Am Gründonnerstag steigt er vom Kreuz einer Dorfkirche in Irland: ein verwirrter junger Mann, der nur in Bibelzitaten spricht. Aber kann er wirklich der Messias sein? Die vatikanische Kongregation betraut Bruder Hester McAteer damit, dem Wunder nachzugehen. In der alten Heimat trifft Hester auf seine große Liebe, die er einst für die Kirche verlassen hatte, auf Misstrauen, Angst und Intrigen. Bald zweifelt McAteer nicht nur an seinen Vertrauten, sondern auch am eigenen Glauben. Handelt es sich um eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes, oder wird er das spektakulärste Geheimnis unserer Geschichte aufdecken?
Ralf Isau hat all seine für ihn wichtigen Werte von seinen Eltern vermittelt bekommen. Seine Mutter, eine Pelznäherin, brachte ihm den Glauben an Gott nahe. Von seinem Vater hat er die Erzählkunst. Sein Vater war ein sehr blumiger Erzähler und spielte Ralf oft auf seiner Mundharmonika vor, vor allem wenn dieser wieder einen Wutanfall hatte und das ganze Mietshaus in Westberlin zusamenbrüllte. Isau wollte nicht immer Schriftsteller werden, zum Beginn seiner Schulzeit hatte er sogar Probleme mit dem Schreiben, zeigte jedoch schon immer seine blühende Fantasie. Später begann er Gedichte zu schreiben und band seine Schulreferate wie Bücher ein. Ralf Isau wollte entgegen dem Wunsch seiner Eltern nach dem Abitur nicht studieren, sondern machte eine Ausbildung zum EDV-Kaufmann wobei er den Umgang mit Programiersprachen erlernte. Er merkte jedoch schnell, dass auch Programmieren nicht sein Traumberuf ist, so fing er 1988 an sein erstes Buch zu schreiben. Mit dem Roman wollte er seiner damals neunjährigen Tochter eine Freude machen. Das Buch sollte nur für sie sein, richtig dick sein und so spannend, dass man es zur Schlafenszeit noch mit der Taschenlampe unter der Bettdecke weiterliest. Allerdings ist dieser Schmöker nicht sein erstes Buch, denn nach drei Jahren des Arbeitens daran stellt er fest, dass es immer noch nicht fertig ist. Um das Versprechen an seine Tochter dennoch einzulösen und ein eigenes Buch für sie zu schreiben, verfasst er eines an nur einem einzigen Tag und bindet den 'Drachen Gertrud' eigenhändig für seine Tochter in das Leder eines alten Stiefels ein. Als Michael Ende eine Lesung gab, schenkte Isau ihm eines seiner selbstgebundenen Werke. Dieser war gefesselt vom Drachen Gertrud und schickte das Buch seinem Verlag, der sich daraufhin bei Isau meldete und auch die Neschan Triologie herausbrachte. So begann die Karriere des Schriftstellers.
*** Rezension eines kostenlosen Exemplars von Vorablesen ***
Im irischen Zungenbrecher-Dorf Graiguenamanagh erscheint in einem hellen Licht ein Mann, der die gleichen Wundmale wie Jesus am Kreuz auweist, nur Hebräisch spricht und sich selbst Jeschua nennt. Handelt es sich um den Messias? Wenn ja, warum ist er zurückgekehrt? Steht uns das Ende der Welt kurz bevor? Oder ist alles nur ein gut eingefädelter Schwindel?
Diese Fragen stellt man sich nicht nur am Anfang, sondern das ganze Buch über - denn immer wieder lenkt uns Ralf Isau mal in die eine, mal in die andere Richtung, bis nur noch eine Frage offen bleibt: Was möchte ich glauben?
Um den Fall aufzuklären wird vom Vatikan der Wunderaufklärer Hester McAteer zurück in sein Heimatdorf geschickt. Doch da erwartet ihn nicht nur das "Wunder von Graig" sondern auch eine merkwürdige Gemeinde und eine alte Familiensaga. Leider ist Hester McAteer nicht so facettenreich wie alle anderen Dorfbewohner, so dass man nur über seine Familiengeschichte indirekt eine Bindung zu ihm aufbauen kann...
Durch das stete hin und her zwischen unerklärlichen Phänomenen und suspekten Personen baut Ralf Isau eine ganz besondere Spannung auf, die bis zum Ende des Buches erhalten bleibt. Man macht sich zwar seine eigenen Gedanken, doch immer wenn man glaubt, etwas herausgefunden zu haben, wird man wieder in eine andere Richtung gelenkt... Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen und war auch nicht an Haaren herbeigezogen.
Nicht zuletzt ist es Ralf Isaus Schreibstil, der das Buch so fesselnd macht: Die Bewohner der grünen Insel werden teils stark überzeichnet, um noch skurriler im Angesicht des Wunders zu wirken, andere Fakten aus der Kirche werden uns ganz nüchtern und mit sehr fundiertem Hintergrundwissen präsentiert. Ab und an wird das Buch nur etwas zu langatmig.
Kurz und gut ewartet den Leser mit "Messias" ein ganz besonderer Thriller, der gleichzeitig in den Bereich Mystery und Familiensaga fällt. Die Spannung hält sich konstant bis zum Ende und zurück bleibt neben einem guten Buch auch die Frage: Würde ich an Wunder glauben, wenn sie passieren?
Ich hatte doch recht hohe Erwartungen an dieses Buch, da ich selbst an einer Novelle mit der Thematik eines neuen Messias gearbeitet habe. Und ich meine, ein "Messias" der nur in Bibelversen spricht klingt doch eigentlich recht interessant. Schade aber, dass das nur in der Synopsis der Fall ist, im Buch selbst aber nicht. Das Buch an sich war leider ähnlich enttäuschend. Insbesondere das Ende, bei dem ich mich fragte, ob ich jetzt einen "Mysterythriller" (hah!) oder das Drehbuch von Alarm für K11 lese. Zumindest, was die 'Action' betrifft, die unpassend und vor allem gezwungen rüberkam. Ganz so,als wolle Isau mit aller Gewalt nochmal auf den Putz hauen.
Nun, dann will ich mal beginnen.
Allen voran steht die Tatsache, dass der Messias selbst relativ selten auftaucht. Nach seinem ersten Auftreten verschwindet er nämlich so lange von der Bildfläche, dass ich das Buch schon entnervt zuklappen und nicht mehr anfassen wollte. Sattdessen dreht sich die Handlung um die "mysteriösen", ziemlich schlecht beschriebenen Morde, die darauffolgenden polizeilichen Ermittlungen und um regelrecht lächerliche Dialoge zwischen den eindimensional wirkenden Geistlichen. Klar, Geistliche müssen sich unterhalten und die Morde mitsamt den Ermittlungen drohten mir auch schon im Klapptext, aber dass sie solch große Ausmaße annehmen würden, hätte ich mir nicht gewünscht, und das, obwohl ich gerne Krimis lese. Besonders, weil die Schilderungen absolut trocken und langweilig waren, nicht interessant und durchweg anstrengend. Und der Messias, ja, viel zu kurz kam. Zu den flachen, stereotypen Charakteren würde ich gerne noch bemerken, dass sie nicht nur kaum voneinander zu unterscheiden sind (Sprache, Handlungen, Gefühle, Ziele scheinen bei ziemlich allen nämlich gleich zu sein), sie sind auch noch ziemlich unglaubwürdig geschrieben. Jeder, ob er jetzt hauptberuflich falsche Wunder aufklärt oder nicht, reagiert ähnlich gelassen auf das, was da vor sich geht. Bitte? Oblaten, die sich in blutige Fleischstücke verwandeln, hätten mich wahrscheinlich schon ein wenig aus der Fassung gebracht, aber bitte, wahrscheinlich bin ich einfach nur nicht cool genug.
Die Romanze fand ich zudem überflüssig. Sie diente wohl nur dazu, dem Leser klar zu machen, welche Belastung das Zölibat darstellt, und natürlich für ein bisschen Romantik. Dazu aber fand ich sie viel zu schlecht geschrieben, und zur Story trägt sie nichts bei. Nunja.
Dann hätten wir da ja noch die Tatsache, dass Isau das ganze vielleicht doch nicht ganz so ernst nimmt. So fliegt Jeschua auf dem Weg ins Paradies dochmal kurz durchs Weltall, die Leute sehen "Den Leib und das Blut Christi" auch nichtmehr nur symbolisch an, sondern würden kurzerhand auch zu Kannibalen mutieren, das Militär, dass gar nicht eingeschaltet wurde, meldet sich auch mal zum Wort, und eine sexy Pianistin, taucht ja auch noch auf. Ach ja, natürlich kann Jeschua/Mr. X/der Messias auch in Superheldenmanier Blitze erzeugen. Wo kämen wir denn hin, wenn nicht..?
Sehr anstrengend fand ich auch, dass unglaublich viel Biblisches erklärt wurde, teils in Dialogen, die humoristisch wirken sollten, aber eher gezwungen und trocken rüberkamen. Ich selbst habe mich natürlich viel mit der Bibel befasst, viel für meine Novelle, viel aber auch privat (denn obwohl ich keine Christin bin, bin ich dennoch sehr religiös) und vielleicht kam es mir deswegen etwas too much vor, aber irgendwann wurde es einfach nur lächerlich und hat mich die Augen verdrehen lassen.
Ach, im Grunde war das ganze Buch langweilig und lächerlich zugleich.
Im irischen Dörfchen Graiguenamanagh geschieht am Gründonnerstag etwas Aufsehenerregendes: ein junger Mann mit Dornenkrone und Nagelwunden an Händen und Füßen stürzt plötzlich in den Kirchenraum, gleichzeitig verschwindet der Korpus von einem alten Silberkreuz, und an den Kreuznägeln findet sich frisches Blut. Sollte es sich etwa um die Wiederkunft des Messias handeln? Dafür spricht, dass der junge Mann sich Jeschua nennt und Hebräisch spricht. Das ist nicht das einzige mysteriöse Vorkommnis in dem alten Klosterstädtchen. Rätselhafte Lichterscheinungen am Himmel und zwei Leichenfunde sorgen ebenfalls für Kopfzerbrechen.
Beim Dorfpfarrer und dem zuständigen Bischof weckt das "Wunder von Graig" Hoffnungen, aus dem verschlafenen Kaff einen Wallfahrtsort à la Lourdes zu machen. Die Polizei ermittelt, und der Vatikan entsendet Hester McAteer, der selbst aus Graiguenamanagh stammt, um dem vermeintlichen Wunder auf den Grund zu gehen. Schließlich ist die Kirche genügend Anfeindungen ausgesetzt, um sich nicht auch noch die Anerkennung eines falschen Wunders leisten zu können.
Während McAteer nicht nur mit seinen Nachforschungen beschäftigt ist, sondern zusätzlich mit der Aufarbeitung seiner persönlichen Vergangenheit konfrontiert wird und sich kirchliche Würdenträger über die Echtheit des Messias streiten, taucht immer wieder ein seltsamer Franziskanermönch auf, von dem offenbar eine gewisse Bedrohung ausgeht. In dieser Karwoche 2009 überschlagen sich die Ereignisse in Graiguenamanagh ...
Ralf Isau hat es wieder einmal geschafft, mich (fast) von der ersten bis zur letzten Seite an zu fesseln mit dieser spannenden Geschichte um vermeintliche Wunder, unerklärliche Ereignisse und rätselhafte Todesfälle. Im Gegensatz zu manch anderem Kirchen-Mystery-Thriller sind die Charaktere gut ausgearbeitet und die Hintergründe gut recherchiert. Es gibt zwar einen Mystery-Anteil, doch es wimmelt nicht von unlogischen übersinnlichen Phänomenen oder irgendwelchen Engeln oder ähnlichen Wesen, wie sie derzeit in Mode zu sein scheinen, und die Auflösung ist zwar vielleicht weit hergeholt, aber für mich war sie zufriedenstellend.
Die internen Probleme, Auseinandersetzungen und Machtkämpfe in der Kirche porträtiert Isau dabei mit kritischem Blick, plädiert aber gleichzeitig für Toleranz und Offenheit zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen, ohne den Zeigefinger zu erheben. Lediglich die Tatsache, dass so ziemlich alle Priester entweder selbst heimlich Väter sind oder unehelich geboren wurden, fand ich so gehäuft doch etwas dick aufgetragen (auch wenn es hier zur Handlung passte).
Zu Beginn des Buches war ich ein klein wenig genervt von allzu bemüht wirkenden Wortspielereien, von denen Isau später jedoch größtenteils abgesehen hat, so dass mir der Roman auch sprachlich Spaß gemacht hat. Was mir bei Isau jedoch immer gefällt und auch hier wieder Freude gemacht hat, war eine kleine Querverbindung zu einem anderen Buch ("Die Dunklen") sowie das informative Nachwort.
Ein solider, spannender und origineller Kirchen-Mystery-Roman.
Allein da mich das Cover und der Klappentext neugierig machten, habe ich zu diesem Buch gegriffen, welches in meinen Augen zunächst ein Thriller war, machte es doch auf mich von außen und durch seine Beschreibung her diesen Eindruck. Diese Einschätzung musste ich jedoch sehr schnell revidieren, war es doch so, dass dieses Buch eindeutige Fantasy-Aspekte aufweist, die auch nicht von der Hand zu weisen waren, so dass man es eigentlich nicht mehr als Thriller bezeichnen kann, da einfach zu viel, dafür teils zu wunderliches bis absurdes geschieht.
Zunächst muss ich sagen, dass ich die Kombination aus den Thriller- und Fantasyelementen allgemein nicht schlecht finde, auch wenn es immer angenehmer ist, wenn man schon darauf vorbereitet ist, dass in einem Buch deutlich auch Fantasyaspekte enthalten sind, da ich, wenn ich wirklich einen Thriller lesen will, so etwas nicht unbedingt dabei haben will. Allgemein ist das Buch jedoch durchaus spannend, wenn auch manchmal doch auch ein wenig sehr abgehoben, auch wenn genau aus diesem Grund teilweise wieder neue Fragen auftauchen. Jedoch merkt man auch, dass alles ein wenig zu konstruiert wirkt, es einfach etwas zu viele Zufälle und übersinnliche Ereignisse gibt, was für meinen Geschmack etwas zu dick aufgetragen war und dem Ganzen einfach die Glaubwürdigkeit, selbst wenn man sich darauf eingestellt hat, ein Fantasybuch zu lesen, zu sehr untergraben hat. Es war selbst für ein solches Buch nämlich teils einfach ein bisschen zu viel.
Interessant fand ich aber vor allen Dingen den Protagonisten McAteer, der in seine Rolle für mich so gar nicht recht passen wollte. Zum einen, da er bei der Kirche ist, aber in sein geistliches Amt einfach nicht so richtig passen will. Zumindest kam dies bei mir so an. Sowohl von seinem Verhalten, als auch seinen Gedankengängen her und wie er sich zu gewissen Dingen in seinem und dem Leben im Allgemeinen stellt. Dazu kommt dann noch, dass seine familiäre Situation eh eher ungewöhnlich ist. Ebenso wie die Handlung, ist also auch der Protagonist ein bisschen zu sehr konstruiert, um wirklich glaubhaft zu sein. Gemocht habe ich ihn aber trotzdem irgendwie, denn hätte man ihn nicht in diese Rolle und diese Geschichte gesteckt, wäre er, denke ich, ein sehr guter Charakter.
Allgemein ein Buch, das sich sehr flüssig lesen lässt, aber bei dem man sich darauf gefasst machen muss, dass es wirklich eher Fantasy und weniger Thriller ist. Wenn man das nicht mag oder eher unvorbereitet davon getroffen wird, dann kann es nicht mehr stimmig für einen werden, da die Handlung einfach etwas zu konstruiert ist.
Es ist eine spannende Idee den Messias auferstehen zu lassen. Alle Zwiespälte der monotheistischen Religionen die sich auf Moses und seine Nachfolger berufen (in unterschiedlichem Umfang) treten zu Tage. Die Christliche Kirche, insbesondere der Papst muss sich, als "ausgewieser Vertreter Gottes auf Erden" bedroht fühlen. Der SOHN GOTTES ist wieder gekommen und zweifelt den Anspruch der Würdenträger an.
Der Autor hat es geschafft den Leser immer an seinen Zweifeln zweifeln zu lassen, bis zum Schluss. Es gibt ein Happy End aber auch ein wenig un-happy und man sollte immer den Prolog lesen, sonst fehlt einem ein wesentlicher Ansatz der Geschichte.
Die Geschichte ist alles in allem sehr interessant, da mit dem Gedanken "Gibt es etwas Übersinnliches?" gespielt wird und dies bis zuletzt kaum zu widerlegen scheint, obwohl der gesunde Menschenverstand sagt, dass etwas faul an diesem Fall ist. Das Ende versaut es mir ein bisschen, da meiner Meinung nach hier der falsche weg eingeschlagen wird - mehr möchte ich hier nicht verraten.
Dieses Buch hat mich interessiert, weil ich von dem Autor bis jetzt nur Jugendbücher gelesen hatte. Dieser Mystery-Thriller für Erwachsene hat mich bis zur letzten Seite nicht aus dem Bann gelassen. Eigentlich sogar darüber hinaus, weil ich jetzt erst mal überlegen muß, was ich danach als nächstes lese.
Leider so gar nicht mein Thema. Unabhängig davon, das ich nicht gläubig bin und gewissen Dingen ziemlich kritisch gegenüber stehe, ist es eher ein schwaches Buch. Ich habe mich eher gezwungen, das Buch zu lesen, weil ich immer gehofft habe, das es besser wird.