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Ghosts: Drei leicht inkorrekte Vorträge:

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Herausgegeben zum 20. Jahrestag des "Deutschen Herbst" im Jahr 1997, sind Klaus Theweleits drei leicht inkorrekt Vorträge persönlich gefärbte Einmischungen in die Nachkriegsgeschichte. Drei Themen -- das "Geschichtskonglomerat" RAF, der Mythos von der befreienden Sexualität und Massenphänomene -- behandelt der Freiburger Soziologe hier. Wie in den meisten Werken des "Freestyle-Denkers" (S. Löffler) und Vielpublizisten, von dem zuletzt zwei Bände der vierteiligen Diskursgeschichte PO-CA-HON-TAS erschienen, stehen auch hier Theweleits Betrachtungen unter dem Motiv der "Befreiung von der Last der Eltern", seine Metapher für die Bewältigung des Dritten Reichs.

Es beginnt mit einer Geschichte der RAF aus der Sicht eines Enttäuschten -- enttäuscht ist Theweleit vom "abstrakten Radikalismus" der RAF, in der der 68er-Aktivist denselben "Elternterror" am Werk sieht, der zu Beginn der gemeinsamen Studentenproteste als "politisches Horrorsyndrom" verflucht war.

Im zweiten Vortrag "Salzen und Entsalzen. Wechsel in den sexuellen Phantasien einer Generation" beschreibt Theweleit die "Politisierung des Sexuellen nach '68 als "Riss" in der Geschichte: Sex ist die Transformation der Todeszeichen der nationalsozialistischen Vergangenheit (was T. besonders im ersten Teil des Pocahontas-Komplexes beschäftigt), Sex ist die "Rettung"; denn "von den Eltern wird nichts angenommen".

Zuletzt geht es um "Canettis Masse-Begriff", den Theweleit durch den Begriff der Serie abgelöst sieht. Ausgehend von der Frage nach dem Ausbleiben einer Arbeitslosenrevolte beschreibt Theweleit, wie das Prinzip der Masse heute als medial vermittelte Serie wiederkehrt: als Love Parade, als Volks-Hysterie um den Tod einer englischen Prinzessin. Zum Schluss bekennt Theweleit, ein wenig wehmütig, ein wenig im Ton der Gereiztheit, den das ganze Buch durchzieht: "Ich mag das Serielle "im Prinzip" -- "liebe" wäre zuviel gesagt; geliebt habe ich das Aufblühn des Individuums in der Masse...". --Nikolaus Stemmer

256 pages, Paperback

First published January 1, 1998

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About the author

Klaus Theweleit

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Klaus Theweleit is a German sociologist and writer.

Theweleit studied German studies and English studies in Kiel and Freiburg. From 1969-1972, he worked as a freelancer for a public radio station (Südwestfunk).

His book Männerphantasien (1977); translated as Male Fantasies (1987), a study of the fascist consciousness in general and the bodily experience of these former soldiers in particular, easily detected in their hatefilled, near-illiterate books, was well received and much discussed.

Theweleit writes in a non orthodox, highly personal and associative style. His book are heavily illustrated with cartoons, advertisements, engravings, posters and artwork.

Theweleit lives in Freiburg, he teaches in Germany, the United States, Switzerland, and Austria. He was a lecturer at the Institute of Sociology at the University of Freiburg and lecturer at the film academy in Berlin. From 1998 until retirement he was a professor for "art and theory" at the Staatlichen Akademie für Bildende Künste, the art college, at Karlsruhe.

Source: Wikipedia

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