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Vor den Richtern Roms: Berühmte Prozesse der römischen Antike

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Hardcover in unclipped dust jacket. From the collection of the late professor Tony Honore and dedicated to Honore in pen on FEP. Light wear to jacket upper edges and bump to upper board edges. A couple of minor scores to page block foot and spine is a little cocked. Text in German is clear. AD

Hardcover

Published September 19, 2007

4 people want to read

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Detlef Liebs

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Profile Image for Noah.
11 reviews
December 29, 2023
16 Prozesse, die die Welt verändert haben

Das Buch enthält 5 zivilrechtliche und 11 strafrechtliche Prozesse, die auf ihre Weise einen spannenden Einblick in das römische Rechtsleben gewähren.

Ich kann dieses Buch aber nur Lesern empfehlen, die ein gutes Rechtsverständnis mitbringen. Das römische Recht wird hier in sehr komplexen Fällen erläutert, es handelt sich somit nicht um eine gute Einstiegsliteratur in das römische Recht.

Einige Fälle (Horatierprozesse, Jesusprozess, die neronische Christenverfolgung) sind aber für eine breitere Leserschaft geschrieben und auch sehr spannend zu lesen.

Besonders interessant habe ich die beiden Serien von Prozessen gefunden, die aufeinander aufbauen.

Der Jesusprozess unter Pontius Pilatus zeigt zum Beispiel, wie mit einem Provinzialen Wanderprediger umgegangen worden ist; wie viel Macht der Richter in der Provinz hatte und dass diese Macht wohl auch ausgenutzt worden ist, um Aufstiegschancen zu ergreifen. Es stellt das Christentum aber bereits am Anfang in ein schlechtes Licht - immerhin beten die Christen aus der Sicht der Römer einen verurteilten Verbrecher als ihren Gott an. Das hat für Kaiser Nero ca 30 Jahre später das perfekte Umfeld geschaffen, diese Menschen als Sündenböcke zu verfolgen. Plinius der Jüngere hingegen war ein Intellektueller, der Nachforschungen anstellte - er wollte wissen ob die Christen wirklich so schlimm sind und das erste Mal begegnet uns so etwas wie tätige Reue.

ca 200 Jahre später sehen wir die Prozesse gegen Donatus und gegen Priszillian. Prozesse, die uns zeigen, wie zerstritten die frühe Christenheit schon war. Prozesse, die uns zeigen, wie das erste mal Christen über andere Christen die Todesstrafe ausgesprochen haben... Damit wird auch die Zeit der Reformation (zB die Hinrichtung von Johannes Hus) in ein anderes Licht gerückt. Das Buch führt hier ein wunderbares Zitat von Kaiser Julian dem Abtrünnigen an:
Keine Raubtiere sind den Menschen so gefährlich wie die Mehrzahl der Christen sich selbst in ihrem tödlichen Hass.


Alles in allem ist das Buch sehr interessant, weil man einen guten Einblick in römische Moralvorstellungen vor dem Hintergrund römischen Rechtes bekommt (Schadenszauber als todeswürdig?, wie geht man mit Ehebruch um?, welche Rolle nehmen die Kaiser in Prozessen ein?). Den Mittelteil muss man hingegen überleben, weil hier etwas langweiligere Prozesse ausgewählt worden sind. Das Buch enthält auch eine Zusammenfassung, in dem die Zusammenhänge sehr gut aufgezeigt werden.
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