwas interessantes über die Englische Geschichte: Politik sowie Gesellschaft, Religion und auch Medizin. Beeindruckend!
Interessante Storyführung, nicht so "fatalistisch" wie es bei Ken Follett manchmal der Fall ist... Einzig über die Sprache bin ich oft gestolpert. Das Buch spielt 11hundert irgendwas und es kommen manchmal Redewendungen wie "auf den Busch klopfen". Naja.