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Neongrau

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Game Over im Neurosubstrat

Hamburg im Jahr 2112: Die Stadt wird immer wieder von Starkregen geflutet, im Binnendelta hat sich ein Slum aus schwimmenden Containern gebildet und über allem thront das gigantische Stadion. Zum »Turnier der Legenden« reisen Fans aus der ganzen Welt an, um die berühmten Glam-Gamer spielen zu sehen. Auch Go [Stuntboi] Kazumi begeistert sich für das VR-Gaming, fährt jedoch noch lieber Stunts auf dem Retro-Skateboard.

Ein Sturz scheint das Aus für Gos Karriere zu bedeuten, doch dann wird Go ein Job im Stadion angeboten – bei den Rahmani-Geschwistern, den berühmtesten Gamern Deutschlands! Von da an überschlagen sich die Ereignisse und Gos Welt wird komplett auf den Kopf gestellt: ein Bombenanschlag, illegale Flasharenen, Tech-Aktivisten, Cyberdrogen, künstliche Intelligenzen – und dann ist da auch noch dieses Mädchen …

Near-Future-SciFi trifft Entwicklungsroman
LGBTQIA+
über VR-Gaming im ganz großen Stil, KIs, Freundschaft und die Suche nach sich selbst

528 pages, Paperback

Published December 12, 2022

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About the author

Aiki Mira

23 books19 followers

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Community Reviews

5 stars
12 (20%)
4 stars
18 (31%)
3 stars
14 (24%)
2 stars
10 (17%)
1 star
4 (6%)
Displaying 1 - 17 of 17 reviews
Profile Image for Callibso.
986 reviews20 followers
January 11, 2023
»Vielleicht, denkt Ash, ist ihr Körper nur eine Hülle, die den unendlichen Möglichkeiten ein Zuhause gibt« (S. 80).

»Ganz schön dick«, dachte ich, als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hielt. Über 500 Seiten, aufgeteilt in über achtzig Kapitel, deren Titel meist aus einem Wort besteht. Dazu noch ein Glossar, das sich vor allem am Anfang als sehr hilfreich erwies bei einem Roman, der mit Sprache spielt und neue Worte erfindet. Es ist nach »Titans Kinder« der zweite Roman von Aiki Mira, die vorher vor allem durch ausgezeichnete Kurzgeschichten auf sich aufmerksam gemacht hat und im letzten Jahr sowohl den Deutschen-Science-Fiction Preis als auch den Kurd-Laßwitz Preis für eine ihrer Kurzgeschichten gewonnen hat. Ihre Kurzgeschichten haben meist mehrere Bedeutungsebenen und es gibt auch bei mehrmaligem Lesen immer wieder Neues zu entdecken.
Geschrieben im Präsens und durchsetzt mit neuen Worten konnte ich das Buch anfangs nur in recht kleinen Häppchen lesen, sozusagen entschleunigt. Das macht aber nichts, denn Bücher, die ich mag, können mein Leben ruhig länger begleiten, mich fordern und bereichern. In jedem der relativ kleinen Kapitel wird der Weltenbau mit neuen Ideen erweitert, gibt es eine Vertiefung der Charaktere, gibt es Sätze, die überraschend und treffend sind. Dabei war es mir manchmal etwas zu distanziert geschrieben, zu berichtend und mit zu wenig Dialog. Aber dann fand ich immer wieder einfach großartige Stellen!

Der Roman spielt im Jahr 2112 in einer durch die Klimakatastrophe veränderten Welt in einem teilweise überfluteten Hamburg: »Weißt du, der Himmel war nicht immer so milchig-weiß wie jetzt«, so beginnt auf S. 80 ein Kapitel, das uns ein wenig die Maßnahmen erklärt, die gegen die Klimakatastrophe ergriffen wurden. (Das Kapitel macht auf seinen fünf Seiten noch viel mehr und ist ein gutes Beispiel für die gerade anfangs überquellenden Ideen und die Dichte des Textes.)
Das Buch erzählt die Geschichte einer Person, die eine wichtige Entscheidung treffen muss, es erzählt von Gamern, Musik und Drogen, von einer teilweise kaputten Welt und von manchen kaputten Menschen, von KIs, die ihre Rolle in dieser Welt suchen, von komplizierten Beziehungen, aber auch von »Sehnsucht. Sehnsucht nach all den Dingen, die uns zu Menschen machen«, wie vielleicht: »völlige Offenheit und die Furchtlosigkeit gegenüber der Offenheit« (S.240).

Es beginnt mit einem Sturz des siebzehnjährigen »Stuntboi«, der bei Dreharbeiten einen Unfall mit seinem Retro-Skateboard hat. Das Mädchen ELLL hilft ihm und bringt ihn zu einem Medimat, eine Art Medizinschrank, wo er mit ELLLs Hilfe versorgt wird. Schon im kurzen ersten Kapitel werden geschickt Details zur Welt eingestreut und weitere Themen angedeutet, wie z.B. eine Besonderheit zum Brustkorb von Stuntboi und eine Entdeckung, die ELLL in Stuntbois Patientenakte macht. Es werden etliche Worte verwendet, die man im Glossar nachschauen kann. Den Jugendslang mochte ich, so steht z.B. »Alupax« für »Erwachsene« und das Wort kommt von einer silbrigen Getränkedose aus Fischleder (und irgendwie hatte ich immer Fischgeruch in der Nase). Die Menschen tragen »In-Augen«, das sind spezielle Kontaktlinsen, die als Display im Auge fungieren und mit Headset und Neuroimplantanten verbunden sind. So können Menschen ständig in Kontakt miteinander treten. Privatsphäre scheint es kaum noch zu geben, es gibt aber die SUKU, eine Gruppe von »Hacktivisten«, die eine sichere Kommunikation für alle fordern.
Stuntboi und ELLL entwickeln eine besondere Zuneigung. »Normalerweise nagt eine unspezifische Sehnsucht wie eine dicke unersättlichen Ratte an ELLLs Eingeweiden. Jetzt ist die Ratte still, und die Welt strahlt plötzlich so viel bunter und lebensfroher« (S. 21). Stuntboi schaut in ELLLs Gesicht: » ELLL weiß, mit ihrem Gesicht fordert sie Menschen heraus. Stuntboi sieht trotzdem hin. Etwas in ELLL wird ganz still« (S. 23). Die meisten Menschen dieser Welt haben übrigens zwei Namen und Stuntbois zweiter Name lautet »Go«. (Dieser Name ist nicht zufällig). Er bzw. sie ist genderfluid: Unter dem Namen »Stuntboi« ist er ein Junge, als »Go« ist sie ein Mädchen und komplett erst auf dem Skateboard (S. 177). Die Idee, die unterschiedlichen Namen mit den Pronomen zu kombinieren, fand ich nach kurzer Verwirrung sehr hilfreich. In dieser Rezension werde ich ab jetzt aber von »Go« reden und »sie« verwenden. Go empfand es immer als bereichernd, so zu sein, denn: »Wer glaubt schon tief im Inneren, eindimensional zu sein?« (S. 47). Sie wird bald achtzehn Jahre alt und überlegt, ob sie eine geschlechtsanpassende Operation möchte. Diese Fragestellung wird uns im Buch noch länger beschäftigen. Als Go ELLL singen hört, verliebt sie sich: »Go wird von ELLLs Gesang angezogen, abgestoßen, unterhalten, bekehrt, irritiert und aufs Zärtlichste berührt« (S. 32).

Gos Mutter ist die berühmte Gamerin Ren Kazumi, die immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist und im Gefängnis saß. Sie verließ die Familie gleich nach der Entlassung. Go wird sie im Laufe des Buches wiedersehen und sie beeinflusst Gos Leben mehr, als anfangs ersichtlich ist. Gos Vater hat sie die letzten Jahre alleine erzogen, ihr Verhältnis war schon einmal besser und ist jetzt ziemlich kompliziert geworden. Zu dieser »besseren Zeit » findet sich eine gelungene Charakterisierung, die mit den folgenden Sätzen aufhört: »Je mehr sie miteinander sprachen, desto wärmer und köstlicher wurden ihre Gespräche - wie eine Mahlzeit, die sie zusammen zubereiteten« (S. 33). Die Gespräche sind verstummt, Go fühlt sich unverstanden und denkt, ihr Vater wolle sie in eine »akzeptable Form pressen« (S. 50). Ihr Vater versteht sie auch nicht mehr, ist irritiert, dass sie ein Buch aus Papier und Pappe liest (»Der Fänger im Roggen«) und hält dies für pathologisch (S. 98). Er spricht nicht genug mit Go, aber auch nicht richtig mit ihrer Mutter, als diese überraschend auftaucht. Allerdings hat er es auch nicht einfach. Beruflich kontrolliert er private Social Media Inhalte, eine psychisch belastende Tätigkeit, die streng überwacht wird und starker Leistungskontrolle unterliegt. Er darf nicht darüber reden und fühlt sich den anderen Menschen bei der Arbeit nahe: sie teilen das gemeinsam erlebte Trauma ihres täglichen Tuns.
In der Welt gibt es ein niedriges bedingungsloses Grundeinkommen und als weiteres Beispiel für den Weltenbau sei noch »X« erwähnt. »X« ist Verschwörungstheorie, Game, Religion und Algorithmus und bringt als Algorithmus personalisierte(!) Verschwörungstheorien hervor. Gefreut habe ich mich auch über die Gamerin Okorafor aus Lagos.

Ich habe in diesem Review bewusst den Schwerpunkt auf den Anfang des Buches gelegt und versucht, Beispiele für Weltenbau, Sprache und Charakterisierungen zu geben. Am Ende des ersten Drittels ist der Reigen der Figuren praktisch vollzählig: die genderfluide Go, ihr gutmütiger Vater, der irgendwann erkennt, dass seine Familie ihm nur sagt, was er hören will: »Als wäre er ein tröstungsbedürftiges Kind« (S. 164). Dazu ihre berühmte, radikale Mutter, sowie ELLL, die im Hamburger Slum Blank aufgewachsen ist, und das Gamer-Geschwisterpaar Ash und Phoenix. Im Laufe der Handlung werden noch ein paar Figuren hinzukommen, wie z.B. die rätselhafte Ctrl, die in Beziehung zu Gos Mutter steht und Kontakt zu Go hat und über die hier nichts verraten wird. Dann noch Ben Wozniak, der wie ELLL aus Blank stammt und einmal zu ELLL sagt: »Eure Generation erscheint mir so fremd, dass ich nicht mal glaube, du und ich sprechen noch die gleiche Sprache. Wir tun nur so. In Wirklichkeit gehört ihr jungen Menschen bereits zu einer anderen Spezies. Daher haben wir uns auch nichts mehr zu sagen« (S. 367).

Im weiteren Verlauf der Handlung bekommt Go einen Job im Stadion und lernt das Gamer-Geschwisterpaar Ash und Phoenix kennen. Bei einem illegalen Konzert im stillgelegten Elbtunnel, zu dem Ash und ELLL gehen, kommt es zu einem Anschlag mit schrecklichen Folgen. Gleichzeitig fiebern alle einem ganz großen Gamer-Turnier entgegen, dem »Turnier der Legenden«. Auf dieses Turnier wird ein weiterer Anschlag geplant und Go, die mir wirklich ziemlich ans Herz gewachsen ist, kommt in große Gefahr.

Im letzten Drittel des Buches werden die Kapitel kürzer, Tempo und Spannung nehmen zu. Das Buch liest sich jetzt eingängiger als am Anfang. Es fehlt aber eine immersive Gaming-Schilderung, diese bleiben etwas distanziert und von außen betrachtet.

Bei der Liebe geht der Roman mit Phoenix und ihrer Liebe zu Maschinen (»Ich ticke maschin«, S. 481) noch einen Schritt weiter, denn Phoenix hält es für gefährlich, etwas Lebendiges zu lieben. Selbst die KIs wollen »viele bleiben« und Möglichkeiten nutzen (S. 502).

Das Buch ist eine Darstellung der vielen Möglichkeiten, die uns das Leben bietet und ein Plädoyer dafür, diese Möglichkeiten anzunehmen und auszuprobieren. Es erfordert vor allem am Anfang aufmerksames Lesen, belohnt aber, wenn man das Netz aus Beziehungen immer besser erkennt. Es ist wie beim Brettspiel GO: »GO kennt keine Helden. Alle Steine sind gleichwertig und arbeiten zusammen wie die Atome eines lebendigen Körpers« (S. 441).
Definitiv einer der besten Romane, die ich im letzten Jahr gelesen habe.
Profile Image for Gernot1610.
323 reviews7 followers
September 25, 2024
2,5 Sterne, aufgerundet. Der Gamer Quatsch ging mir echt auf den Zeiger. Die Sprache ist Klasse, modern und schnell. Da können sich so einige aktuelle Autoren eine Scheibe abschneiden. Das Setting und die Figuren erinnerten mich Fatal an William Gibson und die Neuromancer. Denen war vor >30 Jahren aber egal ob Hose oder Rock.
Profile Image for Irifev.
195 reviews5 followers
August 8, 2023
Lange habe ich während des Lesens zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt, mich am Ende für 4 entschieden.
Was ist Neongrau? Eine Cyberpunk-Geschichte in einer von der Klimakatastrophe gebeutelten Stadt Hamburg. Es geht um Esport, Musik, Terroranschläge und personalisierte Verschwörungstheorien, um persönliche und sexuelle Vielfalt, um KI und Quantencomputer, um erste Liebe, Familie, Beziehungen und so vieles mehr. Aiki nimmt die Leser*in mit in die Welt, man muss ihr an mancher Stelle aber auch folgen können. Was zwar durch die kurzen Kapitel erleichtert wird, aber (zumindest bei mir) nicht zu einer Lektüre führt, die man "eben mal" herunterliest.
In die Hauptperson Go floß vermutlich auch eigene Erfahrung der Autorix ein, Gos Konflikt als geborene Frau, die sich aber eher vom Geschlecht her "fließend" fühlt, ist gut und unaufdringlich geschildert. Der große Spannungsbogen mit Terror, großen undurchsichtigen Plänen, der Rolle von KI und die vielen Facetten der Geschichte und Persönlichkeiten halten die Spannung hoch, das Buch endet aber meiner Meinung nach etwas unspektakulär.
Sicherlich nicht das letzte Buch von Aiki, das ich lese werde, und vermutlich auch eines, das ein paar Preise abräumen wird.
Profile Image for Alle Bücher müssen gelesen werden.
433 reviews52 followers
July 13, 2023
3,5 Sterne für die meiste Handlung, 2,5 Sterne für das Ende.

Im großen und ganzen ein einfach zu altmodisches Buch. Da sind keine neuen Ideen drinnen, wir bekommen einfach nur jetzt schon gängigie Dinge als etwas neues Präsentiert. Das Buch nimmt Dinge aus dem Hier und Jetzt und tut so als würden sie dort und damals spielen, der Exotik willen. Ncihts ergibt wirklich einen Sinn, z.B. kann man am Tag die Sonne nie sehen dafür in der Nacht aber die Sterne.

Dazu macht die ganze Welt einfach keinen Sinn, alles wird dem Moment untergeornet. Das führt bei mir zumindest nicht zu einer Iversion.

....und das Ende liest sich so als sollte es einen zweiten Teil geben.
Profile Image for Alex Matzkeit.
378 reviews33 followers
September 10, 2023
Ein Roman, der mich sehr beschäftigt, obwohl er alles andere als perfekt ist.
- Das Cyber-Klima-Worldbuilding finde ich sehr gelungen, vor allem in seiner Beiläufigkeit. Umso störender sind manche inorganisch wirkenden Erklärpassagen in den ersten Kapiteln und das Verstecken vön manchen einigermaßen wichtigen Infos in einem Glossar.
- Insbesondere viele Beobachtungen über nicht-verbale Kommunikation fand ich eindrücklich.
- Go/Stuntboi ist eine tolle Figur. Wie das Buch seine Genderfluidität sowohl sprachlich als auch emotional behandelt, ist eigentlich der beste Teil des Romans
- Andere Figuren sind unterschiedlich überzeugend. Vor allem bei den Erwachsenen wird viel beschrieben, aber sie fühlen sich dadurch nicht unbedingt echter an, insbesondere Ren.
- Die sehr auf Emotionen ausgerichtete Sprache ist gewöhnungsbedürftig, aber man kommt irgendwann rein und dann funktioniert sie auch.
- Der Plot war mir über weite Strecken gleichzeitig zu kompliziert und zu banal. Er arbeitet viel mit Dopplungen (zwei KIs, zwei Anschläge, zwei Identitäten), aber er entwickelt nie einen wirklichen Zug, obwohl er sich ständig in den Vordergrund drängt. Das Finale ist dann besonders antiklimaktisch und das Buch fühlt sich ungefähr 100 Seiten zu lang an.
- Ich habe bis zum Schluss nicht ganz verstanden wie das Neurogaming funktioniert oder das Spiel, das gespielt wird.
- Mich nervt etwas, dass „Wir werden durch KI ersetzt“ immer noch Hauptplotelement von Cyber-Romanen sein darf; das Thema wurde schon so oft durchgekaut und auch schon deutlich interessanter als hier.
- Nennt mich neumodisch, aber ich fühle mich ein bisschen merkwürdig dabei, dass hier die meisten Hauptfiguren POC sind, und eine weiße Person ständig so „insiderig“ über sie schreibt. Die Absicht dahinter ist ganz klar eine progressive bis aktivistische, aber ich habe mich doch oft so gefühlt, als würde ich kultureller Aneignung beiwohnen, und das, obwohl ich dem Konzept durchaus kritisch gegenüberstehe - vielleicht war mir auch nur das ganze Herumreiten auf den Slangwörtern (obwohl sie durchaus nachvollziehbare Future-Jugendsprache sein könnten) und das immer wieder Betonen der Körperlichkeit der Personen (der große Schwarze Mann, die zierliche Asiatin) ein wenig too much.
31 reviews
June 9, 2025
huuuh boi (haha) where to start?
Also erstmal ist das Buch nicht schlecht - im Gegenteil, finde es sogar gut geschrieben. Aber es ist einfach sehr sehr viel.
Ich habe 50 Seiten gebraucht um zu checken, dass die Hauptfigur genderfluid ist - nur als Beispiel. Jedes Kapitel ist sehr kurz aber multi POV von ca. 10 Personen, was es am anfang unübersichtlich und irgendwann sehr spannend macht. Allerdings habe ich mich teilweise auch gefragt ob ich einen Block mit Notizen führen sollte, weil die Leute dann sich natürlich auch gegenseitig anlügen etc.
Ausserdem steht im Mittelpunkt VR-Gaming, nur leider wird das Spiel selbst nicht einmal erklärt, wodurch es sich so anfühlt wie wenn ich American Football schaue - ganz nett für die Stimmung aber die Regeln verstehe ich nicht. Da am Ende es sowieso ein Glossar der Jugendsprache von 2112 gibt, frage ich mich, wiedo man nicht das Spiel hat noch erklären können.
All in all - not bad aber keine Empfehlung.
Profile Image for Linda in Utopia.
315 reviews9 followers
February 18, 2023
dnf.

Dieses Buch ist sicherlich toll geschrieben und wunderbar Cyberpunkig und divers und progressiv und innovativ und eigentlich sehr erfrischend.
Aber ich bin einfach ständig aus dem Lesefluss gekommen.
(Ich lese nicht so oft Sci-fi related Bücher, vielleicht liegt mir das nicht so? Es kam mir vor als würde ich stellenweise irgendwie ne Doktorarbeit Korrektur lesen über irgendeine krasse digitale Innovation von der ich aber eigentlich null Ahnung hab...)

Schon allein das erste Kapitel hat mich statt IN die Story zu bringen, komplett überfordert. Ich habe mehrmals Abschnitte nochmal gelesen und kam mir dennoch vor als läge mein IQ bei Null.
Es war ein sehr abruptes Eintauchen in diese Welt, ich glaube ich hätte mir einen softeren Start gewünscht. Ich war tatsächlich ein bisschen überfordert mir alles so wie beschrieben vorzustellen, denn es ist A LOT OF STUFF, was die Autorin da auftischt.


Es ist ein gutes Buch, keine Frage. Ich hoffe es findet viele, viele Leser! Ich habe mich nur echt schwer getan, obwohl ich die Figuren sehr toll fand.
Profile Image for Gwynnys Lesezauber.
344 reviews8 followers
April 11, 2023
Stopp. Stopp. Stopp.
Standbild.
Die Nacht friert ein, erlaubt dem kurzen Moment, ein bisschen Ewigkeit zu sein.

Aus Neongrau – Game Over im Neurosubstrat von Aiki Mira

FAKTEN
Das Buch Neongrau – Game Over im Neurosubstrat von Aiki Mira ist im Dezember 2022 im Polarise Verlag erschienen. Es handelt sich um einen in sich abgeschlossenen Band, der als Print und eBook erhältlich ist.

KURZMEINUNG
Emotionsgewaltige und interaktiv ansprechende Near-Future-Science-Fiction, die unter die Haut geht!

KLAPPENTEXT
Hamburg im Jahr 2112: Die Stadt wird immer wieder von Starkregen geflutet, im Binnendelta hat sich ein Slum aus schwimmenden Containern gebildet und über allem thront das gigantische Stadion. Zum »Turnier der Legenden« reisen Fans aus der ganzen Welt an, um die berühmten Glam-Gamer spielen zu sehen. Auch Go [Stuntboi] Kazumi begeistert sich für das VR-Gaming, fährt jedoch noch lieber Stunts auf dem Retro-Skateboard.
Ein Sturz scheint das Aus für Gos Karriere zu bedeuten, doch dann wird Go ein Job im Stadion angeboten – bei den Rahmani-Geschwistern, den berühmtesten Gamern Deutschlands! Von da an überschlagen sich die Ereignisse und Gos Welt wird komplett auf den Kopf gestellt: ein Bombenanschlag, illegale Flasharenen, Tech-Aktivisten, Cyberdrogen, künstliche Intelligenzen – und dann ist da auch noch dieses Mädchen ...

SCHREIBSTIL & MEHR
Dieses Buch hat mir eine echte Achterbahn beschert, das könnt Ihr mir glauben. Zu Beginn war ich vom Schreibstil irritiert, denn er ist so direkt, interaktiv und dadurch auch dementsprechend tiefer – obwohl er zunächst sogar oberflächlicher erschien. Ich war kurz versucht, das Buch sogar abzubrechen. Aber das hätte ich bitter bereut!
Diese Geschichte ist so realitätsnah, dass es beängstigend ist, emotional und auch technisch gesehen. Das hat mich zunächst abgeschreckt, muss ich ehrlich zugeben. Aber nach ungefähr 30 Seiten hatte mich Aiki Mira in Gos [Stuntbois] Bann gezogen. Die Story lebt auf vielen Ebenen. Menschlich, fortschrittlich, technisch, umweltlich und in diversen Stufen der Abgründe.
Durch den besonderen Erzählstil, mit dem Aiki Neongrau prägt, lebt diese Geschichte in allen Facetten. Sie ist greifbar, erschreckend nah und impulsiv. Dabei ist sie ruhig und hält dennoch in Atem, denn die Spannung spielt sich in vielen Zwischentönen ab, eben in einem Neongrau. Der Titel könnte passender nicht sein.
Nun müsste ich nach dem Beinahe-Abbruch vermutlich nur 4 Zahnrädchen vergeben, denkt Ihr Euch vielleicht, aber das wäre falsch. Diese Story hat mich in ihrer Tiefe so gefangen genommen, dass ich am Ende der Dinge nur meine höchste Bewertung vergeben kann. Manche Dinge brauchen einfach ihren Raum, um sich entfalten zu können – ich bin froh, dass ich dieser Story diesen Platz gegeben habe!

FAZIT
Eine Story, die zunächst in ihrer Direktheit geschockt, sich aber in ihren vielfältigen Ebenen als absolut genial und facettenreich entpuppt hat!

BEWERTUNG
Höchstwertung!
©Teja Ciolczyk, 11.04.2023
Profile Image for Yvonne Tunnat.
96 reviews7 followers
June 17, 2024
Das war ein Reread, ich hatte den Roman im Jahr des Erscheinens bereits gelesen.

Diesen Monat habe ich mir dann das Hörbuch gegönnt. Die Sprecherin hätte es vielleicht teilweise etwas temperamentvoller lesen können (und mit irgendwie unterschiedlichen Stimmen, aber offenbar sind wir hier nicht bei Rufus Beck oder Katharina Thalbach), aber es war insgesamt solide vorgelesen.
Bald kommt ja das Hörspiel, da freue ich mich schon!

Neongrau ist ein tolles Buch. Klar, einiges ist sehr schräg. Es ist auch pickepackevoll gepackt mit Charakteren und das Head-Hopping ist gewöhnungsbedürftig.

Es gibt drei Dinge, die ich an diesem Buch liebe:

der Weltenbau (als wäre Autorx aus der Zukunft und würde aus erster Hand berichten)
die Sprache (findet man in unserer SF-Szene garantiert kein zweites Mal)
die Prämisse, die sich vor allem an Go/Stuntboi, aber auch an einigen anderen Charakteren (wie Phoenix, Ash), festmacht: Sei, wer du bist. Sei, wie du bist

Es gibt eine Erwartungshaltung der Umwelt, wie jemand zu sein hat, dass sich jemand entscheiden muss, vielleicht sogar verleugnen sollte, aber das ist nicht der Weg, der in diesem Roman propagiert wird. Sei, wer du tatsächlich bist.
Und wie und wer du bist, das entscheidest du.

Ein toller, empowernder Roman nicht nur für queere Menschen, sondern eigentlich für uns alle. Lasst uns den Mut haben, wir selbst zu sein und unser Leben aktiv zu gestalten, authentisch und gemütlich mit dem, was wir nun mal sind.
Profile Image for Jorogarn.
97 reviews2 followers
April 4, 2024
Ich hatte auf einer Lesung Ausschnitte aus diesem Buch gehört und eigentlich beschlossen, es nicht zu lesen. Durch das Sprawl Radio und meine Begeisterung für Aiki Mira habe ich mich umstimmen lassen und muss nun sagen, es war definitiv kein Fehler. Die Geschichte ist super spannend erzählt, in einer nahen, aber nicht mehr so fernen Zukunft und gibt einem an vielen Stellen Denkanstöße. Ich bleibe dran, das nächste Buch von Aiki Mira „Neurobiest“ liegt schon auf dem Nachttisch.
6 reviews
August 23, 2023
+ Great worldbuilding with many fun ideas, and intersting non binary main character.

- Plot is pretty standard YA I fare and the 'neurogaming' e-sport sadly makes no sense.

Nice read for sci-fi fans that want to tr something a bit different.
Profile Image for Malte.
235 reviews4 followers
April 22, 2025
Einiges gefällt mir, die Zukunftsvision, dass es in Hamburg spielt, dass versucht wird, Gaming in die Zukunft zu tragen... aber an ein paar Stellen holpert die Geschichte zu sehr, mein Fazit ist zwiespältig.
Profile Image for Nikas.bookforest.
323 reviews
May 3, 2024
Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Die Geschichte war sehr facettenreich und ist in Richtungen gegangen, die ich nie kommen sehen habe. Zuerst ist nicht klar, wie die Personen zusammen gehören, doch deren Geschichten verstricken sich immer mehr. Wundervoll vielseitige queere Charaktere mit so unterschiedlichen Erzählperspektiven. Die Welt ist kompliziert, aber man entdeckt so viel und es macht Spaß die Welt kennenzulernen. Ich fand das Buch spannend und einzigartig. Es vermischt Ideen aus Utopien und Dystopien mit ganz viel Technik. Identitäten-Findung ist ein großer Teil des Buchs, was ich spannend fand. Ein absolutes Highlight im SciFi Genre für mich.
16 reviews
February 18, 2024
Der Roman ist nicht gut! Aiki Mira kreiert eine peinliche Jugendsprache und erzählt seitenlang über Gaming in der Zukunft. Eine KI soll das Gaming übernehmen, die Gamer sind Weltstars, usw usw usw. Wen bitte interessiert das? Der Text ist so langweilig. Dann noch die Figuren. Ein Klischee jagt das nächste: die kalte Programmiererin, die lieber eine "KI" erschafft, als bei ihrer Familie zu leben, die/der nicht-binäre Protagonist Stuntboi, der frustrierte Bösewicht. Meine Güte. Platter gehts nicht mehr.
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