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Aus der Waldorfschule geplaudert. Warum die Steiner-Pädagogik keine Alternative ist

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Paperback

First published January 1, 2004

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Sybille Christin Jacob

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September 27, 2020
Nachfolgend einige der aus meiner Sicht wichtigsten Stellen aus dem Buch:
-”In diesem Buch erzählt die Mutter dreier Waldorf-Kinder ihre Geschichte. Und ein Journalist ergänzt die Erlebnisse mit Hintergründen.” (S. 7)
-Waldorfanhänger nutzen eine eigene Terminologie und mit der Erkenntnistheorie ein nicht greifbares Gedankengebäude, sodass sie “sich dadurch jedem Gespräch entziehen”, ähnlich wie (andere) “Sekten”. (S. 10f.)
-Der anthroposophische Elternanteil in Waldorfschulen könnte in Stuttgart zwischen 55% und 60% liegen. Laut dem Bund der Freien Waldorfschulen sei der Anteil üblicherweise recht gering. (S. 17)
-”Mittlerweile hat sich die Elternschaft dahingehend geformt, dass es vor allem die Eltern der bildungs- und kulturbewussten Mittel- und Oberschicht sind, die Wert auf eine musische und kreative Entwicklung ihrer Kinder legen. Eltern, die sich besonders intensiv über die Schul- und Ausbildung ihrer Kinder Gedanken machen.” (S. 18)
-Eine Waldorfschule sei für Eltern teuer und ermögliche somit eine soziale Auslese. Kaum Ausländer und kaum Arbeiterkinder seien in einigen Waldorfschulen zu finden. (S. 19)
-Einige Waldorflehrer seien auch in staatlichen Schulen zu finden. (S. 22) Die “Aktion mündige Schule”, (mit Konto bei der anthroposophischen GLS Gemeinschaftsbank) arbeitet verdeckt (ohne offene Hinweise auf die anthroposophische Besinnung) an der Etablierung von Waldorfelementen in öffentlichen Schulen. Die Privatuniversität Witten-Herdecke sei laut Johannes Stüttgen “mit anthroposophisch-ambitioniertem Musteranspruch”. (S. 23f.)
-Die Anthroposophie wird von ihren Anhängern auf eine Stufe mit Naturwissenschaften gestellt. Gleichzeitig ist das Verständnis der Anthroposophie jedoch vo Erkenntnisstufen abhängig. “Denn wer sie nicht versteht oder glaubt, hat eben die Erkenntnisstufe noch nicht erreicht. (S. 27)
-Rudolf Steiner hat über 350 Bücher geschrieben und 6000 Vorträge und Artikel erstellt und zu verschiedensten Fachgebieten Stellung bezogen und sich sogar zu persönlichen Bereichen wie Ernährung und Kleidung geäußert. Das hat zur Folge, dass kaum jemand die Werke überblicken kann und dass nicht davon auszugehen ist, dass Steiner wirklich Experte in den meisten Gebieten war, zu denen er sich äußerte. (S. 28)
-”Der Author und ehemalige Waldorflehrer Paul-Albert Wegemann schreibt dazu: ‘Darüber hinaus stellen Waldorfschulen auch Alternativen dar für Elternhäuser all jener, die auf irgendeine Weise an nicht herkömmlicher, spirituell-orientierter [sic!] Konfessionalität interessiert sind und ihre Kinder in dieser Richtung erzogen sehen möchten… DieWaldorfschule wird in solchen Fällen aufgrund ihrer religiös-spirituellen Grundausrichtung als die einzige Alternative zur Staatsschule angesehen.’” (S. 32)
-Es gibt keinen Lehrplan, nur Lehrplanrichtlinien, die von Steiner vor über 80 Jahren festgelegt wurden. Die Lehrer haben die Inhalte selbst zu verantworten, somit ist die Schule aus der Verantwortung genommen. Es habe Lehrer gegeben, die Schüler wochenlang nur haben malen lassen. (S. 33f.)
-Die erste Waldorfschule wurde von “Emil Molt, der Direktor der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik” und Rudolf Steiner ins Leben gerufen. Die ersten Lehrer bekamen eine zweiwöchige Anlernung. (S. 37)
-Eltern von Waldorfschulen werden stark eingebunden. Vorträge, Veranstaltungen, Vorschriften für Kleidung, Nahrung, Spielzeug und Urlaubsgestaltung verschieben den sozialen Kreis und lassen Waldorf allgegenwärtig werden. (S. 40)
-”Wird das Kind zu früh intellektuell gefordert, können schlimme Krankheiten ab dem 30. Lebensjahr entstehen - wurde uns erzählt.” (S. 44)
-”Wir wurden allen Ernstes aufgefordert, Onkeln, Tanten und anderen Verwandten freundlich, aber bestimmt zu sagen, sie sollten nur gutes Holzspielzeug schenken.” (S. 45)
-”Im Kindergarten herrscht meist ein diffuses Licht. An den wenigen Sonnentagen in unseren Breitengraden mag das vielleicht noch angenehm sein. Die vielen trüben Regentage, insbesondere in den Wintermonaten, machen die geheimnisvolle Dunkelheit, die in allen Nichtecken (die anthroposophische Bauweise vermeidet “rechte Ecken”) herrscht, besonders belastend, z.B. in der Vorweihnachtszeit. … Nur eine einzige am Boden stehende, offene und unbeaufsichtigte Wachskerze brannte. Ich erntete heftigen Protest, wenn ich der Funzelei durch Anknipsen des Lichtes ein Ende machen wollte. … Zuviel Licht und Helligkeit machen wach und neugierig und das soll im Kindergartenalter auf jeden Fall vermieden werden. .. Steiner meint dazu: ‘Es kann einem Menschen nichts Schlimmeres zugefügt werden, als wenn man ihn zu früh an das Denken heranführt.’” (S. 51f.)
-”Aber nicht nur zu den Sinnesorgagen, sondern auch dem Pflanzenbereich werden die lieben Kleinen zugeordnet.” (S. 52)
-”Der Kontakt zwischen Mensch und Koboldwesen sei allerdings abgebrochen und Schuld daran habe die Aufklärung materialistisch bzw. ‘Intellektualistisch’ denkender Menschen. … Naturgeister sind für sie Realität.” Die Autoren zitieren daraufhin einige absurde Stellen über Naturwesen aus einem anthroposophischen Buch. (S. 53)
-In Waldorfkindergärten wird zu jedem Geburtstag erzählt, dass Kinder sich am Anfang ihres Lebens die Eltern aussuchen. Dieses Märchen wird bei 25 Kindern in der Kindergartengruppe also den Kindern 75 mal in drei Jahren Kindergarten erzählt. Der Glaube an Wiedergeburt und Karma wird aufgebaut. Kinder sehen Misshandlungen der Eltern als selbstverschuldet an. (S. 55)
-Die physikalische Schallintensität in Waldorfkindergärten beträgt nur 6% der Schallintensität von städtischen Kindergärten. (S. 56)
-Die Autorin berichtet davon, wie ihrer Tochter vor den Augen der Mutter der Po versohlt wurde. Andere Kinder seien an Stühle gebunden worden, mit brennenden Salben beschmiert worden und dazu gezwungen worden, ihr Waldorf-typisches Essen aufzuessen. (S. 61f)
-Der Sohn der Autorin und ein Kindergartenkamerad seien für über einer Stunde vermisst gewesen, da sie den Kindergarten unbemerkt verlassen konnten. (S. 62)
-”Und da Leistung sich keineswegs lohnen muss, denn Noten gibt es nicht, sei also vor allem gehorsam.” (S. 77)
-”Keinesfalls, schreiben die Autoren der oben genannten Studie an dieser Stelle, ‘und hier finden wir einen Bezug zu C. G. Jungs faschistischen Deutungen Tür und Tor öffnender Archetypentheorie, dürfe das `logische Denken, das sich nur auf die reine Sinnesbeobachtung stützt, zum alleinigen Maßstab der Lebensverhältnisse` gemacht werden. Vielmehr gelte es, `die Welt der Urbilder in sich beleben zu können`.’” (S. 78)
-”Er [Steiner] begründet dies folgendermaßen: ‘Wenn wir etwa in den Sprachen viel Vokabeln lernen lassen, wenn wir so das Kind durch dieses Auswendiglernen hindurchführen durch ein unbewusstes Mechanisches, dann ist das ein Prozess, der nach der Sumpfgasentwicklung im Kopf zu hingeht.’” (S. 143)
-”’Es ist die Frage, ob wir es wagen sollen, denen, die zu uns kommen, von vorneherein zu sagen, wir bereiten ja gar nicht zu irgendeiner Matura vor, und es ist jedes Schüler Privatsache, ob er dann zur Matura kommen wird oder nicht’, überlegte Steiner in einer Lehrerkonferenz vom 5. Februar 1924.” (S. 145)
-Auch für die Auswahl der Strafen sind die Lehrer selbst verantwortlich. (S. 147) Kinder werden mit zwei verschiedenen Farben an die Tafel geschrieben, je nachdem, wie sehr der Lehrer mit dem Kind zufrieden ist. “Dass das Steiners Linie ist, steht fest. Er selbst empfiehlt: bei fünf Minuten Zuspätkommen 20-30 Minuten Stehen.” (p. 148) Die Maßnahmen sind nicht mit dem Schulrecht vereinbar. (S. 148) Es gab Schüler, die dazu aufgefordert wurden, ihre Kleidung auf links zu tragen, weil die Kleidung bedruckt war. (S. 149) “‘Aber unter Umständen kann es auch einmal notwendig sein, dass man sogar ein bisschen prügelt’, offenbart Steiner in seinem Erziehungskonzept.” (S. 149)
-Sexistische Erziehung: “Steiner empfiehlt seinen Lehrer darauf zu achten, dass den Mädchen das Sittliche, Gute und das Religiöse gute gefällt. Und darum ‘sollen wir das Religiöse und Sittliche beim Mädchen bis ins Auge treiben, bei den Knaben ist das Religiöse und Schöne in die Beherztheit, in das Kraftgefühl, das aus ihnen strahlt’, zu treiben.” (S. 154)
-”’Der Verstand ist eine Seelenkraft, die erst mit der Geschlechtsreife geboren wird, auf die man vor diesem Lebensalter nicht von außen wirken sollte.’” (S. 160)
-”Ist das Ich beim Kind schon stark entwickelt, haben wir nach Dr. Steiner hier das melancholische Temperament. Auch die Augenfarbe, Name, Kopfform und sogar das Sternzeichen (Steinbock, Löwe usw.) verraten dem Waldorfpädagogen, wie hier verfahren werden muss.” (S. 162)
-”’Vernünftige Kinder probieren und drucksen herum, um etwas herauszubekommen’, meint ‘Superpädagoge’ Steiner. Die anderen, die Schnelldenker und Alleskönner seien nichts als ‘intellektualistische Taugenichtse’.” (S. 164)
-”’Das sind diese Fälle, die immer häufiger vorkommen, dass Kinder geboren werden und Menschenformen da sind, die eigentlich in Bezug auf das höchste Ich keine Menschen sind, sondern die ausgefüllt sind mit der nicht der Menschenklasse angehörigen Weisheiten. Seite den neunziger Jahren [1890] schon kommen sehr viele ich-losen Menschen vor, wo keine Reinkarnation vorliegt, sondern wo die Menschenform ausgefüllt wird von einer Art Naturdämon.’” (S. 165)
-Die Autorin sei gebeten worden, ein Schreiben zu unterzeichnen, welches die Lehrer befugt, die Tochter ohne Einmischung zu bestrafen. (S. 167)
-Die bewusste Herbeiführung von Orientierungslosigkeit und Gefügigkeit würde einige Schüler später zu autoritär denkenden Menschen machen. (S. 173)
-Für Eltern ist es nicht einfach, dem System zu entkommen, denn die Waldorfschule ist ja eine Art Elite und man gibt nur ungern zu, dort nicht mehr für geeignet zu sein. (S. 179)
-”’Die blonden Haare geben eigentlich Gescheitheit. Geradeso wie sie wenig in das Auge hineinschicken, so bleiben sie im Gehirn mit ihren Nahrungssäften, geben sie ihrem Gehirn die Gescheitheit. Die Braunhaarigen und Braunäugigen, und die Schwarzhaarigen und Schwarzäugigen, die treiben das, was die Blonden ins Gehirn treiben, in die Haare und Augen hinein.’” (S. 182f.)
-”’Daher ist beim Neger namentlich alles das, was mit dem Körper und dem Stoffwechsel zusammenhängt, lebhaft ausgebildet. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, Instinktleben. Der Neger hat also ein starkes Triebleben. .. Daher werden sie kupferrot, werden Indianer. Das kommt davon her, weil sie gezwungen sind, etwas von Licht und Wärme zurückzuwerfen. Das glänzt dann so kupferrot. … Die Weißen sind eigentlich diejenigen, die das Menschliche in sich entwickeln. … Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse.’” (S. 183) “‘Derjenige, der nicht weiß, unter welchen Bedingungen ein Volk steht, ob in auf- oder absteigender Linie der Entwicklung, ob dies oder jenes durch sein Blut bedingt ist, der vermag nicht den richtigen Weg zu finden, um irgendeine Kultur bei einem Volke einzuführen.’” (S. 184)
-”’Er wurde zu verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als so genannte wilde Völker gewisse Teile der Erde bewohnen.’” (S. 185)
-Nach niederländischem Recht sind, nach Ansicht einer anthroposophischen Untersuchungskommission, wahrscheinlich einige Passagen aus Steiners Werken aufgrund von Rassismus strafbar. (S. 186)
-”’Wir wissen als Anthroposophen: Im deutschen Geiste ruht Europas Ich. Das ist eine objektive okkulte Tatsache.’” (S. 187)
-Zwar wurden die Anthroposophen im Dritten Reich verboten, jedoch haben anthroposophische Vereinigungen die Machtergreifung teilweise zunächst gefeiert. (S. 187f.)
-Das Pentagramm ist heute nach wie vor ein wichtiges Symbol in Waldorfschulen, obwohl es heute so negativ besetzt ist. (S. 189)
-Rechtlich gesehen kann an einer Waldorfschule jeder bis zur einschließlich achten Klasse unterrichten, der einen Realschulabschluss und eine Berufsausbildung hat. (p. 192)
-Im Chemieunterricht sei der Tochter der Autorin erzählt worden, dass die Erze auch vom “Kosmischen” beeinflusst würden. (S. 198)
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