Ein wunderbares Buch! Es ist voller einfühlsamer Charakterbeschreibungen der unterschiedlichsten Persönlichkeiten mit all ihren Unzulänglichkeiten. Bei allem herrlichen Sarkasmus wird keine Figur denunziert - selbst die unsympathischsten Menschen erscheinen einem mitunter liebenswert in ihrer Verletzlichkeit. Es geht um Versagens- und Verlustängste, um die Suche nach Liebe, um Eitelkeit, Vergänglichkeit und Tod. Auch die Welt der Toten spielt eine Rolle (Stichwort Channelling). Und man bekommt Einblicke in die Filmbranche in Hollywood sowie in amerikanische Gewohnheiten aus deutscher Sicht. Ebenso werden gelegentlich die Deutschen aus amerikanischer Sicht gezeigt. Ach ja, und die kalifornische Wellness-Yoga-Kultur bekommt auch ihr Fett weg. Und natürlich - wie häufig bei Doris Dörrie - spielt auch Japan eine Rolle.
Relativ schwieriger Einstieg. Die Protagonisten sind alle anstrengend in ihrem gescheiterten Leben. Keiner verhält sich vorbildlich, es gibt einfach keine Helden. Irgendwann hatten sie mich aber doch und dann wollte ich auch wissen, wie es ausgeht - ziemlich offen übrigens:)
Der Schreibstil von Dörrie gefällt mir gut. Leicht zu lesen, aber nicht seicht geschrieben.