Immer mal wieder taucht eine Perle auf, in diesem ziemlich mäandernden und leider auch viel mit Latein und Shakespeare sich hervortuenden Text.
Z.B. bei der Interpretation von Tiecks "Bischof von Arras", wo Reemtsma zeigt, wie es sein kann, dass ein irrer Fanatiker eine ganze Stadt unter seine Fuchtel bekommen und seine Verbrechen ungestört begehen kann.
Ansonsten sehr deutlich das Denken eines privilegierten weißen Mannes, der nicht im Traum daran denkt zu überlegen, ob ihn seine Privilegien nicht blind machen.
Die Passage über " raptive Gewalt " war ein Meisterstück an arroganter Ignoranz dessen, was sie wirklich ist, um ja nicht irgendwelchen Feministinnen recht geben zu müssen, mit "not all men" zwischen JEDER Zeile. Davon abgesehen kommt Kindesmissbrauch schlicht nicht vor. Ihn mitzudenken hätte Reemtsma vor einigen unsinnigen Behauptungen / Thesen bewahren können.
Alles in allem hat mich die ganze Haltung einfach immer wieder sehr irritiert. Aber ich nehme an, das eine oder andere Interessante habe ich verpasst, indem ich es irgendwann entnervt weggelegt habe.