Das atomare Wettrüsten und der Wettlauf ins All, der Krieg der Geheimdienste und Stellvertreterkriege in der Dritten Welt, die Angst vor Kommunisten hier und die Jagd auf bourgeoise Elemente da: Der Kalte Krieg wurde weltweit und auf allen Ebenen geführt: militärisch, politisch, wirtschaftlich und kulturell. Bernd Stöver beschreibt in dieser meisterhaften 'histoire totale' umfassend den Dauerkonflikt, der mit dem Zerfall der Sowjetunion endete.
Meine einzige Kritik gilt dem Satzspiegel: Es wurde zu viel Text auf die Seiten gezwängt. Das Lesen wird dadurch erschwert, fast möchte ich sagen: mühsam.
Aber das Buch ist auch jetzt schon 528 Seiten lang (meine Taschenbuch-Ausgabe), die Seitenanzahl ist natürlich ein wirtschaftlicher Faktor für den Verlag. Trotzdem schade, ich finde, hier wurde am falschen Platz gespart. Menschen, die sich ein Buch über den Kalten Krieg (oder auch eine andere historische Epoche) kaufen, schauen nicht auf jeden Cent. Ich zahle gerne ein paar Euro mehr, wenn das Layout dadurch etwas lockerer und lesbarer wird. Trotzdem: ein gutes, empfehlenswertes Buch.
[Habe das Buch als Geschichtslehrer zur Vorbereitung auf die Q4 in Berlin gelesen]
Extrem informativ, interessant und erkenntnisreich, wenn man die Entwicklungen und Verästelungen des Kalten Kriegs von 1947 bis 1991 besser verstehen möchte.
Zwischendurch dachte ich, es würde zu detailliert und langwierig werden (insbesondere wenn es um die teilweise schwer nachvollziehbaren Ausführungen zu Waffensystemen geht), hörte fast auf, aber dann ging es packend weiter mit „Apokalypse und Satire: Literatur, Comic und Film“, gefolgt von anderen kulturellen und gesellschaftlichen Themenfeldern, gefolgt von „Entwicklungshilfe als Waffe“ und so weiter. Extrem interessant, mit vielen spannenden Beispielen und Erklärungen (u. a. zum SDI-Programm „Krieg der Sterne“, zu Gorbatschows Rolle und wichtigen Zitaten, zu den Veränderungen unter Reagan und einer überzeugenden systemtheoretischen Einordnung am Ende).
Teilweise war die Textgestaltung etwas too much, manche Seiten kommen ohne Absätze aus, und noch mehr Visualisierungen und vielleicht sogar Zeitstrahlen hätten das Buch perfekt gemacht.
Auch interessant: die Serie „Wendepunkt: die Bombe und der Kalte Krieg“ auf Netflix ist ein perfekter visueller Begleiter hierzu; wirkt fast wie eine Verfilmung weil die Struktur und Schwerpunkt Note so ähnlich sind und die Serie hat extrem gutes Bildmaterial!
Kurz und knapp zusammengefasst. Die Einsichten und Zusammenfassungen der Ereignisse gaben mir genau den Helikopter-überblick, den ich haben wollte.
Wer Details will, ist hier fehl am Platz. Wer eine gut geschriebene, kurze Zusammenfassung des kalten Krieges haben will, könnte hier einen Kandidaten gefunden haben.
Wer sich die Zeit nehmen will, sich mit dem Kalten Krieg zu befassen, ist in diesem Werk bestens aufgehoben.
Autor Bernd Stöver lässt trotz «Schnelldurchlauf» von gut 500 Seiten keine Fragen offen. Er geht sogar soweit, dass er die Folgen des Systemkonflikts nach dessen Ende 1992 anreisst.
Empfehlenswerte Einführung. Das Buch ist verständlich geschrieben, verliert sich nicht in historischen Details, und eignet sich deswegen als Einstiegshilfe für Interessierte.