Frankreich, Oktober 1307. Gerard "Gero" von Breydenbach, Mitglied des Tempelritterordens, wird vom Komtur seiner Ordensniederlassung in ein Geheimnis eingeweiht. Der französische König Philipp IV. hat begonnen, die Tempelritter gnadenlos zu verfolgen, weshalb Gero sich mit ein paar Kameraden nach Deutschland begeben soll, um dort das sagenumwobene "Haupt der Weisheit" aufzuspüren, das die Quelle von Reichtum und Wissen der Templer darstellt und schon vor Jahren zur Sicherheit in ein Kloster im deutschen Rheinland verbracht wurde.
Als die Komturei von Bar-sur-Aube von Philipps Mannen gestürmt wird, können sich Gero und einige seiner Kameraden mit knapper Not retten und gehen auf den langen, mühe- und gefahrvollen Ritt nach Deutschland, im Schlepptau einen vierzehnjährigen Knappen und eine schwangere Frau. Unterwegs kommt es zu einigen Auseinandersetzungen mit Verfolgern und Diebesgesindel, und plötzlich sind Gero und Knappe Matthäus spurlos verschwunden, mit ihnen ein paar Quadratmeter Wald.
Während sich ihre Begleiter die Köpfe zerbrechen, was da geschehen ist, macht man im Jahre 2004 in der Eifel die unglaubliche Entdeckung, dass plötzlich zwei Menschen aus dem Mittelalter aufgetaucht sind, auf dem Gelände einer streng geheimen Forschungseinrichtung. Einer der Forscher bringt Matthäus und den bewusstlosen Gero bei Hannah unter, die in mittelalterlichen Sprachen bewandert ist und in einem abgelegenen Häuschen wohnt. Kurz darauf bricht für die Forscher die Hölle los: mächtige Organisationen setzen sich auf die Fährte des Tempelritters, um ihn für ihre Zwecke einzusetzen, und Hannahs Leben wird gehörig durcheinandergewirbelt, während Gero und Matthäus sich in dieser für sie völlig fremden neuen Welt zurechtzufinden versuchen und vor allem eins wollen: nach Hause!
Es beginnt wie viele Templergeschichten, mit einem Geheimnis des Ordens, einem Geheimauftrag und der brutalen Verfolgung durch den französischen König. Nicht unspannend, aber auch noch nichts Besonderes. Mit Geros Verschwinden Schnitt auf das moderne Forschungszentrum, Auftritt eines größenwahnsinnigen Professors, üblicher Verschwörungsthrillerstoff, nicht schlecht, aber genausowenig originell.
Doch spätestens als Gero in der heutigen Zeit aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, sich über die Frau wundert, die so ein komisches Mittelhochdeutsch spricht und aus Unwissenheit in verschiedene Fettnäpfchen tritt, kommt das Buch richtig in Fahrt, abwechselnd amüsant und hochspannend und obendrein gut recherchiert. Die Odyssee von Gero und Hannah wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf und bleibt fesselnd bis zum Schluss. Da macht es auch nichts, dass die Sprache gelegentlich etwas holprig wirkt und gerade die Dialoge im Forschungszentrum ziemlich hölzern daherkommen. Ärgerlich sind allerdings die zahlreichen Rechtschreibfehler, ein sorgfältigeres Lektorat wäre wünschenswert gewesen.
Davon abgesehen ein schöner Zeitreiseschmöker der besonderen Art.