Neuauflage eines bewegenden Frankfurt- und Taunus-Romans über die Macht des Zufalls, unvorhergesehene Erschütterungen und den zuweilen segensreichen Einfluss von Naturgewalten
Dirk Kurbjuweit schildert in Nachbeben die schicksalhafte Verstrickung zweier Liebender und zeichnet ein literarisches Seismogramm der deutschen Neunzigerjahre. Der im Bankenmilieu angesiedelte Frankfurt- und Taunus-Roman ist zugleich eine reizvolle Parabel über unvorhersehbare Erschütterungen, die Macht des Zufalls und den zuweilen segensreichen Einfluss von Naturgewalten.Mit diesem Buch, das sich gekonnt in der »Tektonik der Herzen« einnistet, so Peter Henning im Tagesspiegel, gelinge Dirk Kurbjuweit etwas Eigentümliches, nämlich die »deutsche Währungs- und Wissenschaftsgeschichte ebenso kurzweilig abzuhandeln wie die darin eingebettet verlaufenden Regungen seiner fünf Hauptakteure«. Ausgewählt für »Frankfurt liest ein Buch« 2025
Dirk Kurbjuweit is deputy editor-in-chief at Der Spiegel, where he has worked since 1999, and divides his time between Berlin and Hamburg. He has received numerous awards for his writing, including the Egon Erwin Kisch Prize for journalism, and is the author of seven critically acclaimed novels, many of which, including Fear, have been adapted for film, television and radio in Germany. Fear is the first of his works to be translated into English.
Ich wollte es so gerne mögen, weil es im Rahmen von Frankfurt liest ein Buch ausgewählt wurde und ich noch Veranstaltungen besuche. Leider mochte ich weder die Protagonisten noch die Story 🙈
Ich habe das Gefühl, dass das Buch für mich im Moment zu "männlich" ist und ich die Sichtweisen, Entscheidungen und demnach die Entwicklung der Geschichte null nachvollziehen noch fühlen kann. Es tut mir so leid und ich würde gerne positive Stimmen hören, die mich vielleicht etwas versöhnen können.
Cheep thrills. Am Ende ist das Buch zwar ganz kurzweilig und inhaltlich kriegt es auch noch die Kurve. Aber die überwiegend aus cis-männlicher Perspektive geschriebene Geschichte einer Familie, von Bankern in Frankfurt, von einem Seismologen auf dem Kleinen Feldberg nervt auch, so stereotyp wie sie hier dargestellt wird. Weshalb ich mich frage, wer die Auswahl für „Frankfurt liest ein Buch“ trifft….
Zwei besonders übel stereotype Stellen, wo Männer über Frauen sprechen:
S.64: „Sie war eine schöne Frau, nicht stolz, nicht elegant, aber sie hatte die Schönheit des schlichten Gemüts, klare, reine Züge, die nicht belastet waren von großer Gedankenschwere, und das sage ich ganz ohne Verachtung, denn eine solche Klarheit ist die Bedingung für die schönste Eigenschaft der Frauen, und das ist, man möge es einem alten Mann nachsehen, das ist Anmut.“
S.122: „Frauen sind so. (…) Sie machen bei jedem Mann, den sie lieben, das Gleiche wie bei uns: Sie übernehmen das Leben, in das sie sich verlieben.“
Eine Freundin bemängelte das Hin und Her zwischen verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen, aber das hat mich nicht gestört. Der rote Faden war für mich immer klar erkennbar. Ich habe hier etwas vorgefunden, das mir in vielen Romanen fehlt: eine wirklich packende Geschichte. Zudem habe ich noch nie eine so starke Beschreibung der Stadt Frankfurt direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelesen. Wenn Kurbjuweit beispielsweise schildert, wie eine kanadische Militärmaschine mit Kriegsgefangenen über der komplett zerstörten Frankfurter Innenstadt kreist, müssen nicht nur die Soldaten an Bord schlucken.
Ich kann mir zudem wenige Autoren vorstellen, die das Ende der D-Mark und die Entscheidung für den EURO derart interessant und unterhaltsam erzählen könnten wie Dirk Kurbjuweit. Lorenz hängt nämlich an der Mark und lässt sich zu mancher nicht opportunen Aktion hinreißen.
Ich kann diese Geschichte eines Absturzes nur sehr empfehlen für alle, die sich für Erdbeben und Währungspolitik interessieren, aber auch für alle, die schlicht und einfach gerne spannenden Stoff lesen.