"Ich bin Schriftsteller, das ist nicht nur ein Beruf, sondern eine Entscheidung, die Welt als Sprache zu sehen. Als die eigentliche Sprache erscheint mir die, in der das Wort und das Ding zusammenfallen. Aus dieser Sprache, die sich rings um uns befindet, zugleich aber nicht vorhanden ist, gilt es zu übersetzen. Wir übersetzen, ohne den Urtext zu haben. Die gelungenste Übersetzung kommt ihm am nächsten und erreicht den höchsten Grad von Wirklichkeit." Günter Eich
Günter Eichs Gedichte wirken auf mich wachsam, nüchtern und moralisch ernst. Viele Texte sind von einer spröden Klarheit geprägt: Misstrauen gegenüber Glück, Sensibilität für Katastrophen und eine schonungslose Selbstbeobachtung bestimmen ihren Ton. Einige Gedichte haben mich sehr beeindruckt, viele andere ließen mich eher auf Distanz – deshalb verzichte ich hier bewusst auf eine Sternbewertung.